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		<title>Insights by Boris Gloger - Podcasts</title>
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		<description>Boris Gloger und seine Gäste sprechen für euch im Podcast über ihre Insights zu Nachhaltigkeit, Mitarbeiterführung, Scrum, Agilität und agile Transformation.</description>
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		<copyright>© 2020 Insights by Boris Gloger</copyright>
		<itunes:subtitle>Boris Gloger im Interview mit Experten zum Thema Leadership, Management, Non-Profit, Sustainability und vielem mehr.</itunes:subtitle>
		<itunes:author>Insights by Boris Gloger</itunes:author>
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	<title>Kreislaufwirtschaft: Warum die Abrissbirne ein Neuanfang sein muss – mit Werner Weingraber (Madaster Austria)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/kreislaufwirtschaft-warum-die-abrissbirne-ein-neuanfang-sein-muss-mit-werner-weingraber-madaster-austria/</link>
	<pubDate>Thu, 16 Mar 2023 07:30:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;</p>







<p>Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und dafür viel zu viele Ressourcen abgebaut werden, sind auch die meisten nachhaltigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir die SDG erreichen wollen, müssen wir in Kreisläufen denken, vor allem in besonders ressourcenintensiven Branchen wie der Bauindustrie. In dieser Folge diskutiere ich mit Werner Weingraber von Madaster Austria darüber, wie wir das möglich machen können.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte&nbsp;



1. Fast alle Materialien eines Gebäudes sind wiederverwertbar.&nbsp;



<p>Keine Branche ist derartig groß und zugleich so kleinteilig strukturiert wie die Bauindustrie. Die komplizierten Abhängigkeiten, die daraus entstehen, führen oft genug ins Chaos und langfristig zu einem noch viel größeren Problem: „Bei Gebäuden, die vor 10, 20, 30 oder mehr Jahren errichtet wurden, weiß der Gebäudebesitzer heute in der Regel nicht, welche Produkte und Materialien verbaut sind“, so Werner Weingraber.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Wenn das Gebäude irgendwann abgerissen wird, landet das meiste einfach auf dem Müll und man zieht sich für das nächste Projekt eben wieder neue Rohstoffe aus der Erde – so zumindest die Logik der Linearwirtschaft. Die Rechnung bekommen wir jetzt serviert. Denn dieser gigantische Ressourcenverbrauch schadet nicht nur der Branche, sondern steht uns auch bei der Erreichung der SDG im Weg.&nbsp;</p>



<p>Dabei liegt die Lösung denkbar nahe: Recycling. Das Potenzial ist enorm, wird aber noch zu wenig genutzt. „Zirkulär geplant und umgesetzt können bis zu 100 % aller Materialien eines Gebäudes im Kreislauf bleiben, statt auf der Mülldeponie zu landen“, meint Werner Weingraber – vorausgesetzt man weiß, wo man suchen muss. Genau hier kommt Madaster ins Spiel, das diese Informationen in einer Datenbank verfügbar macht. </p>



2. Macht es verpflichtend, Gebäudedaten zu sammeln!&nbsp;



<p>Madaster leistet deshalb einen so entscheidenden Beitrag, weil es den Kreislauf zwischen verschiedensten Akteuren in der Baubranche ermöglicht und organisierbar macht. Das Unternehmen bietet eine digitale Schnittstelle zwischen Herstellern, Planenden, Architekten, Bauunternehmen, Bestandhaltern sowie Recyclern und bringt die Daten zusammen, die für die Kreislaufwirtschaft nötig sind.&nbsp;</p>



<p>Hierzulande passiert das noch auf freiwilliger Basis. In Holland ist man schon ein paar Schritte weiter. Anfang dieses Jahres wurde dort eine Art Gebäudematerialpass eingeführt. Wer an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen will, ist ab sofort verpflichtet, die entsprechenden Gebäudedaten zu liefern. Wer das nicht kann oder will, disqualifiziert sich selbst. So einfach geht’s, <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/politik-braucht-mut-mit-dr-reinhard-loske-volkswirt-politikwissenschaftler-politiker/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wenn die Politik Mut zeigt</a> und sich zu eindeutigen Gesetzen durchringt.&nbsp;</p>



<p>Werner Weingraber ist sich sicher, dass eine ähnliche Regelung auch bei uns kommen wird. Und diese Daten werden in Zukunft noch viel wichtiger werden. „Nur so kann ich eine Taxonomie erfüllen und zukünftig Zertifizierungen bekommen. Nur so kann ich günstigere Finanzierungen erhalten […] Und nur so ist auch das Problem des Ressourcenmangels zu lösen“, resümiert er.&nbsp;</p>



3. „Second-hand” muss die erste Wahl sein.&nbsp;



<p>Es darf sich in Zukunft nicht mehr lohnen, ständig neues Material zu produzieren. Der Trend geht schon heute klar in Richtung Kreislauf und Unternehmen wie Madaster liefern die dazu notwendigen technischen Lösungen. Trotzdem sieht Werner Weingraber die Entwicklung noch ganz am Anfang: „Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Muss sich die Branche also auf magere Zeiten einstellen? Ganz im Gegenteil. Das World Economic Forum sieht in der Kreislaufwirtschaft die “<a href="https://www.weforum.org/agenda/2022/05/why-the-circular-economy-is-the-business-opportunity-of-our-time/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">business opportunity of our time</a>”. Und die ersten Materialhersteller arbeiten schon mit Hochdruck an der Transformation. Zum Beispiel Heidelberg Minerals, ehemals HeidelbergCement, wo der Zement künftig aus verbauten Produkten gewonnen wird. Ähnliches prognostiziert mein Gesprächspartner bei anderen Materialien: „Wenn wir 20 Jahre nach vorne schauen, dann werden wir nicht mehr darüber reden, was eine Tonne Stahl an der Börse kostet. Wir werden darüber sprechen, was der Primärstahl und was der Sekundärstahl kostet.“&nbsp;</p>



<p>Wo Kostendruck, da auch ein Weg! Am Ende haben die Akteure der Bauindustrie genau zwei Möglichkeiten. Entweder man weint den „guten, alten Zeiten“ nach, in denen man sich mit all dem nicht beschäftigen hat müssen. Oder man erkennt die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Veränderung als die Chance</a>, die sie ist, übernimmt Verantwortung und beginnt endlich in Kreisläufen zu denken und handeln. Für alle, die im Geschäft bleiben wollen, bleibt nur die zweite Option.&nbsp;</p>



Mein Gast: Werner Weingraber&nbsp;



<p>Werner Weingraber ist Geschäftsführer von <a href="https://madaster.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Madaster Austria</a> und bringt mit seinem Unternehmen die Akteure der Bauindustrie zusammen, um die Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Madaster ist das “Kataster für Materialien” und zielt darauf ab, verbaute Materialien und Produkte wiederverwerten zu können. Damit arbeitet das Unternehmen an einer Lösung, die uns einen großen Schritt weiter in Richtung unserer Nachhaltigkeitsziele bringt.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/dekarbonisierung-beginnt-in-der-lieferkette-mit-lara-obst-the-climate-choice/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dekarbonisierung beginnt in der Lieferkette – mit Lara Obst (The Climate Choice)</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeitsziele-gemeinschaftlich-erreichen-mit-sina-wans/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeitsziele gemeinsam erreichen – mit Sina Wans</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeit als Riesenchance für Wachstum – mit Frank Keuper (New Rationale)</a>&nbsp;</li></ul>



<p>Aus meinem Blog:&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/03/11/deine-ueberzeugungen-tun-dir-nicht-mehr-gut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deine Überzeugungen tun dir nicht mehr gut</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/09/21/widerstand-ist-eine-funktion-von-nicht-koennen-oder-warum-sich-in-der-klimafrage-so-wenig-bewegt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Widerstand ist eine Funktion von Nicht-Können – oder warum sich in der Klimafrage so wenig bewegt</a>&nbsp;</li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/12/22/klima-ziele-handhabbar-machen-wie-sie-ihr-unternehmen-vom-reden-ins-tun-bringen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(Klima-)Ziele handhabbar machen – wie Sie Ihr Unternehmen vom Reden ins Tun bringen</a>&nbsp;</li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2020/10/23/paradigmenwechsel-die-11-fixpunkte-fuer-agileres-bauen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Paradigmenwechsel: Die 11 Fixpunkte für agileres Bauen</a>&nbsp;</li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;







Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und ]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;</p>







<p>Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und dafür viel zu viele Ressourcen abgebaut werden, sind auch die meisten nachhaltigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir die SDG erreichen wollen, müssen wir in Kreisläufen denken, vor allem in besonders ressourcenintensiven Branchen wie der Bauindustrie. In dieser Folge diskutiere ich mit Werner Weingraber von Madaster Austria darüber, wie wir das möglich machen können.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte&nbsp;



1. Fast alle Materialien eines Gebäudes sind wiederverwertbar.&nbsp;



<p>Keine Branche ist derartig groß und zugleich so kleinteilig strukturiert wie die Bauindustrie. Die komplizierten Abhängigkeiten, die daraus entstehen, führen oft genug ins Chaos und langfristig zu einem noch viel größeren Problem: „Bei Gebäuden, die vor 10, 20, 30 oder mehr Jahren errichtet wurden, weiß der Gebäudebesitzer heute in der Regel nicht, welche Produkte und Materialien verbaut sind“, so Werner Weingraber.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Wenn das Gebäude irgendwann abgerissen wird, landet das meiste einfach auf dem Müll und man zieht sich für das nächste Projekt eben wieder neue Rohstoffe aus der Erde – so zumindest die Logik der Linearwirtschaft. Die Rechnung bekommen wir jetzt serviert. Denn dieser gigantische Ressourcenverbrauch schadet nicht nur der Branche, sondern steht uns auch bei der Erreichung der SDG im Weg.&nbsp;</p>



<p>Dabei liegt die Lösung denkbar nahe: Recycling. Das Potenzial ist enorm, wird aber noch zu wenig genutzt. „Zirkulär geplant und umgesetzt können bis zu 100 % aller Materialien eines Gebäudes im Kreislauf bleiben, statt auf der Mülldeponie zu landen“, meint Werner Weingraber – vorausgesetzt man weiß, wo man suchen muss. Genau hier kommt Madaster ins Spiel, das diese Informationen in einer Datenbank verfügbar macht. </p>



2. Macht es verpflichtend, Gebäudedaten zu sammeln!&nbsp;



<p>Madaster leistet deshalb einen so entscheidenden Beitrag, weil es den Kreislauf zwischen verschiedensten Akteuren in der Baubranche ermöglicht und organisierbar macht. Das Unternehmen bietet eine digitale Schnittstelle zwischen Herstellern, Planenden, Architekten, Bauunternehmen, Bestandhaltern sowie Recyclern und bringt die Daten zusammen, die für die Kreislaufwirtschaft nötig sind.&nbsp;</p>



<p>Hierzulande passiert das noch auf freiwilliger Basis. In Holland ist man schon ein paar Schritte weiter. Anfang dieses Jahres wurde dort eine Art Gebäudematerialpass eingeführt. Wer an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen will, ist ab sofort verpflichtet, die entsprechenden Gebäudedaten zu liefern. Wer das nicht kann oder will, disqualifiziert sich selbst. So einfach geht’s, <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/politik-braucht-mut-mit-dr-reinhard-loske-volkswirt-politikwissenschaftler-politiker/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wenn die Politik Mut zeigt</a> und sich zu eindeutigen Gesetzen durchringt.&nbsp;</p>



<p>Werner Weingraber ist sich sicher, dass eine ähnliche Regelung auch bei uns kommen wird. Und diese Daten werden in Zukunft noch viel wichtiger werden. „Nur so kann ich eine Taxonomie erfüllen und zukünftig Zertifizierungen bekommen. Nur so kann ich günstigere Finanzierungen erhalten […] Und nur so ist auch das Problem des Ressourcenmangels zu lösen“, resümiert er.&nbsp;</p>



3. „Second-hand” muss die erste Wahl sein.&nbsp;



<p>Es darf sich in Zukunft nicht mehr lohnen, ständig neues Material zu produzieren. Der Trend geht schon heute klar in Richtung Kreislauf und Unternehmen wie Madaster liefern die dazu notwendigen technischen Lösungen. Trotzdem sieht Werner Weingraber die Entwicklung noch ganz am Anfang: „Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Muss sich die Branche also auf magere Zeiten einstellen? Ganz im Gegenteil. Das World Economic Forum sieht in der Kreislaufwirtschaft die “<a href="https://www.weforum.org/agenda/2022/05/why-the-circular-economy-is-the-business-opportunity-of-our-time/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">business opportunity of our time</a>”. Und die ersten Materialhersteller arbeiten schon mit Hochdruck an der Transformation. Zum Beispiel Heidelberg Minerals, ehemals HeidelbergCement, wo der Zement künftig aus verbauten Produkten gewonnen wird. Ähnliches prognostiziert mein Gesprächspartner bei anderen Materialien: „Wenn wir 20 Jahre nach vorne schauen, dann werden wir nicht mehr darüber reden, was eine Tonne Stahl an der Börse kostet. Wir werden darüber sprechen, was der Primärstahl und was der Sekundärstahl kostet.“&nbsp;</p>



<p>Wo Kostendruck, da auch ein Weg! Am Ende haben die Akteure der Bauindustrie genau zwei Möglichkeiten. Entweder man weint den „guten, alten Zeiten“ nach, in denen man sich mit all dem nicht beschäftigen hat müssen. Oder man erkennt die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Veränderung als die Chance</a>, die sie ist, übernimmt Verantwortung und beginnt endlich in Kreisläufen zu denken und handeln. Für alle, die im Geschäft bleiben wollen, bleibt nur die zweite Option.&nbsp;</p>



Mein Gast: Werner Weingraber&nbsp;



<p>Werner Weingraber ist Geschäftsführer von <a href="https://madaster.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Madaster Austria</a> und bringt mit seinem Unternehmen die Akteure der Bauindustrie zusammen, um die Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Madaster ist das “Kataster für Materialien” und zielt darauf ab, verbaute Materialien und Produkte wiederverwerten zu können. Damit arbeitet das Unternehmen an einer Lösung, die uns einen großen Schritt weiter in Richtung unserer Nachhaltigkeitsziele bringt.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/dekarbonisierung-beginnt-in-der-lieferkette-mit-lara-obst-the-climate-choice/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dekarbonisierung beginnt in der Lieferkette – mit Lara Obst (The Climate Choice)</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeitsziele-gemeinschaftlich-erreichen-mit-sina-wans/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeitsziele gemeinsam erreichen – mit Sina Wans</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeit als Riesenchance für Wachstum – mit Frank Keuper (New Rationale)</a>&nbsp;</li></ul>



<p>Aus meinem Blog:&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/03/11/deine-ueberzeugungen-tun-dir-nicht-mehr-gut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deine Überzeugungen tun dir nicht mehr gut</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/09/21/widerstand-ist-eine-funktion-von-nicht-koennen-oder-warum-sich-in-der-klimafrage-so-wenig-bewegt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Widerstand ist eine Funktion von Nicht-Können – oder warum sich in der Klimafrage so wenig bewegt</a>&nbsp;</li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/12/22/klima-ziele-handhabbar-machen-wie-sie-ihr-unternehmen-vom-reden-ins-tun-bringen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(Klima-)Ziele handhabbar machen – wie Sie Ihr Unternehmen vom Reden ins Tun bringen</a>&nbsp;</li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2020/10/23/paradigmenwechsel-die-11-fixpunkte-fuer-agileres-bauen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Paradigmenwechsel: Die 11 Fixpunkte für agileres Bauen</a>&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded>
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Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und dafür viel zu viele Ressourcen abgebaut werden, sind auch die meisten nachhaltigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir die SDG erreichen wollen, müssen wir in Kreisläufen denken, vor allem in besonders ressourcenintensiven Branchen wie der Bauindustrie. In dieser Folge diskutiere ich mit Werner Weingraber von Madaster Austria darüber, wie wir das möglich machen können.



Das sind die drei Hauptpunkte&nbsp;



1. Fast alle Materialien eines Gebäudes sind wiederverwertbar.&nbsp;



Keine Branche ist derartig groß und zugleich so kleinteilig strukturiert wie die Bauindustrie. Die komplizierten Abhängigkeiten, die daraus entstehen, führen oft genug ins Chaos und langfristig zu einem noch viel größeren Problem: „Bei Gebäuden, die vor 10, 20, 30 oder mehr Jahren errichtet wurden, weiß der Gebäudebesitzer heute in der Regel nicht, welche Produkte und Materialien verbaut sind“, so Werner Weingraber.&nbsp;&nbsp;



Wenn das Gebäude irgendwann abgerissen wird, landet das meiste einfach auf dem Müll und man zieht sich für das nächste Projekt eben wieder neue Rohstoffe aus der Erde – so zumindest die Logik der Linearwirtschaft. Die Rechnung bekommen wir jetzt serviert. Denn dieser gigantische Ressourcenverbrauch schadet nicht nur der Branche, sondern steht uns auch bei der Erreichung der SDG im Weg.&nbsp;



Dabei liegt die Lösung denkbar nahe: Recycling. Das Potenzial ist enorm, wird aber noch zu wenig genutzt. „Zirkulär geplant und umgesetzt können bis zu 100 % aller Materialien eines Gebäudes im Kreislauf bleiben, statt auf der Mülldeponie zu landen“, meint Werner Weingraber – vorausgesetzt man weiß, wo man suchen muss. Genau hier kommt Madaster ins Spiel, das diese Informationen in einer Datenbank verfügbar macht. 



2. Macht es verpflichtend, Gebäudedaten zu sammeln!&nbsp;



Madaster leistet deshalb einen so entscheidenden Beitrag, weil es den Kreislauf zwischen verschiedensten Akteuren in der Baubranche ermöglicht und organisierbar macht. Das Unternehmen bietet eine digitale Schnittstelle zwischen Herstellern, Planenden, Architekten, Bauunternehmen, Bestandhaltern sowie Recyclern und bringt die Daten zusammen, die für die Kreislaufwirtschaft nötig sind.&nbsp;



Hierzulande passiert das noch auf freiwilliger Basis. In Holland ist man schon ein paar Schritte weiter. Anfang dieses Jahres wurde dort eine Art Gebäudematerialpass eingeführt. Wer an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen will, ist ab sofort verpflichtet, die entsprechenden Gebäudedaten zu liefern. Wer das nicht kann oder will, disqualifiziert sich selbst. So einfach geht’s, wenn die Politik Mut zeigt und sich zu eindeutigen Gesetzen durchringt.&nbsp;



Werner Weingraber ist sich sicher, dass eine ähnliche Regelung auch bei uns kommen wird. Und diese Daten werden in Zukunft noch viel wichtiger werden. „Nur so kann ich eine Taxonomie erfüllen und zukünftig Zertifizierungen bekommen. Nur so kann ich günstigere Finanzierungen erhalten […] Und nur so ist auch das Problem des Ressourcenmangels zu lösen“, resümiert er.&nbsp;



3. „Second-hand” muss die erste Wahl sein.&nbsp;



Es darf sich in Zukunft nicht mehr lohnen, ständig neues Material zu produzieren. Der Trend geht schon heute klar in Richtung Kreislauf und Unternehmen wie Madaster liefern die dazu notwendigen technischen Lösungen. Trotzdem sieht Werner Weingraber die Entwicklung noch ganz am Anfang: „Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;&nbsp;



Muss sich die Branche also auf magere Zeiten einstellen? Ganz im Gegenteil. Das World Economic Forum sieht in der Kreislaufwirtschaft die “business opportunity of our time”. Und die ersten Materialhersteller arbeiten schon mi]]></itunes:summary>
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Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und dafür viel zu viele Ressourcen abgebaut werden, sind auch die meisten nachhaltigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir die SDG erreichen wollen, müssen wir in Kreisläufen denken, vor allem in besonders ressourcenintensiven Branchen wie der Bauindustrie. In dieser Folge diskutiere ich mit Werner Weingraber von Madaster Austria darüber, wie wir das möglich machen können.



Das sind die drei Hauptpunkte&nbsp;



1. Fast alle Materialien eines Gebäudes sind wiederverwertbar.&nbsp;



Keine Branche ist derartig groß und zugleich so kleinteilig strukturiert wie die Bauindustrie. Die komplizierten Abhängigkeiten, die daraus entstehen, führen oft genug ins Chaos und langfristig zu einem noch viel größeren Problem: „Bei Ge]]></googleplay:description>
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	<title>Investieren, aber bitte mit Impact – mit Dr. Ralf Lütz (BNP Paribas)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/investieren-aber-bitte-mit-impact-mit-dr-ralf-luetz-bnp-paribas/</link>
	<pubDate>Thu, 23 Feb 2023 07:30:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Nicht alles, was gut für den Klimaschutz ist, ist gut für die Biodiversität. Aber alles, was gut für die Biodiversität ist, ist zwangsläufig gut für den Klimaschutz.“</p>





<p>Spätestens mit der COP 2015 und dem Pariser Klimaabkommen war klar: Nachhaltigkeit wird nicht nur ein großes Thema für Regierungen und die Industrie, sondern auch für Finanzdienstleister. Heute liegen mit der Taxonomie konkrete Regelungen vor, um die Geldströme in nachhaltigere Bahnen zu lenken. Aber was bedeutet das für die Banken? Und wie können sie Unternehmen bei der Nachhaltigkeitstransformation begleiten? Mein Gast in dieser Podcast-Episode gibt spannende Einblicke aus der Praxis.</p>



Mein Gast: Dr. Ralf Lütz





<p>Wenn sich einer im Finanzwesen auskennt, dann Ralf Lütz. Er blickt auf über 25 Jahre Erfahrung in Banken zurück und verantwortete während dieser Zeit unterschiedlichste Themen. Der Volkswirt kommt ursprünglich aus dem Corporate and Institutional Banking, war lange als Kundenbetreuer in verschiedenen Produktbereichen tätig und baute schließlich den neu geschaffenen Bereich Sustainable Advisory &amp; Business bei der <a href="https://www.bnpparibas.de/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BNP Paribas</a> in Deutschland mit auf. Damit bearbeitet er heute ein Thema, das ihn schon während seines Studiums fasziniert hat: wie man die vermeintliche Rivalität zwischen Wirtschaft und Nachhaltigkeit auflösen kann.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Wie verankert man Nachhaltigkeit in der Bank?



<p>Put your money where your mouth is! Die BNP Paribas hat sich das zu Herzen genommen und das Thema Nachhaltigkeit auf Managementebene priorisiert. Ralf Lütz sieht darin einen wesentlichen Schritt: „Es ist sehr wichtig, das Thema zentral und hoch, beim Vorstand, idealerweise beim CEO anzusiedeln. Damit klar nach außen und innen kommuniziert wird: Das ist ein strategisches Thema für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.“</p>



<p>Die Bank hat es so geschafft, ihr Kreditgeschäft zu transformieren. In zwölf Industrie-Richtlinien sind klare Bedingungen festgelegt, ob bzw. wie man Firmen mit CO2-abhängigen Geschäftsmodellen als Finanzierer begleiten kann. Damit übernimmt die BNP Paribas – ganz im Sinne der Taxonomie – Verantwortung und betreibt auch langfristige <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-wird-die-lizenz-zum-wirtschaften-mit-katharina-eucken-viafuturum/">Risikobegrenzung</a>: „Wenn ich heute einen Kredit vergebe, muss ich beachten, was ich mir neben den wirtschaftlichen noch an sonstigen Risiken einkaufe, die sich noch gar nicht in Geldeinheiten messen lassen. Reputationsrisiken zum Beispiel“, erklärt Ralf Lütz.</p>



<p>Die BNP Paribas nutzt also den größten Hebel, den sie als Dienstleisterin hat: ihr Investitions-Know-how. Dabei tritt sie in der Rolle des „Enablers“ auf, der Expertise einbringt und die Firmen zu Sustainable Finance berät (<a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/dekarbonisierung-beginnt-in-der-lieferkette-mit-lara-obst-the-climate-choice/">v. a. in den Lieferketten gibt es hier Potenzial</a>). Die Bank ist außerdem Teil der EU-Plattform für Sustainable Finance, die bei der Entwicklung der Taxonomie berät, und war im letzten Sustainable-Finance-Beirat der deutschen Bundesregierung vertreten.</p>



2. Man muss den eigenen CO2-Fußabdruck kennen, um ihn zu reduzieren.



<p>Nachhaltigkeitskennzahlen können ausschlaggebend dafür sein, ob eine Finanzierung zustande kommt oder nicht. Große Unternehmen feilen daher schon seit Jahren an ihren Nachhaltigkeitsbilanzen. Aber sogar im Konzernumfeld fehlt es oft noch an Daten und der nötigen Vernetzung, um die entsprechenden Kennzahlen schnell und präzise zu ermitteln. Im Mittelstand gestaltet sich das teils noch schwieriger.</p>



<p>„Ich habe kürzlich mit einem Unternehmen gesprochen. Dabei ging es um eine Transaktion, die wir strukturieren wollten. In den meisten Industrien ist es üblich, die Reduktion des CO2-Fußabdrucks als Nachhaltigkeits-KPI zu definieren. Und dann sagte man mir in diesem Unternehmen: Ja, das können wir für Deutschland per Knopfdruck, aber schon in der EU wird es kritisch“, erzählt Ralf Lütz.</p>



<p>Er empfiehlt daher, möglichst breite Datensätze zu erheben: „Ich kann Ihnen nur sagen: Daten sammeln, Daten sammeln, Daten sammeln. Sie wissen nicht, wann Sie diese brauchen. Vielleicht nicht heute, morgen oder übermorgen. Aber ich schwöre Ihnen: Spätestens am Ende der Woche werden Sie diese brauchen.“</p>



3. Zwei Fliegen mit einer Klappe: Biodiversität und CO2



<p>CO2 reduzieren und dann ist alles gut? Die BNP Paribas vertritt mittlerweile eine spannende Position, die darüber hinausgeht. „Nicht alles, was gut für den Klimaschutz ist, ist gut für die Biodiversität. Aber alles, was gut für die Biodiversität ist, ist zwangsläufig gut für den Klimaschutz“, zitiert Ralf Lütz <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Frauke Fischer</a>. Die Beispiele, die man sich dazu angesehen hat, bestätigen das. In keinem Fall führte der Fokus auf den Erhalt und die Förderung der Biodiversität zu steigenden Emissionen. Umgekehrt könnte ein Agrarkonzern theoretisch CO2 reduzieren und trotzdem große Fläche im Amazonas abholzen, um dort weitere Monokulturen anzubauen.</p>



<p>Sollten wir also Biodiversität höher als CO2-Reduktion priorisieren, wenn es um den Umweltaspekt von Nachhaltigkeit geht? Am Ende müssen wir beides angehen. Mit der Biodiversität scheint aber eine bessere Ausgangsposition gegeben. Weil Biodiversität jedoch schwieriger messbar ist als CO2, sieht Ralf Lütz die Unternehmen gefordert, erst einmal die möglichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität festzustellen. Hier tappen die meisten Firmen noch im Dunkeln.</p>



<p>Völlig klar ist hingegen schon heute, dass viele Geschäftsmodelle von einer intakten Biodiversität abhängen. Es ist nicht nur aus einer Umwelt-, sondern auch aus Unternehmensperspektive sinnvoll, in das Thema zu investieren. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-ein-wald-zur-innovation-fuer-die-region-wird-mit-martin-wintz-rheinische-energie-ag/">Hier ein gutes Beispiel.</a></p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Biodiversität ist (überlebens)wichtiger als die Rettung des Klimas – mit Dr. Frauke Fischer (Agentur auf!)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/">Nachhaltigkeit als Riesenchance für Wachstum – mit Frank Keuper (New Rationale)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/06/10/iss-weniger-brot-fuer-den-erhalt-der-biodiversitaet/">Iss’ weniger Brot! Für den Erhalt der Biodiversität.</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/15/wie-kann-unsere-landwirtschaft-das-artensterben-aufhalten/">Wie kann unsere Landwirtschaft das Artensterben aufhalten?</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/11/30/warum-die-eu-taxonomie-eine-einmalige-chance-fuer-banken-ist" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum die EU-Taxonomie eine einmalige Chance für Banken ist</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/10/05/wie-banken-ihrer-verantwortung-im-bereich-nachhaltigkeit-gerecht-werden-konnen-5-tipps-fur-den-einstieg-in-eine-nachhaltigere-organisation" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wie Banken ihrer Verantwortung im Bereich Nachhaltigkeit gerecht werden können – 5 Tipps für den Einstieg in eine nachhaltigere Organisation</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Nicht alles, was gut für den Klimaschutz ist, ist gut für die Biodiversität. Aber alles, was gut für die Biodiversität ist, ist zwangsläufig gut für den Klimaschutz.“





Spätestens mit der COP 2015 und dem Pariser Klimaabkommen war klar: Nachhaltigkei]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Nicht alles, was gut für den Klimaschutz ist, ist gut für die Biodiversität. Aber alles, was gut für die Biodiversität ist, ist zwangsläufig gut für den Klimaschutz.“</p>





<p>Spätestens mit der COP 2015 und dem Pariser Klimaabkommen war klar: Nachhaltigkeit wird nicht nur ein großes Thema für Regierungen und die Industrie, sondern auch für Finanzdienstleister. Heute liegen mit der Taxonomie konkrete Regelungen vor, um die Geldströme in nachhaltigere Bahnen zu lenken. Aber was bedeutet das für die Banken? Und wie können sie Unternehmen bei der Nachhaltigkeitstransformation begleiten? Mein Gast in dieser Podcast-Episode gibt spannende Einblicke aus der Praxis.</p>



Mein Gast: Dr. Ralf Lütz





<p>Wenn sich einer im Finanzwesen auskennt, dann Ralf Lütz. Er blickt auf über 25 Jahre Erfahrung in Banken zurück und verantwortete während dieser Zeit unterschiedlichste Themen. Der Volkswirt kommt ursprünglich aus dem Corporate and Institutional Banking, war lange als Kundenbetreuer in verschiedenen Produktbereichen tätig und baute schließlich den neu geschaffenen Bereich Sustainable Advisory &amp; Business bei der <a href="https://www.bnpparibas.de/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">BNP Paribas</a> in Deutschland mit auf. Damit bearbeitet er heute ein Thema, das ihn schon während seines Studiums fasziniert hat: wie man die vermeintliche Rivalität zwischen Wirtschaft und Nachhaltigkeit auflösen kann.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Wie verankert man Nachhaltigkeit in der Bank?



<p>Put your money where your mouth is! Die BNP Paribas hat sich das zu Herzen genommen und das Thema Nachhaltigkeit auf Managementebene priorisiert. Ralf Lütz sieht darin einen wesentlichen Schritt: „Es ist sehr wichtig, das Thema zentral und hoch, beim Vorstand, idealerweise beim CEO anzusiedeln. Damit klar nach außen und innen kommuniziert wird: Das ist ein strategisches Thema für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.“</p>



<p>Die Bank hat es so geschafft, ihr Kreditgeschäft zu transformieren. In zwölf Industrie-Richtlinien sind klare Bedingungen festgelegt, ob bzw. wie man Firmen mit CO2-abhängigen Geschäftsmodellen als Finanzierer begleiten kann. Damit übernimmt die BNP Paribas – ganz im Sinne der Taxonomie – Verantwortung und betreibt auch langfristige <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-wird-die-lizenz-zum-wirtschaften-mit-katharina-eucken-viafuturum/">Risikobegrenzung</a>: „Wenn ich heute einen Kredit vergebe, muss ich beachten, was ich mir neben den wirtschaftlichen noch an sonstigen Risiken einkaufe, die sich noch gar nicht in Geldeinheiten messen lassen. Reputationsrisiken zum Beispiel“, erklärt Ralf Lütz.</p>



<p>Die BNP Paribas nutzt also den größten Hebel, den sie als Dienstleisterin hat: ihr Investitions-Know-how. Dabei tritt sie in der Rolle des „Enablers“ auf, der Expertise einbringt und die Firmen zu Sustainable Finance berät (<a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/dekarbonisierung-beginnt-in-der-lieferkette-mit-lara-obst-the-climate-choice/">v. a. in den Lieferketten gibt es hier Potenzial</a>). Die Bank ist außerdem Teil der EU-Plattform für Sustainable Finance, die bei der Entwicklung der Taxonomie berät, und war im letzten Sustainable-Finance-Beirat der deutschen Bundesregierung vertreten.</p>



2. Man muss den eigenen CO2-Fußabdruck kennen, um ihn zu reduzieren.



<p>Nachhaltigkeitskennzahlen können ausschlaggebend dafür sein, ob eine Finanzierung zustande kommt oder nicht. Große Unternehmen feilen daher schon seit Jahren an ihren Nachhaltigkeitsbilanzen. Aber sogar im Konzernumfeld fehlt es oft noch an Daten und der nötigen Vernetzung, um die entsprechenden Kennzahlen schnell und präzise zu ermitteln. Im Mittelstand gestaltet sich das teils noch schwieriger.</p>



<p>„Ich habe kürzlich mit einem Unternehmen gesprochen. Dabei ging es um eine Transaktion, die wir strukturieren wollten. In den meisten Industrien ist es üblich, die Reduktion des CO2-Fußabdrucks als Nachhaltigkeits-KPI zu definieren. Und dann sagte man mir in diesem Unternehmen: Ja, das können wir für Deutschland per Knopfdruck, aber schon in der EU wird es kritisch“, erzählt Ralf Lütz.</p>



<p>Er empfiehlt daher, möglichst breite Datensätze zu erheben: „Ich kann Ihnen nur sagen: Daten sammeln, Daten sammeln, Daten sammeln. Sie wissen nicht, wann Sie diese brauchen. Vielleicht nicht heute, morgen oder übermorgen. Aber ich schwöre Ihnen: Spätestens am Ende der Woche werden Sie diese brauchen.“</p>



3. Zwei Fliegen mit einer Klappe: Biodiversität und CO2



<p>CO2 reduzieren und dann ist alles gut? Die BNP Paribas vertritt mittlerweile eine spannende Position, die darüber hinausgeht. „Nicht alles, was gut für den Klimaschutz ist, ist gut für die Biodiversität. Aber alles, was gut für die Biodiversität ist, ist zwangsläufig gut für den Klimaschutz“, zitiert Ralf Lütz <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Frauke Fischer</a>. Die Beispiele, die man sich dazu angesehen hat, bestätigen das. In keinem Fall führte der Fokus auf den Erhalt und die Förderung der Biodiversität zu steigenden Emissionen. Umgekehrt könnte ein Agrarkonzern theoretisch CO2 reduzieren und trotzdem große Fläche im Amazonas abholzen, um dort weitere Monokulturen anzubauen.</p>



<p>Sollten wir also Biodiversität höher als CO2-Reduktion priorisieren, wenn es um den Umweltaspekt von Nachhaltigkeit geht? Am Ende müssen wir beides angehen. Mit der Biodiversität scheint aber eine bessere Ausgangsposition gegeben. Weil Biodiversität jedoch schwieriger messbar ist als CO2, sieht Ralf Lütz die Unternehmen gefordert, erst einmal die möglichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität festzustellen. Hier tappen die meisten Firmen noch im Dunkeln.</p>



<p>Völlig klar ist hingegen schon heute, dass viele Geschäftsmodelle von einer intakten Biodiversität abhängen. Es ist nicht nur aus einer Umwelt-, sondern auch aus Unternehmensperspektive sinnvoll, in das Thema zu investieren. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-ein-wald-zur-innovation-fuer-die-region-wird-mit-martin-wintz-rheinische-energie-ag/">Hier ein gutes Beispiel.</a></p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Biodiversität ist (überlebens)wichtiger als die Rettung des Klimas – mit Dr. Frauke Fischer (Agentur auf!)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/">Nachhaltigkeit als Riesenchance für Wachstum – mit Frank Keuper (New Rationale)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/06/10/iss-weniger-brot-fuer-den-erhalt-der-biodiversitaet/">Iss’ weniger Brot! Für den Erhalt der Biodiversität.</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/15/wie-kann-unsere-landwirtschaft-das-artensterben-aufhalten/">Wie kann unsere Landwirtschaft das Artensterben aufhalten?</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/11/30/warum-die-eu-taxonomie-eine-einmalige-chance-fuer-banken-ist" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum die EU-Taxonomie eine einmalige Chance für Banken ist</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/10/05/wie-banken-ihrer-verantwortung-im-bereich-nachhaltigkeit-gerecht-werden-konnen-5-tipps-fur-den-einstieg-in-eine-nachhaltigere-organisation" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wie Banken ihrer Verantwortung im Bereich Nachhaltigkeit gerecht werden können – 5 Tipps für den Einstieg in eine nachhaltigere Organisation</a></li></ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[„Nicht alles, was gut für den Klimaschutz ist, ist gut für die Biodiversität. Aber alles, was gut für die Biodiversität ist, ist zwangsläufig gut für den Klimaschutz.“





Spätestens mit der COP 2015 und dem Pariser Klimaabkommen war klar: Nachhaltigkeit wird nicht nur ein großes Thema für Regierungen und die Industrie, sondern auch für Finanzdienstleister. Heute liegen mit der Taxonomie konkrete Regelungen vor, um die Geldströme in nachhaltigere Bahnen zu lenken. Aber was bedeutet das für die Banken? Und wie können sie Unternehmen bei der Nachhaltigkeitstransformation begleiten? Mein Gast in dieser Podcast-Episode gibt spannende Einblicke aus der Praxis.



Mein Gast: Dr. Ralf Lütz





Wenn sich einer im Finanzwesen auskennt, dann Ralf Lütz. Er blickt auf über 25 Jahre Erfahrung in Banken zurück und verantwortete während dieser Zeit unterschiedlichste Themen. Der Volkswirt kommt ursprünglich aus dem Corporate and Institutional Banking, war lange als Kundenbetreuer in verschiedenen Produktbereichen tätig und baute schließlich den neu geschaffenen Bereich Sustainable Advisory &amp; Business bei der BNP Paribas in Deutschland mit auf. Damit bearbeitet er heute ein Thema, das ihn schon während seines Studiums fasziniert hat: wie man die vermeintliche Rivalität zwischen Wirtschaft und Nachhaltigkeit auflösen kann.



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Wie verankert man Nachhaltigkeit in der Bank?



Put your money where your mouth is! Die BNP Paribas hat sich das zu Herzen genommen und das Thema Nachhaltigkeit auf Managementebene priorisiert. Ralf Lütz sieht darin einen wesentlichen Schritt: „Es ist sehr wichtig, das Thema zentral und hoch, beim Vorstand, idealerweise beim CEO anzusiedeln. Damit klar nach außen und innen kommuniziert wird: Das ist ein strategisches Thema für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.“



Die Bank hat es so geschafft, ihr Kreditgeschäft zu transformieren. In zwölf Industrie-Richtlinien sind klare Bedingungen festgelegt, ob bzw. wie man Firmen mit CO2-abhängigen Geschäftsmodellen als Finanzierer begleiten kann. Damit übernimmt die BNP Paribas – ganz im Sinne der Taxonomie – Verantwortung und betreibt auch langfristige Risikobegrenzung: „Wenn ich heute einen Kredit vergebe, muss ich beachten, was ich mir neben den wirtschaftlichen noch an sonstigen Risiken einkaufe, die sich noch gar nicht in Geldeinheiten messen lassen. Reputationsrisiken zum Beispiel“, erklärt Ralf Lütz.



Die BNP Paribas nutzt also den größten Hebel, den sie als Dienstleisterin hat: ihr Investitions-Know-how. Dabei tritt sie in der Rolle des „Enablers“ auf, der Expertise einbringt und die Firmen zu Sustainable Finance berät (v. a. in den Lieferketten gibt es hier Potenzial). Die Bank ist außerdem Teil der EU-Plattform für Sustainable Finance, die bei der Entwicklung der Taxonomie berät, und war im letzten Sustainable-Finance-Beirat der deutschen Bundesregierung vertreten.



2. Man muss den eigenen CO2-Fußabdruck kennen, um ihn zu reduzieren.



Nachhaltigkeitskennzahlen können ausschlaggebend dafür sein, ob eine Finanzierung zustande kommt oder nicht. Große Unternehmen feilen daher schon seit Jahren an ihren Nachhaltigkeitsbilanzen. Aber sogar im Konzernumfeld fehlt es oft noch an Daten und der nötigen Vernetzung, um die entsprechenden Kennzahlen schnell und präzise zu ermitteln. Im Mittelstand gestaltet sich das teils noch schwieriger.



„Ich habe kürzlich mit einem Unternehmen gesprochen. Dabei ging es um eine Transaktion, die wir strukturieren wollten. In den meisten Industrien ist es üblich, die Reduktion des CO2-Fußabdrucks als Nachhaltigkeits-KPI zu definieren. Und dann sagte man mir in diesem Unternehmen: Ja, das können wir für Deutschland per Knopfdruck, aber schon in der EU wird es kritisch“, erzählt Ralf Lütz.



Er empfiehlt daher, möglichst breite Datensätze zu erheben: „Ich kann Ihnen nur sagen: Daten sammeln, Daten sammeln, Daten sammeln. Sie wissen nicht, wann Sie diese brauchen. Vielleicht nicht heute, morgen o]]></itunes:summary>
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			<title>Investieren, aber bitte mit Impact – mit Dr. Ralf Lütz (BNP Paribas)</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[„Nicht alles, was gut für den Klimaschutz ist, ist gut für die Biodiversität. Aber alles, was gut für die Biodiversität ist, ist zwangsläufig gut für den Klimaschutz.“





Spätestens mit der COP 2015 und dem Pariser Klimaabkommen war klar: Nachhaltigkeit wird nicht nur ein großes Thema für Regierungen und die Industrie, sondern auch für Finanzdienstleister. Heute liegen mit der Taxonomie konkrete Regelungen vor, um die Geldströme in nachhaltigere Bahnen zu lenken. Aber was bedeutet das für die Banken? Und wie können sie Unternehmen bei der Nachhaltigkeitstransformation begleiten? Mein Gast in dieser Podcast-Episode gibt spannende Einblicke aus der Praxis.



Mein Gast: Dr. Ralf Lütz





Wenn sich einer im Finanzwesen auskennt, dann Ralf Lütz. Er blickt auf über 25 Jahre Erfahrung in Banken zurück und verantwortete während dieser Zeit unterschiedlichste Themen. Der Volkswirt kommt ursprünglich aus dem Corporate and Institutional Banking, war lange als Kundenbetreuer in verschiedenen ]]></googleplay:description>
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</item>

<item>
	<title>Gemeinwohlökonomie: Impact- statt Profitmaximierung – mit Thomas Zimmermann (swapwork)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/gemeinwohloekonomie-impact-statt-profitmaximierung-mit-thomas-zimmermann-swapwork/</link>
	<pubDate>Thu, 08 Dec 2022 07:45:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=29898</guid>
	<description><![CDATA[<p>„Wir glauben an eine Weltwirtschaft, die gemeinwohlorientiert arbeitet. Nicht gegen Mensch und Natur, sondern für sie. Wir denken, dass das der neue Mainstream sein kann.“</p>





Mein Gast: Thomas Zimmermann





<p>Thomas Zimmermann war ScrumMaster in der Ausgründung eines großen Telekommunikationskonzerns, in der er mit seinem Team an innovativen Apps arbeitete. Das Entwicklungsbudget: großzügig und frei verfügbar. Die Teammitglieder: bestens ausgebildet und hoch motiviert. Für viele ist es der Traum. Für Thomas war das zu wenig. Denn irgendwann erkannte er, dass die Produkte, an denen er jeden Tag arbeitete, in erster Linie zur Kundenbindung gedacht waren, aber eigentlich gar nicht gebraucht wurden. Gemeinsam mit einem Kollegen gründete er daher seine eigene Beratungs-Firma <a href="https://www.swapwork.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">swapwork</a> und arbeitet heute als agiler Organisationsentwickler und Gemeinwohlberater. Daneben hat er gemeinsam mit Gleichgesinnten das ehrenamtliche Projekt <a href="https://agathe-hilft.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Agathe hilft</a> ins Leben gerufen und ist Mitgründer der <a href="https://www.zuk2030.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zukunftsfähige Unternehmen Kooperative Freiburg</a>.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Agile goes Non-Profit.



<p>swapwork ist 2017 mit dem Ziel gestartet, nur mit Organisationen zu arbeiten, die wirklich werteorientiert arbeiten. Darum konzentrierten sich Thomas und sein Mitgründer auf NGOs – zunächst mit bescheidenem Erfolg. „In den ersten zwei Jahren hat das überhaupt nicht funktioniert“, blickt Thomas zurück. In der gemeinnützigen Welt verstand man weder, was Agilität eigentlich bedeutet, noch waren die Budgets für externe Beratung vorhanden. Aber Thomas und sein Kollege blieben hartnäckig, boten kostenlose Workshops und Trainings an und schafften es, ein Netzwerk mit etablierten Berater:innen und Trainer:innen aus dem gemeinnützigen Feld aufzubauen.</p>



<p>Dass die beiden so großzügig mit ihrem Know-how umgingen, stieß durchaus auf Verwunderung. „Wir wurden von anderen auch schief angekuckt, im Sinne von: Ihr verschenkt hier eure ganzen Methoden und das Fachwissen an Leute, die damit weglaufen. Aber im Prinzip hat diese Offenheit dazu geführt, dass uns die Leute ernst nehmen und wirklich weiterempfohlen haben“, erklärt Thomas. So entstanden die ersten Projekte, u. a. mit der Diakonie und der Caritas.</p>



2. Marktwirtschaft und Gemeinwohl – geht das zusammen?



<p>Mittlerweile ist swapwork gewachsen. Aus zwei Gründern wurden drei Gesellschafter:innen plus eine Angestellte und ein Freelancer-Netzwerk. Wachstum definiert man bei swapwork aber grundlegend anders als in der konventionellen Wirtschaft. Statt um Profitmaximierung geht es den engagierten Berater:innen um die Maximierung der Wirksamkeit. Für swapwork ist Impact der Maßstab, um Schritt für Schritt der eigenen Vision näherzukommen: „Wir glauben an eine Weltwirtschaft, die gemeinwohlorientiert arbeitet. Nicht gegen Mensch und Natur, sondern für sie. Wir denken, dass das der neue Mainstream sein muss.“</p>



<p>Wenn Thomas über Gemeinwohlökonomie spricht, bezieht er sich auf das <a href="https://www.piper.de/buecher/gemeinwohl-oekonomie-isbn-978-3-492-31236-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Konzept von Christian Felber,</a> der auch Attac mitgegründet hat (vgl. dazu <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gutes-leben-fuer-alle-nimm-dir-mehr-zeit-fuer-demokratie-mit-iris-frey-von-attac/">diese Podcast-Folge</a>). Der Profit ist dabei nur noch Mittel zum Zweck. Im Zentrum steht der Mehrwert für alle. Da es dafür auch die Unternehmen braucht, hat sich swapwork wieder für die Privatwirtschaft geöffnet und bietet heute Gemeinwohlberatung. Aber funktioniert das wirklich? Aktuell noch nicht, wie Thomas offen sagt: „Es ist schwierig, Unternehmen bzw. Vorstände dafür zu begeistern, sich dem Thema Gemeinwohlökonomie anzunehmen und das auch zu priorisieren.“ Aber das Potenzial ist da. Rund 800 Firmen nutzen aktuell den Standard der Gemeinwohlökonomie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Gleichzeitig beweisen Firmen wie Patagonia, dass man auch radikal anders wirtschaften kann. swapwork scheint (wie auch schon beim Thema Agile für NGOs) ein gutes Timing zu haben. Thomas und seine Kolleg:innen sind da an etwas dran, das uns in den nächsten Jahren noch beschäftigen wird. Es geht um nichts weniger als die Transformation aller Unternehmen weltweit.</p>



3. Wie man durch Nachhaltigkeitsberichterstattung ins Handeln kommt.



<p>Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die EU die Berichtspflichten erheblich erweitert. Welche Form der Berichterstattung die Firmen wählen, steht ihnen dabei frei. Der Standard der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) zeichnet sich im Vergleich zu anderen Formen durch besonders hohe Ansprüche aus, wie Thomas betont: „Die GWÖ meint es sehr ernst mit der Greenwashing-Vermeidung. [...] Neben den Pflichten der EU-Taxonomie und der CSRD lieferst du in deinem Gemeinwohlbericht umfassend Informationen darüber, wie du mit Lieferant:innen, Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Bewerber:innen oder Unternehmen umgehst.“</p>



<p>Das klingt nach mehr Aufwand – ist es auch. Die GWÖ setzt voraus, dass Mitarbeiter:innen den Bericht schreiben, während bei anderen Standards oft Wirtschaftsprüfungen zum Zug kommen. Der Mehraufwand hat aber einen entscheidenden Vorteil: Wenn sich meine Mitarbeiter:innen damit beschäftigen, ist das schon der Beginn einer Transformation. Sobald sie sehen, dass es funktioniert, werden sie automatisch anders denken und handeln. Insofern ist auch Thomas’ Ansatz spannend, mit dem er gerade experimentiert. swapwork hat ein Spiel entwickelt (Change for Good), bei dem Menschen lernen, ein Unternehmen zu einer nachhaltigen Organisation umzubauen. In nur einer Stunde entsteht so ein Bericht in Plakatform. „Die Idee ist, dass die Leute im Spiel merken, dass sie Nachhaltigkeit selbst definieren müssen, und es in ihrer eigenen Verantwortung liegt, Schritte zu setzen“, sagt Thomas.</p>



<p>Im Grunde steht swapwork mit der Gemeinwohlberatung vor ähnlichen Herausforderungen wie die agile Szene in den 2000ern. Uns ging es immer um eine menschenzentrierte Form des Arbeitens, aber wir mussten unsere Methoden als produktiver verkaufen, um überhaupt in die Unternehmen zu kommen. Vielleicht müssen wir es bei der Nachhaltigkeit genauso machen und sagen: Leute, nachhaltiges Wirtschaften ist profitabler. Thomas plädiert zwar dafür, dass wir uns ein für alle Mal von der „Profitmaximierungsreligion“ verabschieden müssten. Am Ende sind wir uns aber einig, dass es im laufenden Betrieb überhaupt erst die Möglichkeit braucht, Nachhaltigkeit zu erleben. Die Unternehmen müssen berichten. Warum nicht gleich mit einem Standard, der die Menschen ins Handeln bringt?</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gutes-leben-fuer-alle-nimm-dir-mehr-zeit-fuer-demokratie-mit-iris-frey-von-attac/">Gutes Leben für alle: Nimm dir mehr Zeit für Demokratie! Mit Iris Frey von Attac</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-ein-gemeinnutziger-verein-zum-serial-entrepreneur-wurde-mit-michael-fritz-viva-con-agua/">Wie ein gemeinnütziger Verein zum Serial Entrepreneur wurde – mit Michael Fritz (Viva con Agua)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/05/30/entrepreneurship-es-ist-so-einfach/">Entrepreneurship: Es ist so einfach!</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/07/13/stop-being-agile-start-doing-agile/">Stop being agile, start doing agile!</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/11/11/warum-verantwortungseigentum-unternehmen-nachhaltig-erfolgreich-macht" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Verantwortungseigentum Unternehmen nachhaltig erfolgreich macht</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/ueber-uns/csr#Nachhaltigkeitsbericht" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeit bei borisgloger</a></li></ul>



<p>Über swapwork:</p>



<ul><li><a href="https://www.swapwork.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Offizielle Website</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Wir glauben an eine Weltwirtschaft, die gemeinwohlorientiert arbeitet. Nicht gegen Mensch und Natur, sondern für sie. Wir denken, dass das der neue Mainstream sein kann.“





Mein Gast: Thomas Zimmermann





Thomas Zimmermann war ScrumMaster in der Au]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Wir glauben an eine Weltwirtschaft, die gemeinwohlorientiert arbeitet. Nicht gegen Mensch und Natur, sondern für sie. Wir denken, dass das der neue Mainstream sein kann.“</p>





Mein Gast: Thomas Zimmermann





<p>Thomas Zimmermann war ScrumMaster in der Ausgründung eines großen Telekommunikationskonzerns, in der er mit seinem Team an innovativen Apps arbeitete. Das Entwicklungsbudget: großzügig und frei verfügbar. Die Teammitglieder: bestens ausgebildet und hoch motiviert. Für viele ist es der Traum. Für Thomas war das zu wenig. Denn irgendwann erkannte er, dass die Produkte, an denen er jeden Tag arbeitete, in erster Linie zur Kundenbindung gedacht waren, aber eigentlich gar nicht gebraucht wurden. Gemeinsam mit einem Kollegen gründete er daher seine eigene Beratungs-Firma <a href="https://www.swapwork.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">swapwork</a> und arbeitet heute als agiler Organisationsentwickler und Gemeinwohlberater. Daneben hat er gemeinsam mit Gleichgesinnten das ehrenamtliche Projekt <a href="https://agathe-hilft.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Agathe hilft</a> ins Leben gerufen und ist Mitgründer der <a href="https://www.zuk2030.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zukunftsfähige Unternehmen Kooperative Freiburg</a>.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Agile goes Non-Profit.



<p>swapwork ist 2017 mit dem Ziel gestartet, nur mit Organisationen zu arbeiten, die wirklich werteorientiert arbeiten. Darum konzentrierten sich Thomas und sein Mitgründer auf NGOs – zunächst mit bescheidenem Erfolg. „In den ersten zwei Jahren hat das überhaupt nicht funktioniert“, blickt Thomas zurück. In der gemeinnützigen Welt verstand man weder, was Agilität eigentlich bedeutet, noch waren die Budgets für externe Beratung vorhanden. Aber Thomas und sein Kollege blieben hartnäckig, boten kostenlose Workshops und Trainings an und schafften es, ein Netzwerk mit etablierten Berater:innen und Trainer:innen aus dem gemeinnützigen Feld aufzubauen.</p>



<p>Dass die beiden so großzügig mit ihrem Know-how umgingen, stieß durchaus auf Verwunderung. „Wir wurden von anderen auch schief angekuckt, im Sinne von: Ihr verschenkt hier eure ganzen Methoden und das Fachwissen an Leute, die damit weglaufen. Aber im Prinzip hat diese Offenheit dazu geführt, dass uns die Leute ernst nehmen und wirklich weiterempfohlen haben“, erklärt Thomas. So entstanden die ersten Projekte, u. a. mit der Diakonie und der Caritas.</p>



2. Marktwirtschaft und Gemeinwohl – geht das zusammen?



<p>Mittlerweile ist swapwork gewachsen. Aus zwei Gründern wurden drei Gesellschafter:innen plus eine Angestellte und ein Freelancer-Netzwerk. Wachstum definiert man bei swapwork aber grundlegend anders als in der konventionellen Wirtschaft. Statt um Profitmaximierung geht es den engagierten Berater:innen um die Maximierung der Wirksamkeit. Für swapwork ist Impact der Maßstab, um Schritt für Schritt der eigenen Vision näherzukommen: „Wir glauben an eine Weltwirtschaft, die gemeinwohlorientiert arbeitet. Nicht gegen Mensch und Natur, sondern für sie. Wir denken, dass das der neue Mainstream sein muss.“</p>



<p>Wenn Thomas über Gemeinwohlökonomie spricht, bezieht er sich auf das <a href="https://www.piper.de/buecher/gemeinwohl-oekonomie-isbn-978-3-492-31236-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Konzept von Christian Felber,</a> der auch Attac mitgegründet hat (vgl. dazu <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gutes-leben-fuer-alle-nimm-dir-mehr-zeit-fuer-demokratie-mit-iris-frey-von-attac/">diese Podcast-Folge</a>). Der Profit ist dabei nur noch Mittel zum Zweck. Im Zentrum steht der Mehrwert für alle. Da es dafür auch die Unternehmen braucht, hat sich swapwork wieder für die Privatwirtschaft geöffnet und bietet heute Gemeinwohlberatung. Aber funktioniert das wirklich? Aktuell noch nicht, wie Thomas offen sagt: „Es ist schwierig, Unternehmen bzw. Vorstände dafür zu begeistern, sich dem Thema Gemeinwohlökonomie anzunehmen und das auch zu priorisieren.“ Aber das Potenzial ist da. Rund 800 Firmen nutzen aktuell den Standard der Gemeinwohlökonomie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Gleichzeitig beweisen Firmen wie Patagonia, dass man auch radikal anders wirtschaften kann. swapwork scheint (wie auch schon beim Thema Agile für NGOs) ein gutes Timing zu haben. Thomas und seine Kolleg:innen sind da an etwas dran, das uns in den nächsten Jahren noch beschäftigen wird. Es geht um nichts weniger als die Transformation aller Unternehmen weltweit.</p>



3. Wie man durch Nachhaltigkeitsberichterstattung ins Handeln kommt.



<p>Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die EU die Berichtspflichten erheblich erweitert. Welche Form der Berichterstattung die Firmen wählen, steht ihnen dabei frei. Der Standard der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) zeichnet sich im Vergleich zu anderen Formen durch besonders hohe Ansprüche aus, wie Thomas betont: „Die GWÖ meint es sehr ernst mit der Greenwashing-Vermeidung. [...] Neben den Pflichten der EU-Taxonomie und der CSRD lieferst du in deinem Gemeinwohlbericht umfassend Informationen darüber, wie du mit Lieferant:innen, Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Bewerber:innen oder Unternehmen umgehst.“</p>



<p>Das klingt nach mehr Aufwand – ist es auch. Die GWÖ setzt voraus, dass Mitarbeiter:innen den Bericht schreiben, während bei anderen Standards oft Wirtschaftsprüfungen zum Zug kommen. Der Mehraufwand hat aber einen entscheidenden Vorteil: Wenn sich meine Mitarbeiter:innen damit beschäftigen, ist das schon der Beginn einer Transformation. Sobald sie sehen, dass es funktioniert, werden sie automatisch anders denken und handeln. Insofern ist auch Thomas’ Ansatz spannend, mit dem er gerade experimentiert. swapwork hat ein Spiel entwickelt (Change for Good), bei dem Menschen lernen, ein Unternehmen zu einer nachhaltigen Organisation umzubauen. In nur einer Stunde entsteht so ein Bericht in Plakatform. „Die Idee ist, dass die Leute im Spiel merken, dass sie Nachhaltigkeit selbst definieren müssen, und es in ihrer eigenen Verantwortung liegt, Schritte zu setzen“, sagt Thomas.</p>



<p>Im Grunde steht swapwork mit der Gemeinwohlberatung vor ähnlichen Herausforderungen wie die agile Szene in den 2000ern. Uns ging es immer um eine menschenzentrierte Form des Arbeitens, aber wir mussten unsere Methoden als produktiver verkaufen, um überhaupt in die Unternehmen zu kommen. Vielleicht müssen wir es bei der Nachhaltigkeit genauso machen und sagen: Leute, nachhaltiges Wirtschaften ist profitabler. Thomas plädiert zwar dafür, dass wir uns ein für alle Mal von der „Profitmaximierungsreligion“ verabschieden müssten. Am Ende sind wir uns aber einig, dass es im laufenden Betrieb überhaupt erst die Möglichkeit braucht, Nachhaltigkeit zu erleben. Die Unternehmen müssen berichten. Warum nicht gleich mit einem Standard, der die Menschen ins Handeln bringt?</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gutes-leben-fuer-alle-nimm-dir-mehr-zeit-fuer-demokratie-mit-iris-frey-von-attac/">Gutes Leben für alle: Nimm dir mehr Zeit für Demokratie! Mit Iris Frey von Attac</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-ein-gemeinnutziger-verein-zum-serial-entrepreneur-wurde-mit-michael-fritz-viva-con-agua/">Wie ein gemeinnütziger Verein zum Serial Entrepreneur wurde – mit Michael Fritz (Viva con Agua)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/05/30/entrepreneurship-es-ist-so-einfach/">Entrepreneurship: Es ist so einfach!</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/07/13/stop-being-agile-start-doing-agile/">Stop being agile, start doing agile!</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/11/11/warum-verantwortungseigentum-unternehmen-nachhaltig-erfolgreich-macht" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Verantwortungseigentum Unternehmen nachhaltig erfolgreich macht</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/ueber-uns/csr#Nachhaltigkeitsbericht" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeit bei borisgloger</a></li></ul>



<p>Über swapwork:</p>



<ul><li><a href="https://www.swapwork.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Offizielle Website</a></li></ul>]]></content:encoded>
		<enclosure url="https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast-download/29898/gemeinwohloekonomie-impact-statt-profitmaximierung-mit-thomas-zimmermann-swapwork.mp3" length="94582117"
			   type="audio/mpeg"></enclosure>
			<itunes:summary><![CDATA[„Wir glauben an eine Weltwirtschaft, die gemeinwohlorientiert arbeitet. Nicht gegen Mensch und Natur, sondern für sie. Wir denken, dass das der neue Mainstream sein kann.“





Mein Gast: Thomas Zimmermann





Thomas Zimmermann war ScrumMaster in der Ausgründung eines großen Telekommunikationskonzerns, in der er mit seinem Team an innovativen Apps arbeitete. Das Entwicklungsbudget: großzügig und frei verfügbar. Die Teammitglieder: bestens ausgebildet und hoch motiviert. Für viele ist es der Traum. Für Thomas war das zu wenig. Denn irgendwann erkannte er, dass die Produkte, an denen er jeden Tag arbeitete, in erster Linie zur Kundenbindung gedacht waren, aber eigentlich gar nicht gebraucht wurden. Gemeinsam mit einem Kollegen gründete er daher seine eigene Beratungs-Firma swapwork und arbeitet heute als agiler Organisationsentwickler und Gemeinwohlberater. Daneben hat er gemeinsam mit Gleichgesinnten das ehrenamtliche Projekt Agathe hilft ins Leben gerufen und ist Mitgründer der Zukunftsfähige Unternehmen Kooperative Freiburg.



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Agile goes Non-Profit.



swapwork ist 2017 mit dem Ziel gestartet, nur mit Organisationen zu arbeiten, die wirklich werteorientiert arbeiten. Darum konzentrierten sich Thomas und sein Mitgründer auf NGOs – zunächst mit bescheidenem Erfolg. „In den ersten zwei Jahren hat das überhaupt nicht funktioniert“, blickt Thomas zurück. In der gemeinnützigen Welt verstand man weder, was Agilität eigentlich bedeutet, noch waren die Budgets für externe Beratung vorhanden. Aber Thomas und sein Kollege blieben hartnäckig, boten kostenlose Workshops und Trainings an und schafften es, ein Netzwerk mit etablierten Berater:innen und Trainer:innen aus dem gemeinnützigen Feld aufzubauen.



Dass die beiden so großzügig mit ihrem Know-how umgingen, stieß durchaus auf Verwunderung. „Wir wurden von anderen auch schief angekuckt, im Sinne von: Ihr verschenkt hier eure ganzen Methoden und das Fachwissen an Leute, die damit weglaufen. Aber im Prinzip hat diese Offenheit dazu geführt, dass uns die Leute ernst nehmen und wirklich weiterempfohlen haben“, erklärt Thomas. So entstanden die ersten Projekte, u. a. mit der Diakonie und der Caritas.



2. Marktwirtschaft und Gemeinwohl – geht das zusammen?



Mittlerweile ist swapwork gewachsen. Aus zwei Gründern wurden drei Gesellschafter:innen plus eine Angestellte und ein Freelancer-Netzwerk. Wachstum definiert man bei swapwork aber grundlegend anders als in der konventionellen Wirtschaft. Statt um Profitmaximierung geht es den engagierten Berater:innen um die Maximierung der Wirksamkeit. Für swapwork ist Impact der Maßstab, um Schritt für Schritt der eigenen Vision näherzukommen: „Wir glauben an eine Weltwirtschaft, die gemeinwohlorientiert arbeitet. Nicht gegen Mensch und Natur, sondern für sie. Wir denken, dass das der neue Mainstream sein muss.“



Wenn Thomas über Gemeinwohlökonomie spricht, bezieht er sich auf das Konzept von Christian Felber, der auch Attac mitgegründet hat (vgl. dazu diese Podcast-Folge). Der Profit ist dabei nur noch Mittel zum Zweck. Im Zentrum steht der Mehrwert für alle. Da es dafür auch die Unternehmen braucht, hat sich swapwork wieder für die Privatwirtschaft geöffnet und bietet heute Gemeinwohlberatung. Aber funktioniert das wirklich? Aktuell noch nicht, wie Thomas offen sagt: „Es ist schwierig, Unternehmen bzw. Vorstände dafür zu begeistern, sich dem Thema Gemeinwohlökonomie anzunehmen und das auch zu priorisieren.“ Aber das Potenzial ist da. Rund 800 Firmen nutzen aktuell den Standard der Gemeinwohlökonomie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Gleichzeitig beweisen Firmen wie Patagonia, dass man auch radikal anders wirtschaften kann. swapwork scheint (wie auch schon beim Thema Agile für NGOs) ein gutes Timing zu haben. Thomas und seine Kolleg:innen sind da an etwas dran, das uns in den nächsten Jahren noch beschäftigen wird. Es geht um nichts weniger als die Transformation aller Unternehmen weltweit.



3. W]]></itunes:summary>
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			<title>Gemeinwohlökonomie: Impact- statt Profitmaximierung – mit Thomas Zimmermann (swapwork)</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[„Wir glauben an eine Weltwirtschaft, die gemeinwohlorientiert arbeitet. Nicht gegen Mensch und Natur, sondern für sie. Wir denken, dass das der neue Mainstream sein kann.“





Mein Gast: Thomas Zimmermann





Thomas Zimmermann war ScrumMaster in der Ausgründung eines großen Telekommunikationskonzerns, in der er mit seinem Team an innovativen Apps arbeitete. Das Entwicklungsbudget: großzügig und frei verfügbar. Die Teammitglieder: bestens ausgebildet und hoch motiviert. Für viele ist es der Traum. Für Thomas war das zu wenig. Denn irgendwann erkannte er, dass die Produkte, an denen er jeden Tag arbeitete, in erster Linie zur Kundenbindung gedacht waren, aber eigentlich gar nicht gebraucht wurden. Gemeinsam mit einem Kollegen gründete er daher seine eigene Beratungs-Firma swapwork und arbeitet heute als agiler Organisationsentwickler und Gemeinwohlberater. Daneben hat er gemeinsam mit Gleichgesinnten das ehrenamtliche Projekt Agathe hilft ins Leben gerufen und ist Mitgründer der Zukun]]></googleplay:description>
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	<title>Wie funktioniert solidarische Landwirtschaft, Lorenz Glatz (Ouvertura)?</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-funktioniert-solidarische-landwirtschaft-lorenz-glatz-ouvertura/</link>
	<pubDate>Thu, 07 Jul 2022 06:45:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=29738</guid>
	<description><![CDATA[<p>„Wir lösen das Problem, dass sich Menschen das Lebensmittel nicht leisten können, indem wir sagen: Nein, wir wollen keinen Preis. Du trägst bei, was du kannst.“</p>Lorenz Glatz







<p>Man hat uns von klein auf eingetrichtert, dass Wirtschaft Wachstum bräuchte und der Markt sich selbst regeln würde. Nur ist unendliches Wachstum ein Paradoxon und die unsichtbare Hand des Marktes hat sich längst als Langfinger entpuppt. Vor dem Hintergrund von sozialer Ungerechtigkeit und einer drohenden Klimakatastrophe sind die Mechanismen der Marktwirtschaft, wie wir sie kennen, grundsätzlich zu hinterfragen.</p>



<p>Als Mitglied der solidarischen Landwirtschaft <a href="https://www.ouvertura.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ouvertura</a> erlebe ich gerade <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">meine persönliche Agrarwende</a> und sehe, wie man grundlegend anders – fairer und nachhaltiger – wirtschaften kann. In dieser Podcast-Folge spreche ich mit einem Gründungsmitglied der Solawi darüber, wie das funktioniert und was wir daraus für die Zukunft lernen können.</p>



Mein Gast: Lorenz Glatz



<p>Lorenz Glatz ist gelernter Physiker und Teil der Wiener und internationalen Hightech-Szene. Als CTO von Kabel Deutschland verantwortete er zuletzt die gesamte Technik beim größten deutschen Kabelfernsehunternehmen. Seit etwa zehn Jahren engagiert er sich in der solidarischen Landwirtschaft und hat mit der Solawi GeLa Ochsenherz die erste ihrer Form in Österreich mitgegründet. Er ist außerdem Gründungsmitglied und Kassier des Vereins Ouvertura, einer Solawi, die ihre Felder in Moosbrunn in der Nähe von Wien hat. Er hat daneben auch die <a href="https://munus-stiftung.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Munus Stiftung</a> mitbegründet. Die zentrale Frage, die sich für ihn stellt: Wie können wir unser Wirtschaften verändern, um einen Ausgangspunkt für eine bessere, nachhaltigere und solidarische Zukunft zu schaffen?</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Solawis lösen globale Probleme im kleinen Rahmen



<p>Das Grundprinzip der solidarischen Landwirtschaft ist denkbar einfach. Statt Kundschaft ist man Mitglied und verpflichtet sich für ein Jahr, einen Anteil an der Ernte zu übernehmen und dafür einen Mitgliedsbeitrag zu leisten. Bei einer guten Ernte habe ich mehr Auswahl, bei einer schlechten weniger. Damit muss ich klarkommen. Dadurch passiert etwas Wesentliches: „Das Ausfallrisiko übernimmt die Person, die das Lebensmittel isst, nicht der Landwirt“, erklärt Lorenz Glatz. Die anfallenden Produktionskosten für das gesamte Erntejahr werden im Vorhinein gedeckt.</p>



<p>Während sich manche Solawis über fixe Mitgliedsbeiträge finanzieren, geht Ouvertura einen anderen Weg, wie Lorenz Glatz näher erläutert: „Wieso sollen Menschen, denen es finanziell nicht so schlecht geht, genau so viel beitragen wie die alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern? Das ist eigentlich nicht einzusehen.“ Als Mitglieder bestimmen wir daher selbst, wie viel wir beitragen können. Es gibt keinen fixen Preis, sondern nur die zu deckenden Jahreskosten (Gehälter, Sprit für Traktoren usw.), für die wir gemeinsam aufkommen müssen. Damit geht die Solawi ein globales Problem im kleinen Maßstab an: „Wir lösen auf, dass sich Menschen das Lebensmittel nicht leisten können, indem wir sagen: Nein, wir wollen keinen Preis. Du trägst bei, was du kannst.“</p>



<p>Aus einer marktwirtschaftlichen Perspektive heraus klingt das zunächst irrwitzig. Bei Ouvertura funktioniert dieser Zugang aber seit 5 Jahren, weil die Solawi in ihrer Mitgliederzahl überschaubar strukturiert ist. Man redet miteinander, man kennt sich. Durch die Kleinteiligkeit werden Dinge möglich, die am Markt undenkbar sind.</p>



2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kann man Gehälter bedarfsbezogen festlegen?



<p>Klassisch marktorientierte Unternehmen wollen Produkte so teuer wie möglich verkaufen. Um hohe Margen zu erzielen, müssen in der Regel die Gehälter möglichst gering gehalten werden. Auf der anderen Seite streben auch Angestellte danach, mit möglichst wenig Arbeitszeit ein möglichst hohes Gehalt zu bekommen. Lorenz Glatz ortet darin eine “Tauschgegnerschaft”, die Ouvertura aufzulösen versucht: „Wir haben experimentell begonnen, die Seite der Arbeit unter dieselbe Prämisse zu stellen wie die Seite der Mitgliedschaft. Was sind meine Bedürfnisse? Wie viele Stunden kann ich beitragen? Was brauche ich, um davon zu leben?“</p>



<p>Es gibt bei uns Kolleg:innen, die im Sommer mehr Zeit haben, aber weniger Geld brauchen. Bei anderen ist es umgekehrt. Die beispielhaft angesprochene alleinerziehende Mutter hat weniger Zeit zur Verfügung, muss aber mehr Geld verdienen, um ihre Kinder zu versorgen. Diesen unterschiedlichen Lebensumständen versuchen wir mit einer flexiblen, bedarfsbezogenen Gehaltsregelung Rechnung zu tragen.</p>



<p>Wir wissen zwar noch nicht, ob das auf Dauer funktioniert. Aber es zeigt sich schon jetzt, dass es wertvoll ist, diese Fragen zu stellen. Lorenz Glatz sieht darin einen wichtigen Schritt aus der marktwirtschaftlichen Dynamik heraus: „Das passiert nicht mehr im Korsett der Shareholder-Value-Maximierung, sondern im Interesse der Nachhaltigkeit, des Artenschutzes, der Vielfalt, der Regionalität. […] Das Geld ist nur noch das notwendige Übel, aber nicht mehr der Fokus.“</p>



3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das Modell der Solawis kann Vorbild für eine solarbasierte Energiewende sein



<p>Im <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gemeinschaftsbasiertes-wirtschaften-macht-es-wie-oma-mit-timo-wans-myzelium/">Gespräch mit Timo Wans</a> erzählte mir der Gründer von MYZELIUM, wie auch nicht-landwirtschaftliche Unternehmen das Modell der Solawis für sich adaptieren können. Ich sehe zum Beispiel großes Potenzial, eine solarbasierte Energieversorgung nach Solawi-Gesichtspunkten aufzubauen. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/08/23/wir-brauchen-den-paradigmenwechsel-jetzt/">Statt vom Kraftwerk kommt der Strom vom eigenen Dach</a> und wird direkt dort verwendet, wo er gebraucht wird. Durch die gemeinschaftsbasierte Produktion und Verwertung in Siedlungen oder ganzen Gemeinden kann Energie bedarfsspezifisch regional verteilt werden.</p>



<p>Mit seiner Expertise im Infrastrukturaufbau kommt Lorenz Glatz zu einer ähnlichen Erkenntnis: „Es muss im Massenumfang demokratisiert werden. Große Windparks oder Solarfarmen sind nicht der Weisheit letzter Schluss […] Die Lehre aus der Solawi für mich ist, dass es kleinteilig und unter lokaler Verantwortung sein muss.“ Dazu müsse aber auch das Land und die Infrastruktur in allgemeiner Hand sein, also nicht in staatlicher, sondern in der Hand der Menschen, die dieses Land auch nutzen.</p>



<p>Ich kann euch empfehlen, einfach mal eine Solawi in eurer Gegend anzusehen und es auszuprobieren. Allein in Österreich gibt es mittlerweile über 50 davon und es werden immer mehr. Wenn ihr im Wiener Raum wohnt, sei euch <a href="https://www.ouvertura.at/">Ouvertura</a> ans Herz gelegt. Ihr könnt damit selbst etwas Wichtiges zum nachhaltigen Umbau unserer Wirtschaft beitragen – und ganz nebenbei bekommt ihr Lebensmittel in einer Qualität, wie ihr sie sonst kaum finden werdet.</p>



<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gemeinschaftsbasiertes-wirtschaften-macht-es-wie-oma-mit-timo-wans-myzelium/">Gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften: Macht es wie Oma! – mit Timo Wans (MYZELIUM)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gutes-leben-fuer-alle-nimm-dir-mehr-zeit-fuer-demokratie-mit-iris-frey-von-attac/">Gutes Leben für alle: Nimm dir mehr Zeit für Demokratie! Mit Iris Frey von Attac</a></li></ul>



<p>Meine Ouvertura Blog-Reihe:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">Meine persönliche Agrarwende – ein Selbstversuch (Woche 5/52)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/18/die-ernaehrungssouveraenitaet-kommt-im-kisterl-ein-selbstversuch-woche-6-52/">Die Ernährungssouveränität kommt im Kisterl – ein Selbstversuch (Woche 6/52)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/25/wirtschaften-ist-nicht-auf-maerkte-beschraenkt-ein-selbstversuch-woche-7-52/">Wirtschaften ist nicht auf Märkte beschränkt – ein Selbstversuch (Woche 7/52)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/03/04/ouvertura-ein-experiment-von-dem-wir-alle-lernen-koennen-woche-8-52/">Ouvertura – ein Experiment, von dem wir alle lernen können (Woche 8/52)</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/21/in-drei-schritten-zur-streuobstwiese-unser-erstes-biodiversitaetsprojekt">In drei Schritten zur Streuobstwiese – unser erstes Biodiversitätsprojekt</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/03/07/warum-ist-biodiversitaet-so-wichtig">Warum ist Biodiversität so wichtig?</a></li></ul>



<p>Aus diesem Blog-Beitrag:</p>



<ul><li><a href="https://www.ouvertura.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Website von Ouvertura</a></li><li><a href="https://munus-stiftung.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Website der Munus Stiftung</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Wir lösen das Problem, dass sich Menschen das Lebensmittel nicht leisten können, indem wir sagen: Nein, wir wollen keinen Preis. Du trägst bei, was du kannst.“Lorenz Glatz







Man hat uns von klein auf eingetrichtert, dass Wirtschaft Wachstum bräucht]]></itunes:subtitle>
			<itunes:keywords>Ouvertura,Nachhaltigkeit,Energiewende,Solidarische Landwirtschaft</itunes:keywords>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Wir lösen das Problem, dass sich Menschen das Lebensmittel nicht leisten können, indem wir sagen: Nein, wir wollen keinen Preis. Du trägst bei, was du kannst.“</p>Lorenz Glatz







<p>Man hat uns von klein auf eingetrichtert, dass Wirtschaft Wachstum bräuchte und der Markt sich selbst regeln würde. Nur ist unendliches Wachstum ein Paradoxon und die unsichtbare Hand des Marktes hat sich längst als Langfinger entpuppt. Vor dem Hintergrund von sozialer Ungerechtigkeit und einer drohenden Klimakatastrophe sind die Mechanismen der Marktwirtschaft, wie wir sie kennen, grundsätzlich zu hinterfragen.</p>



<p>Als Mitglied der solidarischen Landwirtschaft <a href="https://www.ouvertura.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ouvertura</a> erlebe ich gerade <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">meine persönliche Agrarwende</a> und sehe, wie man grundlegend anders – fairer und nachhaltiger – wirtschaften kann. In dieser Podcast-Folge spreche ich mit einem Gründungsmitglied der Solawi darüber, wie das funktioniert und was wir daraus für die Zukunft lernen können.</p>



Mein Gast: Lorenz Glatz



<p>Lorenz Glatz ist gelernter Physiker und Teil der Wiener und internationalen Hightech-Szene. Als CTO von Kabel Deutschland verantwortete er zuletzt die gesamte Technik beim größten deutschen Kabelfernsehunternehmen. Seit etwa zehn Jahren engagiert er sich in der solidarischen Landwirtschaft und hat mit der Solawi GeLa Ochsenherz die erste ihrer Form in Österreich mitgegründet. Er ist außerdem Gründungsmitglied und Kassier des Vereins Ouvertura, einer Solawi, die ihre Felder in Moosbrunn in der Nähe von Wien hat. Er hat daneben auch die <a href="https://munus-stiftung.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Munus Stiftung</a> mitbegründet. Die zentrale Frage, die sich für ihn stellt: Wie können wir unser Wirtschaften verändern, um einen Ausgangspunkt für eine bessere, nachhaltigere und solidarische Zukunft zu schaffen?</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Solawis lösen globale Probleme im kleinen Rahmen



<p>Das Grundprinzip der solidarischen Landwirtschaft ist denkbar einfach. Statt Kundschaft ist man Mitglied und verpflichtet sich für ein Jahr, einen Anteil an der Ernte zu übernehmen und dafür einen Mitgliedsbeitrag zu leisten. Bei einer guten Ernte habe ich mehr Auswahl, bei einer schlechten weniger. Damit muss ich klarkommen. Dadurch passiert etwas Wesentliches: „Das Ausfallrisiko übernimmt die Person, die das Lebensmittel isst, nicht der Landwirt“, erklärt Lorenz Glatz. Die anfallenden Produktionskosten für das gesamte Erntejahr werden im Vorhinein gedeckt.</p>



<p>Während sich manche Solawis über fixe Mitgliedsbeiträge finanzieren, geht Ouvertura einen anderen Weg, wie Lorenz Glatz näher erläutert: „Wieso sollen Menschen, denen es finanziell nicht so schlecht geht, genau so viel beitragen wie die alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern? Das ist eigentlich nicht einzusehen.“ Als Mitglieder bestimmen wir daher selbst, wie viel wir beitragen können. Es gibt keinen fixen Preis, sondern nur die zu deckenden Jahreskosten (Gehälter, Sprit für Traktoren usw.), für die wir gemeinsam aufkommen müssen. Damit geht die Solawi ein globales Problem im kleinen Maßstab an: „Wir lösen auf, dass sich Menschen das Lebensmittel nicht leisten können, indem wir sagen: Nein, wir wollen keinen Preis. Du trägst bei, was du kannst.“</p>



<p>Aus einer marktwirtschaftlichen Perspektive heraus klingt das zunächst irrwitzig. Bei Ouvertura funktioniert dieser Zugang aber seit 5 Jahren, weil die Solawi in ihrer Mitgliederzahl überschaubar strukturiert ist. Man redet miteinander, man kennt sich. Durch die Kleinteiligkeit werden Dinge möglich, die am Markt undenkbar sind.</p>



2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kann man Gehälter bedarfsbezogen festlegen?



<p>Klassisch marktorientierte Unternehmen wollen Produkte so teuer wie möglich verkaufen. Um hohe Margen zu erzielen, müssen in der Regel die Gehälter möglichst gering gehalten werden. Auf der anderen Seite streben auch Angestellte danach, mit möglichst wenig Arbeitszeit ein möglichst hohes Gehalt zu bekommen. Lorenz Glatz ortet darin eine “Tauschgegnerschaft”, die Ouvertura aufzulösen versucht: „Wir haben experimentell begonnen, die Seite der Arbeit unter dieselbe Prämisse zu stellen wie die Seite der Mitgliedschaft. Was sind meine Bedürfnisse? Wie viele Stunden kann ich beitragen? Was brauche ich, um davon zu leben?“</p>



<p>Es gibt bei uns Kolleg:innen, die im Sommer mehr Zeit haben, aber weniger Geld brauchen. Bei anderen ist es umgekehrt. Die beispielhaft angesprochene alleinerziehende Mutter hat weniger Zeit zur Verfügung, muss aber mehr Geld verdienen, um ihre Kinder zu versorgen. Diesen unterschiedlichen Lebensumständen versuchen wir mit einer flexiblen, bedarfsbezogenen Gehaltsregelung Rechnung zu tragen.</p>



<p>Wir wissen zwar noch nicht, ob das auf Dauer funktioniert. Aber es zeigt sich schon jetzt, dass es wertvoll ist, diese Fragen zu stellen. Lorenz Glatz sieht darin einen wichtigen Schritt aus der marktwirtschaftlichen Dynamik heraus: „Das passiert nicht mehr im Korsett der Shareholder-Value-Maximierung, sondern im Interesse der Nachhaltigkeit, des Artenschutzes, der Vielfalt, der Regionalität. […] Das Geld ist nur noch das notwendige Übel, aber nicht mehr der Fokus.“</p>



3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das Modell der Solawis kann Vorbild für eine solarbasierte Energiewende sein



<p>Im <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gemeinschaftsbasiertes-wirtschaften-macht-es-wie-oma-mit-timo-wans-myzelium/">Gespräch mit Timo Wans</a> erzählte mir der Gründer von MYZELIUM, wie auch nicht-landwirtschaftliche Unternehmen das Modell der Solawis für sich adaptieren können. Ich sehe zum Beispiel großes Potenzial, eine solarbasierte Energieversorgung nach Solawi-Gesichtspunkten aufzubauen. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/08/23/wir-brauchen-den-paradigmenwechsel-jetzt/">Statt vom Kraftwerk kommt der Strom vom eigenen Dach</a> und wird direkt dort verwendet, wo er gebraucht wird. Durch die gemeinschaftsbasierte Produktion und Verwertung in Siedlungen oder ganzen Gemeinden kann Energie bedarfsspezifisch regional verteilt werden.</p>



<p>Mit seiner Expertise im Infrastrukturaufbau kommt Lorenz Glatz zu einer ähnlichen Erkenntnis: „Es muss im Massenumfang demokratisiert werden. Große Windparks oder Solarfarmen sind nicht der Weisheit letzter Schluss […] Die Lehre aus der Solawi für mich ist, dass es kleinteilig und unter lokaler Verantwortung sein muss.“ Dazu müsse aber auch das Land und die Infrastruktur in allgemeiner Hand sein, also nicht in staatlicher, sondern in der Hand der Menschen, die dieses Land auch nutzen.</p>



<p>Ich kann euch empfehlen, einfach mal eine Solawi in eurer Gegend anzusehen und es auszuprobieren. Allein in Österreich gibt es mittlerweile über 50 davon und es werden immer mehr. Wenn ihr im Wiener Raum wohnt, sei euch <a href="https://www.ouvertura.at/">Ouvertura</a> ans Herz gelegt. Ihr könnt damit selbst etwas Wichtiges zum nachhaltigen Umbau unserer Wirtschaft beitragen – und ganz nebenbei bekommt ihr Lebensmittel in einer Qualität, wie ihr sie sonst kaum finden werdet.</p>



<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gemeinschaftsbasiertes-wirtschaften-macht-es-wie-oma-mit-timo-wans-myzelium/">Gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften: Macht es wie Oma! – mit Timo Wans (MYZELIUM)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gutes-leben-fuer-alle-nimm-dir-mehr-zeit-fuer-demokratie-mit-iris-frey-von-attac/">Gutes Leben für alle: Nimm dir mehr Zeit für Demokratie! Mit Iris Frey von Attac</a></li></ul>



<p>Meine Ouvertura Blog-Reihe:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">Meine persönliche Agrarwende – ein Selbstversuch (Woche 5/52)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/18/die-ernaehrungssouveraenitaet-kommt-im-kisterl-ein-selbstversuch-woche-6-52/">Die Ernährungssouveränität kommt im Kisterl – ein Selbstversuch (Woche 6/52)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/25/wirtschaften-ist-nicht-auf-maerkte-beschraenkt-ein-selbstversuch-woche-7-52/">Wirtschaften ist nicht auf Märkte beschränkt – ein Selbstversuch (Woche 7/52)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/03/04/ouvertura-ein-experiment-von-dem-wir-alle-lernen-koennen-woche-8-52/">Ouvertura – ein Experiment, von dem wir alle lernen können (Woche 8/52)</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/21/in-drei-schritten-zur-streuobstwiese-unser-erstes-biodiversitaetsprojekt">In drei Schritten zur Streuobstwiese – unser erstes Biodiversitätsprojekt</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/03/07/warum-ist-biodiversitaet-so-wichtig">Warum ist Biodiversität so wichtig?</a></li></ul>



<p>Aus diesem Blog-Beitrag:</p>



<ul><li><a href="https://www.ouvertura.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Website von Ouvertura</a></li><li><a href="https://munus-stiftung.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Website der Munus Stiftung</a></li></ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[„Wir lösen das Problem, dass sich Menschen das Lebensmittel nicht leisten können, indem wir sagen: Nein, wir wollen keinen Preis. Du trägst bei, was du kannst.“Lorenz Glatz







Man hat uns von klein auf eingetrichtert, dass Wirtschaft Wachstum bräuchte und der Markt sich selbst regeln würde. Nur ist unendliches Wachstum ein Paradoxon und die unsichtbare Hand des Marktes hat sich längst als Langfinger entpuppt. Vor dem Hintergrund von sozialer Ungerechtigkeit und einer drohenden Klimakatastrophe sind die Mechanismen der Marktwirtschaft, wie wir sie kennen, grundsätzlich zu hinterfragen.



Als Mitglied der solidarischen Landwirtschaft Ouvertura erlebe ich gerade meine persönliche Agrarwende und sehe, wie man grundlegend anders – fairer und nachhaltiger – wirtschaften kann. In dieser Podcast-Folge spreche ich mit einem Gründungsmitglied der Solawi darüber, wie das funktioniert und was wir daraus für die Zukunft lernen können.



Mein Gast: Lorenz Glatz



Lorenz Glatz ist gelernter Physiker und Teil der Wiener und internationalen Hightech-Szene. Als CTO von Kabel Deutschland verantwortete er zuletzt die gesamte Technik beim größten deutschen Kabelfernsehunternehmen. Seit etwa zehn Jahren engagiert er sich in der solidarischen Landwirtschaft und hat mit der Solawi GeLa Ochsenherz die erste ihrer Form in Österreich mitgegründet. Er ist außerdem Gründungsmitglied und Kassier des Vereins Ouvertura, einer Solawi, die ihre Felder in Moosbrunn in der Nähe von Wien hat. Er hat daneben auch die Munus Stiftung mitbegründet. Die zentrale Frage, die sich für ihn stellt: Wie können wir unser Wirtschaften verändern, um einen Ausgangspunkt für eine bessere, nachhaltigere und solidarische Zukunft zu schaffen?



Das sind die drei Hauptpunkte



1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Solawis lösen globale Probleme im kleinen Rahmen



Das Grundprinzip der solidarischen Landwirtschaft ist denkbar einfach. Statt Kundschaft ist man Mitglied und verpflichtet sich für ein Jahr, einen Anteil an der Ernte zu übernehmen und dafür einen Mitgliedsbeitrag zu leisten. Bei einer guten Ernte habe ich mehr Auswahl, bei einer schlechten weniger. Damit muss ich klarkommen. Dadurch passiert etwas Wesentliches: „Das Ausfallrisiko übernimmt die Person, die das Lebensmittel isst, nicht der Landwirt“, erklärt Lorenz Glatz. Die anfallenden Produktionskosten für das gesamte Erntejahr werden im Vorhinein gedeckt.



Während sich manche Solawis über fixe Mitgliedsbeiträge finanzieren, geht Ouvertura einen anderen Weg, wie Lorenz Glatz näher erläutert: „Wieso sollen Menschen, denen es finanziell nicht so schlecht geht, genau so viel beitragen wie die alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern? Das ist eigentlich nicht einzusehen.“ Als Mitglieder bestimmen wir daher selbst, wie viel wir beitragen können. Es gibt keinen fixen Preis, sondern nur die zu deckenden Jahreskosten (Gehälter, Sprit für Traktoren usw.), für die wir gemeinsam aufkommen müssen. Damit geht die Solawi ein globales Problem im kleinen Maßstab an: „Wir lösen auf, dass sich Menschen das Lebensmittel nicht leisten können, indem wir sagen: Nein, wir wollen keinen Preis. Du trägst bei, was du kannst.“



Aus einer marktwirtschaftlichen Perspektive heraus klingt das zunächst irrwitzig. Bei Ouvertura funktioniert dieser Zugang aber seit 5 Jahren, weil die Solawi in ihrer Mitgliederzahl überschaubar strukturiert ist. Man redet miteinander, man kennt sich. Durch die Kleinteiligkeit werden Dinge möglich, die am Markt undenkbar sind.



2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kann man Gehälter bedarfsbezogen festlegen?



Klassisch marktorientierte Unternehmen wollen Produkte so teuer wie möglich verkaufen. Um hohe Margen zu erzielen, müssen in der Regel die Gehälter möglichst gering gehalten werden. Auf der anderen Seite streben auch Angestellte danach, mit möglichst wenig Arbeitszeit ein möglichst hohes Gehalt zu bekommen. Lorenz Glatz ortet darin eine “Tauschgegnerschaft”, die Ouvertura aufzulösen versucht: „Wir haben experimentell beg]]></itunes:summary>
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			<title>Wie funktioniert solidarische Landwirtschaft, Lorenz Glatz (Ouvertura)?</title>
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Man hat uns von klein auf eingetrichtert, dass Wirtschaft Wachstum bräuchte und der Markt sich selbst regeln würde. Nur ist unendliches Wachstum ein Paradoxon und die unsichtbare Hand des Marktes hat sich längst als Langfinger entpuppt. Vor dem Hintergrund von sozialer Ungerechtigkeit und einer drohenden Klimakatastrophe sind die Mechanismen der Marktwirtschaft, wie wir sie kennen, grundsätzlich zu hinterfragen.



Als Mitglied der solidarischen Landwirtschaft Ouvertura erlebe ich gerade meine persönliche Agrarwende und sehe, wie man grundlegend anders – fairer und nachhaltiger – wirtschaften kann. In dieser Podcast-Folge spreche ich mit einem Gründungsmitglied der Solawi darüber, wie das funktioniert und was wir daraus für die Zukunft lernen können.



Mein Gast: Lorenz Glatz



Lorenz Glatz ist gelernter P]]></googleplay:description>
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	<title>Politik braucht Mut – mit Dr. Reinhard Loske (Volkswirt, Politikwissenschaftler &#038; Politiker)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/politik-braucht-mut-mit-dr-reinhard-loske-volkswirt-politikwissenschaftler-politiker/</link>
	<pubDate>Thu, 24 Feb 2022 07:45:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=29226</guid>
	<description><![CDATA[<p>„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“</p>







Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



<p>Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/architektur-und-oekologie-gestaltet-das-bauen-17455227.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gestaltet das Bauen!</a> Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antreibt, ist die Zuversicht.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Einfamilienhaus auf der Wiese kann nicht mehr das Leitbild sein



<p>Wenn man sich vor Augen führt, dass 40 % der Emissionen allein im Gebäudesektor entstehen, ist klar: Die Baubranche ist beim Klimaschutz besonders gefordert. Das Plädoyer von Dr. Loske ist genauso klar: „Wir müssen uns am Bestand orientieren und diesen Bestand so umbauen, damit er Nachhaltigkeitskriterien genügt – energetisch, stoffstrommäßig und baustoffmäßig.“</p>



<p>Die Realität sieht aber (noch) ganz anders aus: Die Baubranche ist auf den Neubau ausgerichtet. Das bedeutet: Flächenversiegelung im gigantischen Ausmaß. Allein in Deutschland werden momentan 60–70 Hektar Boden am Tag verbaut. Dabei stehen viele Gebäude und Wohnungen leer und warten auf ihre zweite Chance. Meistens fehlen aber Fachkräfte, die wissen, wie man das angeht. Wenn ich mir eine PV-Anlage aufs Dach packe, die neueste Wärmepumpe und vielleicht auch noch einen Speicher einbauen möchte, dann müssen diese auch integriert zusammenwirken. Stichwort: Schnittstellenproblematik.</p>



<p>Damit es hier vorangeht, „braucht es bei den Architekt:innen eine Neuorientierung in Richtung Bestandsentwicklung“, erklärt Dr. Loske. Dazu muss man sich auch einmal die Curricula ansehen und darüber hinaus bei den Fachkräften mehr auf Qualifizierung setzen. Das wird mittelfristig auch nicht ohne Fachkräftezuwanderungen gehen. Letztlich sind aber auch wir als Gesellschaft gefordert, unsere Wohnformen zu überdenken: Das eigene Haus, das man neu für sich und seine Familie auf die Wiese stellt, ist ökologisch gesehen nicht mehr zeitgemäß.</p>



2.&nbsp;Wir müssen die Agrarpolitik vom Kopf auf die Füße stellen



<p>Ich bin davon überzeugt, dass es neben der Energiewende auch eine Agrarwende braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Die Dringlichkeit dürfte auf politischer Ebene aber noch nicht im notwendigen Umfang angekommen sein. Bis 2030 ist es das Ziel der EU, die Bio-Landwirtschaft auf 30 % zu bringen. Oder andersrum: Wenn dieses Ziel hält, werden in etwa 10 Jahren noch immer zwei Drittel der Betriebe konventionell das Land bewirtschaften.</p>



<p>Dr. Loske erinnert sich an eine pointierte Aussage seiner Oma: „Mit der Landwirtschaft kann man nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft.“ Kompakter könnte man die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den letzten Jahrzehnten nicht auf den Punkt bringen. Zum einen führte der reine Wachstumsfokus dazu, dass die Preise im Keller gelandet sind. Zum anderen gibt es florierende Industrien um die Betriebe herum, die diese Dynamik mit ihren Produkten und Services weiter befeuern.</p>



<p>Das ist ein Teufelskreis, aus dem aber ein Weg herausführt. Angesichts komplexer Pfadabhängigkeiten kann das nur ein gemeinsamer Weg sein. Die Betriebe selbst müssen erkennen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Gleichzeitig müssen sich aber auch Betriebe der Saatgutentwicklung und der Förderung von Pflanzenrobustheit als Teil der Lösung begreifen. „Sie müssen lernen, integrale Konzepte zu entwickeln, und den bäuerlichen Betrieben dabei helfen, dass sie den Pfad der Nachhaltigkeit beschreiten können", erklärt Dr. Loske. Das gilt auch für die Verarbeitungsbetriebe, den Einzelhandel und alle weiteren Involvierten. Schließlich liegt es vor allem auch an der Politik, die Richtung für diesen Weg vorzugeben. Mit ambitionierteren Zielen und staatlichen Transferleistungen.</p>



3.&nbsp;Biodiversität wird ein Riesenthema in den nächsten 10 Jahren



<p>In unserer Kultur sind wir daran gewöhnt, für Leistungen zu bezahlen. In der Natur ist das anders. Wir bekommen sauberes Wasser, gute Luft, fruchtbare Böden, eine hochfunktionale biologische Vielfalt und ein „stabiles Klima“ – und das gratis. Dieses „Angebot“ haben wir als Gesellschaft mit unserem unökologischen Handeln ins Schwanken gebracht. Dabei ist es eigentlich ein No-Brainer: Don’t bite the hand, that feeds you.</p>



<p>Jetzt versuchen wir seit Jahren, den Klimaschutz mit immer besserer Technologie voranzutreiben. Ein guter Anfang, aber Dr. Loske betont, dass dieser Zugang zu kurz greift: „Mit der Technik alleine kommen wir nicht ans Ziel. Wir müssen die Natur in ihrer Fähigkeit schützen, als Faktor zur Klimastabilität beizutragen. Das betrifft die Böden, Wälder, Moore und die Ozeane mit ihrer Fähigkeit, Temperatur abzumildern und CO2 zu absorbieren.“</p>



<p>Die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Biodiversität</a> spielt eine enorm wichtige Rolle in fast allen Bereichen: in der Siedlungspolitik, der Verkehrspolitik und vor allem in der Agrarpolitik. Das wird auch den Entscheidungsträger:innen immer klarer. Ich bin schon jetzt gespannt, welche innovativen „nature-based solutions“ dieser neue Megatrend hervorbringen wird. Eines kann man sich jedenfalls von Dr. Loske mitnehmen: die Zuversicht, dass wir es schaffen können.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, mit welchen Stellschrauben die Politik die nachhaltige Entwicklung beschleunigen kann und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Mehr zum Thema Agrarwende



<ul><li>Ich arbeite in einer Solidarischen Landwirtschaft mit und lade euch ein, mich bei meinem Selbstversuch zu begleiten. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">Hier erfahrt ihr mehr.</a></li></ul>



<ul><li>Mein Artikel: <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/15/wie-kann-unsere-landwirtschaft-das-artensterben-aufhalten/">Wie kann unsere Landwirtschaft das Artensterben aufhalten?</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“







Mein Gast: Dr.]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“</p>







Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



<p>Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/architektur-und-oekologie-gestaltet-das-bauen-17455227.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gestaltet das Bauen!</a> Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antreibt, ist die Zuversicht.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Einfamilienhaus auf der Wiese kann nicht mehr das Leitbild sein



<p>Wenn man sich vor Augen führt, dass 40 % der Emissionen allein im Gebäudesektor entstehen, ist klar: Die Baubranche ist beim Klimaschutz besonders gefordert. Das Plädoyer von Dr. Loske ist genauso klar: „Wir müssen uns am Bestand orientieren und diesen Bestand so umbauen, damit er Nachhaltigkeitskriterien genügt – energetisch, stoffstrommäßig und baustoffmäßig.“</p>



<p>Die Realität sieht aber (noch) ganz anders aus: Die Baubranche ist auf den Neubau ausgerichtet. Das bedeutet: Flächenversiegelung im gigantischen Ausmaß. Allein in Deutschland werden momentan 60–70 Hektar Boden am Tag verbaut. Dabei stehen viele Gebäude und Wohnungen leer und warten auf ihre zweite Chance. Meistens fehlen aber Fachkräfte, die wissen, wie man das angeht. Wenn ich mir eine PV-Anlage aufs Dach packe, die neueste Wärmepumpe und vielleicht auch noch einen Speicher einbauen möchte, dann müssen diese auch integriert zusammenwirken. Stichwort: Schnittstellenproblematik.</p>



<p>Damit es hier vorangeht, „braucht es bei den Architekt:innen eine Neuorientierung in Richtung Bestandsentwicklung“, erklärt Dr. Loske. Dazu muss man sich auch einmal die Curricula ansehen und darüber hinaus bei den Fachkräften mehr auf Qualifizierung setzen. Das wird mittelfristig auch nicht ohne Fachkräftezuwanderungen gehen. Letztlich sind aber auch wir als Gesellschaft gefordert, unsere Wohnformen zu überdenken: Das eigene Haus, das man neu für sich und seine Familie auf die Wiese stellt, ist ökologisch gesehen nicht mehr zeitgemäß.</p>



2.&nbsp;Wir müssen die Agrarpolitik vom Kopf auf die Füße stellen



<p>Ich bin davon überzeugt, dass es neben der Energiewende auch eine Agrarwende braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Die Dringlichkeit dürfte auf politischer Ebene aber noch nicht im notwendigen Umfang angekommen sein. Bis 2030 ist es das Ziel der EU, die Bio-Landwirtschaft auf 30 % zu bringen. Oder andersrum: Wenn dieses Ziel hält, werden in etwa 10 Jahren noch immer zwei Drittel der Betriebe konventionell das Land bewirtschaften.</p>



<p>Dr. Loske erinnert sich an eine pointierte Aussage seiner Oma: „Mit der Landwirtschaft kann man nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft.“ Kompakter könnte man die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den letzten Jahrzehnten nicht auf den Punkt bringen. Zum einen führte der reine Wachstumsfokus dazu, dass die Preise im Keller gelandet sind. Zum anderen gibt es florierende Industrien um die Betriebe herum, die diese Dynamik mit ihren Produkten und Services weiter befeuern.</p>



<p>Das ist ein Teufelskreis, aus dem aber ein Weg herausführt. Angesichts komplexer Pfadabhängigkeiten kann das nur ein gemeinsamer Weg sein. Die Betriebe selbst müssen erkennen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Gleichzeitig müssen sich aber auch Betriebe der Saatgutentwicklung und der Förderung von Pflanzenrobustheit als Teil der Lösung begreifen. „Sie müssen lernen, integrale Konzepte zu entwickeln, und den bäuerlichen Betrieben dabei helfen, dass sie den Pfad der Nachhaltigkeit beschreiten können", erklärt Dr. Loske. Das gilt auch für die Verarbeitungsbetriebe, den Einzelhandel und alle weiteren Involvierten. Schließlich liegt es vor allem auch an der Politik, die Richtung für diesen Weg vorzugeben. Mit ambitionierteren Zielen und staatlichen Transferleistungen.</p>



3.&nbsp;Biodiversität wird ein Riesenthema in den nächsten 10 Jahren



<p>In unserer Kultur sind wir daran gewöhnt, für Leistungen zu bezahlen. In der Natur ist das anders. Wir bekommen sauberes Wasser, gute Luft, fruchtbare Böden, eine hochfunktionale biologische Vielfalt und ein „stabiles Klima“ – und das gratis. Dieses „Angebot“ haben wir als Gesellschaft mit unserem unökologischen Handeln ins Schwanken gebracht. Dabei ist es eigentlich ein No-Brainer: Don’t bite the hand, that feeds you.</p>



<p>Jetzt versuchen wir seit Jahren, den Klimaschutz mit immer besserer Technologie voranzutreiben. Ein guter Anfang, aber Dr. Loske betont, dass dieser Zugang zu kurz greift: „Mit der Technik alleine kommen wir nicht ans Ziel. Wir müssen die Natur in ihrer Fähigkeit schützen, als Faktor zur Klimastabilität beizutragen. Das betrifft die Böden, Wälder, Moore und die Ozeane mit ihrer Fähigkeit, Temperatur abzumildern und CO2 zu absorbieren.“</p>



<p>Die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Biodiversität</a> spielt eine enorm wichtige Rolle in fast allen Bereichen: in der Siedlungspolitik, der Verkehrspolitik und vor allem in der Agrarpolitik. Das wird auch den Entscheidungsträger:innen immer klarer. Ich bin schon jetzt gespannt, welche innovativen „nature-based solutions“ dieser neue Megatrend hervorbringen wird. Eines kann man sich jedenfalls von Dr. Loske mitnehmen: die Zuversicht, dass wir es schaffen können.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, mit welchen Stellschrauben die Politik die nachhaltige Entwicklung beschleunigen kann und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Mehr zum Thema Agrarwende



<ul><li>Ich arbeite in einer Solidarischen Landwirtschaft mit und lade euch ein, mich bei meinem Selbstversuch zu begleiten. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">Hier erfahrt ihr mehr.</a></li></ul>



<ul><li>Mein Artikel: <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/15/wie-kann-unsere-landwirtschaft-das-artensterben-aufhalten/">Wie kann unsere Landwirtschaft das Artensterben aufhalten?</a></li></ul>]]></content:encoded>
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Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: Gestaltet das Bauen! Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antreibt, ist die Zuversicht.



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Einfamilienhaus auf der Wiese kann nicht mehr das Leitbild sein



Wenn man sich vor Augen führt, dass 40 % der Emissionen allein im Gebäudesektor entstehen, ist klar: Die Baubranche ist beim Klimaschutz besonders gefordert. Das Plädoyer von Dr. Loske ist genauso klar: „Wir müssen uns am Bestand orientieren und diesen Bestand so umbauen, damit er Nachhaltigkeitskriterien genügt – energetisch, stoffstrommäßig und baustoffmäßig.“



Die Realität sieht aber (noch) ganz anders aus: Die Baubranche ist auf den Neubau ausgerichtet. Das bedeutet: Flächenversiegelung im gigantischen Ausmaß. Allein in Deutschland werden momentan 60–70 Hektar Boden am Tag verbaut. Dabei stehen viele Gebäude und Wohnungen leer und warten auf ihre zweite Chance. Meistens fehlen aber Fachkräfte, die wissen, wie man das angeht. Wenn ich mir eine PV-Anlage aufs Dach packe, die neueste Wärmepumpe und vielleicht auch noch einen Speicher einbauen möchte, dann müssen diese auch integriert zusammenwirken. Stichwort: Schnittstellenproblematik.



Damit es hier vorangeht, „braucht es bei den Architekt:innen eine Neuorientierung in Richtung Bestandsentwicklung“, erklärt Dr. Loske. Dazu muss man sich auch einmal die Curricula ansehen und darüber hinaus bei den Fachkräften mehr auf Qualifizierung setzen. Das wird mittelfristig auch nicht ohne Fachkräftezuwanderungen gehen. Letztlich sind aber auch wir als Gesellschaft gefordert, unsere Wohnformen zu überdenken: Das eigene Haus, das man neu für sich und seine Familie auf die Wiese stellt, ist ökologisch gesehen nicht mehr zeitgemäß.



2.&nbsp;Wir müssen die Agrarpolitik vom Kopf auf die Füße stellen



Ich bin davon überzeugt, dass es neben der Energiewende auch eine Agrarwende braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Die Dringlichkeit dürfte auf politischer Ebene aber noch nicht im notwendigen Umfang angekommen sein. Bis 2030 ist es das Ziel der EU, die Bio-Landwirtschaft auf 30 % zu bringen. Oder andersrum: Wenn dieses Ziel hält, werden in etwa 10 Jahren noch immer zwei Drittel der Betriebe konventionell das Land bewirtschaften.



Dr. Loske erinnert sich an eine pointierte Aussage seiner Oma: „Mit der Landwirtschaft kann man nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft.“ Kompakter könnte man die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den letzten Jahrzehnten nicht auf den Punkt bringen. Zum einen führte der reine Wachstumsfokus dazu, dass die Preise im Keller gelandet sind. Zum anderen gibt es florierende Industrien um die Betriebe herum, die diese Dynamik mit ihren Produkten und Services weiter befeuern.



Das ist ein Teufelskreis, aus dem aber ein Weg herausführt. Angesichts komplexer Pfadabhängigkeiten kann das nur ein gemeinsamer Weg sein. Die Betriebe selbst müssen erkennen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Gleichzeitig müssen sich aber auch Betriebe der Saatgutentwicklung und der Förderung von Pflanzenrobustheit als Teil der Lö]]></itunes:summary>
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Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: Gestaltet das Bauen! Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antrei]]></googleplay:description>
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<item>
	<title>Kreislauf-Landwirtschaft – mit Dirk Osada von OSENUM</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/kreislauf-landwirtschaft-mit-dirk-osada-von-osenum/</link>
	<pubDate>Wed, 12 Aug 2020 09:01:50 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=27598</guid>
	<description><![CDATA[<p>Das Perpetuum Mobile für die Natur bleibt ein unerfüllter Menschheitstraum. Kreislaufwirtschaft, so wie Dirk Osada sie mir erklärt, kommt dem aber schon recht nahe. </p>




<p>Wer sich mit Nachhaltigkeit in der Wirtschaft beschäftigt, der kommt am Begriff der Kreislaufwirtschaft nicht vorbei. Definitionen gibt es viele, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=g1tIGLy3PHw" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier ein schönes Video dazu.</a> Ich wollte wissen, wie ein ökologischeres und nachhaltigeres Geschäftsmodell aussehen könnte und bin bei meiner Recherche auf Dirk Osada gestoßen. Er ist Gründer und Geschäftsführer der <a href="https://osenum.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OSENUM</a>, einem Unternehmen im Bereich Energie- und Umweltmanagement. Die OSENUM hat eine Vision, die ich voll unterstütze:</p>



<p>“Unser Ziel ist es durch unsere Arbeit den Kindern von heute und morgen beste Lebensbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten verschaffen. Deshalb erforschen wir die Natur, um das zu schützen, was wir zum Leben brauchen – Wasser, gesunde Nahrung, saubere Luft sowie eine intakte Umwelt!”</p>
<p><a href="https://osenum.com/#ueber-uns" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OSENUM</a> </p>



<p>Wir investieren zwar mehr Geld in Schule, Gesundheit, Mobilität, Verwaltung u.v.m., doch die Produktivität bleibt relativ zum Einsatz gleich oder sinkt. Der Ansatz von Dirk Osada ist umgekehrt: Bring die Ursache in Ordnung. So hast du mehr Geld in der Tasche, senkst deinen ökologischen Fußabdruck und trägst zur Gesundheit von Mensch und Tier bei.</p>


<p>Bei seinen Forschungen hat Dirk Osada u.a. in Katar die Wüste begrünt. Er weiß, wie man aus Boden, der kein Leben mehr hergibt, wieder eine fruchtbare Oase macht. In unserem Gespräch sprechen wir über die wirtschaftliche Seite der Nachhaltigkeit. Die einfache Frage ist: Wie kann eine Landwirtin mehr Geld verdienen? Die verblüffende Antwort: Indem sie weniger tut und Systeme so verändert, dass diese sich selbst steuern und auf diese Weise gesund erhalten. Seine Beispiele dazu sind frappierend.</p>


<p>Hört mal rein!</p>


<p>Bild: ©OSENUM</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Das Perpetuum Mobile für die Natur bleibt ein unerfüllter Menschheitstraum. Kreislaufwirtschaft, so wie Dirk Osada sie mir erklärt, kommt dem aber schon recht nahe. 




Wer sich mit Nachhaltigkeit in der Wirtschaft beschäftigt, der kommt am Begriff der ]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>Das Perpetuum Mobile für die Natur bleibt ein unerfüllter Menschheitstraum. Kreislaufwirtschaft, so wie Dirk Osada sie mir erklärt, kommt dem aber schon recht nahe. </p>




<p>Wer sich mit Nachhaltigkeit in der Wirtschaft beschäftigt, der kommt am Begriff der Kreislaufwirtschaft nicht vorbei. Definitionen gibt es viele, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=g1tIGLy3PHw" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier ein schönes Video dazu.</a> Ich wollte wissen, wie ein ökologischeres und nachhaltigeres Geschäftsmodell aussehen könnte und bin bei meiner Recherche auf Dirk Osada gestoßen. Er ist Gründer und Geschäftsführer der <a href="https://osenum.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OSENUM</a>, einem Unternehmen im Bereich Energie- und Umweltmanagement. Die OSENUM hat eine Vision, die ich voll unterstütze:</p>



<p>“Unser Ziel ist es durch unsere Arbeit den Kindern von heute und morgen beste Lebensbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten verschaffen. Deshalb erforschen wir die Natur, um das zu schützen, was wir zum Leben brauchen – Wasser, gesunde Nahrung, saubere Luft sowie eine intakte Umwelt!”</p>
<p><a href="https://osenum.com/#ueber-uns" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OSENUM</a> </p>



<p>Wir investieren zwar mehr Geld in Schule, Gesundheit, Mobilität, Verwaltung u.v.m., doch die Produktivität bleibt relativ zum Einsatz gleich oder sinkt. Der Ansatz von Dirk Osada ist umgekehrt: Bring die Ursache in Ordnung. So hast du mehr Geld in der Tasche, senkst deinen ökologischen Fußabdruck und trägst zur Gesundheit von Mensch und Tier bei.</p>


<p>Bei seinen Forschungen hat Dirk Osada u.a. in Katar die Wüste begrünt. Er weiß, wie man aus Boden, der kein Leben mehr hergibt, wieder eine fruchtbare Oase macht. In unserem Gespräch sprechen wir über die wirtschaftliche Seite der Nachhaltigkeit. Die einfache Frage ist: Wie kann eine Landwirtin mehr Geld verdienen? Die verblüffende Antwort: Indem sie weniger tut und Systeme so verändert, dass diese sich selbst steuern und auf diese Weise gesund erhalten. Seine Beispiele dazu sind frappierend.</p>


<p>Hört mal rein!</p>


<p>Bild: ©OSENUM</p>]]></content:encoded>
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Wer sich mit Nachhaltigkeit in der Wirtschaft beschäftigt, der kommt am Begriff der Kreislaufwirtschaft nicht vorbei. Definitionen gibt es viele, hier ein schönes Video dazu. Ich wollte wissen, wie ein ökologischeres und nachhaltigeres Geschäftsmodell aussehen könnte und bin bei meiner Recherche auf Dirk Osada gestoßen. Er ist Gründer und Geschäftsführer der OSENUM, einem Unternehmen im Bereich Energie- und Umweltmanagement. Die OSENUM hat eine Vision, die ich voll unterstütze:



“Unser Ziel ist es durch unsere Arbeit den Kindern von heute und morgen beste Lebensbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten verschaffen. Deshalb erforschen wir die Natur, um das zu schützen, was wir zum Leben brauchen – Wasser, gesunde Nahrung, saubere Luft sowie eine intakte Umwelt!”
OSENUM 



Wir investieren zwar mehr Geld in Schule, Gesundheit, Mobilität, Verwaltung u.v.m., doch die Produktivität bleibt relativ zum Einsatz gleich oder sinkt. Der Ansatz von Dirk Osada ist umgekehrt: Bring die Ursache in Ordnung. So hast du mehr Geld in der Tasche, senkst deinen ökologischen Fußabdruck und trägst zur Gesundheit von Mensch und Tier bei.


Bei seinen Forschungen hat Dirk Osada u.a. in Katar die Wüste begrünt. Er weiß, wie man aus Boden, der kein Leben mehr hergibt, wieder eine fruchtbare Oase macht. In unserem Gespräch sprechen wir über die wirtschaftliche Seite der Nachhaltigkeit. Die einfache Frage ist: Wie kann eine Landwirtin mehr Geld verdienen? Die verblüffende Antwort: Indem sie weniger tut und Systeme so verändert, dass diese sich selbst steuern und auf diese Weise gesund erhalten. Seine Beispiele dazu sind frappierend.


Hört mal rein!


Bild: ©OSENUM]]></itunes:summary>
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			<title>Kreislauf-Landwirtschaft – mit Dirk Osada von OSENUM</title>
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Wer sich mit Nachhaltigkeit in der Wirtschaft beschäftigt, der kommt am Begriff der Kreislaufwirtschaft nicht vorbei. Definitionen gibt es viele, hier ein schönes Video dazu. Ich wollte wissen, wie ein ökologischeres und nachhaltigeres Geschäftsmodell aussehen könnte und bin bei meiner Recherche auf Dirk Osada gestoßen. Er ist Gründer und Geschäftsführer der OSENUM, einem Unternehmen im Bereich Energie- und Umweltmanagement. Die OSENUM hat eine Vision, die ich voll unterstütze:



“Unser Ziel ist es durch unsere Arbeit den Kindern von heute und morgen beste Lebensbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten verschaffen. Deshalb erforschen wir die Natur, um das zu schützen, was wir zum Leben brauchen – Wasser, gesunde Nahrung, saubere Luft sowie eine intakte Umwelt!”
OSENUM 



Wir investieren zwar mehr Geld in Schule, Ge]]></googleplay:description>
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