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		<title>Insights by Boris Gloger - Podcasts</title>
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		<description>Boris Gloger und seine Gäste sprechen für euch im Podcast über ihre Insights zu Nachhaltigkeit, Mitarbeiterführung, Scrum, Agilität und agile Transformation.</description>
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		<copyright>© 2020 Insights by Boris Gloger</copyright>
		<itunes:subtitle>Boris Gloger im Interview mit Experten zum Thema Leadership, Management, Non-Profit, Sustainability und vielem mehr.</itunes:subtitle>
		<itunes:author>Insights by Boris Gloger</itunes:author>
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				<title>Insights by Boris Gloger - Podcasts</title>
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	<title>Demokratisiert die Organisationen, euren Kindern zuliebe – mit Andrea Schaffar (Sozialwissenschafterin &#038; Organisationsberaterin)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/demokratisiert-die-organisationen-euren-kindern-zuliebe-mit-andrea-schaffar-sozialwissenschafterin-organisationsberaterin/</link>
	<pubDate>Thu, 19 Jan 2023 07:30:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Wie sollen Menschen in einer Demokratie selbst steuerungsfähig sein und eben auch selbst entscheiden, wenn die Organisationen, mit denen wir zu tun haben, inklusive den Bildungsorganisationen, eigentlich alles Diktaturen sind?“</p>





<p>Wir stecken mitten in einem Generationenwechsel, dessen Konfliktpotenzial sich gerade sichtbar entlädt. Die Babyboomer verabschieden sich in den Ruhestand und hinterlassen uns unzeitgemäße, über-bürokratischen Versorgungs-Apparate. Gleichzeitig entscheiden sie aber noch immer über die Zukunft der jüngeren Generationen.</p>



<p>Das beste Beispiel ist zugleich das traurigste: Unser Schulsystem verschlingt immer mehr Geld und liefert trotzdem immer schlechtere Resultate. Also bürokratisiert man weiter und weiter, bis das System endgültig am Ende ist. Während der Veränderungsdruck in der Wirtschaft schon vor zwanzig Jahren klar spürbar war, mahlen die Mühlen in der Bürokratie langsam. Es ist Zeit für echte Reformen.</p>



Mein Gast: Andrea Schaffar





<p>Andrea Schaffar lässt sich nicht in eine Schublade stecken – und genau das macht sie aus. Gestartet in der Kommunikationswissenschaft wechselte sie in die Soziologie und ist heute Postdoc an der Uni für angewandte Kunst Wien sowie an der Universität Salzburg. Mit dem Lehrgang Cross Disciplinary Strategies hat sie einen Weg gefunden, ihre vielfältigen Interessen zu verknüpfen und dem gefürchteten Elfenbeinturm an der Uni zu entkommen. Andrea Schaffar ist überzeugt, dass die Forschung ihren Weg in die Gesellschaft finden muss. Darum ist sie seit Jahren auch als Unternehmerin aktiv und nutzt ihr Wissen als Organisationsentwicklerin sowie Gruppendynamikerin. Sie ist außerdem scharfe Kritikerin des Schulsystems und hat das innovative Lernprojekt <a href="https://lernarena.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lernarena</a> mitgegründet.</p>



Das sind die drei Schlüsselpunkte



1. Agiles Denken ist in der Forschung angekommen.



<p>Zu meiner Studienzeit wurde einem an der Uni noch theoretisch die Welt erklärt. Andrea Schaffar ist überzeugt, dass wir eine neue „Praxis-Theorie“ brauchen. Seit einigen Jahren zeichnet sich ein Paradigmenwechsel in der Forschung ab. Beim Lehrgang Cross Disciplinary Strategies ist das klar erkennbar: „Wir haben den Spieß einfach umgedreht. Es geht nicht mehr darum, in einem Bereich kompetent zu werden, sondern das Kompetente ist, auf die Situation zu schauen und dann zu wissen, wo ich was dazu holen muss, wo ich andere brauche, mit denen ich kooperieren muss.“ Agile goes science!</p>



<p>Für die Wissenschaft ist das ein neuer Zugang zum Erkenntnisgewinn. An die Stelle von Schrebergarten-Denke tritt das cross-disziplinierte Lernen. Den praktischen Mehrwert dieses Zugangs führte Andrea Schaffar mit ihrer eigenen Dissertation zum Wiener Wohnbau vor Augen. Statt sich nur mit theoretischen Problemstellungen des Wohnungsbaus zu beschäftigen, fragte sie soziologisch: „Wie entstehen Communities, wie entstehen soziale, funktionierende Umfelder und Nachbarschaften? Das sind Fragen, die oft gar nicht angeschaut werden.“ Dabei wird es ab diesem Punkt erst richtig spannend!</p>



2. Das Schulsystem hat kein Interesse an Veränderung.



<p>Meine Gesprächspartnerin engagiert sich nicht nur in der Forschung für ein neues Projekt-basiertes Lernen, sondern gründete 2015 auch ein eigenes Schulprojekt, bei dem der Aufbau von Medienkompetenz stark priorisiert war. Dabei war man sich einig, dass klassische Schule falsch strukturiert ist und die Kinder nicht ausreichend auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet werden: „Um Menschen zu Medienkompetenz zu begleiten, brauchen sie Freiheit und das funktioniert im bestehenden Schulsystem nicht. Unser Schulsystem versucht, Kompetenzen zu managen. Kompetenz ist aber etwas sehr Individuelles“, findet die engagierte Gründerin klare Worte. Wir wissen längst, dass Gleichmacherei rein gar nichts bringt (<a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/kinder-brauchen-keine-lehrerinnen-sondern-lernbegleiterinnen-mit-roland-dunzendorfer-mitgruender-des-vereins-colearning/">dazu hier mehr</a>). Kinder lernen besser, wenn sie selbst gestalten können – das bestätigt sich bei jedem einzelnen unserer <a href="http://scrum4schools.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Scrum4Schools</a>-Projekte.</p>



<p>Warum ändert sich dann nichts im Schulsystem? Ich behaupte, dass sich das System gar nicht ändern will (vgl. dazu auch <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">diesen Blog-Beitrag</a> und <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">diese Podcast-Episode</a>). An dem aufgeblähten Bürokratie-Apparat hängen eine Menge Versorgungsjobs und Machtverhältnisse, die erhalten werden wollen. Nicht immer zum Wohl unserer Kinder. „Wir haben besonders in Österreich eine extrem paternalistische Kultur. Es gibt immer diese Annahme: Oben weiß man besser als unten, was richtig ist – gerade im Bildungssystem“, so Andrea Schaffar. Dieser Irrglaube fällt uns gerade spektakulär auf den Kopf.</p>



<p>Angesichts der Herausforderungen, vor denen wir stehen, müssten wir den Kindern beibringen, wie Entrepreneure zu denken. Insofern trifft Andrea Schaffar mit ihrer sehr deutlichen Aussage den Nagel auf den Kopf: „Wie sollen Menschen in einer Demokratie selbst steuerungsfähig sein und eben auch selbst entscheiden, wenn die Organisationen, mit denen wir zu tun haben, inklusive den Bildungsorganisationen, eigentlich alles Diktaturen sind?“ Vielleicht braucht es noch mehr Druck auf diese Institutionen, bevor sie wirklich bereit sind, sich zu verändern. Ich bin überzeugt, dass dieser Druck zunehmen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit.</p>



3. Wir müssen verlangen können, dass sich die Älteren ändern.



<p>Als ich vor einiger Zeit ein großes Unternehmen beraten habe, war man dort der Meinung, dass wir die jüngeren Führungskräfte resilient gegenüber den älteren machen sollten. Immerhin müssten diese noch 20 Jahre aushalten, bevor sie dann übernehmen können. Hä? Wie soll das denn gehen? Andrea Schaffar sagt ganz richtig: „So funktioniert Sozialisation nicht. […] Es braucht die Jungen, es braucht die Veränderung und es braucht den Rahmen, so etwas zu machen. Man muss auch verlangen dürfen, dass sich Ältere ändern.“</p>



<p>Über den <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/lasst-junge-menschen-ans-steuer-mit-kathleen-hamilton-force-of-nature/">Generationenkonflikt in den Führungsetagen</a> habe ich bereits mit Kathleen Hamilton von Force of Nature ein spannendes Gespräch geführt. Dieser Konflikt zieht sich aber auch in unsere politischen sowie bürokratischen Institutionen, wie Andrea Schaffar bestätigt: „Die Generation, die an der Macht ist, gleicht ihre Perspektive nicht mit anderen ab.“ Stattdessen macht man Klientelpolitik für die, die eben gerade das Sagen haben – und das sind meist eher die älteren Semester. Zukunftsweisende Politik sieht anders aus und sinnvolle Debatten zum Klimawandel, zur Neugestaltung des Schulsystems oder auch zum leidigen Pensionsthema können nur generationenübergreifend geführt werden.</p>



<p>Insofern kann ich meinen Aufruf an die Führungskräfte da draußen (egal ob in der Wirtschaft, Politik oder Verwaltung) nur noch einmal bekräftigen: Sprecht mit jungen Menschen darüber, wie sie die Zukunft gestalten möchten, und holt sie nicht nur ins Boot, sondern setzt für sie um, was sie umgesetzt haben wollen. Lasst euch auf die Veränderungen ein. Das „Schlimmste”, was passieren kann, ist, dass ihr voneinander lernt, die Jungen recht haben und daraus auch eine bessere Zukunft für die Älteren entsteht.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/kinder-brauchen-keine-lehrerinnen-sondern-lernbegleiterinnen-mit-roland-dunzendorfer-mitgruender-des-vereins-colearning/">Kinder brauchen keine Lehrer:innen, sondern Lernbegleiter:innen – mit Roland Dunzendorfer (Mitgründer des Vereins Colearning)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">Wir wollen unsere Kinder gar nicht besser ausbilden – mit Horst Költze (Autor) und Anna Czerny (Scrum4Schools by borisgloger)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/05/19/kinderfeindliche-gesellschaft-warum-wir-eine-neue-haltung-brauchen/">Kinderfeindliche Gesellschaft: Warum wir eine neue Haltung brauchen</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/08/23/wir-brauchen-den-paradigmenwechsel-jetzt/">Wir brauchen den Paradigmenwechsel jetzt</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2019/11/21/die-begeisterung-fuer-agilitaet-in-der-verwaltung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Begeisterung für Agilität in der Verwaltung</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/05/25/eine-scrum4schools-projekt-rueckschau-mit-physiklehrer-ivan-topic" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eine Scrum4Schools-Projekt-Rückschau mit Physiklehrer Ivan Topic</a></li></ul>



<p>Foto-Credits: Luiza Puiu</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Wie sollen Menschen in einer Demokratie selbst steuerungsfähig sein und eben auch selbst entscheiden, wenn die Organisationen, mit denen wir zu tun haben, inklusive den Bildungsorganisationen, eigentlich alles Diktaturen sind?“





Wir stecken mitten i]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Wie sollen Menschen in einer Demokratie selbst steuerungsfähig sein und eben auch selbst entscheiden, wenn die Organisationen, mit denen wir zu tun haben, inklusive den Bildungsorganisationen, eigentlich alles Diktaturen sind?“</p>





<p>Wir stecken mitten in einem Generationenwechsel, dessen Konfliktpotenzial sich gerade sichtbar entlädt. Die Babyboomer verabschieden sich in den Ruhestand und hinterlassen uns unzeitgemäße, über-bürokratischen Versorgungs-Apparate. Gleichzeitig entscheiden sie aber noch immer über die Zukunft der jüngeren Generationen.</p>



<p>Das beste Beispiel ist zugleich das traurigste: Unser Schulsystem verschlingt immer mehr Geld und liefert trotzdem immer schlechtere Resultate. Also bürokratisiert man weiter und weiter, bis das System endgültig am Ende ist. Während der Veränderungsdruck in der Wirtschaft schon vor zwanzig Jahren klar spürbar war, mahlen die Mühlen in der Bürokratie langsam. Es ist Zeit für echte Reformen.</p>



Mein Gast: Andrea Schaffar





<p>Andrea Schaffar lässt sich nicht in eine Schublade stecken – und genau das macht sie aus. Gestartet in der Kommunikationswissenschaft wechselte sie in die Soziologie und ist heute Postdoc an der Uni für angewandte Kunst Wien sowie an der Universität Salzburg. Mit dem Lehrgang Cross Disciplinary Strategies hat sie einen Weg gefunden, ihre vielfältigen Interessen zu verknüpfen und dem gefürchteten Elfenbeinturm an der Uni zu entkommen. Andrea Schaffar ist überzeugt, dass die Forschung ihren Weg in die Gesellschaft finden muss. Darum ist sie seit Jahren auch als Unternehmerin aktiv und nutzt ihr Wissen als Organisationsentwicklerin sowie Gruppendynamikerin. Sie ist außerdem scharfe Kritikerin des Schulsystems und hat das innovative Lernprojekt <a href="https://lernarena.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lernarena</a> mitgegründet.</p>



Das sind die drei Schlüsselpunkte



1. Agiles Denken ist in der Forschung angekommen.



<p>Zu meiner Studienzeit wurde einem an der Uni noch theoretisch die Welt erklärt. Andrea Schaffar ist überzeugt, dass wir eine neue „Praxis-Theorie“ brauchen. Seit einigen Jahren zeichnet sich ein Paradigmenwechsel in der Forschung ab. Beim Lehrgang Cross Disciplinary Strategies ist das klar erkennbar: „Wir haben den Spieß einfach umgedreht. Es geht nicht mehr darum, in einem Bereich kompetent zu werden, sondern das Kompetente ist, auf die Situation zu schauen und dann zu wissen, wo ich was dazu holen muss, wo ich andere brauche, mit denen ich kooperieren muss.“ Agile goes science!</p>



<p>Für die Wissenschaft ist das ein neuer Zugang zum Erkenntnisgewinn. An die Stelle von Schrebergarten-Denke tritt das cross-disziplinierte Lernen. Den praktischen Mehrwert dieses Zugangs führte Andrea Schaffar mit ihrer eigenen Dissertation zum Wiener Wohnbau vor Augen. Statt sich nur mit theoretischen Problemstellungen des Wohnungsbaus zu beschäftigen, fragte sie soziologisch: „Wie entstehen Communities, wie entstehen soziale, funktionierende Umfelder und Nachbarschaften? Das sind Fragen, die oft gar nicht angeschaut werden.“ Dabei wird es ab diesem Punkt erst richtig spannend!</p>



2. Das Schulsystem hat kein Interesse an Veränderung.



<p>Meine Gesprächspartnerin engagiert sich nicht nur in der Forschung für ein neues Projekt-basiertes Lernen, sondern gründete 2015 auch ein eigenes Schulprojekt, bei dem der Aufbau von Medienkompetenz stark priorisiert war. Dabei war man sich einig, dass klassische Schule falsch strukturiert ist und die Kinder nicht ausreichend auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet werden: „Um Menschen zu Medienkompetenz zu begleiten, brauchen sie Freiheit und das funktioniert im bestehenden Schulsystem nicht. Unser Schulsystem versucht, Kompetenzen zu managen. Kompetenz ist aber etwas sehr Individuelles“, findet die engagierte Gründerin klare Worte. Wir wissen längst, dass Gleichmacherei rein gar nichts bringt (<a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/kinder-brauchen-keine-lehrerinnen-sondern-lernbegleiterinnen-mit-roland-dunzendorfer-mitgruender-des-vereins-colearning/">dazu hier mehr</a>). Kinder lernen besser, wenn sie selbst gestalten können – das bestätigt sich bei jedem einzelnen unserer <a href="http://scrum4schools.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Scrum4Schools</a>-Projekte.</p>



<p>Warum ändert sich dann nichts im Schulsystem? Ich behaupte, dass sich das System gar nicht ändern will (vgl. dazu auch <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">diesen Blog-Beitrag</a> und <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">diese Podcast-Episode</a>). An dem aufgeblähten Bürokratie-Apparat hängen eine Menge Versorgungsjobs und Machtverhältnisse, die erhalten werden wollen. Nicht immer zum Wohl unserer Kinder. „Wir haben besonders in Österreich eine extrem paternalistische Kultur. Es gibt immer diese Annahme: Oben weiß man besser als unten, was richtig ist – gerade im Bildungssystem“, so Andrea Schaffar. Dieser Irrglaube fällt uns gerade spektakulär auf den Kopf.</p>



<p>Angesichts der Herausforderungen, vor denen wir stehen, müssten wir den Kindern beibringen, wie Entrepreneure zu denken. Insofern trifft Andrea Schaffar mit ihrer sehr deutlichen Aussage den Nagel auf den Kopf: „Wie sollen Menschen in einer Demokratie selbst steuerungsfähig sein und eben auch selbst entscheiden, wenn die Organisationen, mit denen wir zu tun haben, inklusive den Bildungsorganisationen, eigentlich alles Diktaturen sind?“ Vielleicht braucht es noch mehr Druck auf diese Institutionen, bevor sie wirklich bereit sind, sich zu verändern. Ich bin überzeugt, dass dieser Druck zunehmen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit.</p>



3. Wir müssen verlangen können, dass sich die Älteren ändern.



<p>Als ich vor einiger Zeit ein großes Unternehmen beraten habe, war man dort der Meinung, dass wir die jüngeren Führungskräfte resilient gegenüber den älteren machen sollten. Immerhin müssten diese noch 20 Jahre aushalten, bevor sie dann übernehmen können. Hä? Wie soll das denn gehen? Andrea Schaffar sagt ganz richtig: „So funktioniert Sozialisation nicht. […] Es braucht die Jungen, es braucht die Veränderung und es braucht den Rahmen, so etwas zu machen. Man muss auch verlangen dürfen, dass sich Ältere ändern.“</p>



<p>Über den <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/lasst-junge-menschen-ans-steuer-mit-kathleen-hamilton-force-of-nature/">Generationenkonflikt in den Führungsetagen</a> habe ich bereits mit Kathleen Hamilton von Force of Nature ein spannendes Gespräch geführt. Dieser Konflikt zieht sich aber auch in unsere politischen sowie bürokratischen Institutionen, wie Andrea Schaffar bestätigt: „Die Generation, die an der Macht ist, gleicht ihre Perspektive nicht mit anderen ab.“ Stattdessen macht man Klientelpolitik für die, die eben gerade das Sagen haben – und das sind meist eher die älteren Semester. Zukunftsweisende Politik sieht anders aus und sinnvolle Debatten zum Klimawandel, zur Neugestaltung des Schulsystems oder auch zum leidigen Pensionsthema können nur generationenübergreifend geführt werden.</p>



<p>Insofern kann ich meinen Aufruf an die Führungskräfte da draußen (egal ob in der Wirtschaft, Politik oder Verwaltung) nur noch einmal bekräftigen: Sprecht mit jungen Menschen darüber, wie sie die Zukunft gestalten möchten, und holt sie nicht nur ins Boot, sondern setzt für sie um, was sie umgesetzt haben wollen. Lasst euch auf die Veränderungen ein. Das „Schlimmste”, was passieren kann, ist, dass ihr voneinander lernt, die Jungen recht haben und daraus auch eine bessere Zukunft für die Älteren entsteht.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/kinder-brauchen-keine-lehrerinnen-sondern-lernbegleiterinnen-mit-roland-dunzendorfer-mitgruender-des-vereins-colearning/">Kinder brauchen keine Lehrer:innen, sondern Lernbegleiter:innen – mit Roland Dunzendorfer (Mitgründer des Vereins Colearning)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">Wir wollen unsere Kinder gar nicht besser ausbilden – mit Horst Költze (Autor) und Anna Czerny (Scrum4Schools by borisgloger)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/05/19/kinderfeindliche-gesellschaft-warum-wir-eine-neue-haltung-brauchen/">Kinderfeindliche Gesellschaft: Warum wir eine neue Haltung brauchen</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/08/23/wir-brauchen-den-paradigmenwechsel-jetzt/">Wir brauchen den Paradigmenwechsel jetzt</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2019/11/21/die-begeisterung-fuer-agilitaet-in-der-verwaltung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Begeisterung für Agilität in der Verwaltung</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/05/25/eine-scrum4schools-projekt-rueckschau-mit-physiklehrer-ivan-topic" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eine Scrum4Schools-Projekt-Rückschau mit Physiklehrer Ivan Topic</a></li></ul>



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Wir stecken mitten in einem Generationenwechsel, dessen Konfliktpotenzial sich gerade sichtbar entlädt. Die Babyboomer verabschieden sich in den Ruhestand und hinterlassen uns unzeitgemäße, über-bürokratischen Versorgungs-Apparate. Gleichzeitig entscheiden sie aber noch immer über die Zukunft der jüngeren Generationen.



Das beste Beispiel ist zugleich das traurigste: Unser Schulsystem verschlingt immer mehr Geld und liefert trotzdem immer schlechtere Resultate. Also bürokratisiert man weiter und weiter, bis das System endgültig am Ende ist. Während der Veränderungsdruck in der Wirtschaft schon vor zwanzig Jahren klar spürbar war, mahlen die Mühlen in der Bürokratie langsam. Es ist Zeit für echte Reformen.



Mein Gast: Andrea Schaffar





Andrea Schaffar lässt sich nicht in eine Schublade stecken – und genau das macht sie aus. Gestartet in der Kommunikationswissenschaft wechselte sie in die Soziologie und ist heute Postdoc an der Uni für angewandte Kunst Wien sowie an der Universität Salzburg. Mit dem Lehrgang Cross Disciplinary Strategies hat sie einen Weg gefunden, ihre vielfältigen Interessen zu verknüpfen und dem gefürchteten Elfenbeinturm an der Uni zu entkommen. Andrea Schaffar ist überzeugt, dass die Forschung ihren Weg in die Gesellschaft finden muss. Darum ist sie seit Jahren auch als Unternehmerin aktiv und nutzt ihr Wissen als Organisationsentwicklerin sowie Gruppendynamikerin. Sie ist außerdem scharfe Kritikerin des Schulsystems und hat das innovative Lernprojekt Lernarena mitgegründet.



Das sind die drei Schlüsselpunkte



1. Agiles Denken ist in der Forschung angekommen.



Zu meiner Studienzeit wurde einem an der Uni noch theoretisch die Welt erklärt. Andrea Schaffar ist überzeugt, dass wir eine neue „Praxis-Theorie“ brauchen. Seit einigen Jahren zeichnet sich ein Paradigmenwechsel in der Forschung ab. Beim Lehrgang Cross Disciplinary Strategies ist das klar erkennbar: „Wir haben den Spieß einfach umgedreht. Es geht nicht mehr darum, in einem Bereich kompetent zu werden, sondern das Kompetente ist, auf die Situation zu schauen und dann zu wissen, wo ich was dazu holen muss, wo ich andere brauche, mit denen ich kooperieren muss.“ Agile goes science!



Für die Wissenschaft ist das ein neuer Zugang zum Erkenntnisgewinn. An die Stelle von Schrebergarten-Denke tritt das cross-disziplinierte Lernen. Den praktischen Mehrwert dieses Zugangs führte Andrea Schaffar mit ihrer eigenen Dissertation zum Wiener Wohnbau vor Augen. Statt sich nur mit theoretischen Problemstellungen des Wohnungsbaus zu beschäftigen, fragte sie soziologisch: „Wie entstehen Communities, wie entstehen soziale, funktionierende Umfelder und Nachbarschaften? Das sind Fragen, die oft gar nicht angeschaut werden.“ Dabei wird es ab diesem Punkt erst richtig spannend!



2. Das Schulsystem hat kein Interesse an Veränderung.



Meine Gesprächspartnerin engagiert sich nicht nur in der Forschung für ein neues Projekt-basiertes Lernen, sondern gründete 2015 auch ein eigenes Schulprojekt, bei dem der Aufbau von Medienkompetenz stark priorisiert war. Dabei war man sich einig, dass klassische Schule falsch strukturiert ist und die Kinder nicht ausreichend auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet werden: „Um Menschen zu Medienkompetenz zu begleiten, brauchen sie Freiheit und das funktioniert im bestehenden Schulsystem nicht. Unser Schulsystem versucht, Kompetenzen zu managen. Kompetenz ist aber etwas sehr Individuelles“, findet die engagierte Gründerin klare Worte. Wir wissen längst, dass Gleichmacherei rein gar nichts bringt (dazu hier mehr). Kinder lernen besser, wenn sie selbst gestalten können – das bestätigt sich bei jedem einzelnen unserer Scrum4Schools-Projekte.



Warum ändert sich dann nichts im Schulsystem? Ich be]]></itunes:summary>
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Wir stecken mitten in einem Generationenwechsel, dessen Konfliktpotenzial sich gerade sichtbar entlädt. Die Babyboomer verabschieden sich in den Ruhestand und hinterlassen uns unzeitgemäße, über-bürokratischen Versorgungs-Apparate. Gleichzeitig entscheiden sie aber noch immer über die Zukunft der jüngeren Generationen.



Das beste Beispiel ist zugleich das traurigste: Unser Schulsystem verschlingt immer mehr Geld und liefert trotzdem immer schlechtere Resultate. Also bürokratisiert man weiter und weiter, bis das System endgültig am Ende ist. Während der Veränderungsdruck in der Wirtschaft schon vor zwanzig Jahren klar spürbar war, mahlen die Mühlen in der Bürokratie langsam. Es ist Zeit für echte Reformen.



Mein Gast: Andrea Schaffar





Andrea Schaff]]></googleplay:description>
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	<title>Nachhaltigkeit als Riesenchance für Wachstum – mit Frank Keuper (New Rationale)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/</link>
	<pubDate>Thu, 12 Jan 2023 07:24:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Wenn ich als CEO 80 % meiner Zeit mit dem Tagesgeschäft verbringe, ist das nicht gut fürs Unternehmen.“</p>





Mein Gast: Frank Keuper





<p>Frank Keuper ist ein echter Tausendsassa. Er studierte BWL, promovierte im Bereich Produktionsplanung und -Steuerung und habilitierte im Themenbereich Systemtheorie und Kybernetik. Danach lehrte er als Universitätsprofessor in Deutschland, China sowie Russland und arbeitete zwischendurch für internationale Top-Strategieberatungen. Daneben fand der neugierige Vogel, wie er sich selbst bezeichnet, auch noch Zeit, sich unternehmerisch zu engagieren. Heute ist er einer der Managing Partner bei <a href="https://newrationale.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">New Rationale</a>, einer Boutique-Strategie- und Transformationsberatung in Hamburg. Frank Keuper begleitet mittelständische Unternehmen in Deutschland bei der Entwicklung von Wachstumsstrategien mit dem Fokus auf Responsibility und Sustainability. Oder wie er es nennt: Fairstainability.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Nachhaltigkeit kann ein Multiplikator für Wachstum sein



<p>Mit New Rationale positionieren sich Frank Keuper und seine Partner als nachhaltige Wachstumstreiber im deutschsprachigen Beratungsmarkt. „Profitable Growth x Fairstainability“, so die Kernbotschaft. Frank erklärt, was das bedeutet: „Wir wollen Wachstumsstrategien entwickeln, deren Motor ausschließlich Fairstainability ist. Denn, wenn ich den Impact eines Unternehmens in puncto ökologischer Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung so gestalte, dass er einen Mehrwert für alle Stakeholder und Kunden generiert, dann habe ich eine überproportional positive Wirkung, z. B. auf den Total Shareholder Return.“</p>



<p>Die berechtigte Frage, die sich dabei stellt: Geht denn Wachstum noch in Deutschland, vor allem für Mittelständler? Immerhin werden die Märkte tendenziell enger und viele sagen mit Blick auf die USA und Asien, dass der Zug ohnehin längst abgefahren wäre. Der Ansatz von New Rationale ist insofern spannend, weil das Beratungsunternehmen Nachhaltigkeit und Verantwortung als Wachstumsmotor in den Mittelpunkt stellt und damit klar kommuniziert: Wer nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln in der DNA des Unternehmens verankert, legt enormes Wachstumspotenzial frei. Vielleicht brauchen wir genau ein Narrativ wie dieses als niederschwelligen Anreiz für die Transformation.</p>



2. Wir müssen Innovation intertemporal statt linear denken.



<p>In den USA und Asien gibt es mittlerweile so kurze Innovationszyklen – unsere Firmen können davon nur träumen. Kein Wunder, wenn man sich ansieht, was dort an Geld reingepumpt wird. Frank Keuper sieht das Problem aber insbesondere hierzulande auch darin, dass Innovation zu linear gedacht werde. Es wird zwar schrittweise verbessert, aber an die großen Neuentwicklungen traut sich keiner ran. Es ist eben gemütlicher in der Komfortzone – bis man irgendwann vor der Klippe aufwacht und das Chaos ausbricht.</p>



<p>Mein Gesprächspartner macht sich für ein neues Innovationsdenken stark: „Wir müssen Innovation nicht mehr nur linear, sondern intertemporal denken und umsetzen. Lineares Innovieren ist nichts anderes als die Entwicklung vom iPhone 1 zum aktuellen iPhone oder von Netflix-Staffel 1 House of Cards zu Staffel 13. Jede dieser Innovationen auf dem beschrittenen linearen Weg ist besser, schneller, cooler und mit höherer Funktionalität ausgestattet, aber nicht wirklich neu. Das Problem beim linearen Innovieren besteht darüber hinaus auch darin, dass wir nicht nur die Funktionalität linear in die Zukunft fortschreiben, sondern auch die mit den Innovationen einhergehenden Kollateralschäden in den Bereichen Responsibility und Sustainability. </p>



<p>An die Stelle eines linearen Innovierens muss daher ein intertemporales Innovieren treten. Wie im Science-Fiction-Blockbuster Tenet. Bei Tenet gibt es ein sich anbahnendes Problem in der Zukunft, wie z. B. bei uns der Klimawandel oder das generelle Überschreiten der planetaren Grenzen. Man lässt bei Tenet eine Gruppe von Menschen in die Vergangenheit reisen, um herauszufinden, welche Fehler gemacht wurden. Die andere Gruppe reist in die Zukunft, um zu schauen, welche Katastrophe in der Zukunft, durch Entscheidungen in der Gegenwart, entsteht. Das heißt, beim untertemporalen Innovieren bewegt sich die eine Analyse in Richtung Zukunft. Sie sieht, was schon bald kommen wird. Die andere Analyse nähert sich der Vergangenheit, expliziert noch einmal was war. Die dritte betrachtet die Gegenwart, sie demaskiert den Status quo. Indem sie alle kommunizieren, schließen sie die Zeit kurz. Eine dadurch manipulierte Gegenwart führt zu einer alternativen, vom Unternehmen gestalteten Zukunft. So entstehen produktive Unternehmens- und Geschäftsstrategien sowie Produkte und Leistungen, die zukunftsfähig sind: profitabel, ökologisch nachhaltig und gesellschaftlich verantwortungsvoll.</p>



<p>Was sagt uns das über die Innovationsfähigkeit im Unternehmen? Es ist eigentlich ganz einfach: Wir müssen uns kritisch sowohl mit den Entscheidungen von gestern als auch mit den Herausforderungen von morgen beschäftigen und diese Perspektiven miteinander matchen. So können wir Ideen und Maßnahmen entwickeln, um einen neuen Weg einzuschlagen. Für alles, was war, haben wir mehr als genügend Daten. Für alles, was kommen wird, bleibt uns nur die Vorstellungskraft. Genau diese Visionsarbeit muss man in den Führungsetagen entsprechend priorisieren. Sonst läuft man nur planlos rum.</p>



3. Führungskräfte, raus aus dem Tagesgeschäft!



<p>Wenn man nicht immer in derselben Suppe schwimmen will, hilft der Blick über den Tellerrand. Genau diesen vermisst Frank Keuper aber in Deutschland und Europa. Man hänge zu sehr in der operativen Arbeit fest, statt sich auf die drängenden Zukunftsfragen zu fokussieren. „Eigentlich sollten sich Politiker null mit administrativem Kram beschäftigen.Sich ernsthaft zu fragen, welches Gesetz wir brauchen, damit irgendwelche Muffen und Schrauben ineinanderpassen? Das können hoch bezahlte und pfiffige Beamte sowie Verwaltungsangestellte machen. […] Von Politik erwarte ich mir Visionen“, gibt der Strategieberater zu denken.</p>



<p>Aber auch in den Vorständen vieler (mittelständischer) Unternehmen kämpft man mit ähnlichen Problemen. „Wenn ich als CEO 80 % meiner Zeit mit dem Tagesgeschäft verbringe, ist das nicht gut fürs Unternehmen“, erklärt Frank Keuper. Er sieht die C-Levels dringend gefordert, sich von den operativen Agenden freizuschaufeln und stattdessen auf Themen wie Strategie, (Employer) Brand und Innovationsfähigkeit zu konzentrieren. Dabei sind die Unternehmen gut beraten, wenn sie ihre Führungsetagen noch viel diverser gestalten: „Wir müssen sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat viel mehr bereit sein, andere Expertisen zuzulassen, über den Tellerrand zu schauen. Denn nur dadurch bekomme ich auch Innovation.“</p>



<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, was eigentlich eine Strategieberatung genau macht, wie Mittelständler nachhaltig wachsen können und welche Trends man fürs eigene Unternehmen im Auge behalten sollte.</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/transformation-braucht-raum-auf-allen-ebenen-mit-angelika-weis-arbeitsliebe-jetzt/">Transformation braucht Raum auf allen Ebenen – mit Angelika Weis (Arbeitsliebe.jetzt)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/gemeinwohloekonomie-impact-statt-profitmaximierung-mit-thomas-zimmermann-swapwork/">Gemeinwohlökonomie: Impact- statt Profitmaximierung – mit Thomas Zimmermann (swapwork)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/11/23/veganismus-ist-nicht-die-loesung-der-klimakrise/">Veganismus ist nicht die Lösung der Klimakrise</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/05/25/ein-diagnose-system-das-ignoranz-erkennt/">Ein Diagnose-System, das Ignoranz erkennt.</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/08/18/transformationskrisen-uberwinden-erfolgstipps-der-consultants" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Transformationskrisen überwinden: Erfolgstipps der Consultants</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/06/21/agilitaet-in-der-industriellen-automatisierung-die-digitale-transformation-von-yokogawa-englisch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Agilität in der industriellen Automatisierung: Die digitale Transformation von Yokogawa (Englisch)</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Wenn ich als CEO 80 % meiner Zeit mit dem Tagesgeschäft verbringe, ist das nicht gut fürs Unternehmen.“





Mein Gast: Frank Keuper





Frank Keuper ist ein echter Tausendsassa. Er studierte BWL, promovierte im Bereich Produktionsplanung und -Steuerun]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Wenn ich als CEO 80 % meiner Zeit mit dem Tagesgeschäft verbringe, ist das nicht gut fürs Unternehmen.“</p>





Mein Gast: Frank Keuper





<p>Frank Keuper ist ein echter Tausendsassa. Er studierte BWL, promovierte im Bereich Produktionsplanung und -Steuerung und habilitierte im Themenbereich Systemtheorie und Kybernetik. Danach lehrte er als Universitätsprofessor in Deutschland, China sowie Russland und arbeitete zwischendurch für internationale Top-Strategieberatungen. Daneben fand der neugierige Vogel, wie er sich selbst bezeichnet, auch noch Zeit, sich unternehmerisch zu engagieren. Heute ist er einer der Managing Partner bei <a href="https://newrationale.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">New Rationale</a>, einer Boutique-Strategie- und Transformationsberatung in Hamburg. Frank Keuper begleitet mittelständische Unternehmen in Deutschland bei der Entwicklung von Wachstumsstrategien mit dem Fokus auf Responsibility und Sustainability. Oder wie er es nennt: Fairstainability.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Nachhaltigkeit kann ein Multiplikator für Wachstum sein



<p>Mit New Rationale positionieren sich Frank Keuper und seine Partner als nachhaltige Wachstumstreiber im deutschsprachigen Beratungsmarkt. „Profitable Growth x Fairstainability“, so die Kernbotschaft. Frank erklärt, was das bedeutet: „Wir wollen Wachstumsstrategien entwickeln, deren Motor ausschließlich Fairstainability ist. Denn, wenn ich den Impact eines Unternehmens in puncto ökologischer Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung so gestalte, dass er einen Mehrwert für alle Stakeholder und Kunden generiert, dann habe ich eine überproportional positive Wirkung, z. B. auf den Total Shareholder Return.“</p>



<p>Die berechtigte Frage, die sich dabei stellt: Geht denn Wachstum noch in Deutschland, vor allem für Mittelständler? Immerhin werden die Märkte tendenziell enger und viele sagen mit Blick auf die USA und Asien, dass der Zug ohnehin längst abgefahren wäre. Der Ansatz von New Rationale ist insofern spannend, weil das Beratungsunternehmen Nachhaltigkeit und Verantwortung als Wachstumsmotor in den Mittelpunkt stellt und damit klar kommuniziert: Wer nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln in der DNA des Unternehmens verankert, legt enormes Wachstumspotenzial frei. Vielleicht brauchen wir genau ein Narrativ wie dieses als niederschwelligen Anreiz für die Transformation.</p>



2. Wir müssen Innovation intertemporal statt linear denken.



<p>In den USA und Asien gibt es mittlerweile so kurze Innovationszyklen – unsere Firmen können davon nur träumen. Kein Wunder, wenn man sich ansieht, was dort an Geld reingepumpt wird. Frank Keuper sieht das Problem aber insbesondere hierzulande auch darin, dass Innovation zu linear gedacht werde. Es wird zwar schrittweise verbessert, aber an die großen Neuentwicklungen traut sich keiner ran. Es ist eben gemütlicher in der Komfortzone – bis man irgendwann vor der Klippe aufwacht und das Chaos ausbricht.</p>



<p>Mein Gesprächspartner macht sich für ein neues Innovationsdenken stark: „Wir müssen Innovation nicht mehr nur linear, sondern intertemporal denken und umsetzen. Lineares Innovieren ist nichts anderes als die Entwicklung vom iPhone 1 zum aktuellen iPhone oder von Netflix-Staffel 1 House of Cards zu Staffel 13. Jede dieser Innovationen auf dem beschrittenen linearen Weg ist besser, schneller, cooler und mit höherer Funktionalität ausgestattet, aber nicht wirklich neu. Das Problem beim linearen Innovieren besteht darüber hinaus auch darin, dass wir nicht nur die Funktionalität linear in die Zukunft fortschreiben, sondern auch die mit den Innovationen einhergehenden Kollateralschäden in den Bereichen Responsibility und Sustainability. </p>



<p>An die Stelle eines linearen Innovierens muss daher ein intertemporales Innovieren treten. Wie im Science-Fiction-Blockbuster Tenet. Bei Tenet gibt es ein sich anbahnendes Problem in der Zukunft, wie z. B. bei uns der Klimawandel oder das generelle Überschreiten der planetaren Grenzen. Man lässt bei Tenet eine Gruppe von Menschen in die Vergangenheit reisen, um herauszufinden, welche Fehler gemacht wurden. Die andere Gruppe reist in die Zukunft, um zu schauen, welche Katastrophe in der Zukunft, durch Entscheidungen in der Gegenwart, entsteht. Das heißt, beim untertemporalen Innovieren bewegt sich die eine Analyse in Richtung Zukunft. Sie sieht, was schon bald kommen wird. Die andere Analyse nähert sich der Vergangenheit, expliziert noch einmal was war. Die dritte betrachtet die Gegenwart, sie demaskiert den Status quo. Indem sie alle kommunizieren, schließen sie die Zeit kurz. Eine dadurch manipulierte Gegenwart führt zu einer alternativen, vom Unternehmen gestalteten Zukunft. So entstehen produktive Unternehmens- und Geschäftsstrategien sowie Produkte und Leistungen, die zukunftsfähig sind: profitabel, ökologisch nachhaltig und gesellschaftlich verantwortungsvoll.</p>



<p>Was sagt uns das über die Innovationsfähigkeit im Unternehmen? Es ist eigentlich ganz einfach: Wir müssen uns kritisch sowohl mit den Entscheidungen von gestern als auch mit den Herausforderungen von morgen beschäftigen und diese Perspektiven miteinander matchen. So können wir Ideen und Maßnahmen entwickeln, um einen neuen Weg einzuschlagen. Für alles, was war, haben wir mehr als genügend Daten. Für alles, was kommen wird, bleibt uns nur die Vorstellungskraft. Genau diese Visionsarbeit muss man in den Führungsetagen entsprechend priorisieren. Sonst läuft man nur planlos rum.</p>



3. Führungskräfte, raus aus dem Tagesgeschäft!



<p>Wenn man nicht immer in derselben Suppe schwimmen will, hilft der Blick über den Tellerrand. Genau diesen vermisst Frank Keuper aber in Deutschland und Europa. Man hänge zu sehr in der operativen Arbeit fest, statt sich auf die drängenden Zukunftsfragen zu fokussieren. „Eigentlich sollten sich Politiker null mit administrativem Kram beschäftigen.Sich ernsthaft zu fragen, welches Gesetz wir brauchen, damit irgendwelche Muffen und Schrauben ineinanderpassen? Das können hoch bezahlte und pfiffige Beamte sowie Verwaltungsangestellte machen. […] Von Politik erwarte ich mir Visionen“, gibt der Strategieberater zu denken.</p>



<p>Aber auch in den Vorständen vieler (mittelständischer) Unternehmen kämpft man mit ähnlichen Problemen. „Wenn ich als CEO 80 % meiner Zeit mit dem Tagesgeschäft verbringe, ist das nicht gut fürs Unternehmen“, erklärt Frank Keuper. Er sieht die C-Levels dringend gefordert, sich von den operativen Agenden freizuschaufeln und stattdessen auf Themen wie Strategie, (Employer) Brand und Innovationsfähigkeit zu konzentrieren. Dabei sind die Unternehmen gut beraten, wenn sie ihre Führungsetagen noch viel diverser gestalten: „Wir müssen sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat viel mehr bereit sein, andere Expertisen zuzulassen, über den Tellerrand zu schauen. Denn nur dadurch bekomme ich auch Innovation.“</p>



<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, was eigentlich eine Strategieberatung genau macht, wie Mittelständler nachhaltig wachsen können und welche Trends man fürs eigene Unternehmen im Auge behalten sollte.</p>



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<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/11/23/veganismus-ist-nicht-die-loesung-der-klimakrise/">Veganismus ist nicht die Lösung der Klimakrise</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/05/25/ein-diagnose-system-das-ignoranz-erkennt/">Ein Diagnose-System, das Ignoranz erkennt.</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/08/18/transformationskrisen-uberwinden-erfolgstipps-der-consultants" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Transformationskrisen überwinden: Erfolgstipps der Consultants</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/06/21/agilitaet-in-der-industriellen-automatisierung-die-digitale-transformation-von-yokogawa-englisch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Agilität in der industriellen Automatisierung: Die digitale Transformation von Yokogawa (Englisch)</a></li></ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[„Wenn ich als CEO 80 % meiner Zeit mit dem Tagesgeschäft verbringe, ist das nicht gut fürs Unternehmen.“





Mein Gast: Frank Keuper





Frank Keuper ist ein echter Tausendsassa. Er studierte BWL, promovierte im Bereich Produktionsplanung und -Steuerung und habilitierte im Themenbereich Systemtheorie und Kybernetik. Danach lehrte er als Universitätsprofessor in Deutschland, China sowie Russland und arbeitete zwischendurch für internationale Top-Strategieberatungen. Daneben fand der neugierige Vogel, wie er sich selbst bezeichnet, auch noch Zeit, sich unternehmerisch zu engagieren. Heute ist er einer der Managing Partner bei New Rationale, einer Boutique-Strategie- und Transformationsberatung in Hamburg. Frank Keuper begleitet mittelständische Unternehmen in Deutschland bei der Entwicklung von Wachstumsstrategien mit dem Fokus auf Responsibility und Sustainability. Oder wie er es nennt: Fairstainability.



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Nachhaltigkeit kann ein Multiplikator für Wachstum sein



Mit New Rationale positionieren sich Frank Keuper und seine Partner als nachhaltige Wachstumstreiber im deutschsprachigen Beratungsmarkt. „Profitable Growth x Fairstainability“, so die Kernbotschaft. Frank erklärt, was das bedeutet: „Wir wollen Wachstumsstrategien entwickeln, deren Motor ausschließlich Fairstainability ist. Denn, wenn ich den Impact eines Unternehmens in puncto ökologischer Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung so gestalte, dass er einen Mehrwert für alle Stakeholder und Kunden generiert, dann habe ich eine überproportional positive Wirkung, z. B. auf den Total Shareholder Return.“



Die berechtigte Frage, die sich dabei stellt: Geht denn Wachstum noch in Deutschland, vor allem für Mittelständler? Immerhin werden die Märkte tendenziell enger und viele sagen mit Blick auf die USA und Asien, dass der Zug ohnehin längst abgefahren wäre. Der Ansatz von New Rationale ist insofern spannend, weil das Beratungsunternehmen Nachhaltigkeit und Verantwortung als Wachstumsmotor in den Mittelpunkt stellt und damit klar kommuniziert: Wer nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln in der DNA des Unternehmens verankert, legt enormes Wachstumspotenzial frei. Vielleicht brauchen wir genau ein Narrativ wie dieses als niederschwelligen Anreiz für die Transformation.



2. Wir müssen Innovation intertemporal statt linear denken.



In den USA und Asien gibt es mittlerweile so kurze Innovationszyklen – unsere Firmen können davon nur träumen. Kein Wunder, wenn man sich ansieht, was dort an Geld reingepumpt wird. Frank Keuper sieht das Problem aber insbesondere hierzulande auch darin, dass Innovation zu linear gedacht werde. Es wird zwar schrittweise verbessert, aber an die großen Neuentwicklungen traut sich keiner ran. Es ist eben gemütlicher in der Komfortzone – bis man irgendwann vor der Klippe aufwacht und das Chaos ausbricht.



Mein Gesprächspartner macht sich für ein neues Innovationsdenken stark: „Wir müssen Innovation nicht mehr nur linear, sondern intertemporal denken und umsetzen. Lineares Innovieren ist nichts anderes als die Entwicklung vom iPhone 1 zum aktuellen iPhone oder von Netflix-Staffel 1 House of Cards zu Staffel 13. Jede dieser Innovationen auf dem beschrittenen linearen Weg ist besser, schneller, cooler und mit höherer Funktionalität ausgestattet, aber nicht wirklich neu. Das Problem beim linearen Innovieren besteht darüber hinaus auch darin, dass wir nicht nur die Funktionalität linear in die Zukunft fortschreiben, sondern auch die mit den Innovationen einhergehenden Kollateralschäden in den Bereichen Responsibility und Sustainability. 



An die Stelle eines linearen Innovierens muss daher ein intertemporales Innovieren treten. Wie im Science-Fiction-Blockbuster Tenet. Bei Tenet gibt es ein sich anbahnendes Problem in der Zukunft, wie z. B. bei uns der Klimawandel oder das generelle Überschreiten der planetaren Grenzen. Man lässt bei Tenet eine Gruppe von Menschen in die Vergangenheit re]]></itunes:summary>
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			<title>Nachhaltigkeit als Riesenchance für Wachstum – mit Frank Keuper (New Rationale)</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[„Wenn ich als CEO 80 % meiner Zeit mit dem Tagesgeschäft verbringe, ist das nicht gut fürs Unternehmen.“





Mein Gast: Frank Keuper





Frank Keuper ist ein echter Tausendsassa. Er studierte BWL, promovierte im Bereich Produktionsplanung und -Steuerung und habilitierte im Themenbereich Systemtheorie und Kybernetik. Danach lehrte er als Universitätsprofessor in Deutschland, China sowie Russland und arbeitete zwischendurch für internationale Top-Strategieberatungen. Daneben fand der neugierige Vogel, wie er sich selbst bezeichnet, auch noch Zeit, sich unternehmerisch zu engagieren. Heute ist er einer der Managing Partner bei New Rationale, einer Boutique-Strategie- und Transformationsberatung in Hamburg. Frank Keuper begleitet mittelständische Unternehmen in Deutschland bei der Entwicklung von Wachstumsstrategien mit dem Fokus auf Responsibility und Sustainability. Oder wie er es nennt: Fairstainability.



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Nachhaltigkeit kann ein Multiplikat]]></googleplay:description>
					<googleplay:image href="https://www.insightsbyborisgloger.com/wp-content/uploads/2023/01/bg_podcast_Frank_Keuper_Titelbild.jpg"></googleplay:image>
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</item>

<item>
	<title>Die Lehre als Chance für junge Frauen – mit Robert Frasch (Lehrlingspower.at)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/die-lehre-als-chance-fuer-junge-frauen-mit-robert-frasch-lehrlingspower-at/</link>
	<pubDate>Thu, 20 Oct 2022 06:30:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=29820</guid>
	<description><![CDATA[<p>„Wir reden hier von Berufen, die extrem gute Zukunftsaussichten haben. Du wirst hier alles erreichen können, bis hin zur Übernahme eines ganzen Unternehmens.“</p>





Mein Gast: Robert Frasch





<p>Ich freue mich, Robert Frasch wieder bei meinem Podcast zu begrüßen, mit dem ich bereits <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-koennen-wir-die-lehre-verbessern-robert-frasch/">in dieser Episode</a> den Stellenwert und die Verbesserungsmöglichkeiten in der Lehrausbildung diskutiert habe. Robert Frasch hat mit <a href="https://www.lehrlingspower.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lehrlingspower.at</a> ein Netzwerk aufgebaut, in dem sich Unternehmen verschiedenster Branchen austauschen können, um voneinander zu lernen. Sein Credo: Nicht an den Menschen schrauben, sondern am System. In dieser Folge spreche ich mit Robert Frasch über den immer stärker spürbaren Fachkräftemangel, junge Frauen in technischen Berufen und darüber, welche Schritte die Handwerksbetriebe setzen müssen, um auch in Zukunft genügend Nachwuchs im Unternehmen zu haben.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Tauziehen um die Lehrlinge hat begonnen.



<p>Angesichts der rückläufigen Geburtenrate und der Pensionierungswelle bei den Babyboomern zeichnet sich eine Riesenlücke ab: „Wir werden im Jahr 2030 ca. 300.000 weniger Menschen im beschäftigungsfähigen Alter haben“, rechnet Robert Frasch vor. Es wird uns aber nicht an Akademiker:innen fehlen, sondern an Menschen mit Praxisausbildung, vor allem in technischen und handwerklichen Berufen.</p>



<p>Mit etwas mehr als 100.000 Lehrlingen in Österreich 2021 (Quelle: <a href="https://wko.at/statistik/jahrbuch/lehrlinge21.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wirtschaftskammer</a>) bilden wir aktuell viel zu wenige Fachkräfte aus, um diese Lücke zu schließen. Da werden auch die Rufe nach mehr jungen Frauen in klassisch männerdominierten Lehrberufen wieder lauter. Der Kern des Problems bleibt davon aber häufig unberührt. Denn bei den jungen Frauen, die sich eine technische Lehre vorstellen könnten, scheitert es häufig am sozialen Umfeld. Robert Frasch sagt es klipp und klar: „Wir verstehen immer noch nicht, dass wir auch die Eltern überzeugen müssen – insbesondere in den MINT-Berufen.“ Die frühe Unterscheidung im Schulsystem zwischen vermeintlich weiblichen und männlichen Tätigkeiten (z. B.: Werken vs. Soziales), ist dabei kein konstruktives Signal.</p>



<p>Ein noch größeres Problem ortet Robert Frasch im allgemeinen Image der Lehre. In den letzten Jahrzehnten hat man den Eltern ständig gesagt, dass der akademische Weg die besten Chancen bieten würde. Dieses Bild steckt noch in den Köpfen. Die Realität sieht heute aber anders aus: „Eigentlich brauchen wir keine Akademiker:innen mehr, sondern Menschen, die wirklich da draußen arbeiten – und damit auch Karriere machen können.“</p>



2. Holt Frauen in Lehrbetrieben vor den Vorhang!



<p>Ich habe nie verstanden, was Eltern dagegen haben könnten, wenn die Tochter einen technischen Beruf erlernen möchte – einen Beruf, der Zukunft hat. Vielleicht liegt es daran, dass sich das viele einfach nicht vorstellen können. Gerade deshalb brauche es Role Models, sagt Robert Frasch. Man müsse endlich anfangen, die Vorbilder vor den Vorhang zu holen. Als Beispiel nennt er die Wiener Linien, die jetzt eine weibliche Ausbilderin haben, die auch die Lehrausbildung absolvierte und damit zur Führungskraft aufstieg. Das ist ein Zeichen, das jungen Frauen Mut gibt und den Eltern zeigt, was die Tochter mit einer Lehrausbildung erreichen kann.</p>



<p>„Wir müssen aber auch über Dinge wie die Vereinbarkeit von Familie und Job nachdenken. Das betrifft die Frauen mehr, allein aus der biologischen Tatsache heraus, dass sie die Kinder bekommen“, so Robert Frasch. Noch heute sei das Kinderkriegen die größte Falle für Altersarmut, weil die Zeit auf dem Pensionskonto fehle. Herr Frasch fordert mehr politisches Engagement, aber auch mehr Initiative in den Betrieben. Angebote wie Betriebskindergärten können hier Anreize setzen. Das bedeutet nicht, dass jede kleine Firma einen Kindergarten bräuchte. Die Chancen liegen in der Kooperation: „In einer idealen Welt würden die zehn Handwerksbetriebe im Ort dafür sorgen, dass es eine Kinderbetreuung gibt.“</p>



3. Betriebe müssen sich um junge Frauen bemühen.



<p>Der Bier trinkende, ölverschmierte Mechaniker, der geschmacklose Pin-up-Kalender im Pausenraum, die frauenfeindlichen Witze, das Macho-Gehabe: Man könnte denken, diese Klischees wären Relikte aus einer anderen Zeit. Robert Frasch fallen aber ad hoc 4–5 Betriebe in seiner Umgebung ein, die genau in dieses Bild hineinpassen: „Es gibt viel mehr, als wir glauben. […] Eine junge Frau kommt hier unter Garantie nicht auf die Idee, reinzugehen und mitarbeiten zu wollen.“ Diese Betriebe werden keine Wahl haben, als sich systematisch zu verändern.</p>



<p>Um erste Schritte zu setzen, empfiehlt Robert Frasch zunächst, aktiv das Gespräch mit jungen Frauen zu suchen. Was sind die Erwartungen an einen Arbeitsplatz? Was ist wichtig, was nicht? Dann sollte man auch konsequent am eigenen Erscheinungsbild arbeiten, sofern nötig – damit man die genannten Klischees nicht mehr erfüllt. Robert Frasch ist überzeugt: „Der Change kommt so oder so. Erfolg werden die Unternehmen haben, die diesen Change schaffen. […] In manchen Betrieben läuten die Alarmglocken schon sehr laut.“</p>



<p>Wir sind mit der Lehre in Österreich also noch nicht dort, wo wir hinmüssten, auch wenn in der Politik allmählich wichtige Zeichen gesetzt werden (z. B. Fachhochschulstudiengänge für Praktiker:innen nach Schweizer Vorbild). Fakt ist, dass die Nachfrage nach Lehrlingen kräftig steigen wird. Eine Riesenchance für junge Menschen (und deren Eltern). Robert Frasch fasst zusammen: „Wir reden hier von Berufen mit extrem gute Zukunftsaussichten. Du wirst hier alles erreichen können, bis hin zur Übernahme eines ganzen Unternehmens.“</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, wie es um die Lehrausbildung in Österreich steht, warum immer noch zu wenig Frauen in technische Lehrberufe gehen und welche Chancen sich in den nächsten Jahren bieten werden!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-koennen-wir-die-lehre-verbessern-robert-frasch/">Wie können wir die Lehre verbessern, Robert Frasch?</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/kinder-brauchen-keine-lehrerinnen-sondern-lernbegleiterinnen-mit-roland-dunzendorfer-mitgruender-des-vereins-colearning/">Kinder brauchen keine Lehrer:innen, sondern Lernbegleiter:innen – mit Roland Dunzendorfer (Mitgründer des Vereins Colearning)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2019/11/28/wie-wir-schulen-zu-oasen-des-self-directed-learnings-machen-konnen/">Wie wir Schulen zu Oasen des Self-directed learnings machen können</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/05/17/was-kann-ich-und-wenn-ja-will-ich-das/">Was kann ich und wenn ja, will ich das?</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/10/04/teamfaehigkeit-und-selbstorganisation-trainieren-so-spannend-war-der-scrum4schools-workshop-an-der-bbs-rohrbach">Teamfähigkeit und Selbstorganisation trainieren – So spannend war der Scrum4Schools Workshop an der BBS Rohrbach</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/10/27/feedforward-denn-feedback-war-gestern">Feedforward – denn Feedback war gestern</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Wir reden hier von Berufen, die extrem gute Zukunftsaussichten haben. Du wirst hier alles erreichen können, bis hin zur Übernahme eines ganzen Unternehmens.“





Mein Gast: Robert Frasch





Ich freue mich, Robert Frasch wieder bei meinem Podcast zu b]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Wir reden hier von Berufen, die extrem gute Zukunftsaussichten haben. Du wirst hier alles erreichen können, bis hin zur Übernahme eines ganzen Unternehmens.“</p>





Mein Gast: Robert Frasch





<p>Ich freue mich, Robert Frasch wieder bei meinem Podcast zu begrüßen, mit dem ich bereits <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-koennen-wir-die-lehre-verbessern-robert-frasch/">in dieser Episode</a> den Stellenwert und die Verbesserungsmöglichkeiten in der Lehrausbildung diskutiert habe. Robert Frasch hat mit <a href="https://www.lehrlingspower.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lehrlingspower.at</a> ein Netzwerk aufgebaut, in dem sich Unternehmen verschiedenster Branchen austauschen können, um voneinander zu lernen. Sein Credo: Nicht an den Menschen schrauben, sondern am System. In dieser Folge spreche ich mit Robert Frasch über den immer stärker spürbaren Fachkräftemangel, junge Frauen in technischen Berufen und darüber, welche Schritte die Handwerksbetriebe setzen müssen, um auch in Zukunft genügend Nachwuchs im Unternehmen zu haben.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Tauziehen um die Lehrlinge hat begonnen.



<p>Angesichts der rückläufigen Geburtenrate und der Pensionierungswelle bei den Babyboomern zeichnet sich eine Riesenlücke ab: „Wir werden im Jahr 2030 ca. 300.000 weniger Menschen im beschäftigungsfähigen Alter haben“, rechnet Robert Frasch vor. Es wird uns aber nicht an Akademiker:innen fehlen, sondern an Menschen mit Praxisausbildung, vor allem in technischen und handwerklichen Berufen.</p>



<p>Mit etwas mehr als 100.000 Lehrlingen in Österreich 2021 (Quelle: <a href="https://wko.at/statistik/jahrbuch/lehrlinge21.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wirtschaftskammer</a>) bilden wir aktuell viel zu wenige Fachkräfte aus, um diese Lücke zu schließen. Da werden auch die Rufe nach mehr jungen Frauen in klassisch männerdominierten Lehrberufen wieder lauter. Der Kern des Problems bleibt davon aber häufig unberührt. Denn bei den jungen Frauen, die sich eine technische Lehre vorstellen könnten, scheitert es häufig am sozialen Umfeld. Robert Frasch sagt es klipp und klar: „Wir verstehen immer noch nicht, dass wir auch die Eltern überzeugen müssen – insbesondere in den MINT-Berufen.“ Die frühe Unterscheidung im Schulsystem zwischen vermeintlich weiblichen und männlichen Tätigkeiten (z. B.: Werken vs. Soziales), ist dabei kein konstruktives Signal.</p>



<p>Ein noch größeres Problem ortet Robert Frasch im allgemeinen Image der Lehre. In den letzten Jahrzehnten hat man den Eltern ständig gesagt, dass der akademische Weg die besten Chancen bieten würde. Dieses Bild steckt noch in den Köpfen. Die Realität sieht heute aber anders aus: „Eigentlich brauchen wir keine Akademiker:innen mehr, sondern Menschen, die wirklich da draußen arbeiten – und damit auch Karriere machen können.“</p>



2. Holt Frauen in Lehrbetrieben vor den Vorhang!



<p>Ich habe nie verstanden, was Eltern dagegen haben könnten, wenn die Tochter einen technischen Beruf erlernen möchte – einen Beruf, der Zukunft hat. Vielleicht liegt es daran, dass sich das viele einfach nicht vorstellen können. Gerade deshalb brauche es Role Models, sagt Robert Frasch. Man müsse endlich anfangen, die Vorbilder vor den Vorhang zu holen. Als Beispiel nennt er die Wiener Linien, die jetzt eine weibliche Ausbilderin haben, die auch die Lehrausbildung absolvierte und damit zur Führungskraft aufstieg. Das ist ein Zeichen, das jungen Frauen Mut gibt und den Eltern zeigt, was die Tochter mit einer Lehrausbildung erreichen kann.</p>



<p>„Wir müssen aber auch über Dinge wie die Vereinbarkeit von Familie und Job nachdenken. Das betrifft die Frauen mehr, allein aus der biologischen Tatsache heraus, dass sie die Kinder bekommen“, so Robert Frasch. Noch heute sei das Kinderkriegen die größte Falle für Altersarmut, weil die Zeit auf dem Pensionskonto fehle. Herr Frasch fordert mehr politisches Engagement, aber auch mehr Initiative in den Betrieben. Angebote wie Betriebskindergärten können hier Anreize setzen. Das bedeutet nicht, dass jede kleine Firma einen Kindergarten bräuchte. Die Chancen liegen in der Kooperation: „In einer idealen Welt würden die zehn Handwerksbetriebe im Ort dafür sorgen, dass es eine Kinderbetreuung gibt.“</p>



3. Betriebe müssen sich um junge Frauen bemühen.



<p>Der Bier trinkende, ölverschmierte Mechaniker, der geschmacklose Pin-up-Kalender im Pausenraum, die frauenfeindlichen Witze, das Macho-Gehabe: Man könnte denken, diese Klischees wären Relikte aus einer anderen Zeit. Robert Frasch fallen aber ad hoc 4–5 Betriebe in seiner Umgebung ein, die genau in dieses Bild hineinpassen: „Es gibt viel mehr, als wir glauben. […] Eine junge Frau kommt hier unter Garantie nicht auf die Idee, reinzugehen und mitarbeiten zu wollen.“ Diese Betriebe werden keine Wahl haben, als sich systematisch zu verändern.</p>



<p>Um erste Schritte zu setzen, empfiehlt Robert Frasch zunächst, aktiv das Gespräch mit jungen Frauen zu suchen. Was sind die Erwartungen an einen Arbeitsplatz? Was ist wichtig, was nicht? Dann sollte man auch konsequent am eigenen Erscheinungsbild arbeiten, sofern nötig – damit man die genannten Klischees nicht mehr erfüllt. Robert Frasch ist überzeugt: „Der Change kommt so oder so. Erfolg werden die Unternehmen haben, die diesen Change schaffen. […] In manchen Betrieben läuten die Alarmglocken schon sehr laut.“</p>



<p>Wir sind mit der Lehre in Österreich also noch nicht dort, wo wir hinmüssten, auch wenn in der Politik allmählich wichtige Zeichen gesetzt werden (z. B. Fachhochschulstudiengänge für Praktiker:innen nach Schweizer Vorbild). Fakt ist, dass die Nachfrage nach Lehrlingen kräftig steigen wird. Eine Riesenchance für junge Menschen (und deren Eltern). Robert Frasch fasst zusammen: „Wir reden hier von Berufen mit extrem gute Zukunftsaussichten. Du wirst hier alles erreichen können, bis hin zur Übernahme eines ganzen Unternehmens.“</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, wie es um die Lehrausbildung in Österreich steht, warum immer noch zu wenig Frauen in technische Lehrberufe gehen und welche Chancen sich in den nächsten Jahren bieten werden!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-koennen-wir-die-lehre-verbessern-robert-frasch/">Wie können wir die Lehre verbessern, Robert Frasch?</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/kinder-brauchen-keine-lehrerinnen-sondern-lernbegleiterinnen-mit-roland-dunzendorfer-mitgruender-des-vereins-colearning/">Kinder brauchen keine Lehrer:innen, sondern Lernbegleiter:innen – mit Roland Dunzendorfer (Mitgründer des Vereins Colearning)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2019/11/28/wie-wir-schulen-zu-oasen-des-self-directed-learnings-machen-konnen/">Wie wir Schulen zu Oasen des Self-directed learnings machen können</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/05/17/was-kann-ich-und-wenn-ja-will-ich-das/">Was kann ich und wenn ja, will ich das?</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/10/04/teamfaehigkeit-und-selbstorganisation-trainieren-so-spannend-war-der-scrum4schools-workshop-an-der-bbs-rohrbach">Teamfähigkeit und Selbstorganisation trainieren – So spannend war der Scrum4Schools Workshop an der BBS Rohrbach</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/10/27/feedforward-denn-feedback-war-gestern">Feedforward – denn Feedback war gestern</a></li></ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[„Wir reden hier von Berufen, die extrem gute Zukunftsaussichten haben. Du wirst hier alles erreichen können, bis hin zur Übernahme eines ganzen Unternehmens.“





Mein Gast: Robert Frasch





Ich freue mich, Robert Frasch wieder bei meinem Podcast zu begrüßen, mit dem ich bereits in dieser Episode den Stellenwert und die Verbesserungsmöglichkeiten in der Lehrausbildung diskutiert habe. Robert Frasch hat mit Lehrlingspower.at ein Netzwerk aufgebaut, in dem sich Unternehmen verschiedenster Branchen austauschen können, um voneinander zu lernen. Sein Credo: Nicht an den Menschen schrauben, sondern am System. In dieser Folge spreche ich mit Robert Frasch über den immer stärker spürbaren Fachkräftemangel, junge Frauen in technischen Berufen und darüber, welche Schritte die Handwerksbetriebe setzen müssen, um auch in Zukunft genügend Nachwuchs im Unternehmen zu haben.



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Tauziehen um die Lehrlinge hat begonnen.



Angesichts der rückläufigen Geburtenrate und der Pensionierungswelle bei den Babyboomern zeichnet sich eine Riesenlücke ab: „Wir werden im Jahr 2030 ca. 300.000 weniger Menschen im beschäftigungsfähigen Alter haben“, rechnet Robert Frasch vor. Es wird uns aber nicht an Akademiker:innen fehlen, sondern an Menschen mit Praxisausbildung, vor allem in technischen und handwerklichen Berufen.



Mit etwas mehr als 100.000 Lehrlingen in Österreich 2021 (Quelle: Wirtschaftskammer) bilden wir aktuell viel zu wenige Fachkräfte aus, um diese Lücke zu schließen. Da werden auch die Rufe nach mehr jungen Frauen in klassisch männerdominierten Lehrberufen wieder lauter. Der Kern des Problems bleibt davon aber häufig unberührt. Denn bei den jungen Frauen, die sich eine technische Lehre vorstellen könnten, scheitert es häufig am sozialen Umfeld. Robert Frasch sagt es klipp und klar: „Wir verstehen immer noch nicht, dass wir auch die Eltern überzeugen müssen – insbesondere in den MINT-Berufen.“ Die frühe Unterscheidung im Schulsystem zwischen vermeintlich weiblichen und männlichen Tätigkeiten (z. B.: Werken vs. Soziales), ist dabei kein konstruktives Signal.



Ein noch größeres Problem ortet Robert Frasch im allgemeinen Image der Lehre. In den letzten Jahrzehnten hat man den Eltern ständig gesagt, dass der akademische Weg die besten Chancen bieten würde. Dieses Bild steckt noch in den Köpfen. Die Realität sieht heute aber anders aus: „Eigentlich brauchen wir keine Akademiker:innen mehr, sondern Menschen, die wirklich da draußen arbeiten – und damit auch Karriere machen können.“



2. Holt Frauen in Lehrbetrieben vor den Vorhang!



Ich habe nie verstanden, was Eltern dagegen haben könnten, wenn die Tochter einen technischen Beruf erlernen möchte – einen Beruf, der Zukunft hat. Vielleicht liegt es daran, dass sich das viele einfach nicht vorstellen können. Gerade deshalb brauche es Role Models, sagt Robert Frasch. Man müsse endlich anfangen, die Vorbilder vor den Vorhang zu holen. Als Beispiel nennt er die Wiener Linien, die jetzt eine weibliche Ausbilderin haben, die auch die Lehrausbildung absolvierte und damit zur Führungskraft aufstieg. Das ist ein Zeichen, das jungen Frauen Mut gibt und den Eltern zeigt, was die Tochter mit einer Lehrausbildung erreichen kann.



„Wir müssen aber auch über Dinge wie die Vereinbarkeit von Familie und Job nachdenken. Das betrifft die Frauen mehr, allein aus der biologischen Tatsache heraus, dass sie die Kinder bekommen“, so Robert Frasch. Noch heute sei das Kinderkriegen die größte Falle für Altersarmut, weil die Zeit auf dem Pensionskonto fehle. Herr Frasch fordert mehr politisches Engagement, aber auch mehr Initiative in den Betrieben. Angebote wie Betriebskindergärten können hier Anreize setzen. Das bedeutet nicht, dass jede kleine Firma einen Kindergarten bräuchte. Die Chancen liegen in der Kooperation: „In einer idealen Welt würden die zehn Handwerksbetriebe im Ort dafür sorgen, dass es eine Kinderbetreuung gibt.“



3. Betriebe müssen sich um junge Fra]]></itunes:summary>
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			<title>Die Lehre als Chance für junge Frauen – mit Robert Frasch (Lehrlingspower.at)</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[„Wir reden hier von Berufen, die extrem gute Zukunftsaussichten haben. Du wirst hier alles erreichen können, bis hin zur Übernahme eines ganzen Unternehmens.“





Mein Gast: Robert Frasch





Ich freue mich, Robert Frasch wieder bei meinem Podcast zu begrüßen, mit dem ich bereits in dieser Episode den Stellenwert und die Verbesserungsmöglichkeiten in der Lehrausbildung diskutiert habe. Robert Frasch hat mit Lehrlingspower.at ein Netzwerk aufgebaut, in dem sich Unternehmen verschiedenster Branchen austauschen können, um voneinander zu lernen. Sein Credo: Nicht an den Menschen schrauben, sondern am System. In dieser Folge spreche ich mit Robert Frasch über den immer stärker spürbaren Fachkräftemangel, junge Frauen in technischen Berufen und darüber, welche Schritte die Handwerksbetriebe setzen müssen, um auch in Zukunft genügend Nachwuchs im Unternehmen zu haben.



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Tauziehen um die Lehrlinge hat begonnen.



Angesichts der rückläufigen Ge]]></googleplay:description>
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	<title>Ein Edu-Start-up auf dem Weg zum Gigacorn – mit Andreas Tschas (Gründer von Glacier)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/ein-edu-start-up-auf-dem-weg-zum-gigacorn-mit-andreas-tschas-gruender-von-glacier/</link>
	<pubDate>Thu, 06 Oct 2022 06:30:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=29811</guid>
	<description><![CDATA[<p>„Klimaschutz ist eine der größten Business Opportunities. Vielleicht sogar eine größere als das Internet.“</p>





<p>Die tragischen Naturkatastrophen in Pakistan, Indien oder gerade erst in Florida bestätigen einmal mehr, dass kein Weg am nachhaltigen Umbau unserer Systeme vorbeiführt. Besonders in den Führungsetagen von Politik und Wirtschaft zerbricht man sich aber noch immer den Kopf darüber, was der Umbau kosten wird und wer das alles bezahlen soll. Ja, das wird richtig, richtig teuer. Ich glaube sogar, dass wir vor der größten Transformation der Menschheitsgeschichte stehen. Aber wo große Herausforderungen, da finden sich auch große Chancen.</p>



Mein Gast: Andreas Tschas





<p>Der Name Andreas Tschas dürfte Beobachter:innen der österreichischen Start-up-Szene bereits länger ein Begriff sein. Nach icons, STARTeurope und Pioneers hat der leidenschaftliche Entrepreneur mit <a href="https://glacier.eco/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Glacier</a> im März 2020 bereits sein viertes erfolgreiches Unternehmen gegründet. Was alle Firmen von Andreas Tschas gemeinsam haben: Er arbeitet an Themen, die ihm wichtig sind – mit dem Anspruch, auch uns als Menschheit voranzubringen. Sein aktuelles Start-up widmet sich dem Thema Klimabildung und richtet sich an Unternehmen und deren Mitarbeiter:innen. Inspiriert von seinen beiden Töchtern, war es dem Gründer ein Anliegen, sein Wissen, seine Erfahrung und sein bestehendes Netzwerk zu nutzen, um im Bereich Klimaschutz aktiv zu werden.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Es fehlt das Wissen, um dem Klimawandel effektiv entgegenzuwirken.



<p>Das erste Produkt von Glacier war ein CO2-Rechner für Unternehmen – und wurde nach kurzer Zeit wieder eingestampft. Nicht, weil es nicht funktioniert hätte, sondern weil es das falsche Produkt war. „Der CO2-Rechner ermöglichte nur eine Momentaufnahme. Wenn du aber nicht weißt, wie du es besser machen kannst, machst du den Prozess beim nächsten Mal erst recht wieder falsch“, erzählt Andreas Tschas. So stieß der ambitionierte Gründer mit seinem Team auf das eigentliche Problem: „Viele reden über Klimaschutz, aber niemand weiß, wie man es angeht.“</p>



<p>Heute bietet Glacier Klimaschutzweiterbildungsprogramme für Unternehmen und deren Mitarbeiter:innen. In einem Grundkurs und dem daran anschließenden Aufbaukurs lernen die Teilnehmer:innen darüber, welche Faktoren den Klimawandel auslösen, wie diese zusammenhängen und mit welchen Maßnahmen man konkret entgegensteuern kann. Glacier versteht sich dabei selbst als vernetzte Lernplattform. Für die Inhalte arbeitet das Unternehmen mit Expert:innen aus den jeweiligen Themenbereichen zusammen. „Uns ist es wichtig, dass man mit unserem Content etwas machen kann. […] Sehr viel von dem, was wir vermitteln, kann man auch privat anwenden“, so Andreas Tschas. Die Idee ist genial. Indem Glacier das fehlende Wissen über die Mitarbeiter:innen auf eine praktikable Weise in die Organisationen bringt, hat das Start-up eine Nische mit Riesenpotenzial gefunden – und zudem einen großen Hebel, um Impact zu schaffen.</p>



2. Große Probleme brauchen skalierbare Lösungen.



<p>Glacier hat eine ambitionierte Vision: „Wir möchten 100 Millionen Mitarbeiter:innen im Bereich Klimaschutz empowern, den Unternehmen so bei der Transformation helfen und gleichzeitig eines der größten Klimaschutzweiterbildungsprogramme der Welt initiieren“, erklärt Andreas Tschas mit leuchtenden Augen. Damit strebe das Start-up aber nicht nach dem Unicorn-Status, sondern möchte ein Gigacorn werden, wie der Gründer selbstbewusst anmerkt: „Das Gigacorn ist das bessere Unicorn. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie du das werden kannst. Entweder du verhinderst, dass eine Gigatonne Co2 in die Atmosphäre gelangt, oder du holst eine Gigatonne Co2 aus der Atmosphäre heraus.“</p>



<p>Wie erreicht man ein so großes Ziel? Indem man von Beginn an skalierbar denkt und sich radikal auf seine Zielgruppe fokussiert. Darin sieht Andreas auch die Stärke von Glacier: "Wir sind sehr gut darin, unsere Produkte ständig weiterzuentwickeln. Das Kundenfeedback ist dabei aber nur die eine Seite. Das Schwierige und Besondere ist, deine eigene Interpretation über die Zukunft miteinzubauen. Denn oft wissen die Kunden nicht, was sie brauchen.“ Henry Ford und seine Anekdote mit den schnelleren Pferden lassen grüßen.</p>



<p>Um auf Kurs zu bleiben, ordnet man bei Glacier alles der Vision unter und bemisst auch die Quartalsziele danach. Es scheint zu funktionieren. Nach knapp zwei Jahren haben bereits 25.000 Mitarbeiter:innen das Ausbildungsprogramm von Glacier absolviert. Diese 25.000 Menschen blicken heute mit einer neuen Perspektive auf die Prozesse in ihren Unternehmen, setzen ihr Klimaschutzwissen um und tragen es weiter. Auch wenn es bis zu den 100 Millionen noch ein wenig dauern wird, der Weg zum Gigacorn ist geebnet.</p>



3. Nachhaltigkeit wird einen gigantischen Wirtschaftsboom auslösen.



<p>Während viele Firmen noch mit ihrer digitalen Transformation beschäftigt sind, klopft schon die nächste an der Tür. Der immer größer werdende Druck ist in den Organisationen bereits klar spürbar. In den HR-Abteilungen ist man plötzlich mit Bewerber:innen-Fragen zum nachhaltigen Engagement des Unternehmens beschäftigt. Für Sales wird es immer schwieriger, Produkte mit schlechter Nachhaltigkeitsbilanz zu verkaufen. Und auch die Finanzierung fällt nicht-nachhaltigen Unternehmen aufgrund der EU-Taxonomie immer schwerer. Dieser Druck wird weiter wachsen. Andreas Tschas ist überzeugt: “Wer die Transformation nicht angeht, wird vom Markt verschwinden.“ (In diesem Zusammenhang kann ich euch auch mein <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-wird-die-lizenz-zum-wirtschaften-mit-katharina-eucken-viafuturum/">Gespräch mit Katharina Eucken</a> ans Herz legen!)</p>



<p>Auf der anderen Seite entstehen gerade neue Wirtschaftszweige mit riesigem Potenzial. „Klimaschutz ist eine der größten Business Opportunities. Vielleicht sogar eine größere als das Internet. Wir werden so viele Probleme lösen müssen und so viele kluge Leute brauchen“, sagt der Gründer von Glacier. Das gilt für neue Bereiche wie die Klimaschutzbildung, aber auch für alle weiteren Sparten der Wirtschaft. Wenn wir die Energiebasis ändern – und das ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Transformation – müssen wir die gesamte Infrastruktur umbauen. Irgendjemand muss diese Arbeit erledigen. Für Unternehmen, die sich hier glaubwürdig positionieren können, werden das goldene Zeiten. Ich glaube, dass wir vor einem gigantischen Wirtschaftsboom stehen.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/auch-unternehmen-koennen-und-sollen-aktivisten-sein-mit-stefanie-summerauer-visionistas/">Auch Unternehmen können und sollen Aktivisten sein – mit Stefanie Summerauer (Visionistas)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-wird-die-lizenz-zum-wirtschaften-mit-katharina-eucken-viafuturum/">Nachhaltigkeit wird die Lizenz zum Wirtschaften – mit Katharina Eucken (Viafuturum)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/06/10/iss-weniger-brot-fuer-den-erhalt-der-biodiversitaet/">Iss’ weniger Brot! Für den Erhalt der Biodiversität.</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/08/23/wir-brauchen-den-paradigmenwechsel-jetzt/">Wir brauchen den Paradigmenwechsel jetzt</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/08/13/nachhaltigkeit-bei-borisgloger-un-simulation-mit-moritz-mueller" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeit bei borisgloger: UN-Simulation mit Moritz Müller</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/04/20/aus-dem-schock-ins-tun-kommen-mit-12-inspirationen-den-ipcc-report-verarbeiten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aus dem Schock ins Tun kommen – mit 12 Inspirationen den IPCC Report verarbeiten</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Klimaschutz ist eine der größten Business Opportunities. Vielleicht sogar eine größere als das Internet.“





Die tragischen Naturkatastrophen in Pakistan, Indien oder gerade erst in Florida bestätigen einmal mehr, dass kein Weg am nachhaltigen Umbau u]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Klimaschutz ist eine der größten Business Opportunities. Vielleicht sogar eine größere als das Internet.“</p>





<p>Die tragischen Naturkatastrophen in Pakistan, Indien oder gerade erst in Florida bestätigen einmal mehr, dass kein Weg am nachhaltigen Umbau unserer Systeme vorbeiführt. Besonders in den Führungsetagen von Politik und Wirtschaft zerbricht man sich aber noch immer den Kopf darüber, was der Umbau kosten wird und wer das alles bezahlen soll. Ja, das wird richtig, richtig teuer. Ich glaube sogar, dass wir vor der größten Transformation der Menschheitsgeschichte stehen. Aber wo große Herausforderungen, da finden sich auch große Chancen.</p>



Mein Gast: Andreas Tschas





<p>Der Name Andreas Tschas dürfte Beobachter:innen der österreichischen Start-up-Szene bereits länger ein Begriff sein. Nach icons, STARTeurope und Pioneers hat der leidenschaftliche Entrepreneur mit <a href="https://glacier.eco/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Glacier</a> im März 2020 bereits sein viertes erfolgreiches Unternehmen gegründet. Was alle Firmen von Andreas Tschas gemeinsam haben: Er arbeitet an Themen, die ihm wichtig sind – mit dem Anspruch, auch uns als Menschheit voranzubringen. Sein aktuelles Start-up widmet sich dem Thema Klimabildung und richtet sich an Unternehmen und deren Mitarbeiter:innen. Inspiriert von seinen beiden Töchtern, war es dem Gründer ein Anliegen, sein Wissen, seine Erfahrung und sein bestehendes Netzwerk zu nutzen, um im Bereich Klimaschutz aktiv zu werden.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Es fehlt das Wissen, um dem Klimawandel effektiv entgegenzuwirken.



<p>Das erste Produkt von Glacier war ein CO2-Rechner für Unternehmen – und wurde nach kurzer Zeit wieder eingestampft. Nicht, weil es nicht funktioniert hätte, sondern weil es das falsche Produkt war. „Der CO2-Rechner ermöglichte nur eine Momentaufnahme. Wenn du aber nicht weißt, wie du es besser machen kannst, machst du den Prozess beim nächsten Mal erst recht wieder falsch“, erzählt Andreas Tschas. So stieß der ambitionierte Gründer mit seinem Team auf das eigentliche Problem: „Viele reden über Klimaschutz, aber niemand weiß, wie man es angeht.“</p>



<p>Heute bietet Glacier Klimaschutzweiterbildungsprogramme für Unternehmen und deren Mitarbeiter:innen. In einem Grundkurs und dem daran anschließenden Aufbaukurs lernen die Teilnehmer:innen darüber, welche Faktoren den Klimawandel auslösen, wie diese zusammenhängen und mit welchen Maßnahmen man konkret entgegensteuern kann. Glacier versteht sich dabei selbst als vernetzte Lernplattform. Für die Inhalte arbeitet das Unternehmen mit Expert:innen aus den jeweiligen Themenbereichen zusammen. „Uns ist es wichtig, dass man mit unserem Content etwas machen kann. […] Sehr viel von dem, was wir vermitteln, kann man auch privat anwenden“, so Andreas Tschas. Die Idee ist genial. Indem Glacier das fehlende Wissen über die Mitarbeiter:innen auf eine praktikable Weise in die Organisationen bringt, hat das Start-up eine Nische mit Riesenpotenzial gefunden – und zudem einen großen Hebel, um Impact zu schaffen.</p>



2. Große Probleme brauchen skalierbare Lösungen.



<p>Glacier hat eine ambitionierte Vision: „Wir möchten 100 Millionen Mitarbeiter:innen im Bereich Klimaschutz empowern, den Unternehmen so bei der Transformation helfen und gleichzeitig eines der größten Klimaschutzweiterbildungsprogramme der Welt initiieren“, erklärt Andreas Tschas mit leuchtenden Augen. Damit strebe das Start-up aber nicht nach dem Unicorn-Status, sondern möchte ein Gigacorn werden, wie der Gründer selbstbewusst anmerkt: „Das Gigacorn ist das bessere Unicorn. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie du das werden kannst. Entweder du verhinderst, dass eine Gigatonne Co2 in die Atmosphäre gelangt, oder du holst eine Gigatonne Co2 aus der Atmosphäre heraus.“</p>



<p>Wie erreicht man ein so großes Ziel? Indem man von Beginn an skalierbar denkt und sich radikal auf seine Zielgruppe fokussiert. Darin sieht Andreas auch die Stärke von Glacier: "Wir sind sehr gut darin, unsere Produkte ständig weiterzuentwickeln. Das Kundenfeedback ist dabei aber nur die eine Seite. Das Schwierige und Besondere ist, deine eigene Interpretation über die Zukunft miteinzubauen. Denn oft wissen die Kunden nicht, was sie brauchen.“ Henry Ford und seine Anekdote mit den schnelleren Pferden lassen grüßen.</p>



<p>Um auf Kurs zu bleiben, ordnet man bei Glacier alles der Vision unter und bemisst auch die Quartalsziele danach. Es scheint zu funktionieren. Nach knapp zwei Jahren haben bereits 25.000 Mitarbeiter:innen das Ausbildungsprogramm von Glacier absolviert. Diese 25.000 Menschen blicken heute mit einer neuen Perspektive auf die Prozesse in ihren Unternehmen, setzen ihr Klimaschutzwissen um und tragen es weiter. Auch wenn es bis zu den 100 Millionen noch ein wenig dauern wird, der Weg zum Gigacorn ist geebnet.</p>



3. Nachhaltigkeit wird einen gigantischen Wirtschaftsboom auslösen.



<p>Während viele Firmen noch mit ihrer digitalen Transformation beschäftigt sind, klopft schon die nächste an der Tür. Der immer größer werdende Druck ist in den Organisationen bereits klar spürbar. In den HR-Abteilungen ist man plötzlich mit Bewerber:innen-Fragen zum nachhaltigen Engagement des Unternehmens beschäftigt. Für Sales wird es immer schwieriger, Produkte mit schlechter Nachhaltigkeitsbilanz zu verkaufen. Und auch die Finanzierung fällt nicht-nachhaltigen Unternehmen aufgrund der EU-Taxonomie immer schwerer. Dieser Druck wird weiter wachsen. Andreas Tschas ist überzeugt: “Wer die Transformation nicht angeht, wird vom Markt verschwinden.“ (In diesem Zusammenhang kann ich euch auch mein <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-wird-die-lizenz-zum-wirtschaften-mit-katharina-eucken-viafuturum/">Gespräch mit Katharina Eucken</a> ans Herz legen!)</p>



<p>Auf der anderen Seite entstehen gerade neue Wirtschaftszweige mit riesigem Potenzial. „Klimaschutz ist eine der größten Business Opportunities. Vielleicht sogar eine größere als das Internet. Wir werden so viele Probleme lösen müssen und so viele kluge Leute brauchen“, sagt der Gründer von Glacier. Das gilt für neue Bereiche wie die Klimaschutzbildung, aber auch für alle weiteren Sparten der Wirtschaft. Wenn wir die Energiebasis ändern – und das ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Transformation – müssen wir die gesamte Infrastruktur umbauen. Irgendjemand muss diese Arbeit erledigen. Für Unternehmen, die sich hier glaubwürdig positionieren können, werden das goldene Zeiten. Ich glaube, dass wir vor einem gigantischen Wirtschaftsboom stehen.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



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<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/auch-unternehmen-koennen-und-sollen-aktivisten-sein-mit-stefanie-summerauer-visionistas/">Auch Unternehmen können und sollen Aktivisten sein – mit Stefanie Summerauer (Visionistas)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-wird-die-lizenz-zum-wirtschaften-mit-katharina-eucken-viafuturum/">Nachhaltigkeit wird die Lizenz zum Wirtschaften – mit Katharina Eucken (Viafuturum)</a></li></ul>



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<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/08/13/nachhaltigkeit-bei-borisgloger-un-simulation-mit-moritz-mueller" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeit bei borisgloger: UN-Simulation mit Moritz Müller</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/04/20/aus-dem-schock-ins-tun-kommen-mit-12-inspirationen-den-ipcc-report-verarbeiten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aus dem Schock ins Tun kommen – mit 12 Inspirationen den IPCC Report verarbeiten</a></li></ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[„Klimaschutz ist eine der größten Business Opportunities. Vielleicht sogar eine größere als das Internet.“





Die tragischen Naturkatastrophen in Pakistan, Indien oder gerade erst in Florida bestätigen einmal mehr, dass kein Weg am nachhaltigen Umbau unserer Systeme vorbeiführt. Besonders in den Führungsetagen von Politik und Wirtschaft zerbricht man sich aber noch immer den Kopf darüber, was der Umbau kosten wird und wer das alles bezahlen soll. Ja, das wird richtig, richtig teuer. Ich glaube sogar, dass wir vor der größten Transformation der Menschheitsgeschichte stehen. Aber wo große Herausforderungen, da finden sich auch große Chancen.



Mein Gast: Andreas Tschas





Der Name Andreas Tschas dürfte Beobachter:innen der österreichischen Start-up-Szene bereits länger ein Begriff sein. Nach icons, STARTeurope und Pioneers hat der leidenschaftliche Entrepreneur mit Glacier im März 2020 bereits sein viertes erfolgreiches Unternehmen gegründet. Was alle Firmen von Andreas Tschas gemeinsam haben: Er arbeitet an Themen, die ihm wichtig sind – mit dem Anspruch, auch uns als Menschheit voranzubringen. Sein aktuelles Start-up widmet sich dem Thema Klimabildung und richtet sich an Unternehmen und deren Mitarbeiter:innen. Inspiriert von seinen beiden Töchtern, war es dem Gründer ein Anliegen, sein Wissen, seine Erfahrung und sein bestehendes Netzwerk zu nutzen, um im Bereich Klimaschutz aktiv zu werden.



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Es fehlt das Wissen, um dem Klimawandel effektiv entgegenzuwirken.



Das erste Produkt von Glacier war ein CO2-Rechner für Unternehmen – und wurde nach kurzer Zeit wieder eingestampft. Nicht, weil es nicht funktioniert hätte, sondern weil es das falsche Produkt war. „Der CO2-Rechner ermöglichte nur eine Momentaufnahme. Wenn du aber nicht weißt, wie du es besser machen kannst, machst du den Prozess beim nächsten Mal erst recht wieder falsch“, erzählt Andreas Tschas. So stieß der ambitionierte Gründer mit seinem Team auf das eigentliche Problem: „Viele reden über Klimaschutz, aber niemand weiß, wie man es angeht.“



Heute bietet Glacier Klimaschutzweiterbildungsprogramme für Unternehmen und deren Mitarbeiter:innen. In einem Grundkurs und dem daran anschließenden Aufbaukurs lernen die Teilnehmer:innen darüber, welche Faktoren den Klimawandel auslösen, wie diese zusammenhängen und mit welchen Maßnahmen man konkret entgegensteuern kann. Glacier versteht sich dabei selbst als vernetzte Lernplattform. Für die Inhalte arbeitet das Unternehmen mit Expert:innen aus den jeweiligen Themenbereichen zusammen. „Uns ist es wichtig, dass man mit unserem Content etwas machen kann. […] Sehr viel von dem, was wir vermitteln, kann man auch privat anwenden“, so Andreas Tschas. Die Idee ist genial. Indem Glacier das fehlende Wissen über die Mitarbeiter:innen auf eine praktikable Weise in die Organisationen bringt, hat das Start-up eine Nische mit Riesenpotenzial gefunden – und zudem einen großen Hebel, um Impact zu schaffen.



2. Große Probleme brauchen skalierbare Lösungen.



Glacier hat eine ambitionierte Vision: „Wir möchten 100 Millionen Mitarbeiter:innen im Bereich Klimaschutz empowern, den Unternehmen so bei der Transformation helfen und gleichzeitig eines der größten Klimaschutzweiterbildungsprogramme der Welt initiieren“, erklärt Andreas Tschas mit leuchtenden Augen. Damit strebe das Start-up aber nicht nach dem Unicorn-Status, sondern möchte ein Gigacorn werden, wie der Gründer selbstbewusst anmerkt: „Das Gigacorn ist das bessere Unicorn. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie du das werden kannst. Entweder du verhinderst, dass eine Gigatonne Co2 in die Atmosphäre gelangt, oder du holst eine Gigatonne Co2 aus der Atmosphäre heraus.“



Wie erreicht man ein so großes Ziel? Indem man von Beginn an skalierbar denkt und sich radikal auf seine Zielgruppe fokussiert. Darin sieht Andreas auch die Stärke von Glacier: "Wir sind sehr gut darin, unsere Produkte ständig weiterzuentwickeln. Das Kundenfeedback ist dabei aber]]></itunes:summary>
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			<title>Ein Edu-Start-up auf dem Weg zum Gigacorn – mit Andreas Tschas (Gründer von Glacier)</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[„Klimaschutz ist eine der größten Business Opportunities. Vielleicht sogar eine größere als das Internet.“





Die tragischen Naturkatastrophen in Pakistan, Indien oder gerade erst in Florida bestätigen einmal mehr, dass kein Weg am nachhaltigen Umbau unserer Systeme vorbeiführt. Besonders in den Führungsetagen von Politik und Wirtschaft zerbricht man sich aber noch immer den Kopf darüber, was der Umbau kosten wird und wer das alles bezahlen soll. Ja, das wird richtig, richtig teuer. Ich glaube sogar, dass wir vor der größten Transformation der Menschheitsgeschichte stehen. Aber wo große Herausforderungen, da finden sich auch große Chancen.



Mein Gast: Andreas Tschas





Der Name Andreas Tschas dürfte Beobachter:innen der österreichischen Start-up-Szene bereits länger ein Begriff sein. Nach icons, STARTeurope und Pioneers hat der leidenschaftliche Entrepreneur mit Glacier im März 2020 bereits sein viertes erfolgreiches Unternehmen gegründet. Was alle Firmen von Andreas Tschas geme]]></googleplay:description>
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	<title>Kinder brauchen keine Lehrer:innen, sondern Lernbegleiter:innen – mit Roland Dunzendorfer (Mitgründer des Vereins Colearning)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/kinder-brauchen-keine-lehrerinnen-sondern-lernbegleiterinnen-mit-roland-dunzendorfer-mitgruender-des-vereins-colearning/</link>
	<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 06:30:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Anzunehmen, ein Kind wäre ein weißes Blatt, auf das wir draufschreiben müssten, ist für mich eine falsche Denkweise.“</p>





<p>Ich habe oft den Eindruck, dass Schule nicht für die Kinder, sondern für die Bedürfnisse der Eltern gestaltet ist. Sie wird als eine Art Aufbewahrungsanstalt für den Nachwuchs missverstanden, damit man endlich wieder ein paar Stunden Luft hat. Dass die Kids in der durchgetakteten Schule die Freude am Lernen verlieren, scheint nachrangig zu sein.</p>



<p>Neuere Bildungskonzepte hingegen, die versuchen, das starre Korsett der Schule abzulegen, werden tendenziell mit Skepsis betrachtet. Dabei richten sich diese häufig viel stärker an den Interessen der Kinder aus. Aber es gibt sie, die Leuchtturmprojekte, die erfolgreich einen anderen Weg gehen. Mein Gesprächspartner in dieser Podcast-Folge hat eines dieser inspirierenden Projekte mitgestaltet.</p>



Mein Gast: Roland Dunzendorfer





<p>Roland Dunzendorfer ist Landschaftsplaner und hat gemeinsam mit weiteren Eltern ein eigenes Lernzentrum gegründet, das zwischenzeitlich im Markhof Wien angesiedelt war. Dieses „Dorf in der Stadt“ war keine Ergänzung zur Schule, sondern eine Alternative und wurde ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert. Schon zuvor hatte Roland Dunzendorfer eines seiner Kinder als Freilerner begleitet und viel Zeit in eine interessenbezogene Ausbildung investiert. Über Scrum4Schools ist er schließlich auch mit meiner Kollegin Anna Czerny in Kontakt gekommen, die ihr schon <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-funktioniert-schulunterricht-auf-augenhoehe-das-scrum4schools-gespraech/">aus dieser Podcast-Episode</a> kennt.</p>



Das sind die drei Schlüsselpunkte



1. Wie gründet man ein Lernzentrum?



<p>Als Roland Dunzendorfer erkannt hatte, dass „normale“ Schule nicht funktioniert (siehe dazu auch <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">mein Gespräch mit Horst Költze</a>), wagte er einen mutigen Schritt. Er nahm seinen ältesten Sohn von der Schule. Im Gespräch mit weiteren Eltern entstand die Idee, ehrenamtlich ein Lernzentrum zu gründen. „Wir wollten, dass Lernen Spaß macht und getrieben von Neugier ist“, erzählt Herr Dunzendorfer. Aus diesem gemeinsamen Bedürfnis entstand ein Verein, der nach mehrmonatiger Ideenfindungsphase mit einer Informationsveranstaltung an die Öffentlichkeit ging. Das Feedback war überraschend. Plötzlich waren 50 Erwachsene mit Kindern da, die ein konkretes Interesse äußerten. Dass zu diesem Zeitpunkt noch viele Fragezeichen im Raum standen, war kein Problem: „Wir haben bei der Präsentation viel falsch gemacht und viele Fragen nicht beantworten können. Aber die Menschen fanden es sympathisch, dass wir das auch offen kommuniziert haben.“</p>



<p>Beflügelt durch das positive Feedback nahm das Projekt Lernzentrum Schritt für Schritt Gestalt an. Dabei erlebte das Team rund um Roland Dunzendorfer einen regelrechten Flow-Zustand. Zwei Wochen vor dem Start war schließlich in letzter Minute auch der passende Ort gefunden und das Lernzentrum konnte seine Türen öffnen.</p>



2. Projektbasiertes Lernen weckt das Interesse der Kinder



<p>Kinder lernen ihre Sprache selbstständig, indem sie beobachten und ausprobieren. Warum nehmen wir ihnen diese natürliche Fähigkeit, indem wir sie in ein Klassenzimmer stecken? Im Lernzentrum Markhof ist es gelungen, diese Dynamik aufzubrechen. An die Stelle des theoretischen Unterrichts trat das projektbezogene Lernen. Wenn ein neues Lernprojekt startete, lud man geeignete Expert:innen aus dem Netzwerk ein. So kam zum Beispiel ein Ingenieur der Wiener Linien vorbei und zeigte den Kindern, wie Kegelschnitte in der Praxis aussehen und was er für den U-Bahn-Bau berechnen muss. Aus einer sonst stinklangweiligen Zeichenübung im Mathe-Unterricht wurde eine spannende Lernerfahrung, bei der die Kinder mit Begeisterung dabei waren.</p>



<p>Inspiriert von Scrum haben Roland Dunzendorfer und seine Mitgründer:innen die richtige Lernmethode gefunden, um Projekte dieser Art aufzubereiten. Scrum bietet einen Rahmen, aber innerhalb dieses Rahmens können die Kinder selbstständig lernen. Dank regelmäßiger Feedbackschleifen ist es auch möglich, die Richtung zu ändern, wenn es nötig ist. „Uns war wichtig, dass das Lernen ein Stück weit am Arbeiten von Erwachsenen dran ist“, erzählt Herr Dunzendorfer. Im Markhof war diese Voraussetzung sowohl inhaltlich als auch räumlich gegeben. Im selben Gebäude gab es einen Co-Working-Space und Projekträume, in denen die unterschiedlichsten Menschen aufeinandertrafen und sich austauschen konnten.</p>



3. Der Lehrberuf braucht eine grundlegende Neubewertung



<p>Klassische Schule basiert auf der Vorstellung, dass Kinder im gleichen Alter das gleiche Wissen haben sollten. Dagegen spricht aber eigentlich alles, was wir heute über Lernprozesse wissen. Ich habe schon in meiner Schulzeit nicht verstanden, wozu ich die Namen der römischen Kaiser auswendig lernen sollte. Und ich weiß auch heute nicht, wie sie alle hießen. Die Gleichmacherei im Schulsystem ist ein verlässlicher „Begeisterungskiller” beim Lernen, was auch Roland Dunzendorfer anspricht: „Anzunehmen, ein Kind wäre ein weißes Blatt, auf das wir draufschreiben müssten, ist für mich eine falsche Denkweise. […] Ich muss herausfinden, was auf diesem Blatt schon alles draufsteht.“</p>



<p>Bei unseren Projekten im Rahmen von <a href="https://www.borisgloger.com/ueber-uns/csr/scrum-4-schools">Scrum4Schools</a> sehen wir, dass einfach mehr Wissen hängen bleibt, wenn die Kids mit Begeisterung dabei sind – <a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/07/mit-scrum4schools-dem-weltraum-auf-der-spur">das berichten die Schüler:innen</a> selbst, aber auch <a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/05/25/eine-scrum4schools-projekt-rueckschau-mit-physiklehrer-ivan-topic">die Lehrer:innen.</a> Ähnliche Erfahrungen hat auch Roland Dunzendorfer im Lernzentrum Markhof mit seinem projektbasierten Lernansatz gemacht. Die Sorge, die viele Eltern hatten, dass dabei auch Allgemeinbildung verloren gehen könnte, sieht er als unbegründet. Die Kinder nehmen auch aus der klassischen Schule nur das mit, was sie wirklich interessiert.</p>



<p>Am Ende des Tages geht es wohl den meisten Kids so wie mir mit den römischen Kaisern: Was für mich nicht interessant ist, geht bei einem Ohr rein und beim anderen raus. Aber wenn ich für ein Thema brenne und die intrinsische Motivation habe, etwas darüber zu wissen, dann lernt es sich wie von selbst. Diese Begeisterung zu wecken, ist die zentrale Aufgabe von Lehrkräften. Das Fachwissen selbst ist heute an jeder Ecke verfügbar.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">Wir wollen unsere Kinder gar nicht besser ausbilden – mit Horst Költze (Autor) und Anna Czerny (Scrum4Schools by borisgloger)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/series/schule/">Wie funktioniert Schulunterricht auf Augenhöhe? Das Scrum4Schools-Gespräch</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-koennen-wir-die-lehre-verbessern-robert-frasch/">Wie können wir die Lehre verbessern, Robert Frasch?</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/02/17/lasst-die-kinder-in-ruhe/">Lasst die Kinder in Ruhe!</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/05/17/schafft-die-schulpflicht-ab/">Schafft die Schulpflicht ab!</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/07/mit-scrum4schools-dem-weltraum-auf-der-spur" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mit Scrum4Schools dem Weltraum auf der Spur</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/05/25/eine-scrum4schools-projekt-rueckschau-mit-physiklehrer-ivan-topic" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eine Scrum4Schools-Projekt-Rückschau mit Physiklehrer Ivan Topic</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Anzunehmen, ein Kind wäre ein weißes Blatt, auf das wir draufschreiben müssten, ist für mich eine falsche Denkweise.“





Ich habe oft den Eindruck, dass Schule nicht für die Kinder, sondern für die Bedürfnisse der Eltern gestaltet ist. Sie wird als ei]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Anzunehmen, ein Kind wäre ein weißes Blatt, auf das wir draufschreiben müssten, ist für mich eine falsche Denkweise.“</p>





<p>Ich habe oft den Eindruck, dass Schule nicht für die Kinder, sondern für die Bedürfnisse der Eltern gestaltet ist. Sie wird als eine Art Aufbewahrungsanstalt für den Nachwuchs missverstanden, damit man endlich wieder ein paar Stunden Luft hat. Dass die Kids in der durchgetakteten Schule die Freude am Lernen verlieren, scheint nachrangig zu sein.</p>



<p>Neuere Bildungskonzepte hingegen, die versuchen, das starre Korsett der Schule abzulegen, werden tendenziell mit Skepsis betrachtet. Dabei richten sich diese häufig viel stärker an den Interessen der Kinder aus. Aber es gibt sie, die Leuchtturmprojekte, die erfolgreich einen anderen Weg gehen. Mein Gesprächspartner in dieser Podcast-Folge hat eines dieser inspirierenden Projekte mitgestaltet.</p>



Mein Gast: Roland Dunzendorfer





<p>Roland Dunzendorfer ist Landschaftsplaner und hat gemeinsam mit weiteren Eltern ein eigenes Lernzentrum gegründet, das zwischenzeitlich im Markhof Wien angesiedelt war. Dieses „Dorf in der Stadt“ war keine Ergänzung zur Schule, sondern eine Alternative und wurde ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert. Schon zuvor hatte Roland Dunzendorfer eines seiner Kinder als Freilerner begleitet und viel Zeit in eine interessenbezogene Ausbildung investiert. Über Scrum4Schools ist er schließlich auch mit meiner Kollegin Anna Czerny in Kontakt gekommen, die ihr schon <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-funktioniert-schulunterricht-auf-augenhoehe-das-scrum4schools-gespraech/">aus dieser Podcast-Episode</a> kennt.</p>



Das sind die drei Schlüsselpunkte



1. Wie gründet man ein Lernzentrum?



<p>Als Roland Dunzendorfer erkannt hatte, dass „normale“ Schule nicht funktioniert (siehe dazu auch <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">mein Gespräch mit Horst Költze</a>), wagte er einen mutigen Schritt. Er nahm seinen ältesten Sohn von der Schule. Im Gespräch mit weiteren Eltern entstand die Idee, ehrenamtlich ein Lernzentrum zu gründen. „Wir wollten, dass Lernen Spaß macht und getrieben von Neugier ist“, erzählt Herr Dunzendorfer. Aus diesem gemeinsamen Bedürfnis entstand ein Verein, der nach mehrmonatiger Ideenfindungsphase mit einer Informationsveranstaltung an die Öffentlichkeit ging. Das Feedback war überraschend. Plötzlich waren 50 Erwachsene mit Kindern da, die ein konkretes Interesse äußerten. Dass zu diesem Zeitpunkt noch viele Fragezeichen im Raum standen, war kein Problem: „Wir haben bei der Präsentation viel falsch gemacht und viele Fragen nicht beantworten können. Aber die Menschen fanden es sympathisch, dass wir das auch offen kommuniziert haben.“</p>



<p>Beflügelt durch das positive Feedback nahm das Projekt Lernzentrum Schritt für Schritt Gestalt an. Dabei erlebte das Team rund um Roland Dunzendorfer einen regelrechten Flow-Zustand. Zwei Wochen vor dem Start war schließlich in letzter Minute auch der passende Ort gefunden und das Lernzentrum konnte seine Türen öffnen.</p>



2. Projektbasiertes Lernen weckt das Interesse der Kinder



<p>Kinder lernen ihre Sprache selbstständig, indem sie beobachten und ausprobieren. Warum nehmen wir ihnen diese natürliche Fähigkeit, indem wir sie in ein Klassenzimmer stecken? Im Lernzentrum Markhof ist es gelungen, diese Dynamik aufzubrechen. An die Stelle des theoretischen Unterrichts trat das projektbezogene Lernen. Wenn ein neues Lernprojekt startete, lud man geeignete Expert:innen aus dem Netzwerk ein. So kam zum Beispiel ein Ingenieur der Wiener Linien vorbei und zeigte den Kindern, wie Kegelschnitte in der Praxis aussehen und was er für den U-Bahn-Bau berechnen muss. Aus einer sonst stinklangweiligen Zeichenübung im Mathe-Unterricht wurde eine spannende Lernerfahrung, bei der die Kinder mit Begeisterung dabei waren.</p>



<p>Inspiriert von Scrum haben Roland Dunzendorfer und seine Mitgründer:innen die richtige Lernmethode gefunden, um Projekte dieser Art aufzubereiten. Scrum bietet einen Rahmen, aber innerhalb dieses Rahmens können die Kinder selbstständig lernen. Dank regelmäßiger Feedbackschleifen ist es auch möglich, die Richtung zu ändern, wenn es nötig ist. „Uns war wichtig, dass das Lernen ein Stück weit am Arbeiten von Erwachsenen dran ist“, erzählt Herr Dunzendorfer. Im Markhof war diese Voraussetzung sowohl inhaltlich als auch räumlich gegeben. Im selben Gebäude gab es einen Co-Working-Space und Projekträume, in denen die unterschiedlichsten Menschen aufeinandertrafen und sich austauschen konnten.</p>



3. Der Lehrberuf braucht eine grundlegende Neubewertung



<p>Klassische Schule basiert auf der Vorstellung, dass Kinder im gleichen Alter das gleiche Wissen haben sollten. Dagegen spricht aber eigentlich alles, was wir heute über Lernprozesse wissen. Ich habe schon in meiner Schulzeit nicht verstanden, wozu ich die Namen der römischen Kaiser auswendig lernen sollte. Und ich weiß auch heute nicht, wie sie alle hießen. Die Gleichmacherei im Schulsystem ist ein verlässlicher „Begeisterungskiller” beim Lernen, was auch Roland Dunzendorfer anspricht: „Anzunehmen, ein Kind wäre ein weißes Blatt, auf das wir draufschreiben müssten, ist für mich eine falsche Denkweise. […] Ich muss herausfinden, was auf diesem Blatt schon alles draufsteht.“</p>



<p>Bei unseren Projekten im Rahmen von <a href="https://www.borisgloger.com/ueber-uns/csr/scrum-4-schools">Scrum4Schools</a> sehen wir, dass einfach mehr Wissen hängen bleibt, wenn die Kids mit Begeisterung dabei sind – <a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/07/mit-scrum4schools-dem-weltraum-auf-der-spur">das berichten die Schüler:innen</a> selbst, aber auch <a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/05/25/eine-scrum4schools-projekt-rueckschau-mit-physiklehrer-ivan-topic">die Lehrer:innen.</a> Ähnliche Erfahrungen hat auch Roland Dunzendorfer im Lernzentrum Markhof mit seinem projektbasierten Lernansatz gemacht. Die Sorge, die viele Eltern hatten, dass dabei auch Allgemeinbildung verloren gehen könnte, sieht er als unbegründet. Die Kinder nehmen auch aus der klassischen Schule nur das mit, was sie wirklich interessiert.</p>



<p>Am Ende des Tages geht es wohl den meisten Kids so wie mir mit den römischen Kaisern: Was für mich nicht interessant ist, geht bei einem Ohr rein und beim anderen raus. Aber wenn ich für ein Thema brenne und die intrinsische Motivation habe, etwas darüber zu wissen, dann lernt es sich wie von selbst. Diese Begeisterung zu wecken, ist die zentrale Aufgabe von Lehrkräften. Das Fachwissen selbst ist heute an jeder Ecke verfügbar.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wir-wollen-unsere-kinder-gar-nicht-besser-ausbilden-mit-horst-koeltze-autor-und-anna-czerny-borisgloger/">Wir wollen unsere Kinder gar nicht besser ausbilden – mit Horst Költze (Autor) und Anna Czerny (Scrum4Schools by borisgloger)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/series/schule/">Wie funktioniert Schulunterricht auf Augenhöhe? Das Scrum4Schools-Gespräch</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-koennen-wir-die-lehre-verbessern-robert-frasch/">Wie können wir die Lehre verbessern, Robert Frasch?</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/02/17/lasst-die-kinder-in-ruhe/">Lasst die Kinder in Ruhe!</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/05/17/schafft-die-schulpflicht-ab/">Schafft die Schulpflicht ab!</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/07/mit-scrum4schools-dem-weltraum-auf-der-spur" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mit Scrum4Schools dem Weltraum auf der Spur</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/05/25/eine-scrum4schools-projekt-rueckschau-mit-physiklehrer-ivan-topic" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eine Scrum4Schools-Projekt-Rückschau mit Physiklehrer Ivan Topic</a></li></ul>]]></content:encoded>
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Ich habe oft den Eindruck, dass Schule nicht für die Kinder, sondern für die Bedürfnisse der Eltern gestaltet ist. Sie wird als eine Art Aufbewahrungsanstalt für den Nachwuchs missverstanden, damit man endlich wieder ein paar Stunden Luft hat. Dass die Kids in der durchgetakteten Schule die Freude am Lernen verlieren, scheint nachrangig zu sein.



Neuere Bildungskonzepte hingegen, die versuchen, das starre Korsett der Schule abzulegen, werden tendenziell mit Skepsis betrachtet. Dabei richten sich diese häufig viel stärker an den Interessen der Kinder aus. Aber es gibt sie, die Leuchtturmprojekte, die erfolgreich einen anderen Weg gehen. Mein Gesprächspartner in dieser Podcast-Folge hat eines dieser inspirierenden Projekte mitgestaltet.



Mein Gast: Roland Dunzendorfer





Roland Dunzendorfer ist Landschaftsplaner und hat gemeinsam mit weiteren Eltern ein eigenes Lernzentrum gegründet, das zwischenzeitlich im Markhof Wien angesiedelt war. Dieses „Dorf in der Stadt“ war keine Ergänzung zur Schule, sondern eine Alternative und wurde ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert. Schon zuvor hatte Roland Dunzendorfer eines seiner Kinder als Freilerner begleitet und viel Zeit in eine interessenbezogene Ausbildung investiert. Über Scrum4Schools ist er schließlich auch mit meiner Kollegin Anna Czerny in Kontakt gekommen, die ihr schon aus dieser Podcast-Episode kennt.



Das sind die drei Schlüsselpunkte



1. Wie gründet man ein Lernzentrum?



Als Roland Dunzendorfer erkannt hatte, dass „normale“ Schule nicht funktioniert (siehe dazu auch mein Gespräch mit Horst Költze), wagte er einen mutigen Schritt. Er nahm seinen ältesten Sohn von der Schule. Im Gespräch mit weiteren Eltern entstand die Idee, ehrenamtlich ein Lernzentrum zu gründen. „Wir wollten, dass Lernen Spaß macht und getrieben von Neugier ist“, erzählt Herr Dunzendorfer. Aus diesem gemeinsamen Bedürfnis entstand ein Verein, der nach mehrmonatiger Ideenfindungsphase mit einer Informationsveranstaltung an die Öffentlichkeit ging. Das Feedback war überraschend. Plötzlich waren 50 Erwachsene mit Kindern da, die ein konkretes Interesse äußerten. Dass zu diesem Zeitpunkt noch viele Fragezeichen im Raum standen, war kein Problem: „Wir haben bei der Präsentation viel falsch gemacht und viele Fragen nicht beantworten können. Aber die Menschen fanden es sympathisch, dass wir das auch offen kommuniziert haben.“



Beflügelt durch das positive Feedback nahm das Projekt Lernzentrum Schritt für Schritt Gestalt an. Dabei erlebte das Team rund um Roland Dunzendorfer einen regelrechten Flow-Zustand. Zwei Wochen vor dem Start war schließlich in letzter Minute auch der passende Ort gefunden und das Lernzentrum konnte seine Türen öffnen.



2. Projektbasiertes Lernen weckt das Interesse der Kinder



Kinder lernen ihre Sprache selbstständig, indem sie beobachten und ausprobieren. Warum nehmen wir ihnen diese natürliche Fähigkeit, indem wir sie in ein Klassenzimmer stecken? Im Lernzentrum Markhof ist es gelungen, diese Dynamik aufzubrechen. An die Stelle des theoretischen Unterrichts trat das projektbezogene Lernen. Wenn ein neues Lernprojekt startete, lud man geeignete Expert:innen aus dem Netzwerk ein. So kam zum Beispiel ein Ingenieur der Wiener Linien vorbei und zeigte den Kindern, wie Kegelschnitte in der Praxis aussehen und was er für den U-Bahn-Bau berechnen muss. Aus einer sonst stinklangweiligen Zeichenübung im Mathe-Unterricht wurde eine spannende Lernerfahrung, bei der die Kinder mit Begeisterung dabei waren.



Inspiriert von Scrum haben Roland Dunzendorfer und seine Mitgründer:innen die richtige Lernmethode gefunden, um Projekte dieser Art aufzubereiten. Scrum bietet einen Rahmen, aber innerhalb dieses Rahmens können die Kinder selbstständig lernen. Dank regelmäßiger Feedbackschleifen ist es auch möglich, die Richtung zu ändern, wenn es nötig ist. „Uns ]]></itunes:summary>
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Ich habe oft den Eindruck, dass Schule nicht für die Kinder, sondern für die Bedürfnisse der Eltern gestaltet ist. Sie wird als eine Art Aufbewahrungsanstalt für den Nachwuchs missverstanden, damit man endlich wieder ein paar Stunden Luft hat. Dass die Kids in der durchgetakteten Schule die Freude am Lernen verlieren, scheint nachrangig zu sein.



Neuere Bildungskonzepte hingegen, die versuchen, das starre Korsett der Schule abzulegen, werden tendenziell mit Skepsis betrachtet. Dabei richten sich diese häufig viel stärker an den Interessen der Kinder aus. Aber es gibt sie, die Leuchtturmprojekte, die erfolgreich einen anderen Weg gehen. Mein Gesprächspartner in dieser Podcast-Folge hat eines dieser inspirierenden Projekte mitgestaltet.



Mein Gast: Roland Dunzendorfer





Roland Dunzendorfer ist Landschaftsplaner und hat gemeinsam mit weiteren Eltern ein eigen]]></googleplay:description>
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	<title>Wir wollen unsere Kinder gar nicht besser ausbilden – mit Horst Költze (Autor) und Anna Czerny (Scrum4Schools by borisgloger)</title>
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	<pubDate>Thu, 23 Jun 2022 06:15:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Es gibt Interessen, dass Schüler:innen nicht zu ihrem Selbst geführt werden, dass sie nicht Zivilcourage üben. Das ist der Bildungsansatz der OECD.“</p>Horst Költze





<p>Schule ist ineffektiv, veraltet und bürokratisch. Während wir die Führungskräfte von heute mit modernsten agilen Methoden trainieren, werden die Führungskräfte von morgen, unsere Kinder, noch immer mit Lehrmethoden und Ideen aus dem 19. Jahrhundert ausgebildet. Was läuft schief bei uns? Und wie können wir das ändern? Darüber spreche ich in dieser Podcast-Folge mit dem Bildungsautor Horst Költze und meiner Kollegin, Anna Czerny.</p>



Meine Gäste: Horst Költze und Anna Czerny





<p>Horst Költze war kein guter Schüler – dafür ein umso besserer Lehrer. Um seinen Traumberuf auszuüben, machte er das Abitur nach, leitete zunächst eine Landschule und wurde schließlich Rektor einer Grund- und Hauptschule. Als die Lehrer:innenbildung Schleswig-Holstein reformiert wurde, baute er ein Regionalinstitut für Grund- und Hauptschullehre:innen auf und bildete 22 Jahre lang Lehrkräfte aus. Aber auch in seiner wohlverdienten Pension ließ ihn das Bildungsthema nicht los. Als Autor ist Herr Költze scharfer Kritiker des bestehenden Bildungssystems und kämpft für einen radikalen Umbau der Schule, wie wir sie kennen.</p>



<p>Meine Kollegin, <a href="https://www.borisgloger.com/team/anna-czerny" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anna Czerny</a>, habt ihr schon <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-funktioniert-schulunterricht-auf-augenhoehe-das-scrum4schools-gespraech/">in diesem Podcast</a> kennengelernt. Gestartet im Marketing, führte sie ihr Weg später in die Personalentwicklung. Mit ihrer Ausbildung zur Trainerin und zum Coach entdeckte sie schließlich ihr starkes Interesse daran, wie Menschen lernen und sich weiterentwickeln. Heute verantwortet sie die Projektleitung unserer Initiative <a href="http://scrum4schools.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Scrum4Schools</a> in Österreich. Anna Czerny und ich haben ein gemeinsames Ziel: Wir möchten die Art verändern, wie Kinder ausgebildet werden.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Es braucht einen Wandel des öffentlichen Bildungsbewusstseins



<p>In unserem Gespräch fasst Horst Költze einige zentrale Forderungen seines Buches „Schule im Bildungsbeben“ zusammen: „Schule muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Das heißt: Der junge Mensch ist nicht mehr Lernobjekt, sondern -subjekt seiner Bildung. Curriculum ist nicht mehr der Lehrplan, sondern der junge Mensch selbst. Bildungsansatz sind nicht mehr sog. Bildungsstandards, sondern das Lerninteresse des jungen Menschen. Bildungsqualität ist nicht mehr der Rangplatz auf der Pisa-Skala, sondern die Potenzialentwicklung des Kopf-, Herz- und Bauchgehirns im Prozess der Selbstgenese.“</p>



<p>Die meisten erfahrenen Lehrer:innen würden das sofort unterschreiben. Warum fällt es uns dann so schwer, es umzusetzen? Der Autor hat sich im Rahmen eines Essays einmal genauer angesehen, wer die Entscheidungen im Bildungsministerium trifft. Was unsere Kinder lernen müssen, entscheiden Seiteneinsteiger:innen. Die meisten Bildungsminister:innen sind Jurist:innen und ihre Berater:innen nur Schulfach-Expert:innen, keine Pädagog:innen.</p>



<p>Am Beispiel Finnland zeigt sich, dass es auch anders geht. Dort hat der Lehrberuf ein besseres Image, Bildung einen völlig anderen Stellenwert und es wird bereits realisiert, was Herr Költze anspricht. Aber auch in Deutschland gibt es erste Versuchsschulen, etwa an der Universität Dresden. In Österreich hat Anna Czerny im Rahmen von Scrum4Schools gute Erfahrungen mit der Initiative FREI DAY gemacht. „Da bekommen Schüler:innen Zeit, an Dingen zu arbeiten, an denen sie arbeiten möchten“, erzählt meine Kollegin.</p>



2. Nehmt den Kindern den Druck und hört auf, sie ständig zu vergleichen



<p>Kinder sind hochgradig kreativ und können sich neue Fähigkeiten selbst beibringen. Statt sie im eigenverantwortlichen Lernen zu fördern, vereinheitlichen wir aber den Lernstoff und testen, was das Zeug hält. Zu allem Überfluss vergleichen wir sie im Rahmen der Pisa-Studien noch international mit nichtssagenden Zahlen. Anna Czerny wollte ihrem Sohn diesen Druck ersparen und ihm vermitteln, dass Noten nicht so wichtig sind. Aber in der Schule kriegen die Kids das von Mitschüler:innen, Eltern und Lehrkräften mit. „Sie machen sich dann selbst den Druck. Sobald es das System Note gibt, passiert etwas mit den Kindern“, erklärt Anna.</p>



<p>Horst Költze plädiert dafür, das Notensystem abzuschaffen, den Kindern mehr Selbstverantwortung zu geben und ihnen diese Verantwortung bewusst zu machen. Seinem eigenen Sohn hat er es wie folgt erklärt: „Du bist verantwortlich für das, was du werden willst. […] Wahrscheinlich möchtest du später nicht immer gesagt bekommen, was du tun musst, sondern du möchtest auch selbst entscheiden. Dafür musst du etwas tun.“</p>



<p>Wir sehen bei unseren Scrum4Schools-Projekten, dass die Kinder mit Begeisterung dabei sind. Die Freude am Lernen kommt automatisch, wenn man die Schüler:innen Verantwortung übernehmen lässt.</p>



3. Als Gesellschaft wollen wir gar keine besser ausgebildeten Menschen



<p>Ich habe bereits <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/05/19/kinderfeindliche-gesellschaft-warum-wir-eine-neue-haltung-brauchen/">in diesem Blog-Beitrag</a> eine These formuliert, die sich für mich immer wieder bestätigt hat. Ich glaube, dass wir als Gesellschaft unsere Kinder gar nicht besser ausbilden wollen. Das Establishment scheint glücklich damit zu sein, was aus dem Schulsystem rauskommt. Die Kids sind angepasst und dankbare Konsumierende.&nbsp; Viele von ihnen sind nach dem Besuch von Schule nicht mehr in der Lage, wie Entrepreneure zu denken. Herr Költze kommt in seinem Buch zu einer ähnlichen Erkenntnis. Es gebe Institutionen, die verhindern wollen, dass junge Menschen zu selbstständigen, kreativen Menschen ausgebildet werden: „Das ist der Bildungsansatz der OECD. Der OECD geht es um Anpassung, das ist nachlesbar. Ich habe in meinem Buch die Quellen angeführt.”</p>



<p>Schule in ihrer heutigen Form konditioniert Schüler:innen, damit sie im bestehenden Wirtschaftssystem funktionieren und dieses erhalten. Nur ändert sich gerade auch unsere Wirtschaft und wir stehen in den kommenden Jahrzehnten vor gewaltigen Herausforderungen. Systemerhalter:innen werden uns dabei keine große Hilfe sein. Anna Czerny bringt es auf den Punkt: „Wir wissen heute, dass wir keine Menschen brauchen, die einfach nur Befehle ausführen. Wir brauchen Leute, die fähig sind, Neues zu gestalten und zu experimentieren.“ Darauf müssen wir junge Menschen in der Schule vorbereiten. Damit das gelingen kann, müssen wir sie kreativ, selbstständig und interessenbezogen lernen lassen.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/lasst-junge-menschen-ans-steuer-mit-kathleen-hamilton-force-of-nature/">Lasst junge Menschen ans Steuer – mit Kathleen Hamilton (Force of Nature)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-funktioniert-schulunterricht-auf-augenhoehe-das-scrum4schools-gespraech/">Wie funktioniert Schulunterricht auf Augenhöhe? Das Scrum4Schools-Gespräch</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-koennen-wir-die-lehre-verbessern-robert-frasch/">Wie können wir die Lehre verbessern, Robert Frasch?</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/02/17/lasst-die-kinder-in-ruhe/">Lasst die Kinder in Ruhe!</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2019/11/28/wie-wir-schulen-zu-oasen-des-self-directed-learnings-machen-konnen/">Wie wir Schulen zu Oasen des Self-directed learnings machen können</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/07/mit-scrum4schools-dem-weltraum-auf-der-spur">Mit Scrum4Schools dem Weltraum auf der Spur</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/04/agile-teamentwicklung-am-carl-severing-berufskolleg-ein-erfahrungsbericht-von-bildungsgangleiter-philipp-schulte">Agile Teamentwicklung am Carl-Severing-Berufskolleg – ein Erfahrungsbericht von Bildungsgangleiter Philipp Schulte</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/01/team-work-makes-the-dream-work-auch-in-der-agilen-schulentwicklung">“Team work makes the dream work!” – auch in der agilen Schulentwicklung</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Es gibt Interessen, dass Schüler:innen nicht zu ihrem Selbst geführt werden, dass sie nicht Zivilcourage üben. Das ist der Bildungsansatz der OECD.“Horst Költze





Schule ist ineffektiv, veraltet und bürokratisch. Während wir die Führungskräfte von he]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Es gibt Interessen, dass Schüler:innen nicht zu ihrem Selbst geführt werden, dass sie nicht Zivilcourage üben. Das ist der Bildungsansatz der OECD.“</p>Horst Költze





<p>Schule ist ineffektiv, veraltet und bürokratisch. Während wir die Führungskräfte von heute mit modernsten agilen Methoden trainieren, werden die Führungskräfte von morgen, unsere Kinder, noch immer mit Lehrmethoden und Ideen aus dem 19. Jahrhundert ausgebildet. Was läuft schief bei uns? Und wie können wir das ändern? Darüber spreche ich in dieser Podcast-Folge mit dem Bildungsautor Horst Költze und meiner Kollegin, Anna Czerny.</p>



Meine Gäste: Horst Költze und Anna Czerny





<p>Horst Költze war kein guter Schüler – dafür ein umso besserer Lehrer. Um seinen Traumberuf auszuüben, machte er das Abitur nach, leitete zunächst eine Landschule und wurde schließlich Rektor einer Grund- und Hauptschule. Als die Lehrer:innenbildung Schleswig-Holstein reformiert wurde, baute er ein Regionalinstitut für Grund- und Hauptschullehre:innen auf und bildete 22 Jahre lang Lehrkräfte aus. Aber auch in seiner wohlverdienten Pension ließ ihn das Bildungsthema nicht los. Als Autor ist Herr Költze scharfer Kritiker des bestehenden Bildungssystems und kämpft für einen radikalen Umbau der Schule, wie wir sie kennen.</p>



<p>Meine Kollegin, <a href="https://www.borisgloger.com/team/anna-czerny" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anna Czerny</a>, habt ihr schon <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-funktioniert-schulunterricht-auf-augenhoehe-das-scrum4schools-gespraech/">in diesem Podcast</a> kennengelernt. Gestartet im Marketing, führte sie ihr Weg später in die Personalentwicklung. Mit ihrer Ausbildung zur Trainerin und zum Coach entdeckte sie schließlich ihr starkes Interesse daran, wie Menschen lernen und sich weiterentwickeln. Heute verantwortet sie die Projektleitung unserer Initiative <a href="http://scrum4schools.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Scrum4Schools</a> in Österreich. Anna Czerny und ich haben ein gemeinsames Ziel: Wir möchten die Art verändern, wie Kinder ausgebildet werden.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Es braucht einen Wandel des öffentlichen Bildungsbewusstseins



<p>In unserem Gespräch fasst Horst Költze einige zentrale Forderungen seines Buches „Schule im Bildungsbeben“ zusammen: „Schule muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Das heißt: Der junge Mensch ist nicht mehr Lernobjekt, sondern -subjekt seiner Bildung. Curriculum ist nicht mehr der Lehrplan, sondern der junge Mensch selbst. Bildungsansatz sind nicht mehr sog. Bildungsstandards, sondern das Lerninteresse des jungen Menschen. Bildungsqualität ist nicht mehr der Rangplatz auf der Pisa-Skala, sondern die Potenzialentwicklung des Kopf-, Herz- und Bauchgehirns im Prozess der Selbstgenese.“</p>



<p>Die meisten erfahrenen Lehrer:innen würden das sofort unterschreiben. Warum fällt es uns dann so schwer, es umzusetzen? Der Autor hat sich im Rahmen eines Essays einmal genauer angesehen, wer die Entscheidungen im Bildungsministerium trifft. Was unsere Kinder lernen müssen, entscheiden Seiteneinsteiger:innen. Die meisten Bildungsminister:innen sind Jurist:innen und ihre Berater:innen nur Schulfach-Expert:innen, keine Pädagog:innen.</p>



<p>Am Beispiel Finnland zeigt sich, dass es auch anders geht. Dort hat der Lehrberuf ein besseres Image, Bildung einen völlig anderen Stellenwert und es wird bereits realisiert, was Herr Költze anspricht. Aber auch in Deutschland gibt es erste Versuchsschulen, etwa an der Universität Dresden. In Österreich hat Anna Czerny im Rahmen von Scrum4Schools gute Erfahrungen mit der Initiative FREI DAY gemacht. „Da bekommen Schüler:innen Zeit, an Dingen zu arbeiten, an denen sie arbeiten möchten“, erzählt meine Kollegin.</p>



2. Nehmt den Kindern den Druck und hört auf, sie ständig zu vergleichen



<p>Kinder sind hochgradig kreativ und können sich neue Fähigkeiten selbst beibringen. Statt sie im eigenverantwortlichen Lernen zu fördern, vereinheitlichen wir aber den Lernstoff und testen, was das Zeug hält. Zu allem Überfluss vergleichen wir sie im Rahmen der Pisa-Studien noch international mit nichtssagenden Zahlen. Anna Czerny wollte ihrem Sohn diesen Druck ersparen und ihm vermitteln, dass Noten nicht so wichtig sind. Aber in der Schule kriegen die Kids das von Mitschüler:innen, Eltern und Lehrkräften mit. „Sie machen sich dann selbst den Druck. Sobald es das System Note gibt, passiert etwas mit den Kindern“, erklärt Anna.</p>



<p>Horst Költze plädiert dafür, das Notensystem abzuschaffen, den Kindern mehr Selbstverantwortung zu geben und ihnen diese Verantwortung bewusst zu machen. Seinem eigenen Sohn hat er es wie folgt erklärt: „Du bist verantwortlich für das, was du werden willst. […] Wahrscheinlich möchtest du später nicht immer gesagt bekommen, was du tun musst, sondern du möchtest auch selbst entscheiden. Dafür musst du etwas tun.“</p>



<p>Wir sehen bei unseren Scrum4Schools-Projekten, dass die Kinder mit Begeisterung dabei sind. Die Freude am Lernen kommt automatisch, wenn man die Schüler:innen Verantwortung übernehmen lässt.</p>



3. Als Gesellschaft wollen wir gar keine besser ausgebildeten Menschen



<p>Ich habe bereits <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/05/19/kinderfeindliche-gesellschaft-warum-wir-eine-neue-haltung-brauchen/">in diesem Blog-Beitrag</a> eine These formuliert, die sich für mich immer wieder bestätigt hat. Ich glaube, dass wir als Gesellschaft unsere Kinder gar nicht besser ausbilden wollen. Das Establishment scheint glücklich damit zu sein, was aus dem Schulsystem rauskommt. Die Kids sind angepasst und dankbare Konsumierende.&nbsp; Viele von ihnen sind nach dem Besuch von Schule nicht mehr in der Lage, wie Entrepreneure zu denken. Herr Költze kommt in seinem Buch zu einer ähnlichen Erkenntnis. Es gebe Institutionen, die verhindern wollen, dass junge Menschen zu selbstständigen, kreativen Menschen ausgebildet werden: „Das ist der Bildungsansatz der OECD. Der OECD geht es um Anpassung, das ist nachlesbar. Ich habe in meinem Buch die Quellen angeführt.”</p>



<p>Schule in ihrer heutigen Form konditioniert Schüler:innen, damit sie im bestehenden Wirtschaftssystem funktionieren und dieses erhalten. Nur ändert sich gerade auch unsere Wirtschaft und wir stehen in den kommenden Jahrzehnten vor gewaltigen Herausforderungen. Systemerhalter:innen werden uns dabei keine große Hilfe sein. Anna Czerny bringt es auf den Punkt: „Wir wissen heute, dass wir keine Menschen brauchen, die einfach nur Befehle ausführen. Wir brauchen Leute, die fähig sind, Neues zu gestalten und zu experimentieren.“ Darauf müssen wir junge Menschen in der Schule vorbereiten. Damit das gelingen kann, müssen wir sie kreativ, selbstständig und interessenbezogen lernen lassen.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/lasst-junge-menschen-ans-steuer-mit-kathleen-hamilton-force-of-nature/">Lasst junge Menschen ans Steuer – mit Kathleen Hamilton (Force of Nature)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-funktioniert-schulunterricht-auf-augenhoehe-das-scrum4schools-gespraech/">Wie funktioniert Schulunterricht auf Augenhöhe? Das Scrum4Schools-Gespräch</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-koennen-wir-die-lehre-verbessern-robert-frasch/">Wie können wir die Lehre verbessern, Robert Frasch?</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/02/17/lasst-die-kinder-in-ruhe/">Lasst die Kinder in Ruhe!</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2019/11/28/wie-wir-schulen-zu-oasen-des-self-directed-learnings-machen-konnen/">Wie wir Schulen zu Oasen des Self-directed learnings machen können</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/07/mit-scrum4schools-dem-weltraum-auf-der-spur">Mit Scrum4Schools dem Weltraum auf der Spur</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/04/agile-teamentwicklung-am-carl-severing-berufskolleg-ein-erfahrungsbericht-von-bildungsgangleiter-philipp-schulte">Agile Teamentwicklung am Carl-Severing-Berufskolleg – ein Erfahrungsbericht von Bildungsgangleiter Philipp Schulte</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/01/team-work-makes-the-dream-work-auch-in-der-agilen-schulentwicklung">“Team work makes the dream work!” – auch in der agilen Schulentwicklung</a></li></ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[„Es gibt Interessen, dass Schüler:innen nicht zu ihrem Selbst geführt werden, dass sie nicht Zivilcourage üben. Das ist der Bildungsansatz der OECD.“Horst Költze





Schule ist ineffektiv, veraltet und bürokratisch. Während wir die Führungskräfte von heute mit modernsten agilen Methoden trainieren, werden die Führungskräfte von morgen, unsere Kinder, noch immer mit Lehrmethoden und Ideen aus dem 19. Jahrhundert ausgebildet. Was läuft schief bei uns? Und wie können wir das ändern? Darüber spreche ich in dieser Podcast-Folge mit dem Bildungsautor Horst Költze und meiner Kollegin, Anna Czerny.



Meine Gäste: Horst Költze und Anna Czerny





Horst Költze war kein guter Schüler – dafür ein umso besserer Lehrer. Um seinen Traumberuf auszuüben, machte er das Abitur nach, leitete zunächst eine Landschule und wurde schließlich Rektor einer Grund- und Hauptschule. Als die Lehrer:innenbildung Schleswig-Holstein reformiert wurde, baute er ein Regionalinstitut für Grund- und Hauptschullehre:innen auf und bildete 22 Jahre lang Lehrkräfte aus. Aber auch in seiner wohlverdienten Pension ließ ihn das Bildungsthema nicht los. Als Autor ist Herr Költze scharfer Kritiker des bestehenden Bildungssystems und kämpft für einen radikalen Umbau der Schule, wie wir sie kennen.



Meine Kollegin, Anna Czerny, habt ihr schon in diesem Podcast kennengelernt. Gestartet im Marketing, führte sie ihr Weg später in die Personalentwicklung. Mit ihrer Ausbildung zur Trainerin und zum Coach entdeckte sie schließlich ihr starkes Interesse daran, wie Menschen lernen und sich weiterentwickeln. Heute verantwortet sie die Projektleitung unserer Initiative Scrum4Schools in Österreich. Anna Czerny und ich haben ein gemeinsames Ziel: Wir möchten die Art verändern, wie Kinder ausgebildet werden.



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Es braucht einen Wandel des öffentlichen Bildungsbewusstseins



In unserem Gespräch fasst Horst Költze einige zentrale Forderungen seines Buches „Schule im Bildungsbeben“ zusammen: „Schule muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Das heißt: Der junge Mensch ist nicht mehr Lernobjekt, sondern -subjekt seiner Bildung. Curriculum ist nicht mehr der Lehrplan, sondern der junge Mensch selbst. Bildungsansatz sind nicht mehr sog. Bildungsstandards, sondern das Lerninteresse des jungen Menschen. Bildungsqualität ist nicht mehr der Rangplatz auf der Pisa-Skala, sondern die Potenzialentwicklung des Kopf-, Herz- und Bauchgehirns im Prozess der Selbstgenese.“



Die meisten erfahrenen Lehrer:innen würden das sofort unterschreiben. Warum fällt es uns dann so schwer, es umzusetzen? Der Autor hat sich im Rahmen eines Essays einmal genauer angesehen, wer die Entscheidungen im Bildungsministerium trifft. Was unsere Kinder lernen müssen, entscheiden Seiteneinsteiger:innen. Die meisten Bildungsminister:innen sind Jurist:innen und ihre Berater:innen nur Schulfach-Expert:innen, keine Pädagog:innen.



Am Beispiel Finnland zeigt sich, dass es auch anders geht. Dort hat der Lehrberuf ein besseres Image, Bildung einen völlig anderen Stellenwert und es wird bereits realisiert, was Herr Költze anspricht. Aber auch in Deutschland gibt es erste Versuchsschulen, etwa an der Universität Dresden. In Österreich hat Anna Czerny im Rahmen von Scrum4Schools gute Erfahrungen mit der Initiative FREI DAY gemacht. „Da bekommen Schüler:innen Zeit, an Dingen zu arbeiten, an denen sie arbeiten möchten“, erzählt meine Kollegin.



2. Nehmt den Kindern den Druck und hört auf, sie ständig zu vergleichen



Kinder sind hochgradig kreativ und können sich neue Fähigkeiten selbst beibringen. Statt sie im eigenverantwortlichen Lernen zu fördern, vereinheitlichen wir aber den Lernstoff und testen, was das Zeug hält. Zu allem Überfluss vergleichen wir sie im Rahmen der Pisa-Studien noch international mit nichtssagenden Zahlen. Anna Czerny wollte ihrem Sohn diesen Druck ersparen und ihm vermitteln, dass Noten nicht so wichtig sind. Aber in der Schule kriegen die Kids das von Mitschüler:i]]></itunes:summary>
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			<title>Wir wollen unsere Kinder gar nicht besser ausbilden – mit Horst Költze (Autor) und Anna Czerny (Scrum4Schools by borisgloger)</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[„Es gibt Interessen, dass Schüler:innen nicht zu ihrem Selbst geführt werden, dass sie nicht Zivilcourage üben. Das ist der Bildungsansatz der OECD.“Horst Költze





Schule ist ineffektiv, veraltet und bürokratisch. Während wir die Führungskräfte von heute mit modernsten agilen Methoden trainieren, werden die Führungskräfte von morgen, unsere Kinder, noch immer mit Lehrmethoden und Ideen aus dem 19. Jahrhundert ausgebildet. Was läuft schief bei uns? Und wie können wir das ändern? Darüber spreche ich in dieser Podcast-Folge mit dem Bildungsautor Horst Költze und meiner Kollegin, Anna Czerny.



Meine Gäste: Horst Költze und Anna Czerny





Horst Költze war kein guter Schüler – dafür ein umso besserer Lehrer. Um seinen Traumberuf auszuüben, machte er das Abitur nach, leitete zunächst eine Landschule und wurde schließlich Rektor einer Grund- und Hauptschule. Als die Lehrer:innenbildung Schleswig-Holstein reformiert wurde, baute er ein Regionalinstitut für Grund- und Hauptschullehre:inn]]></googleplay:description>
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<item>
	<title>Deutschlands Krux mit der digitalen Transformation – mit Prof. Dr. Matthias Handrich (Professor &#038; Berater)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/deutschlands-krux-mit-der-digitalen-transformation-mit-matthias-handrich-professor-berater/</link>
	<pubDate>Thu, 02 Jun 2022 06:30:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=29599</guid>
	<description><![CDATA[<p>„Wir haben leider keine Universitäten von Weltrang, die Informatiker:innen hervorbringen.“</p>





Mein Gast: Prof. Dr. Matthias Handrich





<p>Ich habe Matthias Handrich bei unserem Unternehmer:innen-Stammtisch kennengelernt. Seit Anfang 2020 ist er Professor für International Management mit Fokus Digital Business an der Hochschule Pforzheim. Vor seiner akademischen Laufbahn arbeitete er als Inhouse-Management-Berater in unterschiedlichsten Funktionen bei der Siemens AG. Er leitete dort strategische Projekte in den Schwerpunktbereichen: Business Development, Marketing und Sales, Geschäftsmodellentwicklung und Innovationsmanagement sowie Industrie 4.0. Später wechselte er zur Mercedes-Benz AG, wo er im strategischen Vertrieb KI und Machine Learning Projekte leitete. Professor Handrich möchte seine Studierenden lehren, was er auch während seines eigenen Studiums an der Universität Mannheim zu schätzen wusste: Managerwissen aus der Praxis statt nur trockener Theorie aus Büchern. Neben seiner Lehrtätigkeit betreibt Matthias Handrich mit <a href="https://managing-transformation.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Managing Transformation</a> sein eigenes Beratungsunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die deutsche Industrie in ihrer Transformation zu begleiten.</p>



Das sind die drei Schlüsselpunkte



1. Viele Unternehmen müssen teilweise oder vollständig Softwareunternehmen werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben



<p>Prof. Matthias Handrich sitzt in Stuttgart, der Hochburg der Automobilindustrie in Deutschland. Viele behaupten sogar, dass hier die Wertschöpfung Deutschlands zuhause ist. Ich behaupte, dass die Stadt das nächste Detroit wird, wenn es so weitergeht. Prof. Matthias Handrich sieht das ähnlich: „Ich glaube, dass wir einen radikalen Umbau in Richtung Softwareunternehmen machen müssen.“</p>



<p>Mir fällt immer wieder auf, dass dieses Denken in radikalen Lösungen nur selten gelingt – und wenn, dann kann das zwischenzeitlich weh tun. Wie beim Springerkonzern, der konsequent auf E-Commerce umstellen wollte und dabei mühsam einen Schritt nach dem anderen setzen musste. Oder bei Otto, wo lange Zeit gerungen und geackert wurde. Sogar bei einem IT-Konzern wie SAP. Diese Unternehmen sind aber ein großes Stück nach vorne gekommen. Die Radikalität der Transformation hat sich bezahlt gemacht.</p>



<p>Was hindert also andere, es ähnlich zu machen? Ich glaube, dass Softwareentwicklung immer noch falsch verstanden wird. Software Engineering hat eben nichts mit unserer Kernkompetenz, dem Engineering, zu tun. Software muss agil geschrieben werden. Unser eigener Anspruch – die deutsche Perfektion – steht uns dabei im Weg.</p>



2. Das Auto differenziert sich in Zukunft durch Software



<p>Gemessen am Umsatz ist die Automobilindustrie in Deutschland der mit Abstand wichtigste Industriezweig und international (noch) ganz vorne dabei. Wie schnell sich die Kräfte aber verschieben können, zeigte Tesla. Der amerikanische Autobauer hat einen großen Vorteil. Er kann sich auf den E-Antrieb fokussieren, während VW, BMW und Daimler weiter ihr Kerngeschäft bedienen müssen – und das ist nach wie vor der Verbrenner.</p>



<p>Die Traditionskonzerne schleppen also ihre Altlasten mit sich herum und verlieren dadurch Zeit bei neuen Technologien, die aber erfolgsentscheidend sein werden. Zum Beispiel beim automatisierten Fahren. Hier sind wir schon heute nicht wettbewerbsfähig. BMW, VW und auch Daimler haben es zwar versucht, aber ohne Erfolg. „Ein Hauptgrund ist, dass man nicht die notwendigen Leute hat, weder in der Zahl noch auf dem richtigen Skill-Level“, erklärt Professor Handrich.</p>



3. Deutschland braucht mehr hochqualifizierte Entwickler:innen



<p>Den deutschen Industrieunternehmen fehlen die richtigen Talente für die digitale Transformation. Unser Bildungssystem hinkt der Digitalisierung zwanzig Jahre hinterher. Das zieht sich bis in die akademischen Bildungswege hinauf. „Wir haben leider keine Universitäten von Weltrang, die Informatiker:innen hervorbringen. […] Es gibt zwar die alten Ingenieursschmieden wie KIT oder TU Darmstatt, die auch in Richtung Informatik gehen. Das kommt aber alles aus dem Ingenieurwesen heraus“, so Professor Handrich.</p>



<p>Aktuell bleibt nur die Option, Informatiker:innen aus anderen Ländern zu uns zu holen. Dazu sei der Standort Deutschland mit der verkrusteten Verwaltung, den vergleichsweise hohen Steuern und der veralteten digitalen Infrastruktur allerdings zu wenig attraktiv. Viel wichtiger noch ist die langfristige Perspektive. Hier brauchen wir in Deutschland neue Wege, um die Menschen entsprechend auszubilden. Wir müssen unser Bildungssystem umbauen und längst fällige Investitionen in unsere Ausbildungsstätten auf den Weg bringen.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, wie es um die digitale Transformation in Deutschland steht und welche Herausforderungen wir lösen müssen, damit wir in Zukunft wettbewerbsfähig sind.</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/das-system-auto-hat-einen-totalschaden-mit-katja-diehl-autorin-podcasterin-bloggerin/">Das System Auto hat einen Totalschaden – mit Katja Diehl (Autorin, Podcasterin, Bloggerin)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/agilitaet-in-gross-transformation-und-skalierung-mit-carsten-rasche-borisgloger/">Agilität in Groß: Transformation &amp; Skalierung mit Carsten Rasche (borisgloger)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/02/22/das-jahrhundert-des-autos-ist-vorbei/">Das Jahrhundert des Autos ist vorbei</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/12/13/warum-viele-jetzt-plattformen-bauen-unternehmen-neu-denken-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum viele jetzt Plattformen bauen – Unternehmen NEU denken #3</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/05/21/6-gruende-fuer-stuttgarts-untergang-eine-dystopie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">6 Gründe für Stuttgarts Untergang – eine Dystopie</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/05/24/fuehrung-und-werte-mobilitaet-digital-denken-7" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Führung und Werte – Mobilität digital denken #7</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Wir haben leider keine Universitäten von Weltrang, die Informatiker:innen hervorbringen.“





Mein Gast: Prof. Dr. Matthias Handrich





Ich habe Matthias Handrich bei unserem Unternehmer:innen-Stammtisch kennengelernt. Seit Anfang 2020 ist er Profess]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Wir haben leider keine Universitäten von Weltrang, die Informatiker:innen hervorbringen.“</p>





Mein Gast: Prof. Dr. Matthias Handrich





<p>Ich habe Matthias Handrich bei unserem Unternehmer:innen-Stammtisch kennengelernt. Seit Anfang 2020 ist er Professor für International Management mit Fokus Digital Business an der Hochschule Pforzheim. Vor seiner akademischen Laufbahn arbeitete er als Inhouse-Management-Berater in unterschiedlichsten Funktionen bei der Siemens AG. Er leitete dort strategische Projekte in den Schwerpunktbereichen: Business Development, Marketing und Sales, Geschäftsmodellentwicklung und Innovationsmanagement sowie Industrie 4.0. Später wechselte er zur Mercedes-Benz AG, wo er im strategischen Vertrieb KI und Machine Learning Projekte leitete. Professor Handrich möchte seine Studierenden lehren, was er auch während seines eigenen Studiums an der Universität Mannheim zu schätzen wusste: Managerwissen aus der Praxis statt nur trockener Theorie aus Büchern. Neben seiner Lehrtätigkeit betreibt Matthias Handrich mit <a href="https://managing-transformation.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Managing Transformation</a> sein eigenes Beratungsunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die deutsche Industrie in ihrer Transformation zu begleiten.</p>



Das sind die drei Schlüsselpunkte



1. Viele Unternehmen müssen teilweise oder vollständig Softwareunternehmen werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben



<p>Prof. Matthias Handrich sitzt in Stuttgart, der Hochburg der Automobilindustrie in Deutschland. Viele behaupten sogar, dass hier die Wertschöpfung Deutschlands zuhause ist. Ich behaupte, dass die Stadt das nächste Detroit wird, wenn es so weitergeht. Prof. Matthias Handrich sieht das ähnlich: „Ich glaube, dass wir einen radikalen Umbau in Richtung Softwareunternehmen machen müssen.“</p>



<p>Mir fällt immer wieder auf, dass dieses Denken in radikalen Lösungen nur selten gelingt – und wenn, dann kann das zwischenzeitlich weh tun. Wie beim Springerkonzern, der konsequent auf E-Commerce umstellen wollte und dabei mühsam einen Schritt nach dem anderen setzen musste. Oder bei Otto, wo lange Zeit gerungen und geackert wurde. Sogar bei einem IT-Konzern wie SAP. Diese Unternehmen sind aber ein großes Stück nach vorne gekommen. Die Radikalität der Transformation hat sich bezahlt gemacht.</p>



<p>Was hindert also andere, es ähnlich zu machen? Ich glaube, dass Softwareentwicklung immer noch falsch verstanden wird. Software Engineering hat eben nichts mit unserer Kernkompetenz, dem Engineering, zu tun. Software muss agil geschrieben werden. Unser eigener Anspruch – die deutsche Perfektion – steht uns dabei im Weg.</p>



2. Das Auto differenziert sich in Zukunft durch Software



<p>Gemessen am Umsatz ist die Automobilindustrie in Deutschland der mit Abstand wichtigste Industriezweig und international (noch) ganz vorne dabei. Wie schnell sich die Kräfte aber verschieben können, zeigte Tesla. Der amerikanische Autobauer hat einen großen Vorteil. Er kann sich auf den E-Antrieb fokussieren, während VW, BMW und Daimler weiter ihr Kerngeschäft bedienen müssen – und das ist nach wie vor der Verbrenner.</p>



<p>Die Traditionskonzerne schleppen also ihre Altlasten mit sich herum und verlieren dadurch Zeit bei neuen Technologien, die aber erfolgsentscheidend sein werden. Zum Beispiel beim automatisierten Fahren. Hier sind wir schon heute nicht wettbewerbsfähig. BMW, VW und auch Daimler haben es zwar versucht, aber ohne Erfolg. „Ein Hauptgrund ist, dass man nicht die notwendigen Leute hat, weder in der Zahl noch auf dem richtigen Skill-Level“, erklärt Professor Handrich.</p>



3. Deutschland braucht mehr hochqualifizierte Entwickler:innen



<p>Den deutschen Industrieunternehmen fehlen die richtigen Talente für die digitale Transformation. Unser Bildungssystem hinkt der Digitalisierung zwanzig Jahre hinterher. Das zieht sich bis in die akademischen Bildungswege hinauf. „Wir haben leider keine Universitäten von Weltrang, die Informatiker:innen hervorbringen. […] Es gibt zwar die alten Ingenieursschmieden wie KIT oder TU Darmstatt, die auch in Richtung Informatik gehen. Das kommt aber alles aus dem Ingenieurwesen heraus“, so Professor Handrich.</p>



<p>Aktuell bleibt nur die Option, Informatiker:innen aus anderen Ländern zu uns zu holen. Dazu sei der Standort Deutschland mit der verkrusteten Verwaltung, den vergleichsweise hohen Steuern und der veralteten digitalen Infrastruktur allerdings zu wenig attraktiv. Viel wichtiger noch ist die langfristige Perspektive. Hier brauchen wir in Deutschland neue Wege, um die Menschen entsprechend auszubilden. Wir müssen unser Bildungssystem umbauen und längst fällige Investitionen in unsere Ausbildungsstätten auf den Weg bringen.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, wie es um die digitale Transformation in Deutschland steht und welche Herausforderungen wir lösen müssen, damit wir in Zukunft wettbewerbsfähig sind.</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/das-system-auto-hat-einen-totalschaden-mit-katja-diehl-autorin-podcasterin-bloggerin/">Das System Auto hat einen Totalschaden – mit Katja Diehl (Autorin, Podcasterin, Bloggerin)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/agilitaet-in-gross-transformation-und-skalierung-mit-carsten-rasche-borisgloger/">Agilität in Groß: Transformation &amp; Skalierung mit Carsten Rasche (borisgloger)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/02/22/das-jahrhundert-des-autos-ist-vorbei/">Das Jahrhundert des Autos ist vorbei</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/12/13/warum-viele-jetzt-plattformen-bauen-unternehmen-neu-denken-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum viele jetzt Plattformen bauen – Unternehmen NEU denken #3</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/05/21/6-gruende-fuer-stuttgarts-untergang-eine-dystopie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">6 Gründe für Stuttgarts Untergang – eine Dystopie</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/05/24/fuehrung-und-werte-mobilitaet-digital-denken-7" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Führung und Werte – Mobilität digital denken #7</a></li></ul>]]></content:encoded>
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			   type="audio/mpeg"></enclosure>
			<itunes:summary><![CDATA[„Wir haben leider keine Universitäten von Weltrang, die Informatiker:innen hervorbringen.“





Mein Gast: Prof. Dr. Matthias Handrich





Ich habe Matthias Handrich bei unserem Unternehmer:innen-Stammtisch kennengelernt. Seit Anfang 2020 ist er Professor für International Management mit Fokus Digital Business an der Hochschule Pforzheim. Vor seiner akademischen Laufbahn arbeitete er als Inhouse-Management-Berater in unterschiedlichsten Funktionen bei der Siemens AG. Er leitete dort strategische Projekte in den Schwerpunktbereichen: Business Development, Marketing und Sales, Geschäftsmodellentwicklung und Innovationsmanagement sowie Industrie 4.0. Später wechselte er zur Mercedes-Benz AG, wo er im strategischen Vertrieb KI und Machine Learning Projekte leitete. Professor Handrich möchte seine Studierenden lehren, was er auch während seines eigenen Studiums an der Universität Mannheim zu schätzen wusste: Managerwissen aus der Praxis statt nur trockener Theorie aus Büchern. Neben seiner Lehrtätigkeit betreibt Matthias Handrich mit Managing Transformation sein eigenes Beratungsunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die deutsche Industrie in ihrer Transformation zu begleiten.



Das sind die drei Schlüsselpunkte



1. Viele Unternehmen müssen teilweise oder vollständig Softwareunternehmen werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben



Prof. Matthias Handrich sitzt in Stuttgart, der Hochburg der Automobilindustrie in Deutschland. Viele behaupten sogar, dass hier die Wertschöpfung Deutschlands zuhause ist. Ich behaupte, dass die Stadt das nächste Detroit wird, wenn es so weitergeht. Prof. Matthias Handrich sieht das ähnlich: „Ich glaube, dass wir einen radikalen Umbau in Richtung Softwareunternehmen machen müssen.“



Mir fällt immer wieder auf, dass dieses Denken in radikalen Lösungen nur selten gelingt – und wenn, dann kann das zwischenzeitlich weh tun. Wie beim Springerkonzern, der konsequent auf E-Commerce umstellen wollte und dabei mühsam einen Schritt nach dem anderen setzen musste. Oder bei Otto, wo lange Zeit gerungen und geackert wurde. Sogar bei einem IT-Konzern wie SAP. Diese Unternehmen sind aber ein großes Stück nach vorne gekommen. Die Radikalität der Transformation hat sich bezahlt gemacht.



Was hindert also andere, es ähnlich zu machen? Ich glaube, dass Softwareentwicklung immer noch falsch verstanden wird. Software Engineering hat eben nichts mit unserer Kernkompetenz, dem Engineering, zu tun. Software muss agil geschrieben werden. Unser eigener Anspruch – die deutsche Perfektion – steht uns dabei im Weg.



2. Das Auto differenziert sich in Zukunft durch Software



Gemessen am Umsatz ist die Automobilindustrie in Deutschland der mit Abstand wichtigste Industriezweig und international (noch) ganz vorne dabei. Wie schnell sich die Kräfte aber verschieben können, zeigte Tesla. Der amerikanische Autobauer hat einen großen Vorteil. Er kann sich auf den E-Antrieb fokussieren, während VW, BMW und Daimler weiter ihr Kerngeschäft bedienen müssen – und das ist nach wie vor der Verbrenner.



Die Traditionskonzerne schleppen also ihre Altlasten mit sich herum und verlieren dadurch Zeit bei neuen Technologien, die aber erfolgsentscheidend sein werden. Zum Beispiel beim automatisierten Fahren. Hier sind wir schon heute nicht wettbewerbsfähig. BMW, VW und auch Daimler haben es zwar versucht, aber ohne Erfolg. „Ein Hauptgrund ist, dass man nicht die notwendigen Leute hat, weder in der Zahl noch auf dem richtigen Skill-Level“, erklärt Professor Handrich.



3. Deutschland braucht mehr hochqualifizierte Entwickler:innen



Den deutschen Industrieunternehmen fehlen die richtigen Talente für die digitale Transformation. Unser Bildungssystem hinkt der Digitalisierung zwanzig Jahre hinterher. Das zieht sich bis in die akademischen Bildungswege hinauf. „Wir haben leider keine Universitäten von Weltrang, die Informatiker:innen hervorbringen. […] Es gibt zwar die alten Ingenieursschmieden wie KIT oder TU Darmstatt, die auch in Richtu]]></itunes:summary>
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			<title>Deutschlands Krux mit der digitalen Transformation – mit Prof. Dr. Matthias Handrich (Professor &#038; Berater)</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></itunes:author>		<googleplay:description><![CDATA[„Wir haben leider keine Universitäten von Weltrang, die Informatiker:innen hervorbringen.“





Mein Gast: Prof. Dr. Matthias Handrich





Ich habe Matthias Handrich bei unserem Unternehmer:innen-Stammtisch kennengelernt. Seit Anfang 2020 ist er Professor für International Management mit Fokus Digital Business an der Hochschule Pforzheim. Vor seiner akademischen Laufbahn arbeitete er als Inhouse-Management-Berater in unterschiedlichsten Funktionen bei der Siemens AG. Er leitete dort strategische Projekte in den Schwerpunktbereichen: Business Development, Marketing und Sales, Geschäftsmodellentwicklung und Innovationsmanagement sowie Industrie 4.0. Später wechselte er zur Mercedes-Benz AG, wo er im strategischen Vertrieb KI und Machine Learning Projekte leitete. Professor Handrich möchte seine Studierenden lehren, was er auch während seines eigenen Studiums an der Universität Mannheim zu schätzen wusste: Managerwissen aus der Praxis statt nur trockener Theorie aus Büchern. Neben seine]]></googleplay:description>
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	<title>Politik braucht Mut – mit Dr. Reinhard Loske (Volkswirt, Politikwissenschaftler &#038; Politiker)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/politik-braucht-mut-mit-dr-reinhard-loske-volkswirt-politikwissenschaftler-politiker/</link>
	<pubDate>Thu, 24 Feb 2022 07:45:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=29226</guid>
	<description><![CDATA[<p>„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“</p>







Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



<p>Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/architektur-und-oekologie-gestaltet-das-bauen-17455227.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gestaltet das Bauen!</a> Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antreibt, ist die Zuversicht.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Einfamilienhaus auf der Wiese kann nicht mehr das Leitbild sein



<p>Wenn man sich vor Augen führt, dass 40 % der Emissionen allein im Gebäudesektor entstehen, ist klar: Die Baubranche ist beim Klimaschutz besonders gefordert. Das Plädoyer von Dr. Loske ist genauso klar: „Wir müssen uns am Bestand orientieren und diesen Bestand so umbauen, damit er Nachhaltigkeitskriterien genügt – energetisch, stoffstrommäßig und baustoffmäßig.“</p>



<p>Die Realität sieht aber (noch) ganz anders aus: Die Baubranche ist auf den Neubau ausgerichtet. Das bedeutet: Flächenversiegelung im gigantischen Ausmaß. Allein in Deutschland werden momentan 60–70 Hektar Boden am Tag verbaut. Dabei stehen viele Gebäude und Wohnungen leer und warten auf ihre zweite Chance. Meistens fehlen aber Fachkräfte, die wissen, wie man das angeht. Wenn ich mir eine PV-Anlage aufs Dach packe, die neueste Wärmepumpe und vielleicht auch noch einen Speicher einbauen möchte, dann müssen diese auch integriert zusammenwirken. Stichwort: Schnittstellenproblematik.</p>



<p>Damit es hier vorangeht, „braucht es bei den Architekt:innen eine Neuorientierung in Richtung Bestandsentwicklung“, erklärt Dr. Loske. Dazu muss man sich auch einmal die Curricula ansehen und darüber hinaus bei den Fachkräften mehr auf Qualifizierung setzen. Das wird mittelfristig auch nicht ohne Fachkräftezuwanderungen gehen. Letztlich sind aber auch wir als Gesellschaft gefordert, unsere Wohnformen zu überdenken: Das eigene Haus, das man neu für sich und seine Familie auf die Wiese stellt, ist ökologisch gesehen nicht mehr zeitgemäß.</p>



2.&nbsp;Wir müssen die Agrarpolitik vom Kopf auf die Füße stellen



<p>Ich bin davon überzeugt, dass es neben der Energiewende auch eine Agrarwende braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Die Dringlichkeit dürfte auf politischer Ebene aber noch nicht im notwendigen Umfang angekommen sein. Bis 2030 ist es das Ziel der EU, die Bio-Landwirtschaft auf 30 % zu bringen. Oder andersrum: Wenn dieses Ziel hält, werden in etwa 10 Jahren noch immer zwei Drittel der Betriebe konventionell das Land bewirtschaften.</p>



<p>Dr. Loske erinnert sich an eine pointierte Aussage seiner Oma: „Mit der Landwirtschaft kann man nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft.“ Kompakter könnte man die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den letzten Jahrzehnten nicht auf den Punkt bringen. Zum einen führte der reine Wachstumsfokus dazu, dass die Preise im Keller gelandet sind. Zum anderen gibt es florierende Industrien um die Betriebe herum, die diese Dynamik mit ihren Produkten und Services weiter befeuern.</p>



<p>Das ist ein Teufelskreis, aus dem aber ein Weg herausführt. Angesichts komplexer Pfadabhängigkeiten kann das nur ein gemeinsamer Weg sein. Die Betriebe selbst müssen erkennen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Gleichzeitig müssen sich aber auch Betriebe der Saatgutentwicklung und der Förderung von Pflanzenrobustheit als Teil der Lösung begreifen. „Sie müssen lernen, integrale Konzepte zu entwickeln, und den bäuerlichen Betrieben dabei helfen, dass sie den Pfad der Nachhaltigkeit beschreiten können", erklärt Dr. Loske. Das gilt auch für die Verarbeitungsbetriebe, den Einzelhandel und alle weiteren Involvierten. Schließlich liegt es vor allem auch an der Politik, die Richtung für diesen Weg vorzugeben. Mit ambitionierteren Zielen und staatlichen Transferleistungen.</p>



3.&nbsp;Biodiversität wird ein Riesenthema in den nächsten 10 Jahren



<p>In unserer Kultur sind wir daran gewöhnt, für Leistungen zu bezahlen. In der Natur ist das anders. Wir bekommen sauberes Wasser, gute Luft, fruchtbare Böden, eine hochfunktionale biologische Vielfalt und ein „stabiles Klima“ – und das gratis. Dieses „Angebot“ haben wir als Gesellschaft mit unserem unökologischen Handeln ins Schwanken gebracht. Dabei ist es eigentlich ein No-Brainer: Don’t bite the hand, that feeds you.</p>



<p>Jetzt versuchen wir seit Jahren, den Klimaschutz mit immer besserer Technologie voranzutreiben. Ein guter Anfang, aber Dr. Loske betont, dass dieser Zugang zu kurz greift: „Mit der Technik alleine kommen wir nicht ans Ziel. Wir müssen die Natur in ihrer Fähigkeit schützen, als Faktor zur Klimastabilität beizutragen. Das betrifft die Böden, Wälder, Moore und die Ozeane mit ihrer Fähigkeit, Temperatur abzumildern und CO2 zu absorbieren.“</p>



<p>Die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Biodiversität</a> spielt eine enorm wichtige Rolle in fast allen Bereichen: in der Siedlungspolitik, der Verkehrspolitik und vor allem in der Agrarpolitik. Das wird auch den Entscheidungsträger:innen immer klarer. Ich bin schon jetzt gespannt, welche innovativen „nature-based solutions“ dieser neue Megatrend hervorbringen wird. Eines kann man sich jedenfalls von Dr. Loske mitnehmen: die Zuversicht, dass wir es schaffen können.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, mit welchen Stellschrauben die Politik die nachhaltige Entwicklung beschleunigen kann und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Mehr zum Thema Agrarwende



<ul><li>Ich arbeite in einer Solidarischen Landwirtschaft mit und lade euch ein, mich bei meinem Selbstversuch zu begleiten. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">Hier erfahrt ihr mehr.</a></li></ul>



<ul><li>Mein Artikel: <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/15/wie-kann-unsere-landwirtschaft-das-artensterben-aufhalten/">Wie kann unsere Landwirtschaft das Artensterben aufhalten?</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“







Mein Gast: Dr.]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“</p>







Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



<p>Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/architektur-und-oekologie-gestaltet-das-bauen-17455227.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gestaltet das Bauen!</a> Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antreibt, ist die Zuversicht.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Einfamilienhaus auf der Wiese kann nicht mehr das Leitbild sein



<p>Wenn man sich vor Augen führt, dass 40 % der Emissionen allein im Gebäudesektor entstehen, ist klar: Die Baubranche ist beim Klimaschutz besonders gefordert. Das Plädoyer von Dr. Loske ist genauso klar: „Wir müssen uns am Bestand orientieren und diesen Bestand so umbauen, damit er Nachhaltigkeitskriterien genügt – energetisch, stoffstrommäßig und baustoffmäßig.“</p>



<p>Die Realität sieht aber (noch) ganz anders aus: Die Baubranche ist auf den Neubau ausgerichtet. Das bedeutet: Flächenversiegelung im gigantischen Ausmaß. Allein in Deutschland werden momentan 60–70 Hektar Boden am Tag verbaut. Dabei stehen viele Gebäude und Wohnungen leer und warten auf ihre zweite Chance. Meistens fehlen aber Fachkräfte, die wissen, wie man das angeht. Wenn ich mir eine PV-Anlage aufs Dach packe, die neueste Wärmepumpe und vielleicht auch noch einen Speicher einbauen möchte, dann müssen diese auch integriert zusammenwirken. Stichwort: Schnittstellenproblematik.</p>



<p>Damit es hier vorangeht, „braucht es bei den Architekt:innen eine Neuorientierung in Richtung Bestandsentwicklung“, erklärt Dr. Loske. Dazu muss man sich auch einmal die Curricula ansehen und darüber hinaus bei den Fachkräften mehr auf Qualifizierung setzen. Das wird mittelfristig auch nicht ohne Fachkräftezuwanderungen gehen. Letztlich sind aber auch wir als Gesellschaft gefordert, unsere Wohnformen zu überdenken: Das eigene Haus, das man neu für sich und seine Familie auf die Wiese stellt, ist ökologisch gesehen nicht mehr zeitgemäß.</p>



2.&nbsp;Wir müssen die Agrarpolitik vom Kopf auf die Füße stellen



<p>Ich bin davon überzeugt, dass es neben der Energiewende auch eine Agrarwende braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Die Dringlichkeit dürfte auf politischer Ebene aber noch nicht im notwendigen Umfang angekommen sein. Bis 2030 ist es das Ziel der EU, die Bio-Landwirtschaft auf 30 % zu bringen. Oder andersrum: Wenn dieses Ziel hält, werden in etwa 10 Jahren noch immer zwei Drittel der Betriebe konventionell das Land bewirtschaften.</p>



<p>Dr. Loske erinnert sich an eine pointierte Aussage seiner Oma: „Mit der Landwirtschaft kann man nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft.“ Kompakter könnte man die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den letzten Jahrzehnten nicht auf den Punkt bringen. Zum einen führte der reine Wachstumsfokus dazu, dass die Preise im Keller gelandet sind. Zum anderen gibt es florierende Industrien um die Betriebe herum, die diese Dynamik mit ihren Produkten und Services weiter befeuern.</p>



<p>Das ist ein Teufelskreis, aus dem aber ein Weg herausführt. Angesichts komplexer Pfadabhängigkeiten kann das nur ein gemeinsamer Weg sein. Die Betriebe selbst müssen erkennen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Gleichzeitig müssen sich aber auch Betriebe der Saatgutentwicklung und der Förderung von Pflanzenrobustheit als Teil der Lösung begreifen. „Sie müssen lernen, integrale Konzepte zu entwickeln, und den bäuerlichen Betrieben dabei helfen, dass sie den Pfad der Nachhaltigkeit beschreiten können", erklärt Dr. Loske. Das gilt auch für die Verarbeitungsbetriebe, den Einzelhandel und alle weiteren Involvierten. Schließlich liegt es vor allem auch an der Politik, die Richtung für diesen Weg vorzugeben. Mit ambitionierteren Zielen und staatlichen Transferleistungen.</p>



3.&nbsp;Biodiversität wird ein Riesenthema in den nächsten 10 Jahren



<p>In unserer Kultur sind wir daran gewöhnt, für Leistungen zu bezahlen. In der Natur ist das anders. Wir bekommen sauberes Wasser, gute Luft, fruchtbare Böden, eine hochfunktionale biologische Vielfalt und ein „stabiles Klima“ – und das gratis. Dieses „Angebot“ haben wir als Gesellschaft mit unserem unökologischen Handeln ins Schwanken gebracht. Dabei ist es eigentlich ein No-Brainer: Don’t bite the hand, that feeds you.</p>



<p>Jetzt versuchen wir seit Jahren, den Klimaschutz mit immer besserer Technologie voranzutreiben. Ein guter Anfang, aber Dr. Loske betont, dass dieser Zugang zu kurz greift: „Mit der Technik alleine kommen wir nicht ans Ziel. Wir müssen die Natur in ihrer Fähigkeit schützen, als Faktor zur Klimastabilität beizutragen. Das betrifft die Böden, Wälder, Moore und die Ozeane mit ihrer Fähigkeit, Temperatur abzumildern und CO2 zu absorbieren.“</p>



<p>Die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Biodiversität</a> spielt eine enorm wichtige Rolle in fast allen Bereichen: in der Siedlungspolitik, der Verkehrspolitik und vor allem in der Agrarpolitik. Das wird auch den Entscheidungsträger:innen immer klarer. Ich bin schon jetzt gespannt, welche innovativen „nature-based solutions“ dieser neue Megatrend hervorbringen wird. Eines kann man sich jedenfalls von Dr. Loske mitnehmen: die Zuversicht, dass wir es schaffen können.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, mit welchen Stellschrauben die Politik die nachhaltige Entwicklung beschleunigen kann und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



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<ul><li>Ich arbeite in einer Solidarischen Landwirtschaft mit und lade euch ein, mich bei meinem Selbstversuch zu begleiten. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">Hier erfahrt ihr mehr.</a></li></ul>



<ul><li>Mein Artikel: <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/15/wie-kann-unsere-landwirtschaft-das-artensterben-aufhalten/">Wie kann unsere Landwirtschaft das Artensterben aufhalten?</a></li></ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“







Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: Gestaltet das Bauen! Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antreibt, ist die Zuversicht.



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Einfamilienhaus auf der Wiese kann nicht mehr das Leitbild sein



Wenn man sich vor Augen führt, dass 40 % der Emissionen allein im Gebäudesektor entstehen, ist klar: Die Baubranche ist beim Klimaschutz besonders gefordert. Das Plädoyer von Dr. Loske ist genauso klar: „Wir müssen uns am Bestand orientieren und diesen Bestand so umbauen, damit er Nachhaltigkeitskriterien genügt – energetisch, stoffstrommäßig und baustoffmäßig.“



Die Realität sieht aber (noch) ganz anders aus: Die Baubranche ist auf den Neubau ausgerichtet. Das bedeutet: Flächenversiegelung im gigantischen Ausmaß. Allein in Deutschland werden momentan 60–70 Hektar Boden am Tag verbaut. Dabei stehen viele Gebäude und Wohnungen leer und warten auf ihre zweite Chance. Meistens fehlen aber Fachkräfte, die wissen, wie man das angeht. Wenn ich mir eine PV-Anlage aufs Dach packe, die neueste Wärmepumpe und vielleicht auch noch einen Speicher einbauen möchte, dann müssen diese auch integriert zusammenwirken. Stichwort: Schnittstellenproblematik.



Damit es hier vorangeht, „braucht es bei den Architekt:innen eine Neuorientierung in Richtung Bestandsentwicklung“, erklärt Dr. Loske. Dazu muss man sich auch einmal die Curricula ansehen und darüber hinaus bei den Fachkräften mehr auf Qualifizierung setzen. Das wird mittelfristig auch nicht ohne Fachkräftezuwanderungen gehen. Letztlich sind aber auch wir als Gesellschaft gefordert, unsere Wohnformen zu überdenken: Das eigene Haus, das man neu für sich und seine Familie auf die Wiese stellt, ist ökologisch gesehen nicht mehr zeitgemäß.



2.&nbsp;Wir müssen die Agrarpolitik vom Kopf auf die Füße stellen



Ich bin davon überzeugt, dass es neben der Energiewende auch eine Agrarwende braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Die Dringlichkeit dürfte auf politischer Ebene aber noch nicht im notwendigen Umfang angekommen sein. Bis 2030 ist es das Ziel der EU, die Bio-Landwirtschaft auf 30 % zu bringen. Oder andersrum: Wenn dieses Ziel hält, werden in etwa 10 Jahren noch immer zwei Drittel der Betriebe konventionell das Land bewirtschaften.



Dr. Loske erinnert sich an eine pointierte Aussage seiner Oma: „Mit der Landwirtschaft kann man nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft.“ Kompakter könnte man die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den letzten Jahrzehnten nicht auf den Punkt bringen. Zum einen führte der reine Wachstumsfokus dazu, dass die Preise im Keller gelandet sind. Zum anderen gibt es florierende Industrien um die Betriebe herum, die diese Dynamik mit ihren Produkten und Services weiter befeuern.



Das ist ein Teufelskreis, aus dem aber ein Weg herausführt. Angesichts komplexer Pfadabhängigkeiten kann das nur ein gemeinsamer Weg sein. Die Betriebe selbst müssen erkennen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Gleichzeitig müssen sich aber auch Betriebe der Saatgutentwicklung und der Förderung von Pflanzenrobustheit als Teil der Lö]]></itunes:summary>
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Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: Gestaltet das Bauen! Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antrei]]></googleplay:description>
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</item>

<item>
	<title>Die wahre Seele der Briten lernst du im Pub kennen &#8211; mit Stuart Simpson, Gründer von English4Professionals</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/die-wahre-seele-der-briten-lernst-du-im-pub-kennen-mit-stuart-simpson-gruender-von-english4professionals/</link>
	<pubDate>Thu, 09 Dec 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=29071</guid>
	<description><![CDATA[<p>„Insbesondere europäische Medien schreiben gerne: Der Brexit und Boris Johnson sind an allem schuld. Dabei stecken andere Gründe hinter dem Mangel an Lkw-Fahrer:innen, Öl und dem Weihnachtstruthahn. Davon liest du aber nichts.“ </p>







Mein Gast:&nbsp;Stuart Simpson&nbsp;



<p>Normalerweise bin ich derjenige, der in den Gesprächen mit Stuart&nbsp;am meisten&nbsp;quatscht:&nbsp;Er ist seit&nbsp;ca.&nbsp;sechs&nbsp;Jahren&nbsp;mein Englischlehrer und hilft mir dabei, mein „Business English“ stetig zu verbessern.&nbsp;In der neuen Podcast-Folge habe ich den Spieß umgedreht, denn Stuart hat eine beeindruckende Biografie. Nach neun Jahren bei der Royal Air Force studierte der gebürtige Brite&nbsp;„International Business“&nbsp;in England und Spanien und arbeitete für verschiedene Firmen.&nbsp;Wie es der Zufall wollte, verschlug es ihn vor rund&nbsp;20 Jahren&nbsp;nach&nbsp;Wien&nbsp;– und da er die Stadt so sehr schätzt wie ich, beschloss er zu bleiben.&nbsp;Seitdem hilft Stuart als Englisch-Trainer Berufstätigen aller Sparten und Branchen, Englisch ohne großen Zeitaufwand und Stress zu erlernen. Zunächst&nbsp;noch&nbsp;nebenberuflich&nbsp;und&nbsp;seit&nbsp;2010&nbsp;mit&nbsp;<a href="https://www.english4professionals.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">English4Professionals</a>&nbsp;hauptberuflich.&nbsp;</p>



Das sind die drei Hauptpunkte in Kürze:&nbsp;



1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Qualität statt Quantität&nbsp;– so geht Business&nbsp;



<p>Wie so viele andere Disziplinen, ist auch der Beruf des Englischlehrers nicht ohne&nbsp;Konkurrenz.&nbsp;Viele machen sich&nbsp;nebenbei&nbsp;selbstständig,&nbsp;weil sie ihr Einkommen aufbessern wollen&nbsp;oder sie den Beruf von&nbsp;der ganzen Welt aus&nbsp;ausüben können.&nbsp;Das Dilemma:&nbsp;Selbst&nbsp;Muttersprachler:innen&nbsp;haben&nbsp;oft nicht&nbsp;den&nbsp;notwendigen&nbsp;Hintergrund, um&nbsp;z. B. die Grammatik&nbsp;zu erklären. Klar, wir können unsere&nbsp;Geburtssprache&nbsp;in der Regel&nbsp;aus dem Effeff, aber versucht doch selbst mal,&nbsp;Ausländer:innen&nbsp;zu erklären, warum wir im Deutschen zig verschiedene Anredepronomen benötigen.&nbsp;Darum geht es also, meint Stuart: Gebe&nbsp;den&nbsp;Kund:innen&nbsp;etwas qualitativ Hochwertiges, was sie woanders in dieser Form nicht bekommen.&nbsp;Das bedeutet umgekehrt nicht, dass wir inhaltlich&nbsp;alles wissen müssen&nbsp;– ob das nun Gesetzestexte&nbsp;sind, wenn&nbsp;Stuarts&nbsp;Kunde ein Jurist ist&nbsp;oder der genaue Mechanismus hinter einem Produkt, wenn wir mit&nbsp;borisgloger&nbsp;consulting&nbsp;ein Unternehmen&nbsp;beraten.&nbsp;„Du kannst kein Spezialist für alles sein“,&nbsp;sagt Stuart richtigerweise.&nbsp;Die Basis liegt beim Kunden selbst, der seinen Themenschwerpunkt&nbsp;am besten kennt&nbsp;–&nbsp;darauf aufbauend arbeitet Stuart gemeinsam mit dem Kunden an&nbsp;Vokabular,&nbsp;Verben&nbsp;und professionalisiert die Aussprache.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Das ist wie mit der Agilität: Auch da sollten&nbsp;gute&nbsp;Coaches&nbsp;und&nbsp;Trainer:innen&nbsp;das&nbsp;Einmaleins&nbsp;der agilen Prinzipien beherrschen und&nbsp;die Wirkungsweise schon mal selbst ausprobiert haben.&nbsp;Nur so&nbsp;können sie&nbsp;an und mit der Basis des Kunden arbeiten.&nbsp;Alles andere ist&nbsp;Berater:innen-Allerlei, das nicht in die Tiefe geht.&nbsp;</p>



2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Glaube nicht alles, was in den Nachrichten steht&nbsp;



<p>Die Menschen außerhalb Großbritanniens&nbsp;sowie&nbsp;diverse&nbsp;Medien&nbsp;denken, sie&nbsp;versetzen sich in&nbsp;die britische Perspektive&nbsp;und überblicken alles&nbsp;– dabei&nbsp;haben&nbsp;sie&nbsp;kein Gefühl dafür, wie&nbsp;die&nbsp;Engländer:innen&nbsp;wirklich ticken. Sie sprechen nicht mit den Leuten vor Ort, sondern lesen Nachrichten von Reuters.&nbsp;„Setzt euch doch einfach mal mit einem Pint in eine Bar in England und redet mit den&nbsp;Einheimischen“, empfiehlt Stuart.&nbsp;„So bekommt man viel eher ein Gefühl für das Land und die&nbsp;Geschichten, die die Briten bewegen.“&nbsp;So verkehrt&nbsp;scheint&nbsp;Stuart da nicht&nbsp;zu liegen&nbsp;– immerhin&nbsp;hat&nbsp;er nach eigenen Angaben&nbsp;auf diese Weise&nbsp;vergangene&nbsp;Wahlergebnisse&nbsp;und den Ausgang&nbsp;des&nbsp;Brexit&nbsp;voraussagen&nbsp;können.&nbsp;Also: Seid neugierig und schaut über den Tellerrand.&nbsp;Dann klappt es auch mit den Briten.&nbsp;(Das Pub ist in England übrigens eher&nbsp;eine soziale Institution&nbsp;als eine Bar.)&nbsp;</p>



3. Blame&nbsp;Boris&nbsp;for&nbsp;Brexit?&nbsp;Die Schuldfrage&nbsp;muss differenzierter betrachtet werden&nbsp;



<p>Ist euch schon mal aufgefallen, dass insbesondere&nbsp;die europäischen&nbsp;Nachrichtenmagazine&nbsp;vorwiegend&nbsp;die schlechten Seiten&nbsp;des Brexit&nbsp;zeigen?&nbsp;Tenor: Der Brexit ist schuld daran, dass&nbsp;Lastwagenfahrer:innen&nbsp;fehlen,&nbsp;dass kein&nbsp;Öl mehr&nbsp;da ist, dass die Regale&nbsp;leer&nbsp;sind.&nbsp;Aber ist das wirklich so?&nbsp;Haben wir in Deutschland&nbsp;und überall in Europa&nbsp;nicht auch&nbsp;Probleme&nbsp;damit,&nbsp;Lastwagenfahrer:innen&nbsp;zu finden?&nbsp;Es gibt tatsächlich andere, ganz simple Gründe: Zum Beispiel der, dass in England aufgrund der Corona-Pandemie und deren&nbsp;Folgen viele&nbsp;Lkw-Fahrer:innen&nbsp;ihren Führerschein nicht verlängern lassen können. Die&nbsp;Mühlen der Behörden mahlen&nbsp;im&nbsp;Home Office&nbsp;einfach langsamer,&nbsp;u.a.&nbsp;aufgrund von schlechter&nbsp;IT-Infrastruktur.&nbsp;Außerdem sind die Arbeitsbedingungen&nbsp;für&nbsp;Lkw-Fahrer:innen&nbsp;insbesondere in England&nbsp;miserabel.&nbsp;Es schreibt nur keiner darüber, weil es nicht ins Narrativ passt.&nbsp;</p>



<p>Hört mal rein, wenn ihr&nbsp;wissen&nbsp;wollt,&nbsp;was die&nbsp;Engländer:innen&nbsp;im Pub über Macron erzählen&nbsp;und wie ihr euer Englisch einfach nebenbei verbessern könnt – kostenlos&nbsp;und mit wenig Zeitaufwand.&nbsp;</p>



<p>Ich freue mich auf eure Kommentare und Gedanken dazu.&nbsp;Achtung: Natürlich ist diese Podcast-Folge auf Englisch!&nbsp;?&nbsp;</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Insbesondere europäische Medien schreiben gerne: Der Brexit und Boris Johnson sind an allem schuld. Dabei stecken andere Gründe hinter dem Mangel an Lkw-Fahrer:innen, Öl und dem Weihnachtstruthahn. Davon liest du aber nichts.“ 







Mein Gast:&nbsp;St]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Insbesondere europäische Medien schreiben gerne: Der Brexit und Boris Johnson sind an allem schuld. Dabei stecken andere Gründe hinter dem Mangel an Lkw-Fahrer:innen, Öl und dem Weihnachtstruthahn. Davon liest du aber nichts.“ </p>







Mein Gast:&nbsp;Stuart Simpson&nbsp;



<p>Normalerweise bin ich derjenige, der in den Gesprächen mit Stuart&nbsp;am meisten&nbsp;quatscht:&nbsp;Er ist seit&nbsp;ca.&nbsp;sechs&nbsp;Jahren&nbsp;mein Englischlehrer und hilft mir dabei, mein „Business English“ stetig zu verbessern.&nbsp;In der neuen Podcast-Folge habe ich den Spieß umgedreht, denn Stuart hat eine beeindruckende Biografie. Nach neun Jahren bei der Royal Air Force studierte der gebürtige Brite&nbsp;„International Business“&nbsp;in England und Spanien und arbeitete für verschiedene Firmen.&nbsp;Wie es der Zufall wollte, verschlug es ihn vor rund&nbsp;20 Jahren&nbsp;nach&nbsp;Wien&nbsp;– und da er die Stadt so sehr schätzt wie ich, beschloss er zu bleiben.&nbsp;Seitdem hilft Stuart als Englisch-Trainer Berufstätigen aller Sparten und Branchen, Englisch ohne großen Zeitaufwand und Stress zu erlernen. Zunächst&nbsp;noch&nbsp;nebenberuflich&nbsp;und&nbsp;seit&nbsp;2010&nbsp;mit&nbsp;<a href="https://www.english4professionals.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">English4Professionals</a>&nbsp;hauptberuflich.&nbsp;</p>



Das sind die drei Hauptpunkte in Kürze:&nbsp;



1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Qualität statt Quantität&nbsp;– so geht Business&nbsp;



<p>Wie so viele andere Disziplinen, ist auch der Beruf des Englischlehrers nicht ohne&nbsp;Konkurrenz.&nbsp;Viele machen sich&nbsp;nebenbei&nbsp;selbstständig,&nbsp;weil sie ihr Einkommen aufbessern wollen&nbsp;oder sie den Beruf von&nbsp;der ganzen Welt aus&nbsp;ausüben können.&nbsp;Das Dilemma:&nbsp;Selbst&nbsp;Muttersprachler:innen&nbsp;haben&nbsp;oft nicht&nbsp;den&nbsp;notwendigen&nbsp;Hintergrund, um&nbsp;z. B. die Grammatik&nbsp;zu erklären. Klar, wir können unsere&nbsp;Geburtssprache&nbsp;in der Regel&nbsp;aus dem Effeff, aber versucht doch selbst mal,&nbsp;Ausländer:innen&nbsp;zu erklären, warum wir im Deutschen zig verschiedene Anredepronomen benötigen.&nbsp;Darum geht es also, meint Stuart: Gebe&nbsp;den&nbsp;Kund:innen&nbsp;etwas qualitativ Hochwertiges, was sie woanders in dieser Form nicht bekommen.&nbsp;Das bedeutet umgekehrt nicht, dass wir inhaltlich&nbsp;alles wissen müssen&nbsp;– ob das nun Gesetzestexte&nbsp;sind, wenn&nbsp;Stuarts&nbsp;Kunde ein Jurist ist&nbsp;oder der genaue Mechanismus hinter einem Produkt, wenn wir mit&nbsp;borisgloger&nbsp;consulting&nbsp;ein Unternehmen&nbsp;beraten.&nbsp;„Du kannst kein Spezialist für alles sein“,&nbsp;sagt Stuart richtigerweise.&nbsp;Die Basis liegt beim Kunden selbst, der seinen Themenschwerpunkt&nbsp;am besten kennt&nbsp;–&nbsp;darauf aufbauend arbeitet Stuart gemeinsam mit dem Kunden an&nbsp;Vokabular,&nbsp;Verben&nbsp;und professionalisiert die Aussprache.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Das ist wie mit der Agilität: Auch da sollten&nbsp;gute&nbsp;Coaches&nbsp;und&nbsp;Trainer:innen&nbsp;das&nbsp;Einmaleins&nbsp;der agilen Prinzipien beherrschen und&nbsp;die Wirkungsweise schon mal selbst ausprobiert haben.&nbsp;Nur so&nbsp;können sie&nbsp;an und mit der Basis des Kunden arbeiten.&nbsp;Alles andere ist&nbsp;Berater:innen-Allerlei, das nicht in die Tiefe geht.&nbsp;</p>



2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Glaube nicht alles, was in den Nachrichten steht&nbsp;



<p>Die Menschen außerhalb Großbritanniens&nbsp;sowie&nbsp;diverse&nbsp;Medien&nbsp;denken, sie&nbsp;versetzen sich in&nbsp;die britische Perspektive&nbsp;und überblicken alles&nbsp;– dabei&nbsp;haben&nbsp;sie&nbsp;kein Gefühl dafür, wie&nbsp;die&nbsp;Engländer:innen&nbsp;wirklich ticken. Sie sprechen nicht mit den Leuten vor Ort, sondern lesen Nachrichten von Reuters.&nbsp;„Setzt euch doch einfach mal mit einem Pint in eine Bar in England und redet mit den&nbsp;Einheimischen“, empfiehlt Stuart.&nbsp;„So bekommt man viel eher ein Gefühl für das Land und die&nbsp;Geschichten, die die Briten bewegen.“&nbsp;So verkehrt&nbsp;scheint&nbsp;Stuart da nicht&nbsp;zu liegen&nbsp;– immerhin&nbsp;hat&nbsp;er nach eigenen Angaben&nbsp;auf diese Weise&nbsp;vergangene&nbsp;Wahlergebnisse&nbsp;und den Ausgang&nbsp;des&nbsp;Brexit&nbsp;voraussagen&nbsp;können.&nbsp;Also: Seid neugierig und schaut über den Tellerrand.&nbsp;Dann klappt es auch mit den Briten.&nbsp;(Das Pub ist in England übrigens eher&nbsp;eine soziale Institution&nbsp;als eine Bar.)&nbsp;</p>



3. Blame&nbsp;Boris&nbsp;for&nbsp;Brexit?&nbsp;Die Schuldfrage&nbsp;muss differenzierter betrachtet werden&nbsp;



<p>Ist euch schon mal aufgefallen, dass insbesondere&nbsp;die europäischen&nbsp;Nachrichtenmagazine&nbsp;vorwiegend&nbsp;die schlechten Seiten&nbsp;des Brexit&nbsp;zeigen?&nbsp;Tenor: Der Brexit ist schuld daran, dass&nbsp;Lastwagenfahrer:innen&nbsp;fehlen,&nbsp;dass kein&nbsp;Öl mehr&nbsp;da ist, dass die Regale&nbsp;leer&nbsp;sind.&nbsp;Aber ist das wirklich so?&nbsp;Haben wir in Deutschland&nbsp;und überall in Europa&nbsp;nicht auch&nbsp;Probleme&nbsp;damit,&nbsp;Lastwagenfahrer:innen&nbsp;zu finden?&nbsp;Es gibt tatsächlich andere, ganz simple Gründe: Zum Beispiel der, dass in England aufgrund der Corona-Pandemie und deren&nbsp;Folgen viele&nbsp;Lkw-Fahrer:innen&nbsp;ihren Führerschein nicht verlängern lassen können. Die&nbsp;Mühlen der Behörden mahlen&nbsp;im&nbsp;Home Office&nbsp;einfach langsamer,&nbsp;u.a.&nbsp;aufgrund von schlechter&nbsp;IT-Infrastruktur.&nbsp;Außerdem sind die Arbeitsbedingungen&nbsp;für&nbsp;Lkw-Fahrer:innen&nbsp;insbesondere in England&nbsp;miserabel.&nbsp;Es schreibt nur keiner darüber, weil es nicht ins Narrativ passt.&nbsp;</p>



<p>Hört mal rein, wenn ihr&nbsp;wissen&nbsp;wollt,&nbsp;was die&nbsp;Engländer:innen&nbsp;im Pub über Macron erzählen&nbsp;und wie ihr euer Englisch einfach nebenbei verbessern könnt – kostenlos&nbsp;und mit wenig Zeitaufwand.&nbsp;</p>



<p>Ich freue mich auf eure Kommentare und Gedanken dazu.&nbsp;Achtung: Natürlich ist diese Podcast-Folge auf Englisch!&nbsp;?&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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Mein Gast:&nbsp;Stuart Simpson&nbsp;



Normalerweise bin ich derjenige, der in den Gesprächen mit Stuart&nbsp;am meisten&nbsp;quatscht:&nbsp;Er ist seit&nbsp;ca.&nbsp;sechs&nbsp;Jahren&nbsp;mein Englischlehrer und hilft mir dabei, mein „Business English“ stetig zu verbessern.&nbsp;In der neuen Podcast-Folge habe ich den Spieß umgedreht, denn Stuart hat eine beeindruckende Biografie. Nach neun Jahren bei der Royal Air Force studierte der gebürtige Brite&nbsp;„International Business“&nbsp;in England und Spanien und arbeitete für verschiedene Firmen.&nbsp;Wie es der Zufall wollte, verschlug es ihn vor rund&nbsp;20 Jahren&nbsp;nach&nbsp;Wien&nbsp;– und da er die Stadt so sehr schätzt wie ich, beschloss er zu bleiben.&nbsp;Seitdem hilft Stuart als Englisch-Trainer Berufstätigen aller Sparten und Branchen, Englisch ohne großen Zeitaufwand und Stress zu erlernen. Zunächst&nbsp;noch&nbsp;nebenberuflich&nbsp;und&nbsp;seit&nbsp;2010&nbsp;mit&nbsp;English4Professionals&nbsp;hauptberuflich.&nbsp;



Das sind die drei Hauptpunkte in Kürze:&nbsp;



1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Qualität statt Quantität&nbsp;– so geht Business&nbsp;



Wie so viele andere Disziplinen, ist auch der Beruf des Englischlehrers nicht ohne&nbsp;Konkurrenz.&nbsp;Viele machen sich&nbsp;nebenbei&nbsp;selbstständig,&nbsp;weil sie ihr Einkommen aufbessern wollen&nbsp;oder sie den Beruf von&nbsp;der ganzen Welt aus&nbsp;ausüben können.&nbsp;Das Dilemma:&nbsp;Selbst&nbsp;Muttersprachler:innen&nbsp;haben&nbsp;oft nicht&nbsp;den&nbsp;notwendigen&nbsp;Hintergrund, um&nbsp;z. B. die Grammatik&nbsp;zu erklären. Klar, wir können unsere&nbsp;Geburtssprache&nbsp;in der Regel&nbsp;aus dem Effeff, aber versucht doch selbst mal,&nbsp;Ausländer:innen&nbsp;zu erklären, warum wir im Deutschen zig verschiedene Anredepronomen benötigen.&nbsp;Darum geht es also, meint Stuart: Gebe&nbsp;den&nbsp;Kund:innen&nbsp;etwas qualitativ Hochwertiges, was sie woanders in dieser Form nicht bekommen.&nbsp;Das bedeutet umgekehrt nicht, dass wir inhaltlich&nbsp;alles wissen müssen&nbsp;– ob das nun Gesetzestexte&nbsp;sind, wenn&nbsp;Stuarts&nbsp;Kunde ein Jurist ist&nbsp;oder der genaue Mechanismus hinter einem Produkt, wenn wir mit&nbsp;borisgloger&nbsp;consulting&nbsp;ein Unternehmen&nbsp;beraten.&nbsp;„Du kannst kein Spezialist für alles sein“,&nbsp;sagt Stuart richtigerweise.&nbsp;Die Basis liegt beim Kunden selbst, der seinen Themenschwerpunkt&nbsp;am besten kennt&nbsp;–&nbsp;darauf aufbauend arbeitet Stuart gemeinsam mit dem Kunden an&nbsp;Vokabular,&nbsp;Verben&nbsp;und professionalisiert die Aussprache.&nbsp;&nbsp;



Das ist wie mit der Agilität: Auch da sollten&nbsp;gute&nbsp;Coaches&nbsp;und&nbsp;Trainer:innen&nbsp;das&nbsp;Einmaleins&nbsp;der agilen Prinzipien beherrschen und&nbsp;die Wirkungsweise schon mal selbst ausprobiert haben.&nbsp;Nur so&nbsp;können sie&nbsp;an und mit der Basis des Kunden arbeiten.&nbsp;Alles andere ist&nbsp;Berater:innen-Allerlei, das nicht in die Tiefe geht.&nbsp;



2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Glaube nicht alles, was in den Nachrichten steht&nbsp;



Die Menschen außerhalb Großbritanniens&nbsp;sowie&nbsp;diverse&nbsp;Medien&nbsp;denken, sie&nbsp;versetzen sich in&nbsp;die britische Perspektive&nbsp;und überblicken alles&nbsp;– dabei&nbsp;haben&nbsp;sie&nbsp;kein Gefühl dafür, wie&nbsp;die&nbsp;Engländer:innen&nbsp;wirklich ticken. Sie sprechen nicht mit den Leuten vor Ort, sondern lesen Nachrichten von Reuters.&nbsp;„Setzt euch doch einfach mal mit einem Pint in eine Bar in England und redet mit den&nbsp;Einheimischen“, empfiehlt Stuart.&nbsp;„So bekommt man viel eher ein Gefühl für das Land und die&nbsp;Geschichten, die die Briten bewegen.“&nbsp;So verkehrt&nbsp;scheint&nbsp;Stuart da nicht&nbsp;zu liegen&nbsp;– im]]></itunes:summary>
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Mein Gast:&nbsp;Stuart Simpson&nbsp;



Normalerweise bin ich derjenige, der in den Gesprächen mit Stuart&nbsp;am meisten&nbsp;quatscht:&nbsp;Er ist seit&nbsp;ca.&nbsp;sechs&nbsp;Jahren&nbsp;mein Englischlehrer und hilft mir dabei, mein „Business English“ stetig zu verbessern.&nbsp;In der neuen Podcast-Folge habe ich den Spieß umgedreht, denn Stuart hat eine beeindruckende Biografie. Nach neun Jahren bei der Royal Air Force studierte der gebürtige Brite&nbsp;„International Business“&nbsp;in England und Spanien und arbeitete für verschiedene Firmen.&nbsp;Wie es der Zufall wollte, verschlug es ihn vor rund&nbsp;20 Jahren&nbsp;nach&nbsp;Wien&nbsp;– und da er die Stadt so sehr schätzt wie ich, beschloss er zu bleiben.&nbsp;Seitdem hilft Stuart als Englisch-]]></googleplay:description>
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	<title>Wie können wir die Lehre verbessern, Robert Frasch?</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-koennen-wir-die-lehre-verbessern-robert-frasch/</link>
	<pubDate>Thu, 02 Sep 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Wir verändern nicht die Jugendlichen, sondern das System der Lehre. Denn wir sollten nicht den Menschen erklären, wie sie anders und besser sein können, sondern es ist doch sinnvoller, das System passend zu machen.“</p>Robert Frasch







Mein Gast: Robert Frasch



<p>Robert Frasch setzt sich seit fünf Jahren für die Verbesserung der dualen Ausbildung ein. Dafür hat er mit Lehrlingspower.at ein Netzwerk für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen und zugleich Forum für Austausch gegründet. Die Idee dahinter: Ausbilder:innen und Personalverantwortliche aus Ausbildungsbetrieben der verschiedensten Größen und Branchen berichten aus der Praxis und lernen voneinander, um die Lehre zu verbessern – da sitzt der Handwerker auch mal neben der Industrieausbilderin. Zudem stellt Robert Arbeitsmittel für die duale Ausbildung bereit. Wir sprechen im Podcast darüber, warum der Lehrberuf noch immer einen geringeren Stellenwert als der akademische Abschluss hat und welche Ansätze Potenzial für die Verbesserung der Lehre haben.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte in Kürze:



1. Eltern nehmen eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Berufsweges ein



<p>Es ist absurd: Wir investieren in Österreich einerseits Milliarden in Nachhilfeunterricht, auf der anderen Seite rückt die Lehre, also eine solide Ausbildung, in den Hintergrund. Warum ist das so? In Österreich unterschreiben bis zur Volljährigkeit die Eltern auf dem Lehrvertrag. Das ist das eigentliche Problem. So sind die Jugendlichen zwar sehr offen für Lehrberufe, die Eltern wollen aber oft einen höheren Bildungsabschluss für ihre Kinder. „Ich vermute, dass sie möchten, dass es ihren Kindern besser geht – dass diese mehr erreichen, als sie selbst“, sagt Robert. Das Fatale daran: Eltern schauen oft nicht darauf, ob das auch für das Kind das Beste ist. Der Fehler liegt aber im System, in dem Noten oft noch immer ausschlaggebend für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sind. Auf der einen Seite haben wir viele Unternehmen, die händeringend Fachkräfte benötigen, sich aber andererseits beschweren, wenn sich nicht nur 1er-Abgänger bewerben. Müssen die Unternehmen also selbst mehr Verantwortung übernehmen? Robert ist davon überzeugt und berichtet von einem großen Industrieunternehmen in der Steiermark, das schon seit Jahren Nachhilfelehrer für die Auszubildenden in Mathematik und Deutsch anstellt – das, was das Schulsystem nicht schafft, wird aktiv bei den Unternehmen nachgeholt.</p>



2.&nbsp;Berufsbilder werden falsch und ungenügend dargestellt



<p>Kennt ihr auch noch diese Plakate aus dem Handwerk, bei dem der Schreinerberuf oft verklärt romantisch dargestellt wird? Damit meine ich z. B., dass ein Lehrling bzw. eine Lehrtochter mit Hobel zu sehen ist, der bzw. die mit der Hand einen Tisch oder Ähnliches bearbeitet. Damit werden aber falsche Assoziationen geweckt, denn die Realität sieht doch heute ganz anders aus. Schreiner:innen arbeiten heute mit ganz anderen Geräten wie zum Beispiel CNC-Fräsen und da geht es oft eher darum, so eine Maschine (technisch) bedienen zu können. Das Berufsbild wird also völlig verzerrt. Robert bringt das Beispiel eines Kochs an: Automatisch verknüpft ein Großteil mit dem Beruf unmögliche Arbeitszeiten, schlechte Arbeitsbedingungen und ein geringes Gehalt. Dabei gäbe es viele Gastronomie-Unternehmen, die ordentlich bezahlen und gute Bedingungen schaffen. </p>



<p>Woher kommt also diese Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit? Wir schaffen es einfach nicht mehr, Berufsbilder adäquat zu vermitteln. Das fängt in der Schule an: Da gibt es die Berufsorientierung quasi nur auf dem Papier – obwohl wir in Österreich sogar ein Schulfach zur „Berufsorientierung“ haben! Das bedeutet in der Praxis aber oft nur: Man liest sich Berufe am Computer durch. Ist in Deutschland übrigens nicht anders.</p>



<p>Statt also ständig neue Lehrberufe zu schaffen (mittlerweile haben wir in Österreich über 200), sollten wir die Aufgaben in den bestehenden Berufen adäquat vermitteln – denn da hat sich über die Jahre schon genug getan. Unsere Jugendlichen haben mittlerweile in der Regel die Wahlmöglichkeit und können sich aussuchen, in welchem Betrieb sie anfangen. Da sollten wir sie nicht noch mit der Komplexität ständig neuer Berufsbilder konfrontieren.</p>



3. Weg von der betrieblichen hin zur Berufsausbildung



<p>Die rasante Weiterentwicklung der Berufe ist eine Sache – früher hat ein:e Schreiner:in gelernt, Fenster, Küchen und Möbel zu bauen. Heute ist er bzw. sie meist auf eine Sache spezialisiert. Vor 30, 40 Jahren lernte ein Lehrling oder eine Lehrtochter also eine viel höhere Bandbreite des Berufes kennen, als das heute der Fall ist. Deshalb sagt Robert richtigerweise: „Wir müssen weg von einer betrieblichen hin zu einer Berufsausbildung kommen“. Also: Die Auszubildenden lernen nicht mehr ausschließlich in einem Betrieb, sondern in verschiedenen Unternehmen. Z. B. im Rahmen einer Logistikausbildung bei der Bahn und in einer Spedition und in weiteren Bereichen. Erst danach entscheiden die Jugendlichen, wo sie später einmal fest arbeiten möchten. Das hat mehrere Vorteile: Der Beruf wird allumfänglich kennengelernt. Jugendliche bauen schon in der Ausbildung ein umfangreiches Netzwerk auf und die Qualität der Ausbildung steigt massiv.</p>





<p>Hört mal rein, wenn ihr wissen wollt, welches Mindset Unternehmen bei der Auszubildendensuche mitbringen sollten, warum die Verbände noch mehr gefragt sind und was es mit der Berufsweltmeisterschaft World Skills auf sich hat. Ich bin gespannt auf eure Kommentare!</p>



<p>Foto: Margit Berger, <a href="http://foto-berger.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">foto-berger.at</a></p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Wir verändern nicht die Jugendlichen, sondern das System der Lehre. Denn wir sollten nicht den Menschen erklären, wie sie anders und besser sein können, sondern es ist doch sinnvoller, das System passend zu machen.“Robert Frasch







Mein Gast: Robert]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Wir verändern nicht die Jugendlichen, sondern das System der Lehre. Denn wir sollten nicht den Menschen erklären, wie sie anders und besser sein können, sondern es ist doch sinnvoller, das System passend zu machen.“</p>Robert Frasch







Mein Gast: Robert Frasch



<p>Robert Frasch setzt sich seit fünf Jahren für die Verbesserung der dualen Ausbildung ein. Dafür hat er mit Lehrlingspower.at ein Netzwerk für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen und zugleich Forum für Austausch gegründet. Die Idee dahinter: Ausbilder:innen und Personalverantwortliche aus Ausbildungsbetrieben der verschiedensten Größen und Branchen berichten aus der Praxis und lernen voneinander, um die Lehre zu verbessern – da sitzt der Handwerker auch mal neben der Industrieausbilderin. Zudem stellt Robert Arbeitsmittel für die duale Ausbildung bereit. Wir sprechen im Podcast darüber, warum der Lehrberuf noch immer einen geringeren Stellenwert als der akademische Abschluss hat und welche Ansätze Potenzial für die Verbesserung der Lehre haben.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte in Kürze:



1. Eltern nehmen eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Berufsweges ein



<p>Es ist absurd: Wir investieren in Österreich einerseits Milliarden in Nachhilfeunterricht, auf der anderen Seite rückt die Lehre, also eine solide Ausbildung, in den Hintergrund. Warum ist das so? In Österreich unterschreiben bis zur Volljährigkeit die Eltern auf dem Lehrvertrag. Das ist das eigentliche Problem. So sind die Jugendlichen zwar sehr offen für Lehrberufe, die Eltern wollen aber oft einen höheren Bildungsabschluss für ihre Kinder. „Ich vermute, dass sie möchten, dass es ihren Kindern besser geht – dass diese mehr erreichen, als sie selbst“, sagt Robert. Das Fatale daran: Eltern schauen oft nicht darauf, ob das auch für das Kind das Beste ist. Der Fehler liegt aber im System, in dem Noten oft noch immer ausschlaggebend für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sind. Auf der einen Seite haben wir viele Unternehmen, die händeringend Fachkräfte benötigen, sich aber andererseits beschweren, wenn sich nicht nur 1er-Abgänger bewerben. Müssen die Unternehmen also selbst mehr Verantwortung übernehmen? Robert ist davon überzeugt und berichtet von einem großen Industrieunternehmen in der Steiermark, das schon seit Jahren Nachhilfelehrer für die Auszubildenden in Mathematik und Deutsch anstellt – das, was das Schulsystem nicht schafft, wird aktiv bei den Unternehmen nachgeholt.</p>



2.&nbsp;Berufsbilder werden falsch und ungenügend dargestellt



<p>Kennt ihr auch noch diese Plakate aus dem Handwerk, bei dem der Schreinerberuf oft verklärt romantisch dargestellt wird? Damit meine ich z. B., dass ein Lehrling bzw. eine Lehrtochter mit Hobel zu sehen ist, der bzw. die mit der Hand einen Tisch oder Ähnliches bearbeitet. Damit werden aber falsche Assoziationen geweckt, denn die Realität sieht doch heute ganz anders aus. Schreiner:innen arbeiten heute mit ganz anderen Geräten wie zum Beispiel CNC-Fräsen und da geht es oft eher darum, so eine Maschine (technisch) bedienen zu können. Das Berufsbild wird also völlig verzerrt. Robert bringt das Beispiel eines Kochs an: Automatisch verknüpft ein Großteil mit dem Beruf unmögliche Arbeitszeiten, schlechte Arbeitsbedingungen und ein geringes Gehalt. Dabei gäbe es viele Gastronomie-Unternehmen, die ordentlich bezahlen und gute Bedingungen schaffen. </p>



<p>Woher kommt also diese Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit? Wir schaffen es einfach nicht mehr, Berufsbilder adäquat zu vermitteln. Das fängt in der Schule an: Da gibt es die Berufsorientierung quasi nur auf dem Papier – obwohl wir in Österreich sogar ein Schulfach zur „Berufsorientierung“ haben! Das bedeutet in der Praxis aber oft nur: Man liest sich Berufe am Computer durch. Ist in Deutschland übrigens nicht anders.</p>



<p>Statt also ständig neue Lehrberufe zu schaffen (mittlerweile haben wir in Österreich über 200), sollten wir die Aufgaben in den bestehenden Berufen adäquat vermitteln – denn da hat sich über die Jahre schon genug getan. Unsere Jugendlichen haben mittlerweile in der Regel die Wahlmöglichkeit und können sich aussuchen, in welchem Betrieb sie anfangen. Da sollten wir sie nicht noch mit der Komplexität ständig neuer Berufsbilder konfrontieren.</p>



3. Weg von der betrieblichen hin zur Berufsausbildung



<p>Die rasante Weiterentwicklung der Berufe ist eine Sache – früher hat ein:e Schreiner:in gelernt, Fenster, Küchen und Möbel zu bauen. Heute ist er bzw. sie meist auf eine Sache spezialisiert. Vor 30, 40 Jahren lernte ein Lehrling oder eine Lehrtochter also eine viel höhere Bandbreite des Berufes kennen, als das heute der Fall ist. Deshalb sagt Robert richtigerweise: „Wir müssen weg von einer betrieblichen hin zu einer Berufsausbildung kommen“. Also: Die Auszubildenden lernen nicht mehr ausschließlich in einem Betrieb, sondern in verschiedenen Unternehmen. Z. B. im Rahmen einer Logistikausbildung bei der Bahn und in einer Spedition und in weiteren Bereichen. Erst danach entscheiden die Jugendlichen, wo sie später einmal fest arbeiten möchten. Das hat mehrere Vorteile: Der Beruf wird allumfänglich kennengelernt. Jugendliche bauen schon in der Ausbildung ein umfangreiches Netzwerk auf und die Qualität der Ausbildung steigt massiv.</p>





<p>Hört mal rein, wenn ihr wissen wollt, welches Mindset Unternehmen bei der Auszubildendensuche mitbringen sollten, warum die Verbände noch mehr gefragt sind und was es mit der Berufsweltmeisterschaft World Skills auf sich hat. Ich bin gespannt auf eure Kommentare!</p>



<p>Foto: Margit Berger, <a href="http://foto-berger.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">foto-berger.at</a></p>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[„Wir verändern nicht die Jugendlichen, sondern das System der Lehre. Denn wir sollten nicht den Menschen erklären, wie sie anders und besser sein können, sondern es ist doch sinnvoller, das System passend zu machen.“Robert Frasch







Mein Gast: Robert Frasch



Robert Frasch setzt sich seit fünf Jahren für die Verbesserung der dualen Ausbildung ein. Dafür hat er mit Lehrlingspower.at ein Netzwerk für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen und zugleich Forum für Austausch gegründet. Die Idee dahinter: Ausbilder:innen und Personalverantwortliche aus Ausbildungsbetrieben der verschiedensten Größen und Branchen berichten aus der Praxis und lernen voneinander, um die Lehre zu verbessern – da sitzt der Handwerker auch mal neben der Industrieausbilderin. Zudem stellt Robert Arbeitsmittel für die duale Ausbildung bereit. Wir sprechen im Podcast darüber, warum der Lehrberuf noch immer einen geringeren Stellenwert als der akademische Abschluss hat und welche Ansätze Potenzial für die Verbesserung der Lehre haben.



Das sind die drei Hauptpunkte in Kürze:



1. Eltern nehmen eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Berufsweges ein



Es ist absurd: Wir investieren in Österreich einerseits Milliarden in Nachhilfeunterricht, auf der anderen Seite rückt die Lehre, also eine solide Ausbildung, in den Hintergrund. Warum ist das so? In Österreich unterschreiben bis zur Volljährigkeit die Eltern auf dem Lehrvertrag. Das ist das eigentliche Problem. So sind die Jugendlichen zwar sehr offen für Lehrberufe, die Eltern wollen aber oft einen höheren Bildungsabschluss für ihre Kinder. „Ich vermute, dass sie möchten, dass es ihren Kindern besser geht – dass diese mehr erreichen, als sie selbst“, sagt Robert. Das Fatale daran: Eltern schauen oft nicht darauf, ob das auch für das Kind das Beste ist. Der Fehler liegt aber im System, in dem Noten oft noch immer ausschlaggebend für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sind. Auf der einen Seite haben wir viele Unternehmen, die händeringend Fachkräfte benötigen, sich aber andererseits beschweren, wenn sich nicht nur 1er-Abgänger bewerben. Müssen die Unternehmen also selbst mehr Verantwortung übernehmen? Robert ist davon überzeugt und berichtet von einem großen Industrieunternehmen in der Steiermark, das schon seit Jahren Nachhilfelehrer für die Auszubildenden in Mathematik und Deutsch anstellt – das, was das Schulsystem nicht schafft, wird aktiv bei den Unternehmen nachgeholt.



2.&nbsp;Berufsbilder werden falsch und ungenügend dargestellt



Kennt ihr auch noch diese Plakate aus dem Handwerk, bei dem der Schreinerberuf oft verklärt romantisch dargestellt wird? Damit meine ich z. B., dass ein Lehrling bzw. eine Lehrtochter mit Hobel zu sehen ist, der bzw. die mit der Hand einen Tisch oder Ähnliches bearbeitet. Damit werden aber falsche Assoziationen geweckt, denn die Realität sieht doch heute ganz anders aus. Schreiner:innen arbeiten heute mit ganz anderen Geräten wie zum Beispiel CNC-Fräsen und da geht es oft eher darum, so eine Maschine (technisch) bedienen zu können. Das Berufsbild wird also völlig verzerrt. Robert bringt das Beispiel eines Kochs an: Automatisch verknüpft ein Großteil mit dem Beruf unmögliche Arbeitszeiten, schlechte Arbeitsbedingungen und ein geringes Gehalt. Dabei gäbe es viele Gastronomie-Unternehmen, die ordentlich bezahlen und gute Bedingungen schaffen. 



Woher kommt also diese Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit? Wir schaffen es einfach nicht mehr, Berufsbilder adäquat zu vermitteln. Das fängt in der Schule an: Da gibt es die Berufsorientierung quasi nur auf dem Papier – obwohl wir in Österreich sogar ein Schulfach zur „Berufsorientierung“ haben! Das bedeutet in der Praxis aber oft nur: Man liest sich Berufe am Computer durch. Ist in Deutschland übrigens nicht anders.



Statt also ständig neue Lehrberufe zu schaffen (mittlerweile haben wir in Österreich über 200), sollten wir die Aufgaben in den bestehenden Berufen adäquat vermitteln – denn da hat]]></itunes:summary>
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			<title>Wie können wir die Lehre verbessern, Robert Frasch?</title>
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Mein Gast: Robert Frasch



Robert Frasch setzt sich seit fünf Jahren für die Verbesserung der dualen Ausbildung ein. Dafür hat er mit Lehrlingspower.at ein Netzwerk für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen und zugleich Forum für Austausch gegründet. Die Idee dahinter: Ausbilder:innen und Personalverantwortliche aus Ausbildungsbetrieben der verschiedensten Größen und Branchen berichten aus der Praxis und lernen voneinander, um die Lehre zu verbessern – da sitzt der Handwerker auch mal neben der Industrieausbilderin. Zudem stellt Robert Arbeitsmittel für die duale Ausbildung bereit. Wir sprechen im Podcast darüber, warum der Lehrberuf noch immer einen geringeren Stellenwert als der akademische Abschluss hat und welche Ansätze Potenzial für d]]></googleplay:description>
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	<title>Ideenlosigkeit oder Innovationen: Hoffnung für das Bildungssystem?</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/ideenlosigkeit-oder-innovationen-hoffnung-fuer-das-bildungssystem/</link>
	<pubDate>Mon, 30 Nov 2020 11:45:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Bildung ist vergleichbar mit der Fußball-WM, meint mein Gast <a href="https://gerald-lembke.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. Lembke</a>: Viele Zuschauer denken, sie hätten das Wissen des Bundestrainers gepachtet – analog dazu seien sehr viele Eltern selbsternannte Profipädagoginnen und -pädagogen. Aber woran liegt das? Jeder Mensch, so Professor Lembke, durchläuft in Deutschland ein völlig standardisiertes Bildungssystem – Eltern würden das weitergeben, was sie selbst auch über Lernen und Lehren erfahren haben. Damit blieben viele Chancen verborgen und die Hoffnung auf neue, wirklich innovative Ansätze schwinden – jedoch nicht nur aus diesem Grund. Auch die politischen Strukturen erlaubten keine bahnbrechenden Neuerungen. Wir sind uns leider schnell einig, wozu das letztendlich führt: Das deutsche Bildungssystem instrumentalisiert die Schülerinnen und Schüler, sie werden zu Objekten degradiert. Damit sind sie die Leidtragenden dieses Systems, in dem sie keinerlei Mitspracherecht haben.</p>



<p>Professor Lembke ist sich zudem sicher: Der Hebel für besseres Lernen und Lehren sind nicht die neuen Medien. Er hat vielmehr Sorge, dass Schulen künftig ohne jede Reflexion digitalisiert werden. Und er weiß, wovon er spricht: Der Wirtschaftspädagoge und promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler hat die digitalen Entwicklungen der letzten 40 Jahre erst miterlebt und dann mitgestaltet – zum Beispiel im Bertelsmann-Konzern und an diversen Hochschulen. Als Studiengangsleiter betreut er seit 2009 die wissenschaftliche Ausbildung im Studiengang Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim.</p>



<p>Natürlich möchte ich dann auch zukunftsgewandt von meinem Gast wissen: Wie können wir einen wertschätzenden, den Schülerinnen und Schülern zugewandten Unterricht gestalten? Gerald Lembke stellt eine interessante Forderung auf: Wir sollten das Problem beim Schopf packen und schon in der Lehrerausbildung beginnen – etwa über privatisierte Hochschulen und ohne Verbeamtung der angehenden Lehrkräfte. Die Folge könnten kooperative Lernprozesse an Schulen sein, die Unterricht progressiv voranbringen.</p>



<p>Neugierig geworden? Hört doch mal in die neue Folge rein und kommentiert gerne. &nbsp;</p>



<p>Übrigens: Am 2. Dezember diskutiere ich bei unserem virtuellen Bildungspanel u. a. mit Professor Lembke über neue Ansätze im Bildungssystem. <a href="https://www.meetup.com/de-DE/borisgloger-Agile-Experience-Camp-Frankfurt-Main/events/274666599/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wer dabei sein möchte, meldet sich hier kostenfrei an.</a></p>



<p>© Gerald Lembke</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Bildung ist vergleichbar mit der Fußball-WM, meint mein Gast Prof. Dr. Lembke: Viele Zuschauer denken, sie hätten das Wissen des Bundestrainers gepachtet – analog dazu seien sehr viele Eltern selbsternannte Profipädagoginnen und -pädagogen. Aber woran li]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>Bildung ist vergleichbar mit der Fußball-WM, meint mein Gast <a href="https://gerald-lembke.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. Lembke</a>: Viele Zuschauer denken, sie hätten das Wissen des Bundestrainers gepachtet – analog dazu seien sehr viele Eltern selbsternannte Profipädagoginnen und -pädagogen. Aber woran liegt das? Jeder Mensch, so Professor Lembke, durchläuft in Deutschland ein völlig standardisiertes Bildungssystem – Eltern würden das weitergeben, was sie selbst auch über Lernen und Lehren erfahren haben. Damit blieben viele Chancen verborgen und die Hoffnung auf neue, wirklich innovative Ansätze schwinden – jedoch nicht nur aus diesem Grund. Auch die politischen Strukturen erlaubten keine bahnbrechenden Neuerungen. Wir sind uns leider schnell einig, wozu das letztendlich führt: Das deutsche Bildungssystem instrumentalisiert die Schülerinnen und Schüler, sie werden zu Objekten degradiert. Damit sind sie die Leidtragenden dieses Systems, in dem sie keinerlei Mitspracherecht haben.</p>



<p>Professor Lembke ist sich zudem sicher: Der Hebel für besseres Lernen und Lehren sind nicht die neuen Medien. Er hat vielmehr Sorge, dass Schulen künftig ohne jede Reflexion digitalisiert werden. Und er weiß, wovon er spricht: Der Wirtschaftspädagoge und promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler hat die digitalen Entwicklungen der letzten 40 Jahre erst miterlebt und dann mitgestaltet – zum Beispiel im Bertelsmann-Konzern und an diversen Hochschulen. Als Studiengangsleiter betreut er seit 2009 die wissenschaftliche Ausbildung im Studiengang Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim.</p>



<p>Natürlich möchte ich dann auch zukunftsgewandt von meinem Gast wissen: Wie können wir einen wertschätzenden, den Schülerinnen und Schülern zugewandten Unterricht gestalten? Gerald Lembke stellt eine interessante Forderung auf: Wir sollten das Problem beim Schopf packen und schon in der Lehrerausbildung beginnen – etwa über privatisierte Hochschulen und ohne Verbeamtung der angehenden Lehrkräfte. Die Folge könnten kooperative Lernprozesse an Schulen sein, die Unterricht progressiv voranbringen.</p>



<p>Neugierig geworden? Hört doch mal in die neue Folge rein und kommentiert gerne. &nbsp;</p>



<p>Übrigens: Am 2. Dezember diskutiere ich bei unserem virtuellen Bildungspanel u. a. mit Professor Lembke über neue Ansätze im Bildungssystem. <a href="https://www.meetup.com/de-DE/borisgloger-Agile-Experience-Camp-Frankfurt-Main/events/274666599/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wer dabei sein möchte, meldet sich hier kostenfrei an.</a></p>



<p>© Gerald Lembke</p>]]></content:encoded>
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Professor Lembke ist sich zudem sicher: Der Hebel für besseres Lernen und Lehren sind nicht die neuen Medien. Er hat vielmehr Sorge, dass Schulen künftig ohne jede Reflexion digitalisiert werden. Und er weiß, wovon er spricht: Der Wirtschaftspädagoge und promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler hat die digitalen Entwicklungen der letzten 40 Jahre erst miterlebt und dann mitgestaltet – zum Beispiel im Bertelsmann-Konzern und an diversen Hochschulen. Als Studiengangsleiter betreut er seit 2009 die wissenschaftliche Ausbildung im Studiengang Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim.



Natürlich möchte ich dann auch zukunftsgewandt von meinem Gast wissen: Wie können wir einen wertschätzenden, den Schülerinnen und Schülern zugewandten Unterricht gestalten? Gerald Lembke stellt eine interessante Forderung auf: Wir sollten das Problem beim Schopf packen und schon in der Lehrerausbildung beginnen – etwa über privatisierte Hochschulen und ohne Verbeamtung der angehenden Lehrkräfte. Die Folge könnten kooperative Lernprozesse an Schulen sein, die Unterricht progressiv voranbringen.



Neugierig geworden? Hört doch mal in die neue Folge rein und kommentiert gerne. &nbsp;



Übrigens: Am 2. Dezember diskutiere ich bei unserem virtuellen Bildungspanel u. a. mit Professor Lembke über neue Ansätze im Bildungssystem. Wer dabei sein möchte, meldet sich hier kostenfrei an.



© Gerald Lembke]]></itunes:summary>
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Professor Lembke ist sich zudem sicher: Der Hebel für]]></googleplay:description>
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	<title>Malen statt Schule – mit Arno &#038; André Stern</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/malen-statt-schule-mit-arno-andre-stern/</link>
	<pubDate>Thu, 06 Aug 2020 12:30:03 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>André Stern ist Musiker, Komponist, Autor. Er ist ohne Schule aufgewachsen und glücklich darüber. Sein Vater Arno Stern ist Gründer des "Malorts". Der Malort ist ein Raum, in dem Kinder einfach malen, ohne Anweisungen, Reglementierungen und ohne wertende Blicke.</p>



<p>Arno Stern arbeitete nach dem zweiten Weltkrieg in Frankreich mit Kriegswaisen. Er ließ sie malen und stellte fest, dass, bei den richtigen Rahmenbedingungen, die Bilder nur so aus ihnen herausströmten. In Paris gründete er ein Malatelier für Kinder, das bis heute als "Malort" weiterbesteht und in mehreren europäischen Städten verbreitet ist. Ein Grundsatz im Atelier ist, dass es keine Meister oder Lehrkräfte gibt, sondern nur Erwachsene, die dem Kind dienen, damit dieses die idealen Bedingungen zum Malen vorfindet und damit es keine materiellen Sorgen hat. Wenn die Kinder zum Malen etwas Besonderes brauchen, dann machen die Erwachsenen das möglich. Arno stellte fest, dass die Bilder, die die Kinder hier hervorbringen, ganz anders sind als die, die sie in der Schule oder zuhause malen. </p>



<p>Warum das so ist, welches Menschenbild damit einhergeht und warum die Frage "Schläft das Kind durch?" ein Misstrauensantrag ist, darüber habe ich mit Arno und André Stern gesprochen. Hört mal rein!</p>



<p>André hat ein Buch darüber geschrieben, wie es für ihn war, ohne Schule aufzuwachsen: "<a href="https://andrestern.com/de/andre-stern/veroeffentlichungen/buecher/und-ich-war-nie-in-der-schule.html">Und ich war nie in der Schule</a>"</p>



<p>In diesem Buch blicken Arno und André Stern gemeinsam auf ihre Vater-Sohn-Beziehung: "<a href="https://andrestern.com/de/andre-stern/veroeffentlichungen/buecher/mein-vater-mein-freund.html">Mein Vater, mein Freund – Das Geheimnis glücklicher Söhne</a>" </p>



<p>Auf diesen Webseiten erfahrt ihr mehr über <a rel="noreferrer noopener" href="https://arnostern.com/de/biographie_d.htm" target="_blank">Arno Stern</a> und <a rel="noreferrer noopener" href="https://andrestern.com/de/startseite.html" target="_blank">André Stern</a>.</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[André Stern ist Musiker, Komponist, Autor. Er ist ohne Schule aufgewachsen und glücklich darüber. Sein Vater Arno Stern ist Gründer des Malorts. Der Malort ist ein Raum, in dem Kinder einfach malen, ohne Anweisungen, Reglementierungen und ohne wertende B]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>André Stern ist Musiker, Komponist, Autor. Er ist ohne Schule aufgewachsen und glücklich darüber. Sein Vater Arno Stern ist Gründer des "Malorts". Der Malort ist ein Raum, in dem Kinder einfach malen, ohne Anweisungen, Reglementierungen und ohne wertende Blicke.</p>



<p>Arno Stern arbeitete nach dem zweiten Weltkrieg in Frankreich mit Kriegswaisen. Er ließ sie malen und stellte fest, dass, bei den richtigen Rahmenbedingungen, die Bilder nur so aus ihnen herausströmten. In Paris gründete er ein Malatelier für Kinder, das bis heute als "Malort" weiterbesteht und in mehreren europäischen Städten verbreitet ist. Ein Grundsatz im Atelier ist, dass es keine Meister oder Lehrkräfte gibt, sondern nur Erwachsene, die dem Kind dienen, damit dieses die idealen Bedingungen zum Malen vorfindet und damit es keine materiellen Sorgen hat. Wenn die Kinder zum Malen etwas Besonderes brauchen, dann machen die Erwachsenen das möglich. Arno stellte fest, dass die Bilder, die die Kinder hier hervorbringen, ganz anders sind als die, die sie in der Schule oder zuhause malen. </p>



<p>Warum das so ist, welches Menschenbild damit einhergeht und warum die Frage "Schläft das Kind durch?" ein Misstrauensantrag ist, darüber habe ich mit Arno und André Stern gesprochen. Hört mal rein!</p>



<p>André hat ein Buch darüber geschrieben, wie es für ihn war, ohne Schule aufzuwachsen: "<a href="https://andrestern.com/de/andre-stern/veroeffentlichungen/buecher/und-ich-war-nie-in-der-schule.html">Und ich war nie in der Schule</a>"</p>



<p>In diesem Buch blicken Arno und André Stern gemeinsam auf ihre Vater-Sohn-Beziehung: "<a href="https://andrestern.com/de/andre-stern/veroeffentlichungen/buecher/mein-vater-mein-freund.html">Mein Vater, mein Freund – Das Geheimnis glücklicher Söhne</a>" </p>



<p>Auf diesen Webseiten erfahrt ihr mehr über <a rel="noreferrer noopener" href="https://arnostern.com/de/biographie_d.htm" target="_blank">Arno Stern</a> und <a rel="noreferrer noopener" href="https://andrestern.com/de/startseite.html" target="_blank">André Stern</a>.</p>]]></content:encoded>
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Arno Stern arbeitete nach dem zweiten Weltkrieg in Frankreich mit Kriegswaisen. Er ließ sie malen und stellte fest, dass, bei den richtigen Rahmenbedingungen, die Bilder nur so aus ihnen herausströmten. In Paris gründete er ein Malatelier für Kinder, das bis heute als "Malort" weiterbesteht und in mehreren europäischen Städten verbreitet ist. Ein Grundsatz im Atelier ist, dass es keine Meister oder Lehrkräfte gibt, sondern nur Erwachsene, die dem Kind dienen, damit dieses die idealen Bedingungen zum Malen vorfindet und damit es keine materiellen Sorgen hat. Wenn die Kinder zum Malen etwas Besonderes brauchen, dann machen die Erwachsenen das möglich. Arno stellte fest, dass die Bilder, die die Kinder hier hervorbringen, ganz anders sind als die, die sie in der Schule oder zuhause malen. 



Warum das so ist, welches Menschenbild damit einhergeht und warum die Frage "Schläft das Kind durch?" ein Misstrauensantrag ist, darüber habe ich mit Arno und André Stern gesprochen. Hört mal rein!



André hat ein Buch darüber geschrieben, wie es für ihn war, ohne Schule aufzuwachsen: "Und ich war nie in der Schule"



In diesem Buch blicken Arno und André Stern gemeinsam auf ihre Vater-Sohn-Beziehung: "Mein Vater, mein Freund – Das Geheimnis glücklicher Söhne" 



Auf diesen Webseiten erfahrt ihr mehr über Arno Stern und André Stern.]]></itunes:summary>
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Arno Stern arbeitete nach dem zweiten Weltkrieg in Frankreich mit Kriegswaisen. Er ließ sie malen und stellte fest, dass, bei den richtigen Rahmenbedingungen, die Bilder nur so aus ihnen herausströmten. In Paris gründete er ein Malatelier für Kinder, das bis heute als "Malort" weiterbesteht und in mehreren europäischen Städten verbreitet ist. Ein Grundsatz im Atelier ist, dass es keine Meister oder Lehrkräfte gibt, sondern nur Erwachsene, die dem Kind dienen, damit dieses die idealen Bedingungen zum Malen vorfindet und damit es keine materiellen Sorgen hat. Wenn die Kinder zum Malen etwas Besonderes brauchen, dann machen die Erwachsenen das möglich. Arno stellte fest, dass die Bilder, die die Kinder hier hervorbringen, ganz]]></googleplay:description>
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	<title>Schule, die glücklich macht – mit Uli Marienfeld von der ESBZ</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/schule-die-gluecklich-macht-mit-uli-marienfeld-von-der-esbz/</link>
	<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 12:03:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Aus dem Wunsch heraus, dass Schule ein guter Ort sein soll und Kinder beim Lernen Spaß haben sollen, hat eine Elterninitiative 2007 die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.ev-schule-zentrum.de/" target="_blank">Evangelische Schule Berlin Zentrum</a> (ESBZ) gegründet. Zu den Methoden gehört, dass die Schülerinnen und Schüler im eigenen Tempo und jahrgangsübergreifend lernen und dass die Lehrkräfte ihre Erfolge mitfeiern, anstatt mit dem Rotstift anzusetzen. Uli Marienfeld ist Mathelehrer an der ESBZ. Er erklärt im Podcast, was es für ihn und das Kollegium heißt, die Kinder und Jugendlichen in ihren Interessen zu bestärken und sie dabei zu begleiten, wenn sie „nebenbei ihr Abi machen“, während sie von der Schule (nicht nur im Unterricht) fürs Leben lernen.</p>



<p>Wir haben die ESBZ schon in verschiedenen Projekten begleiten dürfen und ich bin immer wieder begeistert, was die Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler und Eltern hier gemeinsam auf die Beine stellen.</p>



<p>Hört mal rein, es lohnt sich!</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Aus dem Wunsch heraus, dass Schule ein guter Ort sein soll und Kinder beim Lernen Spaß haben sollen, hat eine Elterninitiative 2007 die Evangelische Schule Berlin Zentrum (ESBZ) gegründet. Zu den Methoden gehört, dass die Schülerinnen und Schüler im eige]]></itunes:subtitle>
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<p>Wir haben die ESBZ schon in verschiedenen Projekten begleiten dürfen und ich bin immer wieder begeistert, was die Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler und Eltern hier gemeinsam auf die Beine stellen.</p>



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Wir haben die ESBZ schon in verschiedenen Projekten begleiten dürfen und ich bin immer wieder begeistert, was die Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler und Eltern hier gemeinsam auf die Beine stellen.



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Wir haben die ESBZ schon in verschiedenen Projekten begleiten dürfen und ich bin immer wieder begeistert, was die Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler und Eltern hier gemeinsam auf die Beine stellen.



Hört mal rein, es lohnt sich!]]></googleplay:description>
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	<title>Agile Entwicklung für Hochschulen – mit Prof. Dr. Uwe Haneke &#038; Prof. Dr. Rainer Neumann</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/agile-entwicklung-fuer-hochschulen-mit-prof-dr-uwe-haneke-prof-dr-rainer-neumann/</link>
	<pubDate>Tue, 09 Jun 2020 12:02:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Wie kann man eine Hochschule bottom-up strategisch verändern, also einer Organisationsentwicklung unterziehen? Hochschulen sind hochhierarchische Gebilde, die mit einer Vielzahl von Vorschriften, Interessen und Traditionen zu kämpfen haben. Wie in Unternehmen sind die Abteilungen oft Silos, die weder nach links noch nach rechts schauen.</p>



<p>Prof. Dr. Uwe Haneke – Professor für BWL und betriebswirtschaftliche Informationssysteme – Professor für effektive Softwareentwicklung und Agile Coach – und Prof. Dr. Neumann stellten sich dieser Herausforderung und begannen vor einiger Zeit damit, ihre strategischen Entwicklungsprojekte an der <a href="https://www.hs-karlsruhe.de/home/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hochschule Karlsruhe</a> agil aufzustellen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind mittlerweile einige ihrer neuen Praktiken sogar in die operative Arbeit der Hochschulverwaltung durchgedrungen.</p>



<p>Für mich ist dieses Beispiel aus dem agilen Projektalltag wieder ein Hinweis darauf, dass Veränderung natürlich von “oben gewollt” werden muss, aber eigentlich am Rande einer Organisation beginnt.</p>



<p>Hört mal rein, es lohnt sich.</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Wie kann man eine Hochschule bottom-up strategisch verändern, also einer Organisationsentwicklung unterziehen? Hochschulen sind hochhierarchische Gebilde, die mit einer Vielzahl von Vorschriften, Interessen und Traditionen zu kämpfen haben. Wie in Untern]]></itunes:subtitle>
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<p>Prof. Dr. Uwe Haneke – Professor für BWL und betriebswirtschaftliche Informationssysteme – Professor für effektive Softwareentwicklung und Agile Coach – und Prof. Dr. Neumann stellten sich dieser Herausforderung und begannen vor einiger Zeit damit, ihre strategischen Entwicklungsprojekte an der <a href="https://www.hs-karlsruhe.de/home/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hochschule Karlsruhe</a> agil aufzustellen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind mittlerweile einige ihrer neuen Praktiken sogar in die operative Arbeit der Hochschulverwaltung durchgedrungen.</p>



<p>Für mich ist dieses Beispiel aus dem agilen Projektalltag wieder ein Hinweis darauf, dass Veränderung natürlich von “oben gewollt” werden muss, aber eigentlich am Rande einer Organisation beginnt.</p>



<p>Hört mal rein, es lohnt sich.</p>]]></content:encoded>
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Prof. Dr. Uwe Haneke – Professor für BWL und betriebswirtschaftliche Informationssysteme – Professor für effektive Softwareentwicklung und Agile Coach – und Prof. Dr. Neumann stellten sich dieser Herausforderung und begannen vor einiger Zeit damit, ihre strategischen Entwicklungsprojekte an der Hochschule Karlsruhe agil aufzustellen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind mittlerweile einige ihrer neuen Praktiken sogar in die operative Arbeit der Hochschulverwaltung durchgedrungen.



Für mich ist dieses Beispiel aus dem agilen Projektalltag wieder ein Hinweis darauf, dass Veränderung natürlich von “oben gewollt” werden muss, aber eigentlich am Rande einer Organisation beginnt.



Hört mal rein, es lohnt sich.]]></itunes:summary>
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			<title>Agile Entwicklung für Hochschulen – mit Prof. Dr. Uwe Haneke &#038; Prof. Dr. Rainer Neumann</title>
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Prof. Dr. Uwe Haneke – Professor für BWL und betriebswirtschaftliche Informationssysteme – Professor für effektive Softwareentwicklung und Agile Coach – und Prof. Dr. Neumann stellten sich dieser Herausforderung und begannen vor einiger Zeit damit, ihre strategischen Entwicklungsprojekte an der Hochschule Karlsruhe agil aufzustellen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind mittlerweile einige ihrer neuen Praktiken sogar in die operative Arbeit der Hochschulverwaltung durchgedrungen.



Für mich ist dieses Beispiel aus dem agilen Projektalltag wieder ein Hinweis darauf, dass Veränderung natürlich von “oben gewollt” werden muss, aber eigentlich am Rand]]></googleplay:description>
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	<title>Draußen ist es schöner – mit Julia Dorner von der Waldkindergruppe „Waldleos“</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/draussen-ist-es-schoener-mit-julia-dorner-von-der-waldkindergruppe-waldleos/</link>
	<pubDate>Wed, 27 May 2020 09:15:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Das Erste und Wichtigste, das die Betreuer:innen der Waldkindergruppe Waldleos verinnerlichen, ist das Mindset. Sie sollen die Kinder als Ebenbürtige behandeln und ihnen, auch wenn sie einmal einen wunden Punkt berühren, ihre Würde lassen, erklärt Julia Dorner im Gespräch. Die Kinder bestimmen vorwiegend selbst, wie und womit sie spielen und werken. Der Phantasie sind nicht durch vorgefertigte Spielsachen oder vorgegebene Räume Grenzen gesetzt.</p>



<p>Bereits 1950 gab es den ersten Waldkindergarten in Dänemark, und in Wiesbaden entstand der erste 1968. Das kann ich gut verstehen, der Wald um Wiesbaden herum ist großartig. Heute gibt es in <a rel="noreferrer noopener" href="https://bvnw.de/der-bundesverband/" target="_blank">Deutschland</a> circa 1.500 Natur- und Waldkindergärten. In Österreich sind es wohl nur etwa 23-40, die sich aber nicht als Kindergärten bezeichnen dürfen. Das Konzept dieser “Waldkindergruppen” ist dasselbe und schnell erklärt: Die Kinder verbringen den größten Anteil des Tages mit ihren Betreuer:innen draußen im Wald. Wir bei borisgloger finden das Konzept genial. Deshalb fördern wir die Kindergruppe <a href="http://www.waldleos.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Waldleos</a> in Mödling. Die Waldleos pflegen eine natur- und menschennahe Einstellung: „Unsere Vision ist es, den Kleinsten eine kindgerechte Entwicklung unmittelbar im Lebensraum Wald zu ermöglichen – im Sinne einer nachhaltigen (Bildungs-) Partnerschaft von Mensch und Natur. Wie Mensch und Natur sich gegenseitig bereichern, das wird nirgends so deutlich, wie im direkten Kontakt miteinander.“</p>



<p>Ich habe mich mit der Gründerin der Waldleos in Mödling Julia Dorner über das Konzept Waldkindergarten, über die Vorteile und die Ideen hinter diesem Zugang unterhalten.</p>



<p>Freut euch auf ein interessantes und spannendes Interview!</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Das Erste und Wichtigste, das die Betreuer:innen der Waldkindergruppe Waldleos verinnerlichen, ist das Mindset. Sie sollen die Kinder als Ebenbürtige behandeln und ihnen, auch wenn sie einmal einen wunden Punkt berühren, ihre Würde lassen, erklärt Julia ]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>Das Erste und Wichtigste, das die Betreuer:innen der Waldkindergruppe Waldleos verinnerlichen, ist das Mindset. Sie sollen die Kinder als Ebenbürtige behandeln und ihnen, auch wenn sie einmal einen wunden Punkt berühren, ihre Würde lassen, erklärt Julia Dorner im Gespräch. Die Kinder bestimmen vorwiegend selbst, wie und womit sie spielen und werken. Der Phantasie sind nicht durch vorgefertigte Spielsachen oder vorgegebene Räume Grenzen gesetzt.</p>



<p>Bereits 1950 gab es den ersten Waldkindergarten in Dänemark, und in Wiesbaden entstand der erste 1968. Das kann ich gut verstehen, der Wald um Wiesbaden herum ist großartig. Heute gibt es in <a rel="noreferrer noopener" href="https://bvnw.de/der-bundesverband/" target="_blank">Deutschland</a> circa 1.500 Natur- und Waldkindergärten. In Österreich sind es wohl nur etwa 23-40, die sich aber nicht als Kindergärten bezeichnen dürfen. Das Konzept dieser “Waldkindergruppen” ist dasselbe und schnell erklärt: Die Kinder verbringen den größten Anteil des Tages mit ihren Betreuer:innen draußen im Wald. Wir bei borisgloger finden das Konzept genial. Deshalb fördern wir die Kindergruppe <a href="http://www.waldleos.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Waldleos</a> in Mödling. Die Waldleos pflegen eine natur- und menschennahe Einstellung: „Unsere Vision ist es, den Kleinsten eine kindgerechte Entwicklung unmittelbar im Lebensraum Wald zu ermöglichen – im Sinne einer nachhaltigen (Bildungs-) Partnerschaft von Mensch und Natur. Wie Mensch und Natur sich gegenseitig bereichern, das wird nirgends so deutlich, wie im direkten Kontakt miteinander.“</p>



<p>Ich habe mich mit der Gründerin der Waldleos in Mödling Julia Dorner über das Konzept Waldkindergarten, über die Vorteile und die Ideen hinter diesem Zugang unterhalten.</p>



<p>Freut euch auf ein interessantes und spannendes Interview!</p>]]></content:encoded>
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Bereits 1950 gab es den ersten Waldkindergarten in Dänemark, und in Wiesbaden entstand der erste 1968. Das kann ich gut verstehen, der Wald um Wiesbaden herum ist großartig. Heute gibt es in Deutschland circa 1.500 Natur- und Waldkindergärten. In Österreich sind es wohl nur etwa 23-40, die sich aber nicht als Kindergärten bezeichnen dürfen. Das Konzept dieser “Waldkindergruppen” ist dasselbe und schnell erklärt: Die Kinder verbringen den größten Anteil des Tages mit ihren Betreuer:innen draußen im Wald. Wir bei borisgloger finden das Konzept genial. Deshalb fördern wir die Kindergruppe Waldleos in Mödling. Die Waldleos pflegen eine natur- und menschennahe Einstellung: „Unsere Vision ist es, den Kleinsten eine kindgerechte Entwicklung unmittelbar im Lebensraum Wald zu ermöglichen – im Sinne einer nachhaltigen (Bildungs-) Partnerschaft von Mensch und Natur. Wie Mensch und Natur sich gegenseitig bereichern, das wird nirgends so deutlich, wie im direkten Kontakt miteinander.“



Ich habe mich mit der Gründerin der Waldleos in Mödling Julia Dorner über das Konzept Waldkindergarten, über die Vorteile und die Ideen hinter diesem Zugang unterhalten.



Freut euch auf ein interessantes und spannendes Interview!]]></itunes:summary>
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Bereits 1950 gab es den ersten Waldkindergarten in Dänemark, und in Wiesbaden entstand der erste 1968. Das kann ich gut verstehen, der Wald um Wiesbaden herum ist großartig. Heute gibt es in Deutschland circa 1.500 Natur- und Waldkindergärten. In Österreich sind es wohl nur etwa 23-40, die sich aber nicht als Kindergärten bezeichnen dürfen. Das Konzept dieser “Waldkindergruppen” ist dasselbe und schnell erklärt: Die Kinder verbringen den größten Anteil des Tages mit ihren Betreuer:innen draußen im Wald. Wir bei borisgloger finden das Konzept]]></googleplay:description>
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