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		<title>Insights by Boris Gloger - Podcasts</title>
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		<description>Boris Gloger und seine Gäste sprechen für euch im Podcast über ihre Insights zu Nachhaltigkeit, Mitarbeiterführung, Scrum, Agilität und agile Transformation.</description>
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		<copyright>© 2020 Insights by Boris Gloger</copyright>
		<itunes:subtitle>Boris Gloger im Interview mit Experten zum Thema Leadership, Management, Non-Profit, Sustainability und vielem mehr.</itunes:subtitle>
		<itunes:author>Insights by Boris Gloger</itunes:author>
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				<title>Insights by Boris Gloger - Podcasts</title>
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	<title>Kreislaufwirtschaft: Warum die Abrissbirne ein Neuanfang sein muss – mit Werner Weingraber (Madaster Austria)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/kreislaufwirtschaft-warum-die-abrissbirne-ein-neuanfang-sein-muss-mit-werner-weingraber-madaster-austria/</link>
	<pubDate>Thu, 16 Mar 2023 07:30:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;</p>







<p>Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und dafür viel zu viele Ressourcen abgebaut werden, sind auch die meisten nachhaltigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir die SDG erreichen wollen, müssen wir in Kreisläufen denken, vor allem in besonders ressourcenintensiven Branchen wie der Bauindustrie. In dieser Folge diskutiere ich mit Werner Weingraber von Madaster Austria darüber, wie wir das möglich machen können.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte&nbsp;



1. Fast alle Materialien eines Gebäudes sind wiederverwertbar.&nbsp;



<p>Keine Branche ist derartig groß und zugleich so kleinteilig strukturiert wie die Bauindustrie. Die komplizierten Abhängigkeiten, die daraus entstehen, führen oft genug ins Chaos und langfristig zu einem noch viel größeren Problem: „Bei Gebäuden, die vor 10, 20, 30 oder mehr Jahren errichtet wurden, weiß der Gebäudebesitzer heute in der Regel nicht, welche Produkte und Materialien verbaut sind“, so Werner Weingraber.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Wenn das Gebäude irgendwann abgerissen wird, landet das meiste einfach auf dem Müll und man zieht sich für das nächste Projekt eben wieder neue Rohstoffe aus der Erde – so zumindest die Logik der Linearwirtschaft. Die Rechnung bekommen wir jetzt serviert. Denn dieser gigantische Ressourcenverbrauch schadet nicht nur der Branche, sondern steht uns auch bei der Erreichung der SDG im Weg.&nbsp;</p>



<p>Dabei liegt die Lösung denkbar nahe: Recycling. Das Potenzial ist enorm, wird aber noch zu wenig genutzt. „Zirkulär geplant und umgesetzt können bis zu 100 % aller Materialien eines Gebäudes im Kreislauf bleiben, statt auf der Mülldeponie zu landen“, meint Werner Weingraber – vorausgesetzt man weiß, wo man suchen muss. Genau hier kommt Madaster ins Spiel, das diese Informationen in einer Datenbank verfügbar macht. </p>



2. Macht es verpflichtend, Gebäudedaten zu sammeln!&nbsp;



<p>Madaster leistet deshalb einen so entscheidenden Beitrag, weil es den Kreislauf zwischen verschiedensten Akteuren in der Baubranche ermöglicht und organisierbar macht. Das Unternehmen bietet eine digitale Schnittstelle zwischen Herstellern, Planenden, Architekten, Bauunternehmen, Bestandhaltern sowie Recyclern und bringt die Daten zusammen, die für die Kreislaufwirtschaft nötig sind.&nbsp;</p>



<p>Hierzulande passiert das noch auf freiwilliger Basis. In Holland ist man schon ein paar Schritte weiter. Anfang dieses Jahres wurde dort eine Art Gebäudematerialpass eingeführt. Wer an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen will, ist ab sofort verpflichtet, die entsprechenden Gebäudedaten zu liefern. Wer das nicht kann oder will, disqualifiziert sich selbst. So einfach geht’s, <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/politik-braucht-mut-mit-dr-reinhard-loske-volkswirt-politikwissenschaftler-politiker/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wenn die Politik Mut zeigt</a> und sich zu eindeutigen Gesetzen durchringt.&nbsp;</p>



<p>Werner Weingraber ist sich sicher, dass eine ähnliche Regelung auch bei uns kommen wird. Und diese Daten werden in Zukunft noch viel wichtiger werden. „Nur so kann ich eine Taxonomie erfüllen und zukünftig Zertifizierungen bekommen. Nur so kann ich günstigere Finanzierungen erhalten […] Und nur so ist auch das Problem des Ressourcenmangels zu lösen“, resümiert er.&nbsp;</p>



3. „Second-hand” muss die erste Wahl sein.&nbsp;



<p>Es darf sich in Zukunft nicht mehr lohnen, ständig neues Material zu produzieren. Der Trend geht schon heute klar in Richtung Kreislauf und Unternehmen wie Madaster liefern die dazu notwendigen technischen Lösungen. Trotzdem sieht Werner Weingraber die Entwicklung noch ganz am Anfang: „Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Muss sich die Branche also auf magere Zeiten einstellen? Ganz im Gegenteil. Das World Economic Forum sieht in der Kreislaufwirtschaft die “<a href="https://www.weforum.org/agenda/2022/05/why-the-circular-economy-is-the-business-opportunity-of-our-time/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">business opportunity of our time</a>”. Und die ersten Materialhersteller arbeiten schon mit Hochdruck an der Transformation. Zum Beispiel Heidelberg Minerals, ehemals HeidelbergCement, wo der Zement künftig aus verbauten Produkten gewonnen wird. Ähnliches prognostiziert mein Gesprächspartner bei anderen Materialien: „Wenn wir 20 Jahre nach vorne schauen, dann werden wir nicht mehr darüber reden, was eine Tonne Stahl an der Börse kostet. Wir werden darüber sprechen, was der Primärstahl und was der Sekundärstahl kostet.“&nbsp;</p>



<p>Wo Kostendruck, da auch ein Weg! Am Ende haben die Akteure der Bauindustrie genau zwei Möglichkeiten. Entweder man weint den „guten, alten Zeiten“ nach, in denen man sich mit all dem nicht beschäftigen hat müssen. Oder man erkennt die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Veränderung als die Chance</a>, die sie ist, übernimmt Verantwortung und beginnt endlich in Kreisläufen zu denken und handeln. Für alle, die im Geschäft bleiben wollen, bleibt nur die zweite Option.&nbsp;</p>



Mein Gast: Werner Weingraber&nbsp;



<p>Werner Weingraber ist Geschäftsführer von <a href="https://madaster.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Madaster Austria</a> und bringt mit seinem Unternehmen die Akteure der Bauindustrie zusammen, um die Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Madaster ist das “Kataster für Materialien” und zielt darauf ab, verbaute Materialien und Produkte wiederverwerten zu können. Damit arbeitet das Unternehmen an einer Lösung, die uns einen großen Schritt weiter in Richtung unserer Nachhaltigkeitsziele bringt.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/dekarbonisierung-beginnt-in-der-lieferkette-mit-lara-obst-the-climate-choice/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dekarbonisierung beginnt in der Lieferkette – mit Lara Obst (The Climate Choice)</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeitsziele-gemeinschaftlich-erreichen-mit-sina-wans/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeitsziele gemeinsam erreichen – mit Sina Wans</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeit als Riesenchance für Wachstum – mit Frank Keuper (New Rationale)</a>&nbsp;</li></ul>



<p>Aus meinem Blog:&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/03/11/deine-ueberzeugungen-tun-dir-nicht-mehr-gut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deine Überzeugungen tun dir nicht mehr gut</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/09/21/widerstand-ist-eine-funktion-von-nicht-koennen-oder-warum-sich-in-der-klimafrage-so-wenig-bewegt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Widerstand ist eine Funktion von Nicht-Können – oder warum sich in der Klimafrage so wenig bewegt</a>&nbsp;</li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/12/22/klima-ziele-handhabbar-machen-wie-sie-ihr-unternehmen-vom-reden-ins-tun-bringen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(Klima-)Ziele handhabbar machen – wie Sie Ihr Unternehmen vom Reden ins Tun bringen</a>&nbsp;</li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2020/10/23/paradigmenwechsel-die-11-fixpunkte-fuer-agileres-bauen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Paradigmenwechsel: Die 11 Fixpunkte für agileres Bauen</a>&nbsp;</li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;







Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und ]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;</p>







<p>Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und dafür viel zu viele Ressourcen abgebaut werden, sind auch die meisten nachhaltigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir die SDG erreichen wollen, müssen wir in Kreisläufen denken, vor allem in besonders ressourcenintensiven Branchen wie der Bauindustrie. In dieser Folge diskutiere ich mit Werner Weingraber von Madaster Austria darüber, wie wir das möglich machen können.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte&nbsp;



1. Fast alle Materialien eines Gebäudes sind wiederverwertbar.&nbsp;



<p>Keine Branche ist derartig groß und zugleich so kleinteilig strukturiert wie die Bauindustrie. Die komplizierten Abhängigkeiten, die daraus entstehen, führen oft genug ins Chaos und langfristig zu einem noch viel größeren Problem: „Bei Gebäuden, die vor 10, 20, 30 oder mehr Jahren errichtet wurden, weiß der Gebäudebesitzer heute in der Regel nicht, welche Produkte und Materialien verbaut sind“, so Werner Weingraber.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Wenn das Gebäude irgendwann abgerissen wird, landet das meiste einfach auf dem Müll und man zieht sich für das nächste Projekt eben wieder neue Rohstoffe aus der Erde – so zumindest die Logik der Linearwirtschaft. Die Rechnung bekommen wir jetzt serviert. Denn dieser gigantische Ressourcenverbrauch schadet nicht nur der Branche, sondern steht uns auch bei der Erreichung der SDG im Weg.&nbsp;</p>



<p>Dabei liegt die Lösung denkbar nahe: Recycling. Das Potenzial ist enorm, wird aber noch zu wenig genutzt. „Zirkulär geplant und umgesetzt können bis zu 100 % aller Materialien eines Gebäudes im Kreislauf bleiben, statt auf der Mülldeponie zu landen“, meint Werner Weingraber – vorausgesetzt man weiß, wo man suchen muss. Genau hier kommt Madaster ins Spiel, das diese Informationen in einer Datenbank verfügbar macht. </p>



2. Macht es verpflichtend, Gebäudedaten zu sammeln!&nbsp;



<p>Madaster leistet deshalb einen so entscheidenden Beitrag, weil es den Kreislauf zwischen verschiedensten Akteuren in der Baubranche ermöglicht und organisierbar macht. Das Unternehmen bietet eine digitale Schnittstelle zwischen Herstellern, Planenden, Architekten, Bauunternehmen, Bestandhaltern sowie Recyclern und bringt die Daten zusammen, die für die Kreislaufwirtschaft nötig sind.&nbsp;</p>



<p>Hierzulande passiert das noch auf freiwilliger Basis. In Holland ist man schon ein paar Schritte weiter. Anfang dieses Jahres wurde dort eine Art Gebäudematerialpass eingeführt. Wer an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen will, ist ab sofort verpflichtet, die entsprechenden Gebäudedaten zu liefern. Wer das nicht kann oder will, disqualifiziert sich selbst. So einfach geht’s, <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/politik-braucht-mut-mit-dr-reinhard-loske-volkswirt-politikwissenschaftler-politiker/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wenn die Politik Mut zeigt</a> und sich zu eindeutigen Gesetzen durchringt.&nbsp;</p>



<p>Werner Weingraber ist sich sicher, dass eine ähnliche Regelung auch bei uns kommen wird. Und diese Daten werden in Zukunft noch viel wichtiger werden. „Nur so kann ich eine Taxonomie erfüllen und zukünftig Zertifizierungen bekommen. Nur so kann ich günstigere Finanzierungen erhalten […] Und nur so ist auch das Problem des Ressourcenmangels zu lösen“, resümiert er.&nbsp;</p>



3. „Second-hand” muss die erste Wahl sein.&nbsp;



<p>Es darf sich in Zukunft nicht mehr lohnen, ständig neues Material zu produzieren. Der Trend geht schon heute klar in Richtung Kreislauf und Unternehmen wie Madaster liefern die dazu notwendigen technischen Lösungen. Trotzdem sieht Werner Weingraber die Entwicklung noch ganz am Anfang: „Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Muss sich die Branche also auf magere Zeiten einstellen? Ganz im Gegenteil. Das World Economic Forum sieht in der Kreislaufwirtschaft die “<a href="https://www.weforum.org/agenda/2022/05/why-the-circular-economy-is-the-business-opportunity-of-our-time/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">business opportunity of our time</a>”. Und die ersten Materialhersteller arbeiten schon mit Hochdruck an der Transformation. Zum Beispiel Heidelberg Minerals, ehemals HeidelbergCement, wo der Zement künftig aus verbauten Produkten gewonnen wird. Ähnliches prognostiziert mein Gesprächspartner bei anderen Materialien: „Wenn wir 20 Jahre nach vorne schauen, dann werden wir nicht mehr darüber reden, was eine Tonne Stahl an der Börse kostet. Wir werden darüber sprechen, was der Primärstahl und was der Sekundärstahl kostet.“&nbsp;</p>



<p>Wo Kostendruck, da auch ein Weg! Am Ende haben die Akteure der Bauindustrie genau zwei Möglichkeiten. Entweder man weint den „guten, alten Zeiten“ nach, in denen man sich mit all dem nicht beschäftigen hat müssen. Oder man erkennt die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Veränderung als die Chance</a>, die sie ist, übernimmt Verantwortung und beginnt endlich in Kreisläufen zu denken und handeln. Für alle, die im Geschäft bleiben wollen, bleibt nur die zweite Option.&nbsp;</p>



Mein Gast: Werner Weingraber&nbsp;



<p>Werner Weingraber ist Geschäftsführer von <a href="https://madaster.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Madaster Austria</a> und bringt mit seinem Unternehmen die Akteure der Bauindustrie zusammen, um die Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Madaster ist das “Kataster für Materialien” und zielt darauf ab, verbaute Materialien und Produkte wiederverwerten zu können. Damit arbeitet das Unternehmen an einer Lösung, die uns einen großen Schritt weiter in Richtung unserer Nachhaltigkeitsziele bringt.</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/dekarbonisierung-beginnt-in-der-lieferkette-mit-lara-obst-the-climate-choice/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dekarbonisierung beginnt in der Lieferkette – mit Lara Obst (The Climate Choice)</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeitsziele-gemeinschaftlich-erreichen-mit-sina-wans/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeitsziele gemeinsam erreichen – mit Sina Wans</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/nachhaltigkeit-als-riesenchance-fuer-wachstum-mit-frank-keuper-new-rationale/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nachhaltigkeit als Riesenchance für Wachstum – mit Frank Keuper (New Rationale)</a>&nbsp;</li></ul>



<p>Aus meinem Blog:&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/03/11/deine-ueberzeugungen-tun-dir-nicht-mehr-gut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deine Überzeugungen tun dir nicht mehr gut</a>&nbsp;</li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/09/21/widerstand-ist-eine-funktion-von-nicht-koennen-oder-warum-sich-in-der-klimafrage-so-wenig-bewegt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Widerstand ist eine Funktion von Nicht-Können – oder warum sich in der Klimafrage so wenig bewegt</a>&nbsp;</li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog&nbsp;</p>



<ul><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2021/12/22/klima-ziele-handhabbar-machen-wie-sie-ihr-unternehmen-vom-reden-ins-tun-bringen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(Klima-)Ziele handhabbar machen – wie Sie Ihr Unternehmen vom Reden ins Tun bringen</a>&nbsp;</li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2020/10/23/paradigmenwechsel-die-11-fixpunkte-fuer-agileres-bauen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Paradigmenwechsel: Die 11 Fixpunkte für agileres Bauen</a>&nbsp;</li></ul>]]></content:encoded>
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Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und dafür viel zu viele Ressourcen abgebaut werden, sind auch die meisten nachhaltigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir die SDG erreichen wollen, müssen wir in Kreisläufen denken, vor allem in besonders ressourcenintensiven Branchen wie der Bauindustrie. In dieser Folge diskutiere ich mit Werner Weingraber von Madaster Austria darüber, wie wir das möglich machen können.



Das sind die drei Hauptpunkte&nbsp;



1. Fast alle Materialien eines Gebäudes sind wiederverwertbar.&nbsp;



Keine Branche ist derartig groß und zugleich so kleinteilig strukturiert wie die Bauindustrie. Die komplizierten Abhängigkeiten, die daraus entstehen, führen oft genug ins Chaos und langfristig zu einem noch viel größeren Problem: „Bei Gebäuden, die vor 10, 20, 30 oder mehr Jahren errichtet wurden, weiß der Gebäudebesitzer heute in der Regel nicht, welche Produkte und Materialien verbaut sind“, so Werner Weingraber.&nbsp;&nbsp;



Wenn das Gebäude irgendwann abgerissen wird, landet das meiste einfach auf dem Müll und man zieht sich für das nächste Projekt eben wieder neue Rohstoffe aus der Erde – so zumindest die Logik der Linearwirtschaft. Die Rechnung bekommen wir jetzt serviert. Denn dieser gigantische Ressourcenverbrauch schadet nicht nur der Branche, sondern steht uns auch bei der Erreichung der SDG im Weg.&nbsp;



Dabei liegt die Lösung denkbar nahe: Recycling. Das Potenzial ist enorm, wird aber noch zu wenig genutzt. „Zirkulär geplant und umgesetzt können bis zu 100 % aller Materialien eines Gebäudes im Kreislauf bleiben, statt auf der Mülldeponie zu landen“, meint Werner Weingraber – vorausgesetzt man weiß, wo man suchen muss. Genau hier kommt Madaster ins Spiel, das diese Informationen in einer Datenbank verfügbar macht. 



2. Macht es verpflichtend, Gebäudedaten zu sammeln!&nbsp;



Madaster leistet deshalb einen so entscheidenden Beitrag, weil es den Kreislauf zwischen verschiedensten Akteuren in der Baubranche ermöglicht und organisierbar macht. Das Unternehmen bietet eine digitale Schnittstelle zwischen Herstellern, Planenden, Architekten, Bauunternehmen, Bestandhaltern sowie Recyclern und bringt die Daten zusammen, die für die Kreislaufwirtschaft nötig sind.&nbsp;



Hierzulande passiert das noch auf freiwilliger Basis. In Holland ist man schon ein paar Schritte weiter. Anfang dieses Jahres wurde dort eine Art Gebäudematerialpass eingeführt. Wer an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen will, ist ab sofort verpflichtet, die entsprechenden Gebäudedaten zu liefern. Wer das nicht kann oder will, disqualifiziert sich selbst. So einfach geht’s, wenn die Politik Mut zeigt und sich zu eindeutigen Gesetzen durchringt.&nbsp;



Werner Weingraber ist sich sicher, dass eine ähnliche Regelung auch bei uns kommen wird. Und diese Daten werden in Zukunft noch viel wichtiger werden. „Nur so kann ich eine Taxonomie erfüllen und zukünftig Zertifizierungen bekommen. Nur so kann ich günstigere Finanzierungen erhalten […] Und nur so ist auch das Problem des Ressourcenmangels zu lösen“, resümiert er.&nbsp;



3. „Second-hand” muss die erste Wahl sein.&nbsp;



Es darf sich in Zukunft nicht mehr lohnen, ständig neues Material zu produzieren. Der Trend geht schon heute klar in Richtung Kreislauf und Unternehmen wie Madaster liefern die dazu notwendigen technischen Lösungen. Trotzdem sieht Werner Weingraber die Entwicklung noch ganz am Anfang: „Wenn die Kreislaufwirtschaft ein 100-Meter-Sprint wäre, dann ist die ganze Industrie erst bei 5 Metern.“&nbsp;&nbsp;



Muss sich die Branche also auf magere Zeiten einstellen? Ganz im Gegenteil. Das World Economic Forum sieht in der Kreislaufwirtschaft die “business opportunity of our time”. Und die ersten Materialhersteller arbeiten schon mi]]></itunes:summary>
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Sustainable Development Goals und Linearwirtschaft? Sorry, aber das geht nicht zusammen. Solange ständig alles neu produziert wird und dafür viel zu viele Ressourcen abgebaut werden, sind auch die meisten nachhaltigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir die SDG erreichen wollen, müssen wir in Kreisläufen denken, vor allem in besonders ressourcenintensiven Branchen wie der Bauindustrie. In dieser Folge diskutiere ich mit Werner Weingraber von Madaster Austria darüber, wie wir das möglich machen können.



Das sind die drei Hauptpunkte&nbsp;



1. Fast alle Materialien eines Gebäudes sind wiederverwertbar.&nbsp;



Keine Branche ist derartig groß und zugleich so kleinteilig strukturiert wie die Bauindustrie. Die komplizierten Abhängigkeiten, die daraus entstehen, führen oft genug ins Chaos und langfristig zu einem noch viel größeren Problem: „Bei Ge]]></googleplay:description>
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	<title>Die Zukunft entscheidet sich in den Städten – mit Lars und Kai Zimmermann (CITIES FOR FUTURE)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/die-zukunft-entscheidet-sich-in-den-staedten-mit-lars-und-kai-zimmermann-cities-for-future/</link>
	<pubDate>Thu, 26 Jan 2023 07:30:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Wenn du Straßen baust, dann erntest du auch Straßenverkehr. Aber wenn wir andere Infrastruktur verbessern, dann ernten wir eben auch Rad- oder Fußverkehr.“</p>Kai Zimmermann





Meine Gäste: Lars und Kai Zimmermann





<p>Lars Zimmermann studierte Architektur mit Schwerpunkt Hochbau in Hamburg. Statt in ein klassisches Architekturbüro ging er aber in die Niederlande, wo er in einer Agentur arbeitete, die so ziemlich alles machte, außer Häuser. Sein Fokus lag darin, mit Raum Geschichten zu erzählen. Aus den geplanten zwei bis drei Auslandsjahren wurden letztlich fast zehn und die Zeit in Holland hat den Architekten stark geprägt. Dort erlebte Lars, wie man die urbane Infrastruktur und Mobilität sinnvoller und menschengerechter gestalten kann. Als er schließlich nach Hamburg zurückkehrte, sah er Nachholbedarf und gründete gemeinsam mit seinem Bruder Kai <a href="https://www.citiesforfuture.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CITIES FOR FUTURE</a>.</p>



<p>Als Betriebswirt mit Fokus Logistik und Regionalwissenschaften beschäftigte sich Kai Zimmermann schon immer mit den Themen Mobilität und Verkehr. Nach einem Abstecher in die Logistikabteilung eines großen Konzerns ging er zurück in die Wissenschaft und schrieb seine Doktorarbeit am Institut für Verkehrswissenschaft der Uni Hamburg. Nach seiner Arbeit als freiberuflicher Dozent wurde er schließlich hauptamtlich Professor, unter anderem für BWL und Logistik. Mit den Impulsen von Lars aus dem Nachbarland sah auch Kai den krassen Gegensatz zwischen Holland und Deutschland. Er wollte selbst aktiv werden – perfekte Voraussetzungen für das gemeinsame Unternehmen.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Große Städte, große Herausforderungen.



<p>„2018 lebten ca. 4,2 Milliarden Menschen in urbanen Umfeldern und Metropolen. 2030 sollen es 5,1 Milliarden sein. Das ist dann die Mehrheit der gesamten Weltbevölkerung“, sagt Lars Zimmermann. Und er verdeutlicht auch das rasende Tempo, mit dem Städte in Zukunft unser aller Leben bestimmen werden: „Wenn man diese Bevölkerungszahl und diese Zuwächse herunterbricht, dann müssen wir darüber reden, dass im Moment jede Woche eine Stadt für rund 1,5 Millionen Menschen gebaut wird.“</p>



<p>Lars und Kai Zimmermann denken daher in weiterer Konsequenz, dass die Städte bei steigenden Temperaturen (Klimakrise) und ständigen Mobilitätsinfarkten lebenswerter gestaltet werden müssen. Ganz konkret braucht es in den urbanen Zentren Lösungen für den Flächenfraß, die kommenden Hitzewellen, den viel zu hohen Energieverbrauch (Klimageräte), den Verkehr (E-Autos allein können hier auch nicht die Lösung sein) und den enormen Ressourcenbedarf.</p>



<p>Klar ist jedenfalls, dass der bisherige westliche Stadt-Lebensstil nicht skalierbar ist: „Dass diese Problematiken mit CO2 und Ressourcen im Moment so durchschlagen, liegt auch daran, dass unsere Art des Wirtschaftens, des Bauens, der Mobilität überall hin exportiert wird. Plötzlich fliegt uns das System um die Ohren“, so Lars Zimmermann. Der Club of Rome hat es schon vor 50 Jahren vorhergesehen.</p>



2. Lebenswerte Städte: Visionen entwickeln und dann Tempo!&nbsp;



<p>Urbaner Raum lässt sich menschengerechter gestalten. Ein zentraler Hebel liegt in der Verkehrsberuhigung durch den Wechsel auf andere Verkehrsmittel als das Auto. „In den niederländischen Städten haben wir einen ganz anderen Modal Split“, erklärt Lars Zimmermann. Dort gibt es einen guten ÖPNV sowie eine hervorragende Rad- und Fußgängerinfrastruktur. Holland wollte den Umbau zu dieser Form der Mobilität. Vor 50 Jahren beklagte man noch 400 im Verkehr umgekommene Kinder pro Jahr. Der Druck der Bevölkerung brachte die Wende.</p>



<p>Auch Paris hat große Fortschritte vorzuweisen. Anne Hidalgos Vision, die „Stadt der 15-Minuten-Abstände“ zu schaffen, führt dort zu massiven Veränderungen. Oder Barcelonas “Superblocks”, in denen Kinder wieder auf der Straße spielen können und Familien gerne in der Stadt wohnen.</p>



<p>„Wir brauchen Mut und positive Visionen“, fordert Kai Zimmermann. Es gehe nicht darum, den Menschen ihr Auto wegzunehmen, sondern das Leben für alle besser zu machen. Die Stadtpolitiker:innen müssen den Bewohner:innen verdeutlichen, wie sie als Bürger:innen eine lebenswertere Stadt bekommen. Dabei tickt die Uhr: „Bürgermeister:innen müssen diese Visionen auch zügig umsetzen. Das passiert in Paris. Es ist sehr schnell sichtbar, erlebbar und fühlbar, was der Wandel wirklich bedeutet“, erzählt Lars.</p>



3. Seid optimistisch, denn Aufgeben ist keine Option



<p>Alle wissen: Wir brauchen in Deutschland dringend eine Verkehrswende. Trotzdem steigt die Anzahl der Autos (<a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/das-eigene-auto-ist-ein-auslaufmodell-mit-michael-schwendinger-vcoe/">übrigens auch in Österreich</a>). Was läuft da schief? Für Kai Zimmermann liegt es an der existierenden Infrastruktur. Er spricht das Problem an, das auch eine <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/das-system-auto-hat-einen-totalschaden-mit-katja-diehl-autorin-podcasterin-bloggerin/">Katja Diehl immer wieder lautstark anprangert</a>: Viele Menschen in Deutschland haben keine andere Wahl, als ins Auto zu steigen. Und diejenigen, die gerne mit dem Fahrrad fahren würden, fühlen sich oft nicht sicher auf den Straßen. Denn niemand spürt auf dem Bike gerne einen 40-Tonnen-LKW vorbeidonnern.</p>



<p>Lars und Kai Zimmermann stecken trotz all dieser Probleme mit ihrem scheinbar grenzenlosen Optimismus an. „Gerade weil wir die positiven Beispiele weltweit sehen, haben wir diesen Optimismus. [...] Auch wenn es nur kleine Schritte sind, aber in der Summe hilft das natürlich, um die Stadt anders aussehen zu lassen und einen positiven Blick auf die Zukunft zu erhalten“, so Kai. Und Lars ergänzt: „Ich kenne niemanden, der ein Problem durch Aufgeben gelöst hat. Das ist für mich keine Option. Ich habe eine elfjährige Tochter, ich kann nicht aufgeben. Ich will auch nicht aufgeben.“</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/das-system-auto-hat-einen-totalschaden-mit-katja-diehl-autorin-podcasterin-bloggerin/">Das System Auto hat einen Totalschaden – mit Katja Diehl (Autorin, Podcasterin, Bloggerin)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/politik-braucht-mut-mit-dr-reinhard-loske-volkswirt-politikwissenschaftler-politiker/">Politik braucht Mut – mit Dr. Reinhard Loske (Volkswirt, Politikwissenschaftler &amp; Politiker)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/02/22/das-jahrhundert-des-autos-ist-vorbei/">Das Jahrhundert des Autos ist vorbei</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/05/19/kinderfeindliche-gesellschaft-warum-wir-eine-neue-haltung-brauchen/">Kinderfeindliche Gesellschaft: Warum wir eine neue Haltung brauchen</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="http://borisgloger.com/blog/2022/05/25/warum-wind-und-sonne-die-energie-der-zukunft-sind" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Wind und Sonne die Energie der Zukunft sind</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/09/warum-biodiversitaet-uns-alle-angeht-3-fakten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Biodiversität uns alle angeht – 3 Fakten</a></li></ul>



<p>Foto: ©Paul Claussen</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Wenn du Straßen baust, dann erntest du auch Straßenverkehr. Aber wenn wir andere Infrastruktur verbessern, dann ernten wir eben auch Rad- oder Fußverkehr.“Kai Zimmermann





Meine Gäste: Lars und Kai Zimmermann





Lars Zimmermann studierte Architektur]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du Straßen baust, dann erntest du auch Straßenverkehr. Aber wenn wir andere Infrastruktur verbessern, dann ernten wir eben auch Rad- oder Fußverkehr.“</p>Kai Zimmermann





Meine Gäste: Lars und Kai Zimmermann





<p>Lars Zimmermann studierte Architektur mit Schwerpunkt Hochbau in Hamburg. Statt in ein klassisches Architekturbüro ging er aber in die Niederlande, wo er in einer Agentur arbeitete, die so ziemlich alles machte, außer Häuser. Sein Fokus lag darin, mit Raum Geschichten zu erzählen. Aus den geplanten zwei bis drei Auslandsjahren wurden letztlich fast zehn und die Zeit in Holland hat den Architekten stark geprägt. Dort erlebte Lars, wie man die urbane Infrastruktur und Mobilität sinnvoller und menschengerechter gestalten kann. Als er schließlich nach Hamburg zurückkehrte, sah er Nachholbedarf und gründete gemeinsam mit seinem Bruder Kai <a href="https://www.citiesforfuture.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CITIES FOR FUTURE</a>.</p>



<p>Als Betriebswirt mit Fokus Logistik und Regionalwissenschaften beschäftigte sich Kai Zimmermann schon immer mit den Themen Mobilität und Verkehr. Nach einem Abstecher in die Logistikabteilung eines großen Konzerns ging er zurück in die Wissenschaft und schrieb seine Doktorarbeit am Institut für Verkehrswissenschaft der Uni Hamburg. Nach seiner Arbeit als freiberuflicher Dozent wurde er schließlich hauptamtlich Professor, unter anderem für BWL und Logistik. Mit den Impulsen von Lars aus dem Nachbarland sah auch Kai den krassen Gegensatz zwischen Holland und Deutschland. Er wollte selbst aktiv werden – perfekte Voraussetzungen für das gemeinsame Unternehmen.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Große Städte, große Herausforderungen.



<p>„2018 lebten ca. 4,2 Milliarden Menschen in urbanen Umfeldern und Metropolen. 2030 sollen es 5,1 Milliarden sein. Das ist dann die Mehrheit der gesamten Weltbevölkerung“, sagt Lars Zimmermann. Und er verdeutlicht auch das rasende Tempo, mit dem Städte in Zukunft unser aller Leben bestimmen werden: „Wenn man diese Bevölkerungszahl und diese Zuwächse herunterbricht, dann müssen wir darüber reden, dass im Moment jede Woche eine Stadt für rund 1,5 Millionen Menschen gebaut wird.“</p>



<p>Lars und Kai Zimmermann denken daher in weiterer Konsequenz, dass die Städte bei steigenden Temperaturen (Klimakrise) und ständigen Mobilitätsinfarkten lebenswerter gestaltet werden müssen. Ganz konkret braucht es in den urbanen Zentren Lösungen für den Flächenfraß, die kommenden Hitzewellen, den viel zu hohen Energieverbrauch (Klimageräte), den Verkehr (E-Autos allein können hier auch nicht die Lösung sein) und den enormen Ressourcenbedarf.</p>



<p>Klar ist jedenfalls, dass der bisherige westliche Stadt-Lebensstil nicht skalierbar ist: „Dass diese Problematiken mit CO2 und Ressourcen im Moment so durchschlagen, liegt auch daran, dass unsere Art des Wirtschaftens, des Bauens, der Mobilität überall hin exportiert wird. Plötzlich fliegt uns das System um die Ohren“, so Lars Zimmermann. Der Club of Rome hat es schon vor 50 Jahren vorhergesehen.</p>



2. Lebenswerte Städte: Visionen entwickeln und dann Tempo!&nbsp;



<p>Urbaner Raum lässt sich menschengerechter gestalten. Ein zentraler Hebel liegt in der Verkehrsberuhigung durch den Wechsel auf andere Verkehrsmittel als das Auto. „In den niederländischen Städten haben wir einen ganz anderen Modal Split“, erklärt Lars Zimmermann. Dort gibt es einen guten ÖPNV sowie eine hervorragende Rad- und Fußgängerinfrastruktur. Holland wollte den Umbau zu dieser Form der Mobilität. Vor 50 Jahren beklagte man noch 400 im Verkehr umgekommene Kinder pro Jahr. Der Druck der Bevölkerung brachte die Wende.</p>



<p>Auch Paris hat große Fortschritte vorzuweisen. Anne Hidalgos Vision, die „Stadt der 15-Minuten-Abstände“ zu schaffen, führt dort zu massiven Veränderungen. Oder Barcelonas “Superblocks”, in denen Kinder wieder auf der Straße spielen können und Familien gerne in der Stadt wohnen.</p>



<p>„Wir brauchen Mut und positive Visionen“, fordert Kai Zimmermann. Es gehe nicht darum, den Menschen ihr Auto wegzunehmen, sondern das Leben für alle besser zu machen. Die Stadtpolitiker:innen müssen den Bewohner:innen verdeutlichen, wie sie als Bürger:innen eine lebenswertere Stadt bekommen. Dabei tickt die Uhr: „Bürgermeister:innen müssen diese Visionen auch zügig umsetzen. Das passiert in Paris. Es ist sehr schnell sichtbar, erlebbar und fühlbar, was der Wandel wirklich bedeutet“, erzählt Lars.</p>



3. Seid optimistisch, denn Aufgeben ist keine Option



<p>Alle wissen: Wir brauchen in Deutschland dringend eine Verkehrswende. Trotzdem steigt die Anzahl der Autos (<a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/das-eigene-auto-ist-ein-auslaufmodell-mit-michael-schwendinger-vcoe/">übrigens auch in Österreich</a>). Was läuft da schief? Für Kai Zimmermann liegt es an der existierenden Infrastruktur. Er spricht das Problem an, das auch eine <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/das-system-auto-hat-einen-totalschaden-mit-katja-diehl-autorin-podcasterin-bloggerin/">Katja Diehl immer wieder lautstark anprangert</a>: Viele Menschen in Deutschland haben keine andere Wahl, als ins Auto zu steigen. Und diejenigen, die gerne mit dem Fahrrad fahren würden, fühlen sich oft nicht sicher auf den Straßen. Denn niemand spürt auf dem Bike gerne einen 40-Tonnen-LKW vorbeidonnern.</p>



<p>Lars und Kai Zimmermann stecken trotz all dieser Probleme mit ihrem scheinbar grenzenlosen Optimismus an. „Gerade weil wir die positiven Beispiele weltweit sehen, haben wir diesen Optimismus. [...] Auch wenn es nur kleine Schritte sind, aber in der Summe hilft das natürlich, um die Stadt anders aussehen zu lassen und einen positiven Blick auf die Zukunft zu erhalten“, so Kai. Und Lars ergänzt: „Ich kenne niemanden, der ein Problem durch Aufgeben gelöst hat. Das ist für mich keine Option. Ich habe eine elfjährige Tochter, ich kann nicht aufgeben. Ich will auch nicht aufgeben.“</p>





<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, was eure Gedanken sind. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Das könnte euch auch interessieren:



<p>Aus meinem Podcast:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/das-system-auto-hat-einen-totalschaden-mit-katja-diehl-autorin-podcasterin-bloggerin/">Das System Auto hat einen Totalschaden – mit Katja Diehl (Autorin, Podcasterin, Bloggerin)</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/politik-braucht-mut-mit-dr-reinhard-loske-volkswirt-politikwissenschaftler-politiker/">Politik braucht Mut – mit Dr. Reinhard Loske (Volkswirt, Politikwissenschaftler &amp; Politiker)</a></li></ul>



<p>Aus meinem Blog:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/02/22/das-jahrhundert-des-autos-ist-vorbei/">Das Jahrhundert des Autos ist vorbei</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/05/19/kinderfeindliche-gesellschaft-warum-wir-eine-neue-haltung-brauchen/">Kinderfeindliche Gesellschaft: Warum wir eine neue Haltung brauchen</a></li></ul>



<p>Aus dem borisgloger-Blog:</p>



<ul><li><a href="http://borisgloger.com/blog/2022/05/25/warum-wind-und-sonne-die-energie-der-zukunft-sind" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Wind und Sonne die Energie der Zukunft sind</a></li><li><a href="https://www.borisgloger.com/blog/2022/02/09/warum-biodiversitaet-uns-alle-angeht-3-fakten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Biodiversität uns alle angeht – 3 Fakten</a></li></ul>



<p>Foto: ©Paul Claussen</p>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[Wenn du Straßen baust, dann erntest du auch Straßenverkehr. Aber wenn wir andere Infrastruktur verbessern, dann ernten wir eben auch Rad- oder Fußverkehr.“Kai Zimmermann





Meine Gäste: Lars und Kai Zimmermann





Lars Zimmermann studierte Architektur mit Schwerpunkt Hochbau in Hamburg. Statt in ein klassisches Architekturbüro ging er aber in die Niederlande, wo er in einer Agentur arbeitete, die so ziemlich alles machte, außer Häuser. Sein Fokus lag darin, mit Raum Geschichten zu erzählen. Aus den geplanten zwei bis drei Auslandsjahren wurden letztlich fast zehn und die Zeit in Holland hat den Architekten stark geprägt. Dort erlebte Lars, wie man die urbane Infrastruktur und Mobilität sinnvoller und menschengerechter gestalten kann. Als er schließlich nach Hamburg zurückkehrte, sah er Nachholbedarf und gründete gemeinsam mit seinem Bruder Kai CITIES FOR FUTURE.



Als Betriebswirt mit Fokus Logistik und Regionalwissenschaften beschäftigte sich Kai Zimmermann schon immer mit den Themen Mobilität und Verkehr. Nach einem Abstecher in die Logistikabteilung eines großen Konzerns ging er zurück in die Wissenschaft und schrieb seine Doktorarbeit am Institut für Verkehrswissenschaft der Uni Hamburg. Nach seiner Arbeit als freiberuflicher Dozent wurde er schließlich hauptamtlich Professor, unter anderem für BWL und Logistik. Mit den Impulsen von Lars aus dem Nachbarland sah auch Kai den krassen Gegensatz zwischen Holland und Deutschland. Er wollte selbst aktiv werden – perfekte Voraussetzungen für das gemeinsame Unternehmen.



Das sind die drei Hauptpunkte



1. Große Städte, große Herausforderungen.



„2018 lebten ca. 4,2 Milliarden Menschen in urbanen Umfeldern und Metropolen. 2030 sollen es 5,1 Milliarden sein. Das ist dann die Mehrheit der gesamten Weltbevölkerung“, sagt Lars Zimmermann. Und er verdeutlicht auch das rasende Tempo, mit dem Städte in Zukunft unser aller Leben bestimmen werden: „Wenn man diese Bevölkerungszahl und diese Zuwächse herunterbricht, dann müssen wir darüber reden, dass im Moment jede Woche eine Stadt für rund 1,5 Millionen Menschen gebaut wird.“



Lars und Kai Zimmermann denken daher in weiterer Konsequenz, dass die Städte bei steigenden Temperaturen (Klimakrise) und ständigen Mobilitätsinfarkten lebenswerter gestaltet werden müssen. Ganz konkret braucht es in den urbanen Zentren Lösungen für den Flächenfraß, die kommenden Hitzewellen, den viel zu hohen Energieverbrauch (Klimageräte), den Verkehr (E-Autos allein können hier auch nicht die Lösung sein) und den enormen Ressourcenbedarf.



Klar ist jedenfalls, dass der bisherige westliche Stadt-Lebensstil nicht skalierbar ist: „Dass diese Problematiken mit CO2 und Ressourcen im Moment so durchschlagen, liegt auch daran, dass unsere Art des Wirtschaftens, des Bauens, der Mobilität überall hin exportiert wird. Plötzlich fliegt uns das System um die Ohren“, so Lars Zimmermann. Der Club of Rome hat es schon vor 50 Jahren vorhergesehen.



2. Lebenswerte Städte: Visionen entwickeln und dann Tempo!&nbsp;



Urbaner Raum lässt sich menschengerechter gestalten. Ein zentraler Hebel liegt in der Verkehrsberuhigung durch den Wechsel auf andere Verkehrsmittel als das Auto. „In den niederländischen Städten haben wir einen ganz anderen Modal Split“, erklärt Lars Zimmermann. Dort gibt es einen guten ÖPNV sowie eine hervorragende Rad- und Fußgängerinfrastruktur. Holland wollte den Umbau zu dieser Form der Mobilität. Vor 50 Jahren beklagte man noch 400 im Verkehr umgekommene Kinder pro Jahr. Der Druck der Bevölkerung brachte die Wende.



Auch Paris hat große Fortschritte vorzuweisen. Anne Hidalgos Vision, die „Stadt der 15-Minuten-Abstände“ zu schaffen, führt dort zu massiven Veränderungen. Oder Barcelonas “Superblocks”, in denen Kinder wieder auf der Straße spielen können und Familien gerne in der Stadt wohnen.



„Wir brauchen Mut und positive Visionen“, fordert Kai Zimmermann. Es gehe nicht darum, den Menschen ihr Auto wegzunehmen, sondern das Leben für alle besse]]></itunes:summary>
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Meine Gäste: Lars und Kai Zimmermann





Lars Zimmermann studierte Architektur mit Schwerpunkt Hochbau in Hamburg. Statt in ein klassisches Architekturbüro ging er aber in die Niederlande, wo er in einer Agentur arbeitete, die so ziemlich alles machte, außer Häuser. Sein Fokus lag darin, mit Raum Geschichten zu erzählen. Aus den geplanten zwei bis drei Auslandsjahren wurden letztlich fast zehn und die Zeit in Holland hat den Architekten stark geprägt. Dort erlebte Lars, wie man die urbane Infrastruktur und Mobilität sinnvoller und menschengerechter gestalten kann. Als er schließlich nach Hamburg zurückkehrte, sah er Nachholbedarf und gründete gemeinsam mit seinem Bruder Kai CITIES FOR FUTURE.



Als Betriebswirt mit Fokus Logistik und Regionalwissenschaften beschäftigte sich Kai Zimmermann schon immer mit den Th]]></googleplay:description>
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	<title>Politik braucht Mut – mit Dr. Reinhard Loske (Volkswirt, Politikwissenschaftler &#038; Politiker)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/politik-braucht-mut-mit-dr-reinhard-loske-volkswirt-politikwissenschaftler-politiker/</link>
	<pubDate>Thu, 24 Feb 2022 07:45:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://insightsbyborisgloger.com/?post_type=podcast&#038;p=29226</guid>
	<description><![CDATA[<p>„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“</p>







Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



<p>Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/architektur-und-oekologie-gestaltet-das-bauen-17455227.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gestaltet das Bauen!</a> Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antreibt, ist die Zuversicht.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Einfamilienhaus auf der Wiese kann nicht mehr das Leitbild sein



<p>Wenn man sich vor Augen führt, dass 40 % der Emissionen allein im Gebäudesektor entstehen, ist klar: Die Baubranche ist beim Klimaschutz besonders gefordert. Das Plädoyer von Dr. Loske ist genauso klar: „Wir müssen uns am Bestand orientieren und diesen Bestand so umbauen, damit er Nachhaltigkeitskriterien genügt – energetisch, stoffstrommäßig und baustoffmäßig.“</p>



<p>Die Realität sieht aber (noch) ganz anders aus: Die Baubranche ist auf den Neubau ausgerichtet. Das bedeutet: Flächenversiegelung im gigantischen Ausmaß. Allein in Deutschland werden momentan 60–70 Hektar Boden am Tag verbaut. Dabei stehen viele Gebäude und Wohnungen leer und warten auf ihre zweite Chance. Meistens fehlen aber Fachkräfte, die wissen, wie man das angeht. Wenn ich mir eine PV-Anlage aufs Dach packe, die neueste Wärmepumpe und vielleicht auch noch einen Speicher einbauen möchte, dann müssen diese auch integriert zusammenwirken. Stichwort: Schnittstellenproblematik.</p>



<p>Damit es hier vorangeht, „braucht es bei den Architekt:innen eine Neuorientierung in Richtung Bestandsentwicklung“, erklärt Dr. Loske. Dazu muss man sich auch einmal die Curricula ansehen und darüber hinaus bei den Fachkräften mehr auf Qualifizierung setzen. Das wird mittelfristig auch nicht ohne Fachkräftezuwanderungen gehen. Letztlich sind aber auch wir als Gesellschaft gefordert, unsere Wohnformen zu überdenken: Das eigene Haus, das man neu für sich und seine Familie auf die Wiese stellt, ist ökologisch gesehen nicht mehr zeitgemäß.</p>



2.&nbsp;Wir müssen die Agrarpolitik vom Kopf auf die Füße stellen



<p>Ich bin davon überzeugt, dass es neben der Energiewende auch eine Agrarwende braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Die Dringlichkeit dürfte auf politischer Ebene aber noch nicht im notwendigen Umfang angekommen sein. Bis 2030 ist es das Ziel der EU, die Bio-Landwirtschaft auf 30 % zu bringen. Oder andersrum: Wenn dieses Ziel hält, werden in etwa 10 Jahren noch immer zwei Drittel der Betriebe konventionell das Land bewirtschaften.</p>



<p>Dr. Loske erinnert sich an eine pointierte Aussage seiner Oma: „Mit der Landwirtschaft kann man nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft.“ Kompakter könnte man die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den letzten Jahrzehnten nicht auf den Punkt bringen. Zum einen führte der reine Wachstumsfokus dazu, dass die Preise im Keller gelandet sind. Zum anderen gibt es florierende Industrien um die Betriebe herum, die diese Dynamik mit ihren Produkten und Services weiter befeuern.</p>



<p>Das ist ein Teufelskreis, aus dem aber ein Weg herausführt. Angesichts komplexer Pfadabhängigkeiten kann das nur ein gemeinsamer Weg sein. Die Betriebe selbst müssen erkennen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Gleichzeitig müssen sich aber auch Betriebe der Saatgutentwicklung und der Förderung von Pflanzenrobustheit als Teil der Lösung begreifen. „Sie müssen lernen, integrale Konzepte zu entwickeln, und den bäuerlichen Betrieben dabei helfen, dass sie den Pfad der Nachhaltigkeit beschreiten können", erklärt Dr. Loske. Das gilt auch für die Verarbeitungsbetriebe, den Einzelhandel und alle weiteren Involvierten. Schließlich liegt es vor allem auch an der Politik, die Richtung für diesen Weg vorzugeben. Mit ambitionierteren Zielen und staatlichen Transferleistungen.</p>



3.&nbsp;Biodiversität wird ein Riesenthema in den nächsten 10 Jahren



<p>In unserer Kultur sind wir daran gewöhnt, für Leistungen zu bezahlen. In der Natur ist das anders. Wir bekommen sauberes Wasser, gute Luft, fruchtbare Böden, eine hochfunktionale biologische Vielfalt und ein „stabiles Klima“ – und das gratis. Dieses „Angebot“ haben wir als Gesellschaft mit unserem unökologischen Handeln ins Schwanken gebracht. Dabei ist es eigentlich ein No-Brainer: Don’t bite the hand, that feeds you.</p>



<p>Jetzt versuchen wir seit Jahren, den Klimaschutz mit immer besserer Technologie voranzutreiben. Ein guter Anfang, aber Dr. Loske betont, dass dieser Zugang zu kurz greift: „Mit der Technik alleine kommen wir nicht ans Ziel. Wir müssen die Natur in ihrer Fähigkeit schützen, als Faktor zur Klimastabilität beizutragen. Das betrifft die Böden, Wälder, Moore und die Ozeane mit ihrer Fähigkeit, Temperatur abzumildern und CO2 zu absorbieren.“</p>



<p>Die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Biodiversität</a> spielt eine enorm wichtige Rolle in fast allen Bereichen: in der Siedlungspolitik, der Verkehrspolitik und vor allem in der Agrarpolitik. Das wird auch den Entscheidungsträger:innen immer klarer. Ich bin schon jetzt gespannt, welche innovativen „nature-based solutions“ dieser neue Megatrend hervorbringen wird. Eines kann man sich jedenfalls von Dr. Loske mitnehmen: die Zuversicht, dass wir es schaffen können.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, mit welchen Stellschrauben die Politik die nachhaltige Entwicklung beschleunigen kann und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Mehr zum Thema Agrarwende



<ul><li>Ich arbeite in einer Solidarischen Landwirtschaft mit und lade euch ein, mich bei meinem Selbstversuch zu begleiten. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">Hier erfahrt ihr mehr.</a></li></ul>



<ul><li>Mein Artikel: <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/15/wie-kann-unsere-landwirtschaft-das-artensterben-aufhalten/">Wie kann unsere Landwirtschaft das Artensterben aufhalten?</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“







Mein Gast: Dr.]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“</p>







Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



<p>Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/architektur-und-oekologie-gestaltet-das-bauen-17455227.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gestaltet das Bauen!</a> Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antreibt, ist die Zuversicht.</p>



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Einfamilienhaus auf der Wiese kann nicht mehr das Leitbild sein



<p>Wenn man sich vor Augen führt, dass 40 % der Emissionen allein im Gebäudesektor entstehen, ist klar: Die Baubranche ist beim Klimaschutz besonders gefordert. Das Plädoyer von Dr. Loske ist genauso klar: „Wir müssen uns am Bestand orientieren und diesen Bestand so umbauen, damit er Nachhaltigkeitskriterien genügt – energetisch, stoffstrommäßig und baustoffmäßig.“</p>



<p>Die Realität sieht aber (noch) ganz anders aus: Die Baubranche ist auf den Neubau ausgerichtet. Das bedeutet: Flächenversiegelung im gigantischen Ausmaß. Allein in Deutschland werden momentan 60–70 Hektar Boden am Tag verbaut. Dabei stehen viele Gebäude und Wohnungen leer und warten auf ihre zweite Chance. Meistens fehlen aber Fachkräfte, die wissen, wie man das angeht. Wenn ich mir eine PV-Anlage aufs Dach packe, die neueste Wärmepumpe und vielleicht auch noch einen Speicher einbauen möchte, dann müssen diese auch integriert zusammenwirken. Stichwort: Schnittstellenproblematik.</p>



<p>Damit es hier vorangeht, „braucht es bei den Architekt:innen eine Neuorientierung in Richtung Bestandsentwicklung“, erklärt Dr. Loske. Dazu muss man sich auch einmal die Curricula ansehen und darüber hinaus bei den Fachkräften mehr auf Qualifizierung setzen. Das wird mittelfristig auch nicht ohne Fachkräftezuwanderungen gehen. Letztlich sind aber auch wir als Gesellschaft gefordert, unsere Wohnformen zu überdenken: Das eigene Haus, das man neu für sich und seine Familie auf die Wiese stellt, ist ökologisch gesehen nicht mehr zeitgemäß.</p>



2.&nbsp;Wir müssen die Agrarpolitik vom Kopf auf die Füße stellen



<p>Ich bin davon überzeugt, dass es neben der Energiewende auch eine Agrarwende braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Die Dringlichkeit dürfte auf politischer Ebene aber noch nicht im notwendigen Umfang angekommen sein. Bis 2030 ist es das Ziel der EU, die Bio-Landwirtschaft auf 30 % zu bringen. Oder andersrum: Wenn dieses Ziel hält, werden in etwa 10 Jahren noch immer zwei Drittel der Betriebe konventionell das Land bewirtschaften.</p>



<p>Dr. Loske erinnert sich an eine pointierte Aussage seiner Oma: „Mit der Landwirtschaft kann man nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft.“ Kompakter könnte man die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den letzten Jahrzehnten nicht auf den Punkt bringen. Zum einen führte der reine Wachstumsfokus dazu, dass die Preise im Keller gelandet sind. Zum anderen gibt es florierende Industrien um die Betriebe herum, die diese Dynamik mit ihren Produkten und Services weiter befeuern.</p>



<p>Das ist ein Teufelskreis, aus dem aber ein Weg herausführt. Angesichts komplexer Pfadabhängigkeiten kann das nur ein gemeinsamer Weg sein. Die Betriebe selbst müssen erkennen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Gleichzeitig müssen sich aber auch Betriebe der Saatgutentwicklung und der Förderung von Pflanzenrobustheit als Teil der Lösung begreifen. „Sie müssen lernen, integrale Konzepte zu entwickeln, und den bäuerlichen Betrieben dabei helfen, dass sie den Pfad der Nachhaltigkeit beschreiten können", erklärt Dr. Loske. Das gilt auch für die Verarbeitungsbetriebe, den Einzelhandel und alle weiteren Involvierten. Schließlich liegt es vor allem auch an der Politik, die Richtung für diesen Weg vorzugeben. Mit ambitionierteren Zielen und staatlichen Transferleistungen.</p>



3.&nbsp;Biodiversität wird ein Riesenthema in den nächsten 10 Jahren



<p>In unserer Kultur sind wir daran gewöhnt, für Leistungen zu bezahlen. In der Natur ist das anders. Wir bekommen sauberes Wasser, gute Luft, fruchtbare Böden, eine hochfunktionale biologische Vielfalt und ein „stabiles Klima“ – und das gratis. Dieses „Angebot“ haben wir als Gesellschaft mit unserem unökologischen Handeln ins Schwanken gebracht. Dabei ist es eigentlich ein No-Brainer: Don’t bite the hand, that feeds you.</p>



<p>Jetzt versuchen wir seit Jahren, den Klimaschutz mit immer besserer Technologie voranzutreiben. Ein guter Anfang, aber Dr. Loske betont, dass dieser Zugang zu kurz greift: „Mit der Technik alleine kommen wir nicht ans Ziel. Wir müssen die Natur in ihrer Fähigkeit schützen, als Faktor zur Klimastabilität beizutragen. Das betrifft die Böden, Wälder, Moore und die Ozeane mit ihrer Fähigkeit, Temperatur abzumildern und CO2 zu absorbieren.“</p>



<p>Die <a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/biodiversitaet-ist-ueberlebenswichtiger-als-die-rettung-des-klimas-mit-dr-frauke-fischer-agentur-auf/">Biodiversität</a> spielt eine enorm wichtige Rolle in fast allen Bereichen: in der Siedlungspolitik, der Verkehrspolitik und vor allem in der Agrarpolitik. Das wird auch den Entscheidungsträger:innen immer klarer. Ich bin schon jetzt gespannt, welche innovativen „nature-based solutions“ dieser neue Megatrend hervorbringen wird. Eines kann man sich jedenfalls von Dr. Loske mitnehmen: die Zuversicht, dass wir es schaffen können.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr wissen wollt, mit welchen Stellschrauben die Politik die nachhaltige Entwicklung beschleunigen kann und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht. Ich freu mich über eure Kommentare!</p>



Mehr zum Thema Agrarwende



<ul><li>Ich arbeite in einer Solidarischen Landwirtschaft mit und lade euch ein, mich bei meinem Selbstversuch zu begleiten. <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/11/meine-persoenliche-agrarwendeein-selbstversuch-woche-5-52/">Hier erfahrt ihr mehr.</a></li></ul>



<ul><li>Mein Artikel: <a href="https://insightsbyborisgloger.com/2022/02/15/wie-kann-unsere-landwirtschaft-das-artensterben-aufhalten/">Wie kann unsere Landwirtschaft das Artensterben aufhalten?</a></li></ul>]]></content:encoded>
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			<itunes:summary><![CDATA[„Politischer Mut, etwas zu wagen, ist zentral. Wir müssen von der Haltung wegkommen, dass man keinem etwas zumuten könne, weil man sonst abgewählt würde. Die Gesellschaft ist an manchen Stellen schon weiter, als die Politik glaubt.“







Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: Gestaltet das Bauen! Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antreibt, ist die Zuversicht.



Das sind die drei Haupterkenntnisse



1. Das Einfamilienhaus auf der Wiese kann nicht mehr das Leitbild sein



Wenn man sich vor Augen führt, dass 40 % der Emissionen allein im Gebäudesektor entstehen, ist klar: Die Baubranche ist beim Klimaschutz besonders gefordert. Das Plädoyer von Dr. Loske ist genauso klar: „Wir müssen uns am Bestand orientieren und diesen Bestand so umbauen, damit er Nachhaltigkeitskriterien genügt – energetisch, stoffstrommäßig und baustoffmäßig.“



Die Realität sieht aber (noch) ganz anders aus: Die Baubranche ist auf den Neubau ausgerichtet. Das bedeutet: Flächenversiegelung im gigantischen Ausmaß. Allein in Deutschland werden momentan 60–70 Hektar Boden am Tag verbaut. Dabei stehen viele Gebäude und Wohnungen leer und warten auf ihre zweite Chance. Meistens fehlen aber Fachkräfte, die wissen, wie man das angeht. Wenn ich mir eine PV-Anlage aufs Dach packe, die neueste Wärmepumpe und vielleicht auch noch einen Speicher einbauen möchte, dann müssen diese auch integriert zusammenwirken. Stichwort: Schnittstellenproblematik.



Damit es hier vorangeht, „braucht es bei den Architekt:innen eine Neuorientierung in Richtung Bestandsentwicklung“, erklärt Dr. Loske. Dazu muss man sich auch einmal die Curricula ansehen und darüber hinaus bei den Fachkräften mehr auf Qualifizierung setzen. Das wird mittelfristig auch nicht ohne Fachkräftezuwanderungen gehen. Letztlich sind aber auch wir als Gesellschaft gefordert, unsere Wohnformen zu überdenken: Das eigene Haus, das man neu für sich und seine Familie auf die Wiese stellt, ist ökologisch gesehen nicht mehr zeitgemäß.



2.&nbsp;Wir müssen die Agrarpolitik vom Kopf auf die Füße stellen



Ich bin davon überzeugt, dass es neben der Energiewende auch eine Agrarwende braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Die Dringlichkeit dürfte auf politischer Ebene aber noch nicht im notwendigen Umfang angekommen sein. Bis 2030 ist es das Ziel der EU, die Bio-Landwirtschaft auf 30 % zu bringen. Oder andersrum: Wenn dieses Ziel hält, werden in etwa 10 Jahren noch immer zwei Drittel der Betriebe konventionell das Land bewirtschaften.



Dr. Loske erinnert sich an eine pointierte Aussage seiner Oma: „Mit der Landwirtschaft kann man nicht viel verdienen, aber an der Landwirtschaft.“ Kompakter könnte man die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den letzten Jahrzehnten nicht auf den Punkt bringen. Zum einen führte der reine Wachstumsfokus dazu, dass die Preise im Keller gelandet sind. Zum anderen gibt es florierende Industrien um die Betriebe herum, die diese Dynamik mit ihren Produkten und Services weiter befeuern.



Das ist ein Teufelskreis, aus dem aber ein Weg herausführt. Angesichts komplexer Pfadabhängigkeiten kann das nur ein gemeinsamer Weg sein. Die Betriebe selbst müssen erkennen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Gleichzeitig müssen sich aber auch Betriebe der Saatgutentwicklung und der Förderung von Pflanzenrobustheit als Teil der Lö]]></itunes:summary>
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			<title>Politik braucht Mut – mit Dr. Reinhard Loske (Volkswirt, Politikwissenschaftler &#038; Politiker)</title>
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Mein Gast: Dr. Reinhard Loske



Im letzten Sommer ist ein empfehlenswerter Artikel in der FAZ erschienen. Der Titel: Gestaltet das Bauen! Der Autor dieses Beitrags ist Dr. Reinhard Loske, den ich gleich zu meinem Podcast eingeladen habe. Er ist in Westfahlen auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat schon mit 16 Jahren einen Naturschutzverein gegründet. Nach seiner Bankenlehre begann er, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft zu studieren. Er hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gemeinsam mit anderen aufgebaut und ist schließlich 1998 für das Bündnis90/die Grünen als Abgeordneter in den Bundestag eingezogen. Ab 2007 war er Senator für Umwelt, Bauen, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen. Die Kraft, die ihn antrei]]></googleplay:description>
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	<title>Wo stehen wir nach einem Jahr QLab, Andrea Kuhfuß?</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/wo-stehen-wir-nach-einem-jahr-qlab-andrea-kuhfuss/</link>
	<pubDate>Thu, 27 Jan 2022 07:45:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Ein Gebäude baut man nicht für drei Jahre, sondern für 80 oder mehr. Das heißt, der Aufwand, den man am Anfang betreibt, um ein Team interdisziplinär aufzustellen, lohnt sich am Ende des Tages, weil die meisten Kosten dann beim laufenden Betrieb anfallen. Ich glaube, dieses Bewusstsein fehlt oft.“</p>





Mein Gast: Andrea Kuhfuß





<p>Ihr kennt Andrea Kuhfuß schon aus mehreren Gesprächen in meinem Podcast und mittlerweile ist ein Jahr vergangen, seit wir gemeinsam die Initiative <a href="https://www.q-lab-thinking.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">QLab Think Tank</a> ins Leben gerufen haben. In diesem nachhaltigen Innovationslabor arbeiten wir mit Studierenden aus unterschiedlichsten Disziplinen an neuen Ideen für die lebenswerten Städte von morgen. In den vergangenen Monaten stand vor allem das Thema nachhaltiges Bauen im Fokus. Andrea hat auch heute wieder spannende Einblicke für euch auf Lager.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1.&nbsp;Wir sind remote gestartet, weil wir mussten. Jetzt ist das unser Geschäftsmodell.



<p>Nach einem Jahr QLab Think Tank haben wir drei abgeschlossene fünfwöchige Sprints mit spannenden Resultaten hinter uns. Insgesamt 15 Studierende aus aller Welt haben uns dabei begleitet und rund 50 Expert:innen-Interviews geführt. Mittlerweile ist daraus ein weit verzweigtes Netzwerk entstanden und es gab sogar Bewerbungen aus China, Pakistan und Russland. Was in den Sprints passiert, dürfte sich also herumsprechen. Die Arbeit im Team läuft dabei nach wie vor 100 % remote ab.</p>



<p>Aber was bringt eigentlich Studierende dazu, sich 40 Stunden pro Woche in diesen Sprints abzurackern? Das ist ja auch eine ziemliche Herausforderung. Andrea Kuhfuß glaubt, dass die strukturierte Kreativität der stärkste Anreiz ist, mit der hier in einem sehr spannenden Themenumfeld gearbeitet wird. Ein Stück weit schwingt da sicher auch die Neugierde mit. Denn wir wissen im Vorfeld nicht, was bei diesem linearen und lateralen Wissensprozess am Ende rauskommt. Das macht ihn ja so spannend.</p>



<p>Mit Anleihen von Scrum (Daily, Weekly, Retrospektive …) und Design Thinking entsteht im QLab ein kreativer Rahmen, in dem man sich frei bewegen kann. So haben auch unterschiedliche Persönlichkeiten den nötigen Raum, um sich auszudrücken. Genau darum geht es: Je diverser das Team, desto besser. Wenn die Teammitglieder dann im Miro-Board arbeiten und Notizzetteln hin- und herschieben, analysieren und clustern, dann ist das Team im ständigen Austausch. So lernen die Studierenden sich selbst besser kennen. Und natürlich auch die anderen: „Die Teammitglieder machen morgens auch immer einen Check-in. […] Über diesen Austausch kommen sie sich ganz schnell ganz nah, obwohl sie eigentlich sehr weit auseinander sitzen.“</p>



<p>Dass diese Prozesse funktionieren (und zwar auch im Remote-Modus), haben wir im jüngsten Sprint wieder gesehen. Dabei ging es um die Frage, wie man eine Million Stadtbäume durch neue Technologien retten kann. Herausgekommen ist ein komplett neues Geschäftsmodell für den Kunden AWATREE, mit dem es jetzt dann auch in die Umsetzung geht. Das Unternehmen übernimmt die gesamte Sprint-Truppe für die nächsten Monate – mit der Aussicht, eine Art eigenständiges Start-up aufzubauen. Es wird spannend zu sehen, was dabei rauskommt.</p>



2. Interviews sind die wichtigste Methode, um Kundenbedürfnisse zu verstehen.



<p>Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Wenn ich an neuen Lösungen arbeiten möchte und nicht gleich einmal mit den Menschen rede, für die ich das eigentlich mache, dann kann ich mir das alles gleich sparen. Gerade deswegen kommt dem Interview als Format in unseren Sprints eine wichtige Rolle zu. Und es ist immer wieder motivierend, wie viele Leute sich dann mit einer positiven Antwort auf unsere Anfrage melden.</p>



<p>Im QLab läuft das so: Die Teammitglieder schreiben Expert:innen aus bestimmten Bereichen an und versuchen einen Termin auszumachen. Das läuft mittlerweile alles sehr professionell. Im Schnitt erklären sich 17 von 20 Leuten auch bereit, mit uns zu sprechen. Da fragt man sich, warum nicht längst schon alle Unternehmen einfach zum Hörer greifen und sagen: Okay, ich ruf jetzt mal ein paar meiner Kund:innen an und frage nach, was sie sich denken. Auch Andrea ist überzeugt: „Menschen erzählen unglaublich gern über sich selbst“. Man muss ihnen nur zuhören. Das ist übrigens auch ein genialer Tipp fürs Netzwerken.</p>



3. Nachhaltiges Bauen ist im Aufwind, aber es gibt noch viel zu tun.



<p>Wir müssen den Leuten heute nicht mehr erklären, was Nachhaltigkeit bedeutet. Dafür braucht es aber Aufklärung darüber, welche Maßnahmen sich eignen. Vor allem in Richtung der Entscheidungsträger:innen in der Baubranche. Welche neuen Baumaterialien gibt es? Wie müssen wir Architekt:innen ausbilden, um das Nachhaltigkeitsthema voranzubringen? Und gibt es wirklich Arbeitsplatzverluste, wenn wir in Zukunft weniger neu bauen?</p>



<p>Es fehlt weder an Ideen noch an technologischen Ansätzen für die Liveable Citys von morgen. Es braucht aber Möglichkeiten, um all die Daten, die durch die Klimakrise, durch Taxonomien, durch die Wohnungsknappheit etc. auf uns einprasseln, irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Eine nicht gerade leicht zu lösende Herausforderung in einer Branche, die tendenziell eher traditionell strukturiert ist.</p>



<p>Dabei liegt das Erfolgsrezept längst vor uns auf dem Tisch: Wenn wir im Bau noch bessere interdisziplinäre Teams aufbauen, werden diese zu noch besseren Lösungen kommen. Das dauert zwar am Anfang etwas länger, ist aber langfristig zweifellos der schlauere Weg. Wenn ich ein Gebäude baue, dass dann knapp 100 Jahre in der Landschaft steht, sind ein paar zusätzliche Wochen oder Monate, die ich in den Teamaufbau investiere, fast ein Schnäppchen im Vergleich zu langjährigen Kosten, die man eigentlich vermeiden hätte können.</p>



<p>Der QLab Think Tank wird auf jeden Fall weiterhin an der lebenswerten Stadt von morgen mitarbeiten. 2022 geht es schon wieder munter weiter. Ein neues Projekt steht in den Startlöchern und der nächste Sprint beginnt im April. Aber das ist eine andere Geschichte, über die wir definitiv noch sprechen werden. Andrea und ich sind schon jetzt gespannt, was uns in den kommenden Monaten erwartet.</p>



<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, wie ihr dazu denkt. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>





<p>Hier findet ihr die anderen Podcast-Gespräche mit Andrea:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-geht-fuenfwoechiges-remote-arbeiten-im-qlab-andrea-kuhfuss/">Wie geht fünfwöchiges Remote-Arbeiten im QLab, Andrea Kuhfuß?</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/new-mobility-im-qlab-think-tank-mit-andrea-kuhfuss/">New Mobility im QLab Think Tank – mit Andrea Kuhfuß</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/design-thinking-mit-andrea-kuhfuss-von-kurswechsel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Design Thinking – mit Andrea Kuhfuß von Kurswechsel</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/erfolgreich-mit-innovationen-mit-andrea-kuhfuss-kurswechsel/">Erfolgreich mit Innovationen – mit Andrea Kuhfuß, Kurswechsel</a></li></ul>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Ein Gebäude baut man nicht für drei Jahre, sondern für 80 oder mehr. Das heißt, der Aufwand, den man am Anfang betreibt, um ein Team interdisziplinär aufzustellen, lohnt sich am Ende des Tages, weil die meisten Kosten dann beim laufenden Betrieb anfalle]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>„Ein Gebäude baut man nicht für drei Jahre, sondern für 80 oder mehr. Das heißt, der Aufwand, den man am Anfang betreibt, um ein Team interdisziplinär aufzustellen, lohnt sich am Ende des Tages, weil die meisten Kosten dann beim laufenden Betrieb anfallen. Ich glaube, dieses Bewusstsein fehlt oft.“</p>





Mein Gast: Andrea Kuhfuß





<p>Ihr kennt Andrea Kuhfuß schon aus mehreren Gesprächen in meinem Podcast und mittlerweile ist ein Jahr vergangen, seit wir gemeinsam die Initiative <a href="https://www.q-lab-thinking.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">QLab Think Tank</a> ins Leben gerufen haben. In diesem nachhaltigen Innovationslabor arbeiten wir mit Studierenden aus unterschiedlichsten Disziplinen an neuen Ideen für die lebenswerten Städte von morgen. In den vergangenen Monaten stand vor allem das Thema nachhaltiges Bauen im Fokus. Andrea hat auch heute wieder spannende Einblicke für euch auf Lager.</p>



Das sind die drei Hauptpunkte



1.&nbsp;Wir sind remote gestartet, weil wir mussten. Jetzt ist das unser Geschäftsmodell.



<p>Nach einem Jahr QLab Think Tank haben wir drei abgeschlossene fünfwöchige Sprints mit spannenden Resultaten hinter uns. Insgesamt 15 Studierende aus aller Welt haben uns dabei begleitet und rund 50 Expert:innen-Interviews geführt. Mittlerweile ist daraus ein weit verzweigtes Netzwerk entstanden und es gab sogar Bewerbungen aus China, Pakistan und Russland. Was in den Sprints passiert, dürfte sich also herumsprechen. Die Arbeit im Team läuft dabei nach wie vor 100 % remote ab.</p>



<p>Aber was bringt eigentlich Studierende dazu, sich 40 Stunden pro Woche in diesen Sprints abzurackern? Das ist ja auch eine ziemliche Herausforderung. Andrea Kuhfuß glaubt, dass die strukturierte Kreativität der stärkste Anreiz ist, mit der hier in einem sehr spannenden Themenumfeld gearbeitet wird. Ein Stück weit schwingt da sicher auch die Neugierde mit. Denn wir wissen im Vorfeld nicht, was bei diesem linearen und lateralen Wissensprozess am Ende rauskommt. Das macht ihn ja so spannend.</p>



<p>Mit Anleihen von Scrum (Daily, Weekly, Retrospektive …) und Design Thinking entsteht im QLab ein kreativer Rahmen, in dem man sich frei bewegen kann. So haben auch unterschiedliche Persönlichkeiten den nötigen Raum, um sich auszudrücken. Genau darum geht es: Je diverser das Team, desto besser. Wenn die Teammitglieder dann im Miro-Board arbeiten und Notizzetteln hin- und herschieben, analysieren und clustern, dann ist das Team im ständigen Austausch. So lernen die Studierenden sich selbst besser kennen. Und natürlich auch die anderen: „Die Teammitglieder machen morgens auch immer einen Check-in. […] Über diesen Austausch kommen sie sich ganz schnell ganz nah, obwohl sie eigentlich sehr weit auseinander sitzen.“</p>



<p>Dass diese Prozesse funktionieren (und zwar auch im Remote-Modus), haben wir im jüngsten Sprint wieder gesehen. Dabei ging es um die Frage, wie man eine Million Stadtbäume durch neue Technologien retten kann. Herausgekommen ist ein komplett neues Geschäftsmodell für den Kunden AWATREE, mit dem es jetzt dann auch in die Umsetzung geht. Das Unternehmen übernimmt die gesamte Sprint-Truppe für die nächsten Monate – mit der Aussicht, eine Art eigenständiges Start-up aufzubauen. Es wird spannend zu sehen, was dabei rauskommt.</p>



2. Interviews sind die wichtigste Methode, um Kundenbedürfnisse zu verstehen.



<p>Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Wenn ich an neuen Lösungen arbeiten möchte und nicht gleich einmal mit den Menschen rede, für die ich das eigentlich mache, dann kann ich mir das alles gleich sparen. Gerade deswegen kommt dem Interview als Format in unseren Sprints eine wichtige Rolle zu. Und es ist immer wieder motivierend, wie viele Leute sich dann mit einer positiven Antwort auf unsere Anfrage melden.</p>



<p>Im QLab läuft das so: Die Teammitglieder schreiben Expert:innen aus bestimmten Bereichen an und versuchen einen Termin auszumachen. Das läuft mittlerweile alles sehr professionell. Im Schnitt erklären sich 17 von 20 Leuten auch bereit, mit uns zu sprechen. Da fragt man sich, warum nicht längst schon alle Unternehmen einfach zum Hörer greifen und sagen: Okay, ich ruf jetzt mal ein paar meiner Kund:innen an und frage nach, was sie sich denken. Auch Andrea ist überzeugt: „Menschen erzählen unglaublich gern über sich selbst“. Man muss ihnen nur zuhören. Das ist übrigens auch ein genialer Tipp fürs Netzwerken.</p>



3. Nachhaltiges Bauen ist im Aufwind, aber es gibt noch viel zu tun.



<p>Wir müssen den Leuten heute nicht mehr erklären, was Nachhaltigkeit bedeutet. Dafür braucht es aber Aufklärung darüber, welche Maßnahmen sich eignen. Vor allem in Richtung der Entscheidungsträger:innen in der Baubranche. Welche neuen Baumaterialien gibt es? Wie müssen wir Architekt:innen ausbilden, um das Nachhaltigkeitsthema voranzubringen? Und gibt es wirklich Arbeitsplatzverluste, wenn wir in Zukunft weniger neu bauen?</p>



<p>Es fehlt weder an Ideen noch an technologischen Ansätzen für die Liveable Citys von morgen. Es braucht aber Möglichkeiten, um all die Daten, die durch die Klimakrise, durch Taxonomien, durch die Wohnungsknappheit etc. auf uns einprasseln, irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Eine nicht gerade leicht zu lösende Herausforderung in einer Branche, die tendenziell eher traditionell strukturiert ist.</p>



<p>Dabei liegt das Erfolgsrezept längst vor uns auf dem Tisch: Wenn wir im Bau noch bessere interdisziplinäre Teams aufbauen, werden diese zu noch besseren Lösungen kommen. Das dauert zwar am Anfang etwas länger, ist aber langfristig zweifellos der schlauere Weg. Wenn ich ein Gebäude baue, dass dann knapp 100 Jahre in der Landschaft steht, sind ein paar zusätzliche Wochen oder Monate, die ich in den Teamaufbau investiere, fast ein Schnäppchen im Vergleich zu langjährigen Kosten, die man eigentlich vermeiden hätte können.</p>



<p>Der QLab Think Tank wird auf jeden Fall weiterhin an der lebenswerten Stadt von morgen mitarbeiten. 2022 geht es schon wieder munter weiter. Ein neues Projekt steht in den Startlöchern und der nächste Sprint beginnt im April. Aber das ist eine andere Geschichte, über die wir definitiv noch sprechen werden. Andrea und ich sind schon jetzt gespannt, was uns in den kommenden Monaten erwartet.</p>



<p>Hört einmal rein in den Podcast und lasst mich wissen, wie ihr dazu denkt. Ich freue mich über eure Kommentare!</p>





<p>Hier findet ihr die anderen Podcast-Gespräche mit Andrea:</p>



<ul><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/wie-geht-fuenfwoechiges-remote-arbeiten-im-qlab-andrea-kuhfuss/">Wie geht fünfwöchiges Remote-Arbeiten im QLab, Andrea Kuhfuß?</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/new-mobility-im-qlab-think-tank-mit-andrea-kuhfuss/">New Mobility im QLab Think Tank – mit Andrea Kuhfuß</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/design-thinking-mit-andrea-kuhfuss-von-kurswechsel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Design Thinking – mit Andrea Kuhfuß von Kurswechsel</a></li><li><a href="https://insightsbyborisgloger.com/podcast/erfolgreich-mit-innovationen-mit-andrea-kuhfuss-kurswechsel/">Erfolgreich mit Innovationen – mit Andrea Kuhfuß, Kurswechsel</a></li></ul>]]></content:encoded>
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Mein Gast: Andrea Kuhfuß





Ihr kennt Andrea Kuhfuß schon aus mehreren Gesprächen in meinem Podcast und mittlerweile ist ein Jahr vergangen, seit wir gemeinsam die Initiative QLab Think Tank ins Leben gerufen haben. In diesem nachhaltigen Innovationslabor arbeiten wir mit Studierenden aus unterschiedlichsten Disziplinen an neuen Ideen für die lebenswerten Städte von morgen. In den vergangenen Monaten stand vor allem das Thema nachhaltiges Bauen im Fokus. Andrea hat auch heute wieder spannende Einblicke für euch auf Lager.



Das sind die drei Hauptpunkte



1.&nbsp;Wir sind remote gestartet, weil wir mussten. Jetzt ist das unser Geschäftsmodell.



Nach einem Jahr QLab Think Tank haben wir drei abgeschlossene fünfwöchige Sprints mit spannenden Resultaten hinter uns. Insgesamt 15 Studierende aus aller Welt haben uns dabei begleitet und rund 50 Expert:innen-Interviews geführt. Mittlerweile ist daraus ein weit verzweigtes Netzwerk entstanden und es gab sogar Bewerbungen aus China, Pakistan und Russland. Was in den Sprints passiert, dürfte sich also herumsprechen. Die Arbeit im Team läuft dabei nach wie vor 100 % remote ab.



Aber was bringt eigentlich Studierende dazu, sich 40 Stunden pro Woche in diesen Sprints abzurackern? Das ist ja auch eine ziemliche Herausforderung. Andrea Kuhfuß glaubt, dass die strukturierte Kreativität der stärkste Anreiz ist, mit der hier in einem sehr spannenden Themenumfeld gearbeitet wird. Ein Stück weit schwingt da sicher auch die Neugierde mit. Denn wir wissen im Vorfeld nicht, was bei diesem linearen und lateralen Wissensprozess am Ende rauskommt. Das macht ihn ja so spannend.



Mit Anleihen von Scrum (Daily, Weekly, Retrospektive …) und Design Thinking entsteht im QLab ein kreativer Rahmen, in dem man sich frei bewegen kann. So haben auch unterschiedliche Persönlichkeiten den nötigen Raum, um sich auszudrücken. Genau darum geht es: Je diverser das Team, desto besser. Wenn die Teammitglieder dann im Miro-Board arbeiten und Notizzetteln hin- und herschieben, analysieren und clustern, dann ist das Team im ständigen Austausch. So lernen die Studierenden sich selbst besser kennen. Und natürlich auch die anderen: „Die Teammitglieder machen morgens auch immer einen Check-in. […] Über diesen Austausch kommen sie sich ganz schnell ganz nah, obwohl sie eigentlich sehr weit auseinander sitzen.“



Dass diese Prozesse funktionieren (und zwar auch im Remote-Modus), haben wir im jüngsten Sprint wieder gesehen. Dabei ging es um die Frage, wie man eine Million Stadtbäume durch neue Technologien retten kann. Herausgekommen ist ein komplett neues Geschäftsmodell für den Kunden AWATREE, mit dem es jetzt dann auch in die Umsetzung geht. Das Unternehmen übernimmt die gesamte Sprint-Truppe für die nächsten Monate – mit der Aussicht, eine Art eigenständiges Start-up aufzubauen. Es wird spannend zu sehen, was dabei rauskommt.



2. Interviews sind die wichtigste Methode, um Kundenbedürfnisse zu verstehen.



Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Wenn ich an neuen Lösungen arbeiten möchte und nicht gleich einmal mit den Menschen rede, für die ich das eigentlich mache, dann kann ich mir das alles gleich sparen. Gerade deswegen kommt dem Interview als Format in unseren Sprints eine wichtige Rolle zu. Und es ist immer wieder motivierend, wie viele Leute sich dann mit einer positiven Antwort auf unsere Anfrage melden.



Im QLab läuft das so: Die Teammitglieder schreiben Expert:innen aus bestimmten Bereichen an und versuchen einen Termin auszumachen. Das läuft mittlerweile alles sehr professionell. Im Schnitt erklären sich 17 von 20 Leuten auch bereit, mit uns zu sprechen. Da fragt man sich, warum nicht längst schon all]]></itunes:summary>
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Mein Gast: Andrea Kuhfuß





Ihr kennt Andrea Kuhfuß schon aus mehreren Gesprächen in meinem Podcast und mittlerweile ist ein Jahr vergangen, seit wir gemeinsam die Initiative QLab Think Tank ins Leben gerufen haben. In diesem nachhaltigen Innovationslabor arbeiten wir mit Studierenden aus unterschiedlichsten Disziplinen an neuen Ideen für die lebenswerten Städte von morgen. In den vergangenen Monaten stand vor allem das Thema nachhaltiges Bauen im Fokus. Andrea hat auch heute wieder spannende Einblicke für euch auf Lager.



Das sind die drei Hauptpunkte



1.&nbsp;Wir sind remote gestartet, weil wir mussten. Jetzt ist das unser Geschäftsmodell.



Nach einem Jahr QLab Think Tank hab]]></googleplay:description>
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	<title>Wann wird die Baubranche endlich agil? Mit Arved Weidemüller (borisgloger)</title>
	<link>https://www.insightsbyborisgloger.com/podcast/wann-wird-die-baubranche-endlich-agil-mit-arved-weidemueller-borisgloger/</link>
	<pubDate>Thu, 07 Oct 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Insights by Boris Gloger]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Selbst für einen erfahrenen Architekten und Bauleiter wie Arved Weidemüller wäre so etwas Kleines wie die Koordination seines privaten Badumbaus ein Fulltime-Job: Er müsste mindestens fünf verschiedene Handwerksbetriebe beauftragen und so koordinieren, dass sie sich weder auf die Füße treten, noch Wartezeiten haben. Wenn sich die Handwerker:innen untereinander absprechen, ist das alles kein Problem. Es gibt sogar Firmen, die die Koordination übernehmen und nach außen als Generalunternehmen auftreten. Warum ist diese Koordination bei Neubauten dann so schwierig?</p>



Mein Gast: Arved Weidemüller





<p>Bevor Arved mein Kollege wurde, war er viele Jahre Architekt und Projektleiter auf großen Baustellen. Vor einigen Jahren hatte er genug von Baubesprechungen, in denen die Vertreter:innen der Gewerke nur ihre Zeit absitzen, anstatt miteinander zu reden. Bei borisgloger geht er das große Thema Agile im Bau an (mehr dazu erfahrt ihr auf dieser <a href="https://www.borisgloger.com/bgexpertise/branchen/bau" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Seite</a>). Seine Idee: Wenn Planer:innen, ausführende Unternehmen, Bauherren und User vom Planungsbeginn bis zur Schlüsselübergabe zusammenarbeiten, dann werden Gebäude schneller, günstiger und mit weniger Mängeln fertig.</p>



Das sind die drei Hauptfragen



1. Kann es Zusammenarbeit zwischen Gewerken geben?



<p>Wir hatten das in der agilen Welt auch: Die Leute, die die Arbeit machen, z. B. die Software programmieren oder die Fliesen legen, werden immer zu spät gefragt. Nämlich erst nach der Planungsphase.</p>



<p>In der Baubranche zieht sich das Nicht-Kommunizieren dann weiter durch den ganzen Bau: Die Vertreter:innen der Gewerke reden nicht (wirklich) miteinander. So können sie einander auch nicht unterstützen, wenn sie einmal einen Leerlauf haben und nur darauf warten, dass ein anderes Gewerk seinen Teil erledigt hat. Anstatt dafür zu sorgen, dass der Bau für den User fertig wird, erledigen sie ihren Teil der Vereinbarung und gehen dann wieder ihrer Wege. Warum sollten sie es auch anders machen? Vor allem bei öffentlichen Bauvorhaben kriegt am Ende den Zuschlag nicht, wer am besten mit den anderen zusammenarbeitet, sondern wer am billigsten ist.</p>



<p>Wie könnte es anders gehen? Klar, als Auftraggeber:in möchte man sich am freien Markt die Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis aussuchen. Dass diese einander schon kennen oder Interesse haben, besonders gut zusammenzuarbeiten, ist unwahrscheinlich. Arved erzählt von einem Architekten-Freund, der immer mit denselben Handwerkern arbeitet. Mit diesem Gesamtpaket fährt man wohl besser, auch wenn es auf den ersten Blick möglicherweise teurer ist. Deshalb, meint Arved, sind auch Generalunternehmen (GUs), die einen hohen Eigenproduktionsanteil haben, erfolgreicher (nämlich schneller). So verstanden ist Outsourcing Quatsch. Alle, die viel bauen, wie die Kommunen, könnten sich wieder ihre eigenen Bauabteilungen aufbauen, die auch wirklich selbst bauen oder Teile produzieren, die für den Bau wesentlich sind. Arved kann euch dabei sicher helfen.</p>



2. Wo bleibt die User-Zentrierung?



<p>Wenn wir von User-Zentrierung sprechen, meinen wir – oder zumindest ich –, dass genau das gebaut wird, was die Nutzer:innen wollen. Wenn ich mir also eine Wohnung kaufe und mein Bad mit blauen Re-Use-Fliesen und der Dusche unter der Dachschräge haben will, dann soll die Planerin das bitte auch so planen. Ein klares Jein kommt dazu von Arved: Das Installationssystem der Gebäudetechnik, eine begrenzte Fliesenauswahl und Sicherheitsaspekte schränken die User-Zentrierung natürlich ein. Da gibt es keine bis kaum Kompromisse – bei großen Bauvorhaben. Aber selbst da, meint er, sei User-Zentrierung möglich, wenn man die User gleich bei Planungsbeginn an den Tisch holt.</p>



<p>Bei kleinen Bauvorhaben sollte das sowieso anders sein, ist es aber oft nicht. Jede:r, der oder die schon einmal selbst Haus gebaut hat, weiß, dass man sich seiner Sache schon sehr sicher sein und auf seine Wünsche bestehen muss, wenn man sich als Person, die das Haus bewohnen soll, gegen die Leute vom Fach durchsetzen will. Mit dem agilen Bauen, vor allem mit der <a href="https://www.borisgloger.com/blog/2020/05/13/7-thesen-fuer-die-integrierte-projektabwicklung-als-chance-fuer-die-bauwirtschaft" target="_blank" rel="noreferrer noopener">integrierten Projektabwicklung</a>, will Arved die User-Perspektive einbringen. Erfahrt mehr auf dieser <a href="http://www.borisgloger.com/bgexpertise/branchen/bau" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Webseite</a>.</p>



3. Wo bleiben die Innovationen?



<p>Solange genug Aufträge da sind, gibt es in der Baubranche keinen Innovationsdruck, und solange jeder Bau ein Unikat ist, gibt es keinen Lernzyklus. Damit sich Innovationen auszahlen, z. B. technische, müssen sie ständig genutzt werden. Das funktioniert in Unternehmen, die nach einem gewissen Muster bauen, z. B. im Modulbau oder bei Fabrikshallen. Sie kennen ihr Produkt und stellen es regelmäßig und fast oder vollkommen zur Gänze inhouse her.</p>



<p>Arved erzählt von einem Unternehmen, in dem beschlossen wurde, nur mehr Hallen aus Stahlkonstruktionen zu bauen. Auch das ist User-Zentrierung: Anstatt mittelmäßige Produkte aus Metall, Beton oder Holz zu bauen, konzentrierte sich dieses Unternehmen auf eines. Es investierte in Schweißroboter, verbesserte die eigenen Konstruktionen und besetzt seither eine Nische. Wieder einmal seht ihr, dass Spezialisierung der Weg zu innovativen Geschäftsmodellen ist (<a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/03/29/gruenden-harte-arbeit-und-ein-problem/">darüber habe ich hier geschrieben)</a>.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr mehr über modulares Bauen, User-Zentrierung, Agile im Bau und Spannendes aus der Baubranche erfahren wollt.</p>



<p>Arved sucht Verstärkung für sein Team: <a href="https://www.borisgloger.com/karriere" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(Junior) Consultant mit Erfahrung in der Bauleitung (m/w/d)</a></p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Selbst für einen erfahrenen Architekten und Bauleiter wie Arved Weidemüller wäre so etwas Kleines wie die Koordination seines privaten Badumbaus ein Fulltime-Job: Er müsste mindestens fünf verschiedene Handwerksbetriebe beauftragen und so koordinieren, d]]></itunes:subtitle>
								<content:encoded><![CDATA[<p>Selbst für einen erfahrenen Architekten und Bauleiter wie Arved Weidemüller wäre so etwas Kleines wie die Koordination seines privaten Badumbaus ein Fulltime-Job: Er müsste mindestens fünf verschiedene Handwerksbetriebe beauftragen und so koordinieren, dass sie sich weder auf die Füße treten, noch Wartezeiten haben. Wenn sich die Handwerker:innen untereinander absprechen, ist das alles kein Problem. Es gibt sogar Firmen, die die Koordination übernehmen und nach außen als Generalunternehmen auftreten. Warum ist diese Koordination bei Neubauten dann so schwierig?</p>



Mein Gast: Arved Weidemüller





<p>Bevor Arved mein Kollege wurde, war er viele Jahre Architekt und Projektleiter auf großen Baustellen. Vor einigen Jahren hatte er genug von Baubesprechungen, in denen die Vertreter:innen der Gewerke nur ihre Zeit absitzen, anstatt miteinander zu reden. Bei borisgloger geht er das große Thema Agile im Bau an (mehr dazu erfahrt ihr auf dieser <a href="https://www.borisgloger.com/bgexpertise/branchen/bau" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Seite</a>). Seine Idee: Wenn Planer:innen, ausführende Unternehmen, Bauherren und User vom Planungsbeginn bis zur Schlüsselübergabe zusammenarbeiten, dann werden Gebäude schneller, günstiger und mit weniger Mängeln fertig.</p>



Das sind die drei Hauptfragen



1. Kann es Zusammenarbeit zwischen Gewerken geben?



<p>Wir hatten das in der agilen Welt auch: Die Leute, die die Arbeit machen, z. B. die Software programmieren oder die Fliesen legen, werden immer zu spät gefragt. Nämlich erst nach der Planungsphase.</p>



<p>In der Baubranche zieht sich das Nicht-Kommunizieren dann weiter durch den ganzen Bau: Die Vertreter:innen der Gewerke reden nicht (wirklich) miteinander. So können sie einander auch nicht unterstützen, wenn sie einmal einen Leerlauf haben und nur darauf warten, dass ein anderes Gewerk seinen Teil erledigt hat. Anstatt dafür zu sorgen, dass der Bau für den User fertig wird, erledigen sie ihren Teil der Vereinbarung und gehen dann wieder ihrer Wege. Warum sollten sie es auch anders machen? Vor allem bei öffentlichen Bauvorhaben kriegt am Ende den Zuschlag nicht, wer am besten mit den anderen zusammenarbeitet, sondern wer am billigsten ist.</p>



<p>Wie könnte es anders gehen? Klar, als Auftraggeber:in möchte man sich am freien Markt die Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis aussuchen. Dass diese einander schon kennen oder Interesse haben, besonders gut zusammenzuarbeiten, ist unwahrscheinlich. Arved erzählt von einem Architekten-Freund, der immer mit denselben Handwerkern arbeitet. Mit diesem Gesamtpaket fährt man wohl besser, auch wenn es auf den ersten Blick möglicherweise teurer ist. Deshalb, meint Arved, sind auch Generalunternehmen (GUs), die einen hohen Eigenproduktionsanteil haben, erfolgreicher (nämlich schneller). So verstanden ist Outsourcing Quatsch. Alle, die viel bauen, wie die Kommunen, könnten sich wieder ihre eigenen Bauabteilungen aufbauen, die auch wirklich selbst bauen oder Teile produzieren, die für den Bau wesentlich sind. Arved kann euch dabei sicher helfen.</p>



2. Wo bleibt die User-Zentrierung?



<p>Wenn wir von User-Zentrierung sprechen, meinen wir – oder zumindest ich –, dass genau das gebaut wird, was die Nutzer:innen wollen. Wenn ich mir also eine Wohnung kaufe und mein Bad mit blauen Re-Use-Fliesen und der Dusche unter der Dachschräge haben will, dann soll die Planerin das bitte auch so planen. Ein klares Jein kommt dazu von Arved: Das Installationssystem der Gebäudetechnik, eine begrenzte Fliesenauswahl und Sicherheitsaspekte schränken die User-Zentrierung natürlich ein. Da gibt es keine bis kaum Kompromisse – bei großen Bauvorhaben. Aber selbst da, meint er, sei User-Zentrierung möglich, wenn man die User gleich bei Planungsbeginn an den Tisch holt.</p>



<p>Bei kleinen Bauvorhaben sollte das sowieso anders sein, ist es aber oft nicht. Jede:r, der oder die schon einmal selbst Haus gebaut hat, weiß, dass man sich seiner Sache schon sehr sicher sein und auf seine Wünsche bestehen muss, wenn man sich als Person, die das Haus bewohnen soll, gegen die Leute vom Fach durchsetzen will. Mit dem agilen Bauen, vor allem mit der <a href="https://www.borisgloger.com/blog/2020/05/13/7-thesen-fuer-die-integrierte-projektabwicklung-als-chance-fuer-die-bauwirtschaft" target="_blank" rel="noreferrer noopener">integrierten Projektabwicklung</a>, will Arved die User-Perspektive einbringen. Erfahrt mehr auf dieser <a href="http://www.borisgloger.com/bgexpertise/branchen/bau" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Webseite</a>.</p>



3. Wo bleiben die Innovationen?



<p>Solange genug Aufträge da sind, gibt es in der Baubranche keinen Innovationsdruck, und solange jeder Bau ein Unikat ist, gibt es keinen Lernzyklus. Damit sich Innovationen auszahlen, z. B. technische, müssen sie ständig genutzt werden. Das funktioniert in Unternehmen, die nach einem gewissen Muster bauen, z. B. im Modulbau oder bei Fabrikshallen. Sie kennen ihr Produkt und stellen es regelmäßig und fast oder vollkommen zur Gänze inhouse her.</p>



<p>Arved erzählt von einem Unternehmen, in dem beschlossen wurde, nur mehr Hallen aus Stahlkonstruktionen zu bauen. Auch das ist User-Zentrierung: Anstatt mittelmäßige Produkte aus Metall, Beton oder Holz zu bauen, konzentrierte sich dieses Unternehmen auf eines. Es investierte in Schweißroboter, verbesserte die eigenen Konstruktionen und besetzt seither eine Nische. Wieder einmal seht ihr, dass Spezialisierung der Weg zu innovativen Geschäftsmodellen ist (<a href="https://insightsbyborisgloger.com/2021/03/29/gruenden-harte-arbeit-und-ein-problem/">darüber habe ich hier geschrieben)</a>.</p>





<p>Hört einfach ‘mal rein, wenn ihr mehr über modulares Bauen, User-Zentrierung, Agile im Bau und Spannendes aus der Baubranche erfahren wollt.</p>



<p>Arved sucht Verstärkung für sein Team: <a href="https://www.borisgloger.com/karriere" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(Junior) Consultant mit Erfahrung in der Bauleitung (m/w/d)</a></p>]]></content:encoded>
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Mein Gast: Arved Weidemüller





Bevor Arved mein Kollege wurde, war er viele Jahre Architekt und Projektleiter auf großen Baustellen. Vor einigen Jahren hatte er genug von Baubesprechungen, in denen die Vertreter:innen der Gewerke nur ihre Zeit absitzen, anstatt miteinander zu reden. Bei borisgloger geht er das große Thema Agile im Bau an (mehr dazu erfahrt ihr auf dieser Seite). Seine Idee: Wenn Planer:innen, ausführende Unternehmen, Bauherren und User vom Planungsbeginn bis zur Schlüsselübergabe zusammenarbeiten, dann werden Gebäude schneller, günstiger und mit weniger Mängeln fertig.



Das sind die drei Hauptfragen



1. Kann es Zusammenarbeit zwischen Gewerken geben?



Wir hatten das in der agilen Welt auch: Die Leute, die die Arbeit machen, z. B. die Software programmieren oder die Fliesen legen, werden immer zu spät gefragt. Nämlich erst nach der Planungsphase.



In der Baubranche zieht sich das Nicht-Kommunizieren dann weiter durch den ganzen Bau: Die Vertreter:innen der Gewerke reden nicht (wirklich) miteinander. So können sie einander auch nicht unterstützen, wenn sie einmal einen Leerlauf haben und nur darauf warten, dass ein anderes Gewerk seinen Teil erledigt hat. Anstatt dafür zu sorgen, dass der Bau für den User fertig wird, erledigen sie ihren Teil der Vereinbarung und gehen dann wieder ihrer Wege. Warum sollten sie es auch anders machen? Vor allem bei öffentlichen Bauvorhaben kriegt am Ende den Zuschlag nicht, wer am besten mit den anderen zusammenarbeitet, sondern wer am billigsten ist.



Wie könnte es anders gehen? Klar, als Auftraggeber:in möchte man sich am freien Markt die Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis aussuchen. Dass diese einander schon kennen oder Interesse haben, besonders gut zusammenzuarbeiten, ist unwahrscheinlich. Arved erzählt von einem Architekten-Freund, der immer mit denselben Handwerkern arbeitet. Mit diesem Gesamtpaket fährt man wohl besser, auch wenn es auf den ersten Blick möglicherweise teurer ist. Deshalb, meint Arved, sind auch Generalunternehmen (GUs), die einen hohen Eigenproduktionsanteil haben, erfolgreicher (nämlich schneller). So verstanden ist Outsourcing Quatsch. Alle, die viel bauen, wie die Kommunen, könnten sich wieder ihre eigenen Bauabteilungen aufbauen, die auch wirklich selbst bauen oder Teile produzieren, die für den Bau wesentlich sind. Arved kann euch dabei sicher helfen.



2. Wo bleibt die User-Zentrierung?



Wenn wir von User-Zentrierung sprechen, meinen wir – oder zumindest ich –, dass genau das gebaut wird, was die Nutzer:innen wollen. Wenn ich mir also eine Wohnung kaufe und mein Bad mit blauen Re-Use-Fliesen und der Dusche unter der Dachschräge haben will, dann soll die Planerin das bitte auch so planen. Ein klares Jein kommt dazu von Arved: Das Installationssystem der Gebäudetechnik, eine begrenzte Fliesenauswahl und Sicherheitsaspekte schränken die User-Zentrierung natürlich ein. Da gibt es keine bis kaum Kompromisse – bei großen Bauvorhaben. Aber selbst da, meint er, sei User-Zentrierung möglich, wenn man die User gleich bei Planungsbeginn an den Tisch holt.



Bei kleinen Bauvorhaben sollte das sowieso anders sein, ist es aber oft nicht. Jede:r, der oder die schon einmal selbst Haus gebaut hat, weiß, dass man sich seiner Sache schon sehr sicher sein und auf seine Wünsche bestehen muss, wenn man sich als Person, die das Haus bewohnen soll, gegen die Leute vom Fach durchse]]></itunes:summary>
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Mein Gast: Arved Weidemüller





Bevor Arved mein Kollege wurde, war er viele Jahre Architekt und Projektleiter auf großen Baustellen. Vor einigen Jahren hatte er genug von Baubesprechungen, in denen die Vertreter:innen der Gewerke nur ihre Zeit absitzen, anstatt miteinander zu reden. Bei borisgloger geht er das große Thema Agile im Bau an (mehr dazu erfahrt ihr auf dieser Seite). Seine Idee: Wenn Planer:innen, ausführende ]]></googleplay:description>
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